Sportwetten Unentschieden vorhersagen: Wie aus Form, Statistik und Quote eine Einschätzung wird

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only
Want more predictions?
Join our Telegram channel
Join

Stand: 29. Oktober 2026 — die Bewilligungsangaben wurden gegen die Gespa-Aufsicht und die Veranstalterbewilligungen nach dem Geldspielgesetz abgeglichen, die Wettregeln gegen die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden zugelassenen Veranstalter.

Zwei Fussballschuhe stehen nebeneinander auf einer Holzbank in einer leeren Umkleidekabine.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Ein Unentschieden ist die unspektakulärste Wette im Programm und die einzige, die von zwei Resultaten zugleich lebt. Wer auf Remis setzt, setzt nicht auf ein Team, sondern auf ein Gleichgewicht, das die Buchmacher jahrzehntelang geübt haben zu bepreisen. In der Schweiz kommt eine Besonderheit hinzu, die es sonst nirgends im deutschsprachigen Raum gibt: Es gibt keinen Markt mit vielen Anbietern, es gibt zwei.

Die Wahl beim Remis ist keine Wahl zwischen Tipster-Seiten, sondern zwischen vier Wegen — selber rechnen, Statistik lesen, Quoten lesen, oder es bleiben lassen — und zwei Veranstaltern, die dir überhaupt eine Wette erlauben. Diese beiden Entscheidungen bilden den Rahmen für alles, was hier folgt.

Vorhersagen zum Remis: vier Wege, die nichts kosten ausser Zeit

Der Markt für Vorhersagen ist voll von vollmundigen Versprechungen. Wer wissen will, wie ein Unentschieden entsteht, kann das selbst herausfinden — mit vier Methoden, die unterschiedlich schwer sind und unterschiedlich viel hergeben.

Ein Rasenspielfeld bei Sonnenaufgang, die Mittellinie verläuft quer durchs Bild und Tau glitzert auf dem Gras.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Formkurven: der billigste Einstieg

Die Formkurve ist das, was Fans ohnehin im Kopf haben: wie ein Team in den letzten Spielen gespielt hat. Sie ist der billigste Zugang zum Thema und der unzuverlässigste. Ein Club, der vier Spiele in Folge Remis gespielt hat, sieht aus wie ein Remis-Club. Er ist vielleicht nur ein Club mit einer stabilen Defensive, der gerade gegen gleich starke Gegner gespielt hat. Die Zuordnung «häufig unentschieden gleich remis-anfällig» ist die häufigste Fehlübertragung im ganzen Genre.

Der Nutzen der Formkurve liegt nicht in der Serie, sondern in den Umständen der Serie. Gegen wen wurde gespielt? Zu Hause oder auswärts? War das Remis Ergebnis einer ausgeglichenen Partie oder der verzweifelten Räumung des eigenen Strafraums in der 85. Minute? Diese Fragen beantwortet die nackte Formtabelle nicht, und der Wettende, der sie nicht stellt, hat eine Kurve gelesen und nichts gelernt.

Eine leere Ersatzbank unter einem schmalen Dach am Rand eines Dorfsportplatzes, dahinter ein Holzzaun.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Statistik: was die Zahl hergibt und was nicht

Die Remis-Quote einer Liga ist eine der stabilsten Grössen, die der Sport hergibt — und trotzdem ein schlechter Tipp. In den meisten Fussballligen endet ein deutlich zweistelliger Anteil der Spiele unentschieden. Das heisst: Ein Remis ist ein gewöhnliches Ereignis, kein exotisches. Aber «gewöhnlich» und «wahrscheinlicher als die anderen beiden Ausgänge» sind zwei verschiedene Sätze, und der zweite ist in den allermeisten Ligen schlicht falsch. Die Quote, die ein Wettanbieter auf das Remis stellt, sagt mehr über dessen Preis als jede Ligastatistik über seine Aussichten.

Eine Serie ohne Remis ist übrigens genauso wenig ein Grund für eine Wette wie eine Serie mit Remis. Die Statistik kennt keinen Zwang, keine Fälligkeit und keine aufgestaute Erwartung, die sich in einem bestimmten Spiel entlädt.

Quoten lesen: die Einschätzung, die den Markt einbezieht

Hier wird es interessant, weil hier die Einschätzung des Wettenden auf die Einschätzung trifft, die schon im Preis steckt. Die Quote ist kein Orakel und keine Schätzung der Wahrheit — sie ist eine Schätzung mit Kostenaufschlag. Ein Buchmacher notiert nicht die Wahrscheinlichkeit, sondern einen Preis, aus dem er beim Abschluss über das Gesamtvolumen des Marktes Geld behält.

Wer selbst rechnet, kann diesen Aufschlag sichtbar machen. Der entscheidende Handgriff beim Remis ist derselbe wie bei jeder anderen Wette: die Notierungen aller drei Ausgänge eines Dreiweg-Markts zusammennehmen und schauen, was sie zusammen hergeben. Die Differenz zu 100 Prozent ist das, was der Anbieter für sich behält. Das ist keine Betrugsformel, es ist eine Marge, in jedem Buchmachergeschäft. Nur der Wettende sieht sie beim Tippen auf einem Wertpapier, der beim Wetten sieht sie nicht.

Die eigene Einschätzung gewinnt damit eine Bezugsgrösse. Ein Remis, das in der eigenen Rechnung bei drei Spielen von zehn endet, ist bei einer Quote von 3.00 eine andere Sache als bei 3.60. Und die Quote selbst verrät, wie der Markt die Sache sieht — ein schwacher, aber immer vorhandener Anhaltspunkt, den keine Statistikseite ersetzen kann.

Die eigene Linie oder die fremde

Der vierte Weg ist der bequemste und der teuerste: die fertige Vorhersage. Sie kostet Abonnementgebühren, Vertrauen und im schlechten Fall mehr, und sie liefert nichts, was sich prüfen liesse. Wer eine fremde Vorhersage nachtippt, hat keine Einschätzung — er hat eine Einschätzung gemietet, ohne die Miete zu kennen. Der Remis-Tipp aus einem bezahlten Kanal ist strukturell derselbe wie der Remis-Tipp, den man sich selbst überlegt hat; nur die Verantwortung für die Begründung hat den Besitzer gewechselt.

Die vier Wege unterscheiden sich nicht im Ziel, sondern im Aufwand und im Risiko, sich selbst zu täuschen. Wer Zeit hat und den Markt ohnehin verfolgt, kommt mit Form und Statistik weit. Wer weniger Zeit hat, fährt mit dem Quotenblick besser, weil er den Aufschlag des Anbieters schneller nachrechnet als irgendeine Liga-Auswertung. Wer keine der vier Wege gehen will, sollte auf die Wette verzichten statt auf eine fremde Vermutung.

Was ein Buchmacher beim Remis wirklich behält

Der Dreiweg-Markt ist der einzige Markt im Fussball, in dem drei Auswege gleichzeitig bepreist sind. Genau deshalb lässt sich hier die Marge ohne jede Zusatzannahme ausrechnen — bei einem Zweiweg-Markt genauso, nur mit einem Ausgang weniger.

Ein illustratives Zweiweg-Beispiel zeigt das Muster: Bei Quoten von 1.90 auf beide Seiten zahlt der Markt zusammen einen Auszahlungsanteil von 1 ÷ (1/1.90 + 1/1.90) = 97,4 Prozent zurück. Die Marge beträgt entsprechend rund 2,6 Prozent. Das ist die Rechnung, und sie ist weiter nichts als die Kehrseite der beiden Notierungen. Im Dreiweg-Markt mit seinen drei Ausgängen liegt der Aufschlag typischerweise höher, weil der Anbieter auf drei Preise streuen und keinen davon grosszügig halten kann; je nach Sportart, Liga und Wettart bewegt er sich je nach Markt zwischen zwei und rund sieben Prozent, und dieser ganze Band ist die Antwort auf die Frage, was ein Anbieter für seine Notierung nimmt.

Für den Remis-Tipp heisst das: Die Notierung auf das Unentschieden ist fast immer die, die am gnädigsten aussieht — die höchste Quote des Marktes — und selten die, die am gnädigsten ist. Eine Remis-Quote von 3.40 mit drei Prozent Aufschlag ist eine andere Sache als eine Remis-Quote von 3.40 mit sechs Prozent Aufschlag, und nur die eigene Nachrechnung unterscheidet die beiden Fälle. Der Anbieter, der dir beim Remis den höheren Preis zahlt, ist der, der dir beim Rest weniger für dich behält.

Genau hier liegt der Grund, warum die Wahl des Veranstalters beim Remis mehr bedeutet als beim Favoritentipp. Über viele Wetten ist die Marge der Posten, der über Gewinn und Verlust entscheidet — nicht der einzelne Treffer. Wer ein Remis zehnmal mit zwei Prozent besseren Konditionen spielt, hat nach zehn Wetten mehr Geld als wer zehnmal mit etwas mehr Glück und der Standardmarge spielt.

Der Vergleich der beiden Schweizer Veranstalter

Merkmal Swisslos Sporttip Loterie Romande Jouez Sport
Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht Gespa Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht Gespa
Veranstalterin SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
Vertragsgebiet Deutschschweizer Kantone, Tessin, Fürstentum Liechtenstein Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt, Wallis
Mindesteinsatz CHF 1 je Einzel- oder Kombinationswette ab CHF 1, abhängig von der einzelnen Vorhersage
Höchsteinsatz CHF 1’000 (Einzel/Kombi), CHF 10’000 (Systemwette) nicht als eigener Höchsteinsatz ausgewiesen; begrenzt durch den Höchstgewinn
Höchstgewinn nicht als Zahl ausgewiesen; erhöhte Kombigewinne über den Kombiboost begrenzt CHF 300’000 je Wette, CHF 1’000’000 über alle Gewinne eines Multiples

Die Spalte, die den Wettenden am stärksten betrifft, ist die dritte und nicht die fünfte. Ob du bei einem Anbieter überhaupt ein Konto eröffnen darfst, entscheidet sich nicht am Geschmack, sondern am Wohnsitz. Ein Wettender in Winterthur oder Bellinzona kommt zu Swisslos, ein Wettender in Lausanne oder Sitten zu Jouez Sport, und dazwischen gibt es keinen Weg, auch nicht mit einem grösseren Einsatz. Die beiden Vertragsgebiete überlappen sich nicht — das ist keine Marktlage, das ist die Konstruktion.

Was beide Regionen verbindet: Der Zweiweg-Markt mit seinen zwei Quoten ist derselbe Rechentrick, ob du ihn in Basel oder in Genf anwendest. Die Limiten unterscheiden sich dagegen in der Logik. Swisslos nennt eine klare Obergrenze pro Wette. Jouez Sport regelt es über den Gewinn — CHF 300’000 für eine einzelne Wette, eine Million für alle Gewinne eines Multiples zusammen — und lässt damit offen, wie gross der einzelne Einsatz sein darf, sofern das Produkt aus Einsatz und Quote innerhalb bleibt.

Wer einen Remis-Tipp mit einer Quote um 3.00 mit CHF 500 spielt, liegt bei beiden Veranstaltern innerhalb dessen, was sie zulassen; wer einen sehr grossen Einsatz plant, merkt bei Jouez Sport zuerst die Gewinndecke, bei Swisslos zuerst den Höchsteinsatz. Für das Publikum, das regelmässig kleine und mittlere Beträge auf Remis setzt, ist der Unterschied praktisch bedeutungslos. Für den, der mit einem einzelnen Treffer alles auf einmal will, ist es die relevanteste Zahl der ganzen Tabellenzeile.

Warum zwei Veranstalter keine Marktlücke sind, sondern die Regel

Die Schweiz hat ihr Sportwettenangebot so gebaut, dass der Wettmarkt für Online-Sportwetten an zwei Veranstalter mit einer Bewilligung nach dem Geldspielgesetz geht. Das ist keine Übergangslösung und kein Fehler des Gesetzgebers, sondern die Struktur: Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und beide betreiben das Geschäft unter einem Produktnamen.

Swisslos sitzt in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Für die Remis-Frage bedeutet diese Zweizahl etwas sehr Konkretes: Du kannst die beiden Anbieter nicht gegeneinander ausspielen, wenn du im falschen Gebiet wohnst. Der Wettende bekommt — anders als beim Mobilfunkvertrag — keine Wahl zwischen zwei Wettbewerbern, sondern eine Zuweisung. Wer grosszügigere oder engere Limiten sucht, sucht vergeblich; entschieden ist es vorher.

Neben diesen beiden läuft der Rest der Welt an Jurisdiktionen mit. Wer heute eine Wettseite findet, die Schweizerisch aussieht und keiner Schweizer Bewilligung unterliegt, findet eine Seite, deren Geschäft in der Schweiz nicht gestattet ist. Die Aufsichtsbehörde Gespa führt dafür eine Sperrliste ausländischer Domains, die von den Schweizer Telekom-Anbietern über DNS blockiert werden. Die erste Liste stammt vom 3. September 2019, Ende 2025 standen 671 Domains darauf, und die Liste altert langsam, weil blockierte Domains innert Stunden ausgetauscht werden.

Was in der Schweiz überhaupt gewettet werden darf

Die Bewilligung ist nicht das einzige Tor. Was auf dem Wettschein stehen darf, regelt eine geschlossene Liste der Gespa: zulässige Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Die Liste ist in der Fassung vom 10. September 2026 veröffentlicht und bildet den Rahmen für das gesamte erlaubte Wettangebot. Nur Sportwettbewerbe gehören dazu — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Qualifikationsrunden erscheinen nur, wenn sie ausdrücklich aufgelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt werden. Ranglistenswetten sind nur zulässig, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe stehen gar nicht auf der Liste. Kurz- und Kartenmärkte sucht man dort ebenfalls vergeblich, und eine Esport-Sektion gibt es nicht.

Konsequenz für das Remis: Der Dreiweg-Markt selbst gehört zum Kernbestand der angebotenen Wettarten, nicht die Ausnahme. Wer auf Remis setzt, bewegt sich in dem Bereich, um den sich die gesamte Zulassung dreht. Wer dagegen nach Randmärkten sucht, Ecken, Karten oder Esport, wird auf der Liste nicht fündig — das ist der Preis einer geschlossenen Liste.

Etwas anderes, was auf den ersten Blick wie eine Lücke aussieht, ist es nicht. Live-Wetten sind zulässig, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung vorweisen kann; das Gesetz schränkt Live-Wetten nicht auf bestimmte Märkte ein. Beim Live-Remis ist damit der normale Markt zugänglich, und ein Remis, das sich während des Spiels abzeichnet, ist kein exotischer Fall.

Beim Cash-Out ist die Rechtslage weniger scharf. Die Behörde regelt ihn nicht — er ist dessen eigene Funktion, wie sie in den Teilnahmebedingungen des jeweiligen Veranstalters steht. Swisslos bietet ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten an, vor dem Spiel und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und für jeden Markt garantieren lässt sich keiner. Ein Cash-Out-Betrag liegt unter dem möglichen nicht vorzeitigen Wettgewinn, hängt vom Stand des Ereignisses ab und kann sich ändern. Wer auf Remis gesetzt hat und nach 70 Minuten die Führung einer Seite sieht, ist mit dem Cash-Out-System nicht im Feld, wo er sich versteht.

Es gibt keine Steuer auf den Einsatz

Vielleicht die angenehmste Seite des Schweizer Modells: Es gibt keine Besteuerung des Einsatzes auf Sportwetten. Der Geldspielgesetzgeber erhebt keine Wettsteuer auf den einzelnen Einsatz, und wer in einem gewöhnlichen Rahmen spielt, zahlt auf seinen Gewinn nichts.

Der Steuerfreibetrag liegt pro einzelnem Gewinn bei CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026; 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Unterhalb dieser Grenze ist der Gewinn aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel — die Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — nicht steuerbar. Der kantonale Freibetrag ist teilweise anders geregelt, je nach Kanton. Wer darüber hinausgewinnt, dem zieht der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ab, die man über die Steuererklärung zurückholt.

Ein Remis-Tipp mit CHF 50 Einsatz und einer Quote von 3.40 führt auf einen Gewinn von CHF 170 und liegt um mehrere Grössenordnungen unter der Schwelle. Das ist keine Steuersache und bleibt es.

Ein Unterschied, den man kennen sollte, auch wenn er nur wenige betrifft: Gewinne aus ausländischen Anbietern sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, aber die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt sie als vollständig steuerbares Einkommen, ungeachtet der Höhe. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung spielt, hat also im Gewinnfall unter Umständen das ungünstigere Steuerregime — zusätzlich zu allem anderen. Das ist eine allgemeine Information, kein Steuerrat: für die eigene Situation ist die kantonale Steuerverwaltung zuständig.

Die Grenzen, die sich ändern lassen

Ein Wettender kann bei Schweizer Veranstaltern vor der ersten Wette Verlustlimiten setzen, und zwar für einen, sieben und 30 Tage. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung wird sofort wirksam, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten.

Diese Zahlen sind kein Verbot, sie sind ein Rahmen. Der Mechanismus dahinter ist die Wartezeit: Wer im Verlust nachlegen will, kann seine Limite nicht in derselben Minute nach oben schrauben — genau deshalb liegt die Sperre auf der Erhöhung und nicht auf der Senkung. Die Standardoberlimiten liegen so hoch, dass ein durchschnittlicher Freizeitwettender nie an sie stösst, und genau deshalb schützen sie auch nur den, der sie freiwillig nach unten zieht.

Daneben steht die Spielsperre. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne dass die Sperre vor Fristablauf aufgehoben wird. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine solche Sperre lässt sich freiwillig nur nach drei Monaten wieder aufheben, unter Beteiligung einer Fachstelle. Spielende, die gesperrt oder minderjährig sind, haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Das Unentschieden im Spielregelwerk

Ein paar Regeln entscheiden darüber, ob ein Remis-Tipp gewonnen, verloren oder zurückgezahlt wird. Sie gehören zur Wette, nicht zum Tipp, und sie werden selten gelesen.

Reguläre Spielzeit. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit — bei Fussball also die 90 Minuten mit dem, was nachgespielt wird. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie ausdrücklich Gegenstand der Wette sind. Wer also auf ein Remis in einem K.-o.-Spiel setzt, ohne den Markt «nach regulärer Spielzeit» ausdrücklich zu wählen, hat die falsche Wette auf dem Schein, wenn das Resultat nach 120 Minuten anders aussieht.

Absage. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Vorhersage die Quote 1.00. Das ist die faire Variante, und sie erklärt, warum ein Remis-Tipp auf ein Spiel, das nie stattfindet, nicht verloren hat.

Live-Wetten. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit der Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit der Quote 1.00 werten. Für den Live-Remis-Tipp heisst das: Der richtige Moment vor dem Ausgang ist alles, und ein Klick, der nach dem Treffer ankommt, wird nicht honoriert.

Abhängige Ereignisse. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Zwei Remis-Märkte desselben Spiels, etwa Remis und Doppelte Chance X2, sind genau dieser Fall.

Gewinnberechnung. Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Für ein Remis mit Quote 3.40 und CHF 50 Einsatz heisst das: CHF 170 vor der Rundung, und nach der Abrundung auf 5 Rappen ein Auszahlungsbetrag, der nie höher liegt als die Rechnung. Die Abrundung ist klein — aber sie ist eine, die immer zu Ungunsten des Wettenden läuft, und niemand rundet nach der anderen Seite.

Geltendmachung. Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer einen Wettschein ohne Online-Konto hält, sollte dieses Datum kennen.

Die Rechnung hinter dem Remis-Tipp

Das Rechnen am Dreiweg-Markt ist überschaubar, und es lohnt sich, weil es den Preis sichtbar macht, den der Anbieter auf jede dieser Notierungen legt. Das illustrative Zweiweg-Beispiel mit zwei Quoten von 1.90 (nicht ein notierter Preis, sondern ein Rechenbeispiel) ergibt einen Auszahlungsanteil von 97,4 Prozent und damit eine Marge von etwa 2,6 Prozent. Rechnet man dieselbe Logik über die drei Ausgänge eines Dreiweg-Markts, wächst der Aufschlag, weil drei Preise zu halten sind — je nach Sportart, Wettbewerb und Wettart liegt er dann zwischen etwa zwei und sieben Prozent, im Fussball häufiger im mittleren Bereich als an den Enden.

Für den Remis-Tipp gibt es daraus zwei Lehren, und die zweite ist die praktische. Die erste: Wenn du wissen willst, was ein Anbieter für seine Notierung nimmt, addiere die Kehrwerte der drei Quoten und ziehe das Ergebnis von eins ab. Das ist keine Trickrechnung, es ist die Definition. Die zweite: Die Remis-Quote ist im Dreiweg-Markt fast immer die höchste der drei, und damit die, die am harmlosesten wirkt. Genau dort sitzt der Aufschlag, der in den beiden Favoritenquoten weniger Platz hat.

Noch eine Zahl aus dem Regelwerk gehört in dieselbe Überlegung. Der Gewinnbetrag wird auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Remis mit einer Quote um 3.40 und einem Einsatz von CHF 50 ist der abgerundete Betrag der massgebliche — nicht der, den die Rechnung auf zwei Kommastellen nennt. Über einen Abend mit ein paar Wetten ist das eine Kleinigkeit. Über ein Jahr regelmässiger Remis-Wetten ist es eine der wenigen Kosten, die mit Sicherheit anfallen — die Marge ist die andere, und sie fällt bei jeder Wette an, ob gewonnen oder verloren.

Welche Apps für Vorhersagen taugen und welche nicht

Die App-Frage hat in der Schweiz eine Vorfrage, die vor jeder Funktionsfrage kommt: Wer darf dir überhaupt ein Konto geben? Bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Sporttip-Wetten lassen sich online über Swisslos.ch oder über die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können per QR-Code auch an einer Verkaufsstelle gespielt werden. Das ist für den Remis-Tipp relevant, weil der Übergang zwischen App und Verkaufsstelle flüssig ist: Wer eine Wette in der App konfiguriert hat, muss sie nicht neu aufbauen.

Die zweite Art App ist die, die niemanden kennt und nichts schuldet: die Vorhersage-App ohne Schweizer Bewilligung. Sie kann eine schöne Oberfläche haben, eine Remis-Wahrscheinlichkeit in Prozent ausgeben und ein Gefühl von Analyse erzeugen. Was ihr fehlt, ist jede Verbindung zur Schweizer Aufsicht. Ein Konto bei ihr unterliegt nicht dem Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Beschwerdeinstanz ist zuständig, und ihre Domains können auf der Sperrliste landen. Die Domain kann also innert Stunden nicht mehr erreichbar sein, während das Guthaben auf ihr noch offen ist.

Für den Remis-Tipp ergibt sich daraus eine klare Reihenfolge. Die App, mit der man wettet, sollte die eines bewilligten Veranstalters sein. Die App, mit der man sich informiert, ist frei wählbar — für Form, Statistik und Quotenübersicht spielt es keine Rolle, wem die App gehört, solange man sie nicht für die Abgabe benutzt. Wer beides vermischt, verliert die eine Eigenschaft, die den Schweizer Weg ausmacht: dass am Ende jemand für die Auszahlung geradesteht.

Es sei denn, man wohnt im falschen Gebiet. Für einen Wettenden in Genf ist die Swisslos-App kein Kanal, und für einen in Zürich ist es die Jouez-Sport-App nicht. Diese beiden Zugänge bestehen nicht zueinander in Konkurrenz, sondern nebeneinander.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht ordnet die beiden Schweizer Veranstalter und acht ausländische Marken, denen man beim Suchen begegnet. Die beiden Gruppen gehören nicht in einen Topf: Die einen haben eine Schweizer Bewilligung, die anderen nicht, und keine Betrachtung, die diesen Unterschied einebnet, ist für einen Wettenden brauchbar. Der Vergleich ist eine Ordnung nach Vor- und Nachteilen, nicht nach Gewinnaussicht — Vorhersagen sind keine Ranglistenposition.

Anbieter Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip ja, Veranstalter- und Spielbewilligung unter Aufsicht der Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft
Loterie Romande Jouez Sport ja, Veranstalter- und Spielbewilligung unter Aufsicht der Gespa Loterie Romande
BassBet ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
Rainbet ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
20Bet ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
1xBet ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
Gamdom ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
bet-at-home ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte
X3Bet ohne Schweizer Bewilligung Tobique (Kanada), ausserhalb der Schweiz ohne Wirkung
Betscore ohne Schweizer Bewilligung keine, die in der Schweiz Wirkung hätte

Die Tabelle sagt weniger über die acht ausländischen Marken aus, als über die Art, wie diese sich vermarkten. Wer viel über Bonusprozente schreibt und wenig über Sitz und Bewilligung, hat eine Reihenfolge, die ihm nicht gehört: Er kann nicht als Schweizer Anbieter auftreten, und das ist nicht deshalb so, weil ihm das Publikum fehlt, sondern weil es ihm nicht erlaubt ist. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht zugelassen sind, ist widerrechtlich und kann mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft werden.

Für den Remis-Tipp bedeutet die Zweiteilung etwas sehr Praktisches: Ein hoher Remis-Preis bei einem Haus ohne Schweizer Bewilligung ist nicht vergleichbar mit einem Preis bei einem der beiden bewilligten Veranstalter, weil im ersten Fall niemand dahintersteht, der nach Schweizer Recht zahlen muss. Der Unterschied liegt nicht in der Quote, sondern in dem, was von der Quote nach dem Treffer übrig bleibt.

Swisslos Sporttip: das Angebot mit dem breitesten Schutznetz

Swisslos ist die eine Hälfte des Schweizer Sportwettenmarkts und die grössere — Deutschschweiz, Tessin und Liechtenstein, das sind die meisten Kantone. Der Betrieb läuft auf der Basis der Interkantonalen Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen, Sitz der Genossenschaft ist Basel. Das Sportprodukt heisst Sporttip.

Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Die Limiten kann Swisslos ohne Angabe von Gründen jederzeit ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für den Remis-Tipp heisst das: Bei einer Notierung um 3.40 und einem Einsatz von CHF 1’000 sind das CHF 3’400, die vor der Gewinndecke des Veranstalters liegen, soweit eine solche im Programm gilt.

Das Regelwerk ist detailliert, und der Detailgrad ist eine Stärke für den, der es liest. Die reguläre Spielzeit umfasst die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, Verlängerung und Penaltyschiessen nur bei entsprechendem Hinweis im Wettprogramm. Und die Abrechnung kennt eine Rundung: erst zwei Nachkommastellen, dann Abrundung auf 5 Rappen. Die Abrundung ist eine Formalie, die immer nach unten geht — bei regelmässigen Wetten der kleine Posten, den der Betrieb behält, ohne dass er wie ein Preis aussieht.

Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Vorhersagen mit je mindestens 1.50 Quote. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Vorhersagen. Das ist eine Staffel, die sich sehen lassen kann, und genau deshalb lohnt sich ein zweiter Blick: Für einen Remis-Tipp bedeutet die Mindestquote von 1.50 nichts — eine Remis-Notierung liegt weit darüber. Was wirklich zählt, ist die Zahl der Vorhersagen: Vier Remis-Wetten in einer Kombi sind vier Gelegenheiten, falsch zu liegen, und der Bonus wächst nicht linear zur Anzahl. Der Kombiboost belohnt den, der ohnehin viele Spiele in einem Schein bündelt, nicht den, der sein Risiko fein dosiert. Und für System- und Kombinationswetten gelten Einsatz und Gewinnerhöhung als limitiert.

Etwas kleiner, aber sauber ausgestaltet sind die Quoten- und Profitboosts. Quotenboosts gelten bei Sporttip nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Vorhersage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung begrenzt, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Für den Remis-Tipp ist ein Quotenboost auf eine Einzelwette ein feiner Zusatz, der sich bei einer Quote um 3.40 tatsächlich bemerkbar macht — aber der Verfall beim Cash-Out erzieht den Nutzer zur Erwartung: Wer den Boost haben will, gibt die Absicherung auf. Der Anbieter verkauft damit eine Wette, die man ausspielen muss.

Zum Wallet: Spielguthaben lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20, höchstens CHF 10’000 in 30 Tagen, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay gehört zu den angebotenen Zahlungsarten, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird. Bei Auszahlungen gibt es zwei gratis Überweisungen pro Jahr innerhalb von 365 Tagen auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, und die Überweisung erfolgt binnen 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung werden automatisch dem Wallet gutgeschrieben, höhere Gewinne werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen überwiesen.

Das ist einer der Punkte im Schweizer Modell, an dem die Grenze zwischen Bareinzahlung und geborgtem Spielgeld verläuft: Der Gewinn ist auszahlbar, das geschenkte Guthaben nicht. Für den Remis-Tipp heisst das, dass ein aus einem Gratisspielguthaben erspielter Treffer im Konto steht, aber nicht den Weg auf das Bankkonto findet. Das ist die eigentliche Definition von «Gratisspielguthaben», und sie wird in der Werbung selten so ausgesprochen.

Für einen Wettenden im Vertragsgebiet ist Sporttip die breiteste Plattform: grösstes Einzugsgebiet, klar formulierte Einsatzlimiten, umfangreiches Regelwerk zu Einzel-, Kombi- und Systemwetten und ein Konto, das an eine verifizierte Identität gebunden ist. Der praktische Knackpunkt liegt nicht im Angebot, sondern in der Struktur — die Abrundung auf 5 Rappen und die 3-Prozent-Kommission ab der dritten Auszahlung sind die zwei Stellen, an denen der Betrieb an einem arbeitet, ohne dass es wie ein Preis aussieht.

Loterie Romande Jouez Sport: das Westschweizer Pendant

Die Loterie Romande ist die andere Hälfte und die kleinere: sechs Kantone, 2’350 Verkaufsstellen, 221 Mitarbeitende. Das Sportprodukt heisst Jouez Sport. Wer in Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt oder Wallis wohnt, hat diesen Weg und keinen anderen mit Schweizer Bewilligung.

Die Limitenlogik ist bei Jouez Sport anders notiert als bei Swisslos. Statt eines Höchsteinsatzes steht eine Gewinndecke im Vordergrund: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Vorhersagen, die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese 1.10-Mindestquote ist eine Hürde, die für einen Remis-Tipp nie ins Gewicht fällt — die Notierung liegt weit höher. Für den Rest der Kombi ist sie dagegen eine relevante Schranke: Wer eine grosse Kombi mit einem sehr sicheren Favoriten in einem Spiel und einem Remis in einem anderen baut, kann seinen Remis-Tipp nicht einfach mit einem sehr kleinen Favoriten kombinieren, um die Gesamtquote zu drücken.

Die Gewinndecke von CHF 300’000 pro Wette ist bei einem Remis-Tipp mit den üblichen Einsätzen weit weg. Sie wird erst relevant, wenn jemand einen sehr grossen Einsatz auf ein Remis setzt oder eine grosse Kombi hält. Eine sehr grosse Einzelwette auf ein Remis kann also an diese Grenze stossen, ohne dass es ein Höchsteinsatzproblem gäbe — die Obergrenze liegt im möglichen Gewinn, nicht im gebotenen Einsatz.

Was beide Veranstalter verbindet, ist die Reihenfolge der Bedingungen: Alter, Wohnsitz, Identität. Wer in der Westschweiz lebt und in der Deutschschweiz ein Sporttip-Konto eröffnen möchte, kann das nicht, und umgekehrt ebenso wenig. Ein Doppelkonto in beiden Gebieten ist nicht vorgesehen; das Schweizer Modell denkt in Vertragsgebieten, nicht in Nutzern.

Der Westschweizer Weg ist für seinen Einzugsbereich vollständig: geregelte Bewilligung, klare Gewinndecke, Kombifähigkeit und ein Netz von Verkaufsstellen, das für einen Sportwettenmarkt dieses Umfangs bemerkenswert dicht ist. Für einen Remis-Tipp, der aus einer Reihe von Kombinationen besteht, ist die Regelung der Gesamtquote die wichtigste Zeile im Regelwerk — wer eine Kombi mit einer sehr niedrigen Quote baut, muss bei Jouez Sport mit einer gesetzten Schwelle rechnen, die eine gewisse Mindestspannung erzwingt.

BassBet: ohne Schweizer Bewilligung

BassBet gehört zu den Marken, die Schweizer Wettende beim Suchen sehen und die keine Schweizer Bewilligung besitzen. Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten; BassBet ist keine davon. Eine Bewilligung für BassBet ist nicht etabliert, und eine solche hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Damit fehlen die drei Eigenschaften, die den Schweizer Weg ausmachen: keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg und kein Schutz, den die Aufsicht vermittelt. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für jemanden, der Remis-Quoten vergleichen will, ergibt sich daraus ein Problem, das sich nicht mit einem Bonus lösen lässt: Der Preis, den ein solcher Anbieter auf ein Remis stellt, steht in keiner Beziehung zu einem Preis, für den jemand nach Schweizer Recht einstehen muss. Der Reiz eines einzelnen, hoch aussehenden Remis-Preises ist ein Reiz, der aus dem Fehlen aller Verpflichtungen entsteht.

Rainbet: ohne Schweizer Bewilligung

Rainbet ist eine der Marken der zweiten Gruppe, ohne Bewilligung in der Schweiz. Es gilt dieselbe Konstellation wie bei BassBet: Der Betrieb ist in der Schweiz nicht gestattet, an die Sperr- oder Aufsichtsstrukturen ist er nicht angebunden, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Die Domains können auf der Sperrliste landen.

Wer dort eine Wette auf ein Unentschieden platziert, platziert sie ausserhalb dessen, was die Schweiz regelt. Das ist keine Frage der Moral, sondern eine Frage dessen, wer die Regeln festlegt: Ob eine Wette auf ein Remis zum richtigen Markt gehört, ob die reguläre Spielzeit so definiert ist, wie der Wettende sie versteht, und ob eine Kombination mit einem Remis desselben Spiels gültig ist — all das entscheidet der Anbieter selbst.

20Bet: ohne Schweizer Bewilligung

20Bet erscheint in Suchergebnissen häufig neben den grossen Namen. Eine Schweizer Bewilligung hat die Marke nicht, und eine ausländische Bewilligung hat nach dem Geldspielgesetz in der Schweiz keine Wirkung. Das schweizerische Sperrregister kennt den Anschluss nicht, und ein Rückgriff auf Schweizer Recht ist nicht vorgesehen. Der Weg auf die Sperrliste der Gespa steht offen.

Für eine Bewertung nach den Kriterien dieser Seite — Bewilligung, Limiten, Transparenz der Regeln — liefert 20Bet nichts, was sich an die Stelle der beiden bewilligten Veranstalter setzen liesse.

1xBet: ohne Schweizer Bewilligung

1xBet ist unter den ausländischen Marken eine der bekanntesten und in der Schweiz genauso wenig zugelassen. Die Feststellung ist knapp: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Domainspolizei über die Sperrliste möglich.

Der Namen und die Bekanntheit ändern an der Struktur nichts. Ein Remis-Tipp bei 1xBet ist ein Tipp bei einem Anbieter, der in der Schweiz nicht veranstalten darf.

Gamdom: ohne Schweizer Bewilligung

Gamdom ist stark im Casino- und Live-Dealer-Bereich, und das ist der eigentliche Punkt. Wer eine Marke über Casino-Tische definiert, hat ein anderes Geschäft als das Sportwetten mit Dreiweg-Märkten und ein anderes Risikoprofil: Die Margen im Casino liegen systematisch anders als die im Sportwetten. Eine Schweizer Bewilligung hat Gamdom nicht, eine Bewilligung ist auch nicht etabliert, und eine solche hätte in der Schweiz keine Wirkung. Schweizer Sperrregister und Schweizer Rechtsweg fehlen, die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Die Verbindung zwischen beiden Geschäften ist die grösste Schwäche der Marke für einen Sportwettenden. Wer über eine Casino-Seite auf ein Unentschieden wettet, hat die Marge des Sportwettenmarkts plus das Geschäftsmodell eines Hauses, das auf Frequenz ausgelegt ist.

bet-at-home: ohne Schweizer Bewilligung

bet-at-home hat eine Vorgeschichte mit der Schweizer Sperrliste — die Aufsicht nennt die Marke im Zusammenhang mit blockierten Domains und dem Wechsel auf neue Adressen. Eine Schweizer Bewilligung besitzt sie nicht, und eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung.

Für die Bewertung heisst das: Wer heute über einen Weg bei bet-at-home landet, landet bei einem Anbieter, dessen Domain in der Schweiz schon einmal gesperrt war. Die Sperrliste altert schnell, und der Wechsel der Domains macht sie nie vollständig.

X3Bet: ohne Schweizer Bewilligung

X3Bet ist in der Schweiz nicht zugelassen. Als gemeldete Bewilligung nennt die Marke Tobique, eine Bewilligung in Kanada. Für die Schweiz ist das ohne Bedeutung: Ein ausländisches Bewilligungsregime hat im Schweizer Recht keine Wirkung. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsweg, und die Domains können blockiert werden.

Die kanadische Bewilligung ist damit ein Beleg für ein ausländisches Verfahren und kein Ersatz für das Schweizer Bewilligungserfordernis. Wer einen Streit über eine Wette führen will, führt ihn nicht in der Schweiz.

Betscore: ohne Schweizer Bewilligung

Betscore gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung. Eine Bewilligung ist nicht etabliert, eine Schweizer Bewilligung fehlt, und die Anbindung an das Sperrregister sowie ein Schweizer Rechtsweg bestehen nicht. Die Domains können auf die Sperrliste gesetzt werden.

Ein Vergleich von Betscore mit einem bewilligten Veranstalter über einen Vergleich der Remis-Quoten stösst an dieselbe Grenze wie bei allen Marken dieser Gruppe: Der eine Preis steht unter Schweizer Aufsicht, der andere nicht. Kein Zahlenvergleich und kein Marketingwort löst diesen Unterschied auf.

Zwei Wege, zwei Preislisten: was das für den Remis-Tipp heisst

Die Gegenüberstellung, die über die Wahl entscheidet, ist nicht Swisslos gegen Loterie Romande — die beiden trennt nur die Kantonsgrenze. Sie ist der bewilligte Weg gegen den ausländischen. Auf der einen Seite: ein geschlossener Markt mit zwei Veranstaltern, ein Katalog zugelassener Wettarten, ein verifiziertes Konto, eine Spielsperre, die in einem Register steht, ein Steuerfreibetrag, eine Aufsicht und ein Rechtsweg. Auf der anderen Seite: offene Regeln, offene Limiten, andere Preise und niemand, der in der Schweiz Rechenschaft schuldet.

Was der bewilligte Weg kostet, ist Unflexibilität: Die Gespa-Liste entscheidet, was es überhaupt gibt, das Vertragsgebiet entscheidet, wer mitmachen darf, und die Schnittstelle zwischen beiden ist eine Adresse, keine Vorliebe. Wer Remis in einem Markt spielen will, den die Liste nicht kennt, findet ihn dort nicht.

Was der ausländische Weg kostet, ist der ganze Rest: kein Sperrregister, kein Rechtsweg, eine Domain, die auf einer Sperrliste enden kann, und ein Gewinn, der nach kantonaler Praxis steuerbar ist, je nach Kanton.

Einen dritten Weg gibt es nicht. Die Vorstellung, dass irgendwann eine Schweizer Bewilligung für mehr Anbieter entsteht, ändert an der heutigen Wette nichts: Heute gelten zwei Veranstalter und ihre Vertragsgebiete.

Häufige Fragen zu Remis-Wetten

Wie lässt sich aus der Quote auf ein Unentschieden eine Wahrscheinlichkeit ableiten?

Indem man den Kehrwert der Quote nimmt. Bei 3.40 entspricht das rund 29 Prozent. Diesen Wert muss man um den Aufschlag des Anbieters bereinigen: Addiert man die Kehrwerte aller drei Ausgänge eines Dreiweg-Markts, liegt die Summe über eins, und die Differenz verteilt sich auf alle Notierungen. Die Zahl bleibt eine Markterwartung, nicht eine Vorhersage.

Zählt bei einem Remis-Tipp die reguläre Spielzeit, und was passiert in Verlängerung und Penaltyschiessen?

Bei Swisslos umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. In einem K.-o.-Spiel entscheidet deshalb die genaue Marktwahl, ob ein Remis nach 90 Minuten genügt oder nicht.

Welche Remis-Statistiken sind aussagekräftig, und warum begründet eine Serie ohne Remis keine Wette?

Aussagekräftig ist die Verteilung der Resultate über viele Spiele, verbunden mit dem Spielkontext. Nicht aussagekräftig ist die Serie: Ein Club ohne Remis seit Wochen ist weder überfällig noch immun. Wahrscheinlichkeiten haben kein Gedächtnis, und kein Spiel ist deshalb remis-anfälliger, weil sein Vorgänger keines war.

Wie wird aus Einsatz und Quote der Gewinn einer Remis-Wette?

Einsatz mal Quote. Bei CHF 50 und Quote 3.40 sind das CHF 170 einschliesslich Einsatz, also CHF 120 Gewinn. Bei Swisslos wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Kombinationen kommt die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten zum Zug.

Was bedeutet die Gespa-Liste für die erlaubten Wettarten, und welche Apps sind zulässig?

Die Gespa-Liste führt die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, in der Fassung vom 10. September 2026. Kurz- und Kartenmärkte sowie Esport stehen nicht darauf. Für die Abgabe zulässig sind die Kanäle der beiden bewilligten Veranstalter, etwa die Sporttip App für iOS und Android; Vorhersage-Apps ohne Schweizer Bewilligung sind keine Wettkanäle.

Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden?

Bei Swisslos sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren von CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»