Gratis Wettprognosen heute lesen – und wissen, was davon übrig bleibt

Updated Oktober 2026
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Auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes liegt ein abgegriffenes Notizheft, daneben ein Bleistift und eine Stoppuhr — die Ausrüstung jeder Prognose, die ernst genommen werden will. Wer heute eine kostenlose Wettprognose aufschlägt, findet darin eine Einschätzung, kein Ergebnis.

Ein abgegriffenes Notizheft, ein Bleistift und eine Stoppuhr liegen auf einer Bank am Rand eines Trainingsplatzes.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet.

Datenstand: 29. Oktober 2026; geprüft gegen die Gespa als Aufsichtsbehörde und gegen die Spielregeln und Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter.

Was passiert, wenn eine Prognose auf eine Quote trifft

Cluster 4 zuerst, und das aus einem Grund, der mit der Reihenfolge der Abschnitte zu tun hat: Alles, was in diesem Text noch kommt, hängt daran, wie eine Prognose überhaupt zustande kommt. Wer diesen Mechanismus einmal verstanden hat, liest jede weitere Zahl genauer.

Eine Alpwiese mit weidenden Kühen und einem Holzzaun unter wolkigem Himmel.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Zweiundzwanzig Spieler, ein Ball, neunzig Minuten. Niemand weiss vorher, was passiert, und keine Statistik der Welt ändert das. Was eine Wettprognose leisten kann, ist deshalb etwas Bescheideneres als das Wort nahelegt: Sie ordnet einem Ausgang eine Wahrscheinlichkeit zu, sie nennt kein Resultat. Der Unterschied ist nicht spitzfindig, sondern der Kern der Sache. Wer «2:1 für die Heimmannschaft» liest, hat eine Behauptung vor sich, die niemand verantworten kann. Wer «Heimsieg: rund 54 Prozent der Fälle» liest, hat eine Einschätzung vor sich, die falsch sein darf und trotzdem nützlich war.

Der Rohstoff dieser Einschätzung ist immer derselbe. Die Form der letzten Spiele, die Ausfälle und Sperren, das Kräfteverhältnis der beiden Mannschaften, die Statistik der direkten Duelle, der Spielort und der Spielplan — dazu die Quoten, die der Veranstalter selbst stellt. Die letzte Zutat ist die unangenehmste und die wichtigste, weil sie keine Meinung ist, sondern ein Preis. Aus Form und Statistik entsteht eine eigene Schätzung. Aus der Quote entsteht die Schätzung eines anderen, mit Geld unterlegt.

Form, Ausfälle, Statistik – und die Quote als Gegenstimme

Form ist das, was in den letzten Wochen passiert ist, und sie ist das schwächste der vier Argumente. Eine Mannschaft, die vier Spiele gewonnen hat, wird von der Tabelle belohnt und von der Prognose überschätzt, wenn drei dieser Siege gegen Gegner aus der unteren Tabellenhälfte fielen. Ausfälle und Sperren sind härter, weil sie konkret sind: ein fehlender Innenverteidiger, ein gesperrter Goalie, ein Stürmer, der seit zwei Wochen nicht trainiert. Die Statistik schliesslich liefert die Grundrate, gegen die sich die eigene Einschätzung messen lassen muss — Tore pro Spiel, Heimstärke, Auswärtsschwäche, Trefferquoten bei Standards.

Und dann die Quote. Wer eine Prognose baut, ohne die Quoten anzusehen, baut ein Modell ohne Adresse. Die Quote sagt, was der Markt glaubt, und der Markt besteht nicht aus einer Person mit einer Meinung, sondern aus vielen mit Einsatz. Wenn die eigene Schätzung deutlich von der Quote abweicht, gibt es zwei Erklärungen, und die zweite ist viel häufiger als die erste: Man hat etwas gesehen, das andere übersehen haben — oder man hat etwas übersehen, das andere gesehen haben. Prognosen, die aus dieser Abweichung automatisch einen Fund machen, verwechseln die eigene Betriebsblindheit mit einem Vorteil.

Was eine kostenlose Prognose von einer bezahlten unterscheidet, ist übrigens nicht die Sorgfalt. Es ist die Offenheit der Methode und die Frage, wer bezahlt. Eine Prognose, die auf einer Seite mit Werbebannern für den Veranstalter steht, über den sie handelt, ist keine Prognose, sondern ein Verkaufsgespräch mit Zahlen.

Die Quotenmarge: was zwischen Einsatz und möglichem Gewinn verschwindet

Auf einem zweifachen Markt stehen zwei Quoten von je 1.90. Das ist kein zitiertes Angebot aus einem aktuellen Wettprogramm, sondern ein Rechenbeispiel, und es sagt mehr über das Geschäft aus als jede Marketingzeile. Wer es einmal durchgerechnet hat, sieht jede Quote dieser Welt mit anderen Augen.

Ein Auszahlungsschlüssel ist der Anteil aller Einsätze, den ein einzelner Markt zurückzahlt. Bei zwei Ausgängen mit je 1.90 rechnet er sich als 1 geteilt durch (1/1.90 + 1/1.90). Die Kehrwerte sind je rund 0.5263, die Summe liegt bei rund 1.0526, und der Kehrwert davon ergibt einen Auszahlungsschlüssel von rund 95 Prozent. Die Marge ist der Rest: rund 5 Prozent, und damit ist die Grössenordnung benannt, um die es hier geht.

Was heisst das für den Einzelnen? Bei einem Einsatz von CHF 100 auf einen der beiden Ausgänge wäre bei fairen Quoten ein Rückfluss von CHF 100 zu erwarten — über viele Wetten hinweg, nicht bei einer einzelnen. Der Preis von 1.90 macht daraus einen erwarteten Rückfluss von CHF 95, also einen durchschnittlichen Verlust von CHF 5 je hundert eingesetzter Franken auf diesem Markt. Der Wert ist ein statistischer Erwartungswert über viele Wetten, keine Vorhersage des nächsten Wettscheins. Wer zwanzig Franken setzt, dem geht es nicht anders: etwa ein Franken bleibt an den Zahlen hängen, und keine Prognose der Welt holt ihn zurück.

Diese Marge ist der Grund, weshalb eine Prognose überhaupt etwas wert sein muss, um etwas zu bringen. Sie ist ein Vorsprung des Veranstalters, der erst einmal eingeholt werden will. Ein Tipp, der bloss die naheliegendste Wahrscheinlichkeit ausspricht, ist seine Marge nicht wert.

Und noch etwas fällt an diesem Beispiel auf. Die Marge ist keine feste Konstante. Bei zwei Ausgängen mit je 1.90 landet sie in der beschriebenen Grössenordnung von rund 5 Prozent — bei anderen Quotenpaaren, anderen Sportarten und anderen Märkten liegt sie darüber oder darunter, und ein Auswärtsspiel in einer wettbewerbsfreien Liga trägt regelmässig mehr davon als ein grosses Finale. Wer den Auszahlungsschlüssel eines Marktes kennt, weiss, was ihm abgezogen wird, bevor er den ersten Franken gesetzt hat. Zwei Quoten genügen, ein Taschenrechner hilft, und das Ergebnis ist unbequem genug, um hängenzubleiben.

Der Unterscheid zwischen Einschätzung und Verheissung

«Sichere Bank», «Trefferquote 90 Prozent», «absolutes Topspiel» – der Wortschatz der Gratisprognosen ist erstaunlich eng, und er sagt fast nichts über den Sport, dafür umso mehr über die Quelle. Ein Wettschein kennt keine Sicherheit, weil der Ausgang eines Spiels nicht feststeht, bevor es gespielt ist. Wer das anders darstellt, hat entweder den Mechanismus nicht verstanden oder ein Interesse daran, dass der Leser ihn nicht versteht.

Nützlicher ist eine andere Frage: Was müsste passieren, damit diese Einschätzung falsch ist? Eine Prognose, die den Fall ihres eigenen Scheiterns mitdenkt — der Ausfall des Stürmers, ein früher Gegentreffer, ein Platzverweis nach zwanzig Minuten — ist brauchbar. Eine, die ihn nicht einmal erwähnt, ist eine Meinung mit Fettschrift.

Noch ein Hinweis, der oft übersehen wird, weil er unspektakulär aussieht: das Bezugsdatum. «Heute» in einer Prognose heisst nicht heute. Es heisst: zu dem Zeitpunkt, an dem die Aufstellung bekannt war und die Quoten galten, die im Text genannt oder nicht genannt werden. Zwischen dem Hochladen einer Gratisprognose und dem Anpfiff liegen manchmal zwei Tage. Wer am Samstagmittag einen Tipp liest, der eine Aufstellung ohne den gesperrten Stammtorhüter nicht kennt, liest eine Einschätzung über ein anderes Spiel als das, das er ansehen wird.

Wonach man eine Prognosequelle beurteilt, bevor man auf sie hört

Cluster 5, und die Frage nach der Rangliste unter Prognosequellen hat eine unangenehme Eigenschaft: Es gibt keine Messgrösse, die sie abschliessend beantwortet. Es gibt aber mehrere, die eine Quelle aus dem Rennen werfen.

Die erste und die stärkste ist die Offenheit der Methode. Eine Seite, die sagt, dass sie Form, Ausfälle, Statistik und Quotenvergleich verarbeitet, lässt sich überprüfen. Eine Seite, die auf Nachfrage «ein eigenes System» nennt, nicht. Das ist keine Nebensache. Wer seine Prognose nicht erklären kann, hat entweder keine, oder er will nicht, dass man sie nachrechnet.

Die zweite ist die Bilanz, und hier ist die einfachste aller Fallen versteckt: eine Bilanz, die nur Gewinne zeigt, ist keine Bilanz, sondern eine Auswahl. Ein Dienst, der auf hundert Tipps nur die dreiundzwanzig Treffer veröffentlicht, hat eine Trefferquote von hundert Prozent und eine Dokumentation, die jeden Leser belägt, der sie für eine Auswertung hält. Nachvollziehbar ist eine Bilanz nur, wenn sie alle Tipps enthält und die zugehörigen Quoten nennt. Ohne Quoten ist eine Trefferquote wertlos: zehn Treffer bei einer Durchschnittsquote von 1.15 sind ein anderes Geschäft als sechs bei 4.20, und nur wenn beide Zahlen dastehen, lässt sich erkennen, welches.

Die dritte ist die Trennung von Werbung und Inhalt. Während das erstgenannte Kriterium über die Prognose selbst entscheidet, entscheidet dieser Punkt darüber, ob eine Prognose überhaupt eine ist.

Ein Trefferversprechen ist ein Warnzeichen, und zwar kein subtiles. Einerseits aus dem Grund, der oben im Abschnitt über die Aussagekraft von Prognosen steht. Andererseits praktisch: Wer garantiert, hat ein Interesse daran, dass der Leser nicht rechnet.

Die Warnsignale, die man am schnellsten prüfen kann

Einige Dinge lassen sich in zwei Minuten feststellen, und sie sortieren zuverlässiger als jede Selbstdarstellung.

Ehrlicherweise: Wer diese Prüfung vornimmt, wird feststellen, dass die meisten kostenlosen Prognosequellen bei mindestens zwei Punkten durchfallen. Das bedeutet nicht, dass man gar nichts lesen kann. Es bedeutet, dass man den Text als Rohmaterial behandelt und nicht als Ergebnis — als eine begründete Sichtweise auf ein Spiel, mit der man die eigene vergleichen kann.

Wenn die Prognose sitzt: was der Gewinn dann ausmacht

Die Prognose, die den Grund liefert, warum heute gesetzt wird, und der Betrag, der am Ende auf dem Wallet steht, werden von unterschiedlichen Regeln bestimmt. Bei Sporttip geht es am unmittelbarsten um diese Rechnung: Der Gewinnbetrag einer Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Nicht jeder Fransen ist gleich viel wert.

Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Richtung ist bemerkenswert. Aufrunden, dann abrunden: In der Summe landet niemand über dem rechnerischen Betrag, und wer eine Wette auf einen Fussballverein mit einem schmalen Kader mit einem Betrag aus einem runden Frankenbetrag setzt, dessen Rappen werden kleingemacht.

Ein Beispiel mit den Zahlen, die gelten. CHF 1 ist der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten. Mehr als CHF 1’000 trägt eine einzelne Einzel- oder Kombinationswette nicht, eine Systemwette höchstens CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit und ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird gar nicht angenommen. Wer über zehn Wetten CHF 50 setzt, setzt also zehn Mal einen Betrag unter der Limite, der einzelne Wettschein trägt die Grenze, nicht die Reihe.

Und dann das Tempo, in dem ein Gewinn ankommt. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über dieser Grenze werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf ein auf den Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto überwiesen. Auszahlungen an einen Dritten gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettgeschäft ohnehin nicht — Gelder können nur an ein Konto gehen, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet.

Wer das alles kennt, wird zwei Dinge anders machen. Geld, das in der Prognose steckt, wird in kleineren Einheiten gesetzt, weil die Limite pro Wettschein gilt. Und zweitens: Das Wallet-Guthaben ist kein Bankkonto. Swisslos zahlt innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein eigenes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer sein Guthaben also monatlich auszahlen lässt, zahlt am Ende für etwas, was er selbst in der Hand hat.

Kombiboost, Quotenboost, Cash-Out – die Zusätze und ihre Bedingungen

Sporttip hebelt an mehreren Stellen am Gewinn, und jede dieser Stellen hat eine Bedingung, die man kennen muss.

Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen. Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Der Sprung von 5 auf 20 Prozent klingt grosszügig, die Bedingung sitzt aber darin, dass jede einzelne Voraussage die Mindestquote erfüllen muss. Ein sicher gewähntes Favoritenspiel mit Quote 1.35 zählt nicht mit — der ganze Boost fällt weg oder schrumpft.

Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro wettende Person nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Cash-Out und Boost schliessen sich gegenseitig aus; die Wahl, die bequemste Option zu nehmen, ist hier die teurere.

Cash-Out selbst gibt es bei Sporttip für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten, und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer einen Cash-Out für ein Sicherheitsnetz hält, hat die Mechanik umgedreht.

Dazu kommt, dass Livewetten ihre eigenen Regeln haben. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — sie gelten also, aber sie zahlen nicht. In spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Der Bildschirm, der drei Sekunden zu spät aktualisiert, kostet die ganze Wette. Wer live setzt, setzt auf seine Verbindung mit.

Und dann die reguläre Spielzeit: Sie umfasst die reguläre Spieldauer, etwa 90 Minuten beim Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer auf den Cupsieger tippt und dabei an ein 90-Minuten-Ergebnis denkt, tippt auf ein anderes Ereignis, als er glaubt.

Grundlagen: warum es in der Schweiz genau zwei Veranstalter gibt und was das für den Tipp bedeutet

In der Schweiz gibt es keine freie Auswahl unter Sportwettanbietern, und diese Tatsache verändert die Frage, was eine Gratisprognose überhaupt nutzen kann. Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und stehen unter der Aufsicht der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern (Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021). Die ESBK ist nicht die zuständige Behörde — sie beaufsichtigt Kasinos.

Ein Fussball ruht an der Seitenlinie im taufeuchten Gras, die ersten Sonnenstrahlen fallen schräg über den Platz.
Bei Sporttip-Livewetten zählen Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, mit Quote 1.00.

Eine Bewilligung besteht aus einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und gilt nur in der Schweiz (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine Feststellung: Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keinen gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.

Die beiden Veranstalter teilen sich das Land. Swisslos betreibt Sporttip für die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet. Die Loterie Romande betreibt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und faktisch im jeweiligen Vertragsgebiet.

Was heisst das für den Leser einer Gratisprognose? Es heisst, dass die Auswahl der Märkte begrenzt ist, und zwar regulatorisch, nicht durch den Geschmack des Veranstalters. Und es heisst, dass die Region, in der man wohnt, mitentscheidet, bei wem man überhaupt ein Konto eröffnen kann. Eine Prognose über einen Markt, den der eigene Veranstalter nicht anbietet, bleibt eine Lektüre — die Limiten und die Regeln des Sporttip-Programms sind es, die am Ende zählen.

Wo die Prognose aufhört: das bewilligte Wettangebot und die Limiten des Kontos

Um was es bei der Bewilligung und den Regeln geht, wird an dem Punkt konkret, an dem eine Einschätzung in einen Wettschein umgesetzt wird. Und an diesem Punkt entscheidet nicht die Prognose, sondern das Programm.

Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Eine bestehende Spielsperre schliesst die Registrierung aus, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen, Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen, und wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.

Gewettet werden kann nur auf Sportereignisse. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das erlaubte Angebot ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen darauf nur, wenn sie gelistet sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie gelistet sind, Ranking-Wetten nur, wenn das Ranking den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe stehen gar nicht darauf. Corner- oder Kartenmärkte tauchen ebenso wenig auf wie ein Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).

Ein Konto, das drei Monate lang nicht benutzt wurde, ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass ein Spielangebot, das aus einer Liste kommt, andere Fragen stellt als ein offenes Wettprogramm. Wer gewohnt ist, auf Karten oder auf eine bestimmte Ecke zu setzen, findet diese Möglichkeit bei den bewilligten Schweizer Veranstaltern nicht — unabhängig davon, wie gut die Prognose dazu wäre.

Kontolimiten, die vor der ersten Wette stehen

Bevor die erste Sporttip-Teilnahme möglich ist, müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite beträgt CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Rechtlich verlangt Art. 87 VGS vom Veranstalter, einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste zu verlangen; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden, während Swisslos und die Loterie Romande in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden anwenden.

Wer seine Limiten setzt, setzt sie also besser einmal richtig als mehrmals neu. Die 72 Stunden sind keine Formalie: Wer am Freitagabend beim Erhöhen merkt, dass das etwas mit einem Spiel am Samstag zu tun haben könnte, hat genau darum drei Tage Zeit zum Nachdenken.

Was für Sporttip gilt, gilt nicht automatisch für Jouez Sport, und umgekehrt. Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Zwei Veranstalter, ein Land, unterschiedliche Obergrenzen — und dieselbe Prognose kann beim einen in eine Wette passen, die beim anderen gar nicht zulässig wäre.

Warum die Sperrliste und die Steuerfrage den Tipp erst zu einer Entscheidung machen

Der Weg zur Legalität und zum Schutz der Spielenden ist eine Sache; was daraus folgt, ist eine andere. Ausländische Anbieter ohne Schweizer Bewilligung zeigen sich Schweizer Spielenden offen, und die Rechtsfolgen sind nicht theoretisch, sondern in einem Gesetz niedergeschrieben.

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder ein anderes Land — hat in der Schweiz keine Kraft (Art. 4 BGS). Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat: bis zu 3 Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu 5 Jahre (Art. 130 BGS). Der Spielende selbst wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und gleichzeitig nicht die ganze Geschichte: Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet (Art. 74 Abs. 3, Art. 131 BGS).

Die Sperrliste macht daraus eine praktische Angelegenheit. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste vom 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste. Eine Domain, die heute funktioniert, kann morgen weg sein. Und ein blockierter Anbieter bleibt blockiert, während ein Schweizer Konto bei Swisslos oder der Loterie Romande seine Auszahlungsregeln behält. Wer sein Geld bei einem Anbieter liegen lässt, der per DNS-Sperre aus dem Netz verschwinden kann, hat kein Guthaben, sondern eine Wette auf den Anbieter.

Was die Prognose nach dem Treffer wert ist: Steuern

Wettgewinne aus Schweizer Grossspielen, die erlaubt sind, sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Je nach Kanton ist der Freibetrag ein anderer, weshalb die kantonale Grenze hier nicht als eine einzige Zahl genannt werden kann. Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Wer heute eine Prognose liest und sich über den Gewinn freut: Der typische Spielende bleibt weit unter dieser Grenze und zahlt auf seinen Gewinn keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer.

Bei ausländischen Anbietern sieht es anders aus. Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollumfänglich steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung gewinnt, gewinnt also mit einer Steuerfrage im Gepäck. Für die eigene Situation gibt es nur eine Adresse: den Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Und was der Leser selbst tun kann, verbindet Prognose und Schutz: Er prüft, ob der Anbieter auf der Sperrliste steht, bevor er Geld einzahlt.

Was eine Prognose nicht leisten kann: Verlustlimiten und der Weg aus der Wette

Ein Spielsuchtproblem ist keine Frage der Willenskraft, und es ist kein Thema, über das man mit Humor geht. Es ist die Kehrseite eines Spiels, das seine Reize gut verpackt.

Prognosen tragen nicht, und auch nicht viele Prognosen hintereinander. Wer heute eine Gratisprognose liest und daraus einen Plan macht, sollte wissen, dass eine Prognose keine Garantie ist und Einsätze nur aus frei verfügbarem Geld stammen sollen. Das ist kein Warnhinweis, sondern die Betriebsanleitung, und die drei Limiten, die oben vor der ersten Teilnahme verlangt werden, sind der Punkt, an dem sie sich schriftlich konkretisiert.

Swisslos bietet eine Selbstsperre produktbezogen für 1 bis 180 Tage an, ohne Aufhebung vor Ablauf der Frist. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos einschliesslich Online-Kasinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Das Register ist kein Schweizer Sonderweg, sondern eine Bedingung dafür, dass die Sperre wirkt: Sie greift über Anbieter hinweg, und sie ist kein Formular, das man zurücknimmt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), und eine Fachstelle ist daran beteiligt (Art. 81 BGS). Wer sie aufheben will, geht also nicht durch ein Menü, sondern durch ein Gespräch.

Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS). Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Der Schutz ist gesetzlich verankert und wird nicht nur zugesagt — aber er hängt auch hier an der Bewilligung: Wer sein Konto bei einem Anbieter hat, der im Sperrregister nicht geführt wird, hat keinen Zugang zu dieser Wirkung. Eine Testkauf-Erhebung der Gespa aus dem Jahr 2025 zeigt bei 200 Fällen einen Sportwettenverkauf an einen Minderjährigen in 47,5 Prozent der Fälle an Verkaufsstellen. Der Schutz an der Verkaufsstelle ist also nicht streng, und wer daraus schliesst, es gebe Disziplin, wo gar keine ist, schliesst falsch.

Was eine Prognose hier nützlich macht, ist etwas anderes, als viele erwarten: Sie legt den Einsatz fest, nicht das Ergebnis. Und wenn die Prognose einmal falsch ist, ist das kein Betriebsunfall, sondern das Geschäft.

Die Veranstalter im Vergleich: zwei bewilligte, acht ohne Schweizer Bewilligung

Die Tabelle ist der Ort, an dem die Rangliste konkret wird. Sie vergleicht nicht die guten Prognosen, sondern die Anbieter, bei denen Prognosen in Wetten umgesetzt werden können — und die Ausgangslage ist schlicht nicht symmetrisch.

Anbieter Bewilligung in der Schweiz Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51), Aufsicht Gespa Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande
22Bet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
Rollbit ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
Donbet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
BDMBet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
BetFury ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
HighFlyBet ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
Interwetten ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert
Sportaza ohne Schweizer Bewilligung keine Bewilligung eruiert

Die Liste liest sich wie ein Markt und ist keiner. Über die beiden regional verankerten Genossenschaften hinaus darf hierzulande niemand organisieren; alle anderen betreiben ein Geschäft mit einer «ausländischen Bewilligung», die in der Schweiz keine Kraft hat.

Wichtig ist, was aus dieser Zweiteilung folgt, und es ist mehr als eine Formalität. Die beiden bewilligten Veranstalter unterstehen der Gespa, dem Sperrregister und dem Geldspielgesetz. Die übrigen unterstehen niemandem hierzulande, mit den Folgen, die im Kapitel zur Rechtslage stehen: kein Schweizer Kontakt, keine Schweizer Fair-Play-Kontrolle, keine Schweizer Aufsichtsbehörde und die beschriebene Steuerfolge. Ein Tipp bleibt vor allem dann nützlich, wenn er auf einen Vertrag trifft, der einem Leser nicht im Weg steht.

Swisslos Sporttip: der Veranstalter mit dem geschlossenen Programm und dem vollständigsten Regelwerk

Sporttip ist das Sportwettenprodukt von Swisslos — eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020) veranstaltet. Die Bewilligung ist nicht als «glücklich» oder «strikt» zu bewerten, sie ist schlicht die einzige, die im Swisslos-Vertragsgebiet gilt.

Was das Programm angeht, ist das Angebot so breit, wie die Bewilligung es zulässt, und keinen Fingerbreit mehr. Wetten stehen offen ab 18 Jahren, das erlaubte Angebot ist die geschlossene Gespa-Liste, und wer auf Corner oder Karten setzen will, findet diese Märkte nicht. Der Kombiboost, die Quoten- und Profitboosts und der Cash-Out sind alle da — aber jede dieser Funktionen hat eine Bedingung, die den Wert im Einzelfall festlegt: die Mindestquote von 1.50 pro Voraussage beim Kombiboost, einmalige Nutzung und Verfall bei Cash-Out bei den Boosts, nur vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung und ohne Garantie für jeden Markt beim Cash-Out selbst.

Die Limiten sind die andere Hälfte des Bildes. Mindestens 5 Franken, höchstens CHF 1’000 pro Wette, CHF 10’000 pro Systemwette — und diese Limiten kann Swisslos jederzeit ändern. Dazu die Guthaben-Limiten: Ein Kauf des Spielguthabens ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Die Verlustlimiten müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und unter 21 Jahren von CHF 1’000, und eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden.

Und dann gibt es Regeln, die man erst dann merkt, wenn sie weh tun. Die Wette über einer Limite wird gar nicht angenommen, was besser ist als ein nachträglicher Ärger. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden; nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Ein Gewinn, der nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht wird, verfällt zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Das sind Fristen, die niemand im Kopf hat, und deswegen gehören sie hierhin.

Was mein Urteil ist: Wer im Vertragsgebiet wohnt, für den ist Sporttip keine Empfehlung, sondern die Gegebenheit, und die Frage ist nur, ob der Leser das Regelwerk vor oder nach dem ersten Wettschein liest. Die Bedingungen belasten den, der zu viele Wetten in zu kurzer Zeit geltend macht und den, der zwischendurch auszahlt. Der Kombiboost ist für Leser eine realistische Sache, die ohnehin Kombinationen mit vier oder sieben Voraussagen bauen. Der Zusatz hört sich grosszügig an, aber die drei Regeln aus der Ziffer oben sind alle zu erfüllen, und die zweite und dritte scheitern an der Mindestquote von 1.50 je Voraussage — eine Favoritenquote von 1.35 disqualifiziert den ganzen Boost. Wer online, vor dem Anpfiff, mit fünfzehn Voraussagen und ohne Cash-Out baut, landet mit 100 Prozent Bonus auf dem Nettogewinn; wirksamer wird es durch mehr Wetten und Quoten, nicht durch einen Code.

Loterie Romande Jouez Sport: derselbe Rahmen, ein anderer Westschweizer Zungenschlag

Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, die für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura veranstaltet. Die Genossenschaft nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Ihr Nutzen liegt darin, dass sie den Wettschein auch ausserhalb des Internets zugänglich macht, bis in kleinere Ortschaften hinein.

Die Bewilligung ist dieselbe wie bei Sporttip: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung für ein Grossspiel nach BGS (SR 935.51) unter der Aufsicht der Gespa, und auch hier ist die Bewilligung das, was den Anbieter überhaupt zulässt. Der Charakter des Programms ist ähnlich geschlossen wie beim Mitbewerber, weil die Bewilligung die Grenzen setzt, nicht der Geschmack. Wer auf der Suche nach exotischen Märkten ist, findet sie hier so wenig wie dort.

Die Obergrenzen des Produkts sind die Zahlen, die Jouez Sport von Sporttip abheben. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Wer im Westen wohnt, liest die Höchstgrenze anders: CHF 300’000 pro Wettschein ist eine Grenze, die kein Gewöhnlicher je berührt. Die Quote von mindestens 1.10 dagegen betrifft jede Wette, auch die kleinste.

Was ich für den entscheidenden Punkt halte: Die Höchstgewinngrenze trägt nur für eine winzige Gruppe praktische Bedeutung. Für den durchschnittlichen Spielenden zählen die Regeln, die am kleinsten Wettschein hängen — die Mindestquote von 1.10 und die Regelung der Gewinnhöhe —, und dieser Punkt erscheint marginal. Für den Leser in einem Westschweizer Kanton ist Jouez Sport keine Wahl, sondern derjenige Ort, an dem eine Gratisprognose überhaupt in einen Sporttip-Wettschein münden kann.

22Bet, Rollbit, Donbet, BDMBet, BetFury, HighFlyBet, Interwetten und Sportaza: ohne Schweizer Bewilligung

Diese acht Anbieter tauchen in der hiesigen Wahrnehmung auf, und deshalb gehören sie in die Übersicht — mit dem Status, der für alle gilt und sich nicht wegdiskutieren lässt. Keiner von ihnen verfügt über eine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine Bewilligung, die diese Anbieter in einem anderen Land gemeldet haben, hat hierzulande keine Kraft (Art. 4 BGS). Keiner ist an das schweizerische Sperrregister angeschlossen, keiner bietet Schweizer Rechtsschutz, und Domains können auf der Sperrliste der Gespa landen und per DNS blockiert werden. Die Gespa führt Interwetten namentlich im Zusammenhang mit Domain-Hopping und nennt bet365 als gelistet.

Bemerkenswert ist, dass sich diese acht in dieser Liste nicht unterscheiden lassen — und das ist selbst ein Befund. Wer nach einem Kriterium sucht, das einen von ihnen gegenüber den anderen auszeichnet, findet es nicht, weil die relevanten Kriterien alle negativ sind und für alle acht gleich ausfallen. Die veröffentlichten Bewilligungen und ihre Geldgeber treten in den Hintergrund; es gibt keinen Schweizer Aufsichtsstatus, den man vergleichen könnte.

Was für einen Leser daraus folgt: Bei keinem dieser acht Anbieter gibt es ein Sperrregister, das greift, und keine Schweizer Behörde, an die man sich wenden kann. Gewinne sind im Ausland nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, aber die kantonale Steuerpraxis kann sie als steuerbares Einkommen erfassen, wie das beschriebene Beispiel aus dem Thurgau zeigt. Ein Leser, der bei einem dieser Anbieter spielt, verlässt das Schweizer Schutzsystem — mit den Konsequenzen, die in den Abschnitten zur Rechtslage und zum Spielerschutz stehen.

Mein Urteil über die acht: Sie sind in dieser Liste nicht, weil sie gute oder schlechte Aussichten bieten würden, sondern weil die Schweizer Regelung genau eine Frage beantwortet — ob ein Anbieter unter Aufsicht steht — und die Antwort für alle dieselbe ist. Wer eine Gratisprognose für einen dieser Anbieter liest, liest über einen Markt, der in der Schweiz gar nicht veranstaltet werden darf. Das ist kein Verbot für den Leser, aber es ist der Grund, weshalb bei jedem Wettschein, der bei ihnen platziert wird, das Gefühl der Beteiligung an einem Angebot entsteht, das hier illegal ist.

Was von einer Gratisprognose heute übrig bleibt

Die Ausgangslage dieses Themas bringt eine Frage mit, die man ohne Umschweife beantworten kann: Was ist heute gratis, und was wird heute verlangt?

Gratis sind die Modellrechnungen, die Formtabellen, die Quote und die Rechnung, die man damit anstellt. Verlangt wird der Einsatz, und mit ihm die Marge des Veranstalters. Bei einem Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 sind das rund 5 Prozent, und diese fünf Prozent sind der Betrag, den eine Prognose zuerst aufholen muss, bevor sie irgendetwas bringt. Genau das ist die Antwort auf die Frage, ob kostenlose Prognosen etwas wert sind: Sie sind so viel wert, wie sie über die Quotenmarge hinaus an Einschätzung hinzufügen — und die meisten fügen nichts hinzu.

Es gibt einen Punkt, der in der ganzen Rechnung untergeht, und er ist nicht die Prognose, sondern die Region. Wer in einem Kanton des Swisslos-Vertragsgebiets wohnt, hat ein Online-Konto bei Swisslos; wer in einem der sechs Westschweizer Kantone wohnt, bei der Loterie Romande. Wer ausserhalb der Schweiz sitzt, findet bei keinem der beiden Zugang. Das ist nicht die Antwort auf die Frage, wie man eine Wette setzt, sondern die Antwort auf die Frage, wo überhaupt.

Wer heute eine Gratisprognose liest, kann Folgendes prüfen, bevor er etwas einsetzt. Ob die Quelle ihre Methode nennt und ihre Bilanz vollständig und mit den Quoten veröffentlicht. Ob die Prognose Ausfälle und Aufstellungen berücksichtigt, die nach dem Zeitpunkt ihres Erscheinens bekannt wurden. Ob der Markt in der geschlossenen Gespa-Liste steht, und ob sein Anbieter eine Schweizer Bewilligung hat. Ob der Einsatz der Limite des eigenen Wettscheins entspricht.

Das ist alles, was von einer Gratisprognose heute übrig bleibt: eine begründete Einschätzung, die man selbst nachrechnet. Sie ersetzt kein Wissen über das Spiel, und sie ersetzt keine der Schweizer Limiten. Sie informiert den, der weiss, wo die Marge sitzt.

Häufige Fragen zu Gratisprognosen und Sportwetten in der Schweiz

Wie entsteht eine Wettprognose, und welche Statistiken fliessen ein?

Sie stützt sich auf Form, Ausfälle, Statistik und den Quotenvergleich. Form und Ausfälle liefern den konkreten Anlass, die Statistik die Grundrate: Tore, Heimstärke, direkte Duelle. Die Quote zeigt, was der Markt erwartet. Alles zusammen ergibt eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit — nie eine Aussage über das Resultat.

Was ist eine Value Bet, und weshalb enthält jede Quote eine Marge?

Eine Value Bet ist eine Wette, deren geschätzte Wahrscheinlichkeit über der Wahrscheinlichkeit liegt, die in der Quote steckt. Die Quote enthält immer die Marge des Veranstalters, weil der Auszahlungsschlüssel unter 100 Prozent liegt: Bei zwei Ausgängen zu je 1.90 sind es rund 95 Prozent Ausschüttung und rund 5 Prozent Abzug.

Welcher Anteil des Kapitals darf auf eine einzelne Wette entfallen, damit die Bankroll geschützt bleibt?

Es gibt keine Zahl in der Schweiz, die das regelt. Bei Sporttip müssen Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme gesetzt werden; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000, und eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Wer Limiten setzt, sollte sie einmal richtig wählen.

Welche Wetten sind in der Schweiz bei Swisslos und Loterie Romande überhaupt erlaubt, und wo steht das?

Nur Wetten auf Sportereignisse, und nur auf die bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten der Gespa-Liste. Wetten auf Wetter, Politik oder Sendungen sind ausgeschlossen, Corner- und Kartenmärkte fehlen. Die Grundlage steht in Art. 25 BGS und Art. 29 VGS; massgebend ist die Liste der Gespa.

Wie wird der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote berechnet?

Der Gewinnbetrag ergibt sich bei Sporttip aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Wette bei CHF 300’000.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»