Online MLB wetten in der Schweiz — zwei Bewilligungen, zehn Anbieter, ein nüchterner Blick auf die Quoten
Datenstand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die Informationen der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht, und gegen die veröffentlichten Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter geprüft.

Ein Baseballderby in der Hauptrunde dauert an einem Abend selten länger als drei Stunden. Die Saison, in der es steht, dauert von Ende März bis Anfang November, und in dieser Zeit werden 2’430 Partien der regulären Saison gespielt, bevor überhaupt ein Playoff-Spiel beginnt. Für Sportwetten in der Schweiz heisst das: Die Auswahl ist gross, aber der Weg zu ihr ist schmal.
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Nur zwei Veranstalter dürfen sie organisieren, und zwar in getrennten Gebieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Wer in Zürich wohnt, hat ein anderes Angebot als jemand in Genf. Alle anderen Namen, die bei einer Suchanfrage zu MLB-Wetten auftauchen, haben keine Schweizer Bewilligung — und was das konkret kostet, steht im Abschnitt «Die zehn Anbieter im Vergleich».
Dieser Text ist eine Einordnung und keine Anleitung zum Wetten. Er erklärt, was eine Quote im Baseball aussagt und was nicht, wie Saison und Playoff-Format den Wettmarkt formen, welche Regel die Schweiz dem Spielenden aufzwingt und welcher Anbieter wofür taugt. Am Ende steht eine Rangliste von zehn Namen, von denen genau zwei über eine Schweizer Bewilligung verfügen.
Der Spielplan entscheidet, wann MLB-Wetten überhaupt auf dem Programm stehen
Die Major League Baseball besteht aus 30 Teams, 29 aus den USA und einem aus Kanada. Sie sind in zwei Ligen mit je 15 Teams organisiert, National League und American League, und jede dieser Ligen zerfällt in drei Divisionen zu je fünf Teams. Die National League wurde 1876 gegründet, die American League 1901. Wer die Tabelle liest, liest also drei Ebenen: die Division, in der ein Team um den Titel kämpft, die Liga, in der es sich für die Postseason qualifiziert, und die Gesamtwertung, aus der die Wild Cards kommen.

Ein Team bestreitet in der Hauptrunde 162 Spiele. Das ist der massgebende Satz dieser Sportart, und er erklärt fast alles, was an MLB-Wetten anders ist als an Fussballwetten. Sechs Monate lang spielt jede Mannschaft praktisch jeden zweiten Tag. Ein einzelnes Ergebnis hat kaum Aussagekraft. Ein Verletzter wird über Wochen ersetzt statt über ein Spiel kompensiert. Und die Quoten auf ein einzelnes Spiel entstehen aus einer Informationslage, die sich jeden Tag neu zusammensetzt — Aufstellung des Starting Pitchers, Reisestress nach einem Auswärtstrip, ein Bullpen, das drei Nächte hintereinander arbeiten musste.
Für den Wettenden heisst das: Beim Baseball wird weniger über den Kader als über den Tag entschieden. Wer eine Wette platziert, platziert sie meist auf eine Konstellation, die an diesem Abend gilt und am nächsten nicht mehr existiert.
Hauptrunde, Wild Card, Division Series, World Series
Seit 2022 spielen in der Postseason zwölf Teams: die sechs Divisionssieger und je drei weitere Teams pro Liga. Die beiden bestplatzierten Teams jeder Liga sind für die Wild-Card-Runde gesetzt, die im Modus Best of three ausgetragen wird. Die Championship Series wird Best of seven gespielt, erstmals 1969. Die World Series wurde 1903 erstmals als Best of nine ausgetragen und wird heute ebenfalls im Modus Best of seven entschieden.

Der Kalender teilt die Saison damit in zwei völlig verschiedene Wettumgebungen. Die Hauptrunde liefert Masse — Hunderte Spiele, jeden Tag neue Partien, ein breites Programm. Die Postseason liefert Zuspitzung: wenige Spiele, hohe Aufmerksamkeit, und ab der Wild-Card-Runde Serien, die nicht nach Abend, sondern nach Erfolgen in vier oder sieben Partien entschieden werden.
Wer den Sportplantyp versteht, versteht auch, warum die Quoten im Oktober anders aussehen als im Juni. Im Sommer stehen jeden Abend fünfzehn Partien zur Auswahl, und der Markt verteilt seine Aufmerksamkeit auf alle. Im Oktober stehen zwei zur Auswahl. Die einzelnen Preise werden dort nicht besser, aber der Fehler eines Buchmachers fällt stärker auf, weil mehr Augen darauf schauen.
Die World Series 2025 gewannen die Los Angeles Dodgers mit 4:3 gegen die Toronto Blue Jays. Die Serie lief vom 24. Oktober bis zum 1. November 2025, ausgetragen im Rogers Centre in Toronto und im Dodger Stadium in Los Angeles. Das siebte Spiel endete 5:4 für die Dodgers nach 11 Innings. Yoshinobu Yamamoto wurde zum wertvollsten Spieler der Serie gewählt. Die Dodgers waren seit dem Jahr 2000 das erste Team mit zwei Titeln in Folge und holten ihren neunten Titel. Rekordgewinner der World Series bleiben die New York Yankees mit 27 Titeln.
An dieser Serie lässt sich das Serienformat ablesen. Ein Team, das die ersten beiden Spiele verliert, ist im Best-of-seven-Modus nicht erledigt — die Dodgers haben genau das gezeigt und am Ende das siebte Spiel gebraucht. Wer eine Serienwette abschliesst, wettet deshalb nicht auf die Form einer Mannschaft, sondern auf einen Verlauf, in dem die einzelnen Spiele einander bedingen. Ein Sieg verändert die Pitching-Planung der nächsten Nacht. Die Serie verändert, wer überhaupt werfen darf.
Was der Modus Best of seven für Serienwetten bedeutet
Wetten auf Serien gibt es in der Schweiz nur dort, wo das Wettprogramm sie führt. Wer eine Serienwette abschliesst, setzt nicht auf ein Einzelergebnis, sondern darauf, wie viele Partien ein Team in der Serie für sich entscheidet. Im Best of seven heisst das: Das Ergebnis steht erst nach dem vierten Sieg fest, der frühestens im vierten Spiel gelingen kann und spätestens im siebten.
Der wichtigste Punkt für den Spielenden: Bei einer Serie gibt es keinen Unentschiedenausgang. Die Preisgestaltung muss also die Wahrscheinlichkeiten der Einzelspiele nicht auf einen Remis-Fall hin umrechnen. Was eine Mannschaft mit einem Rückstand von 0:2 zurückholt, hängt vom Spielplan ab — wer Spiele fünf, sechs und sieben zu Hause austrägt, klettert anders zurück als ein Team, das durchgehend reisen muss.
Was eine Quote im Baseball aussagt — und was sie verschweigt
In einer Quote stecken zwei Dinge: die Einschätzung des Veranstalters über die Chancen eines Ausgangs und der Anteil, den der Veranstalter für sich selbst einbehält. Den zweiten Teil sieht niemand, der nicht rechnet. Eben deshalb gehört er an den Anfang.
Nehmen wir einen Markt mit zwei möglichen Ausgängen, ausgestattet mit je der Quote 1.90 — ausdrücklich ein Rechenbeispiel, keine zitierte Preisangabe und kein Hinweis darauf, welche Quote ein bestimmtes Spiel trägt. Wenn auf beide Ausgänge gleich viel gesetzt wird, ist der Anteil aller Einsätze, den der Markt insgesamt an die Gewinner zurückzahlt, der Kehrwert der Summe der Quoten-Kehrwerte: eins geteilt durch (1 geteilt durch 1.90 plus 1 geteilt durch 1.90). Das ergibt eins geteilt durch 1,0526 und damit einen Rückzahlungsanteil von rund 95 %. Die Marge beträgt folglich 100 % minus 95 %, also rund 5 % des Gesamtumsatzes dieses Marktes.
Das ist der Kern der Sache: Auf einem Zwei-Wege-Markt mit zwei gleichen Quoten von 1.90 behält der Veranstalter etwa 5 % jedes eingesetzten Frankens, ganz gleich, welcher Ausgang eintritt. Der Wert liegt nicht bei genau 5 %, sondern in einem Band. Wird das Angebot breiter — nehmen wir statt 1.90/1.90 ein 1.85/1.95 —, sinkt die Marge unter dieselbe Marke. Wird das Angebot enger, also 1.90/1.90 auf einem Markt, der eigentlich drei Ausgänge hat, steigt sie deutlich darüber. Wer in der Schweiz über Sporttip spielt, findet die geltende Marge im eigenen Wettprogramm; die konkrete Zahl für eine bestimmte MLB-Partie hängt vom Markt und vom Zeitpunkt ab und ist keine Konstante.
Was daran für den Leser praktisch zählt: Die Marge gibt es in jedem Markt, sie gehört zum Geschäftsmodell, und sie verändert nicht die Chance eines Ausgangs, sondern nur den Preis dafür. Ein Aufschlag auf dem Einsatz ist es nicht. Wer fünf Wetten auf einem Markt mit rund 5 % Marge abgibt, hat über die Runde gerechnet schon ein Zwanzigstel seines Umsatzes an den Anbieter verloren, unabhängig davon, ob er im Plus oder im Minus steht. Genau das steckt hinter dem Wort, das die Werbung gern benutzt: «faire Quoten». Fair ist der Preis nie — er ist nur mehr oder weniger teuer.
Eine Quote sagt also nichts über die Sicherheit eines Ergebnisses. Sie sagt, welchen Rückfluss der Veranstalter einem Einsatz zuordnet, wenn er eintritt. Nicht mehr. Aus der Höhe einer Quote auf einen einzelnen Ausgang folgt nicht, ob dieser Ausgang wahrscheinlich ist, sondern nur, wie der Veranstalter ihn bepreist hat.
Der Gewinnbetrag einer Wette
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen genau abgerundet.
Wer eine Einzelwette mit CHF 20 auf eine Quote von 2.10 abschliesst und gewinnt, erhält CHF 42 zurück — die Rechnung ist Einsatz mal Quote. Das ist der Rückfluss einschliesslich des Einsatzes, nicht der Reingewinn; der Nettoanteil davon entspricht Einsatz mal (Quote minus eins), hier CHF 22. Diese Unterscheidung wird in der Werbung regelmässig eingeebnet, und sie ist der erste Punkt, an dem ein Wettender Geld verliert, ohne es zu merken.
Zwei Dinge hängen daran. Erstens die Rundung: Ein Gewinnbetrag, der auf fünf Rappen abgerundet wird, ist nie höher als das rechnerische Ergebnis. Zweitens die Frage, wie viele solcher Wetten nötig sind, um aus einem Bonusvorteil einen realen Vorteil zu machen — die Antwort hängt an genau derselben Marge wie oben.
Sporttipp und Jouez Sport: die beiden Anbieter, die in der Schweiz überhaupt etwas dürfen
Sportwetten in der Schweiz sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist. Zuständig ist die Gespa, die interkantonale Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern; das Geldspielkonkordat gilt seit dem 1. Januar 2021. Die eidgenössische Spielbankenkommission ist hier nicht die Aufsichtsbehörde — sie beaufsichtigt Kasinos, nicht Sportwetten.
Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen: der Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung je Spiel. Sie gilt nach Artikel 4 des Gesetzestextes nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten bei zwei gedeckelt.
Swisslos führt sein Sportwettenangebot unter dem Namen Sporttip. Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Onlinekonto bekommt nur, wer in diesem Gebiet wohnt. 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio.; CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz. Aus den Sportwetten stammten davon CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Die praktische Folge aus dieser Zweiteilung ist unbequem und wird selten klar gesagt: Ein Konto lässt sich nicht frei wählen. Wer in Genf wohnt, kommt an Jouez Sport und nicht an Sporttip. Wer in Zürich wohnt, umgekehrt. Ein Umzug zwischen Sprachregionen ist damit auch ein Wechsel des Wettanbieters.
Einordnung der bewilligten Anbieter
| Anbieter | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalter beziehungsweise gemeldete Bewilligung | Einzugsgebiet für Onlinekonten |
|---|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel | 19 Deutschschweizer Kantone, Tessin und Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, SR 935.51), Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande | Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf, Jura |
| BetLabel | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| Sportuna | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| Fezbet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| myBet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| Betwinner | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| Betclic | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung nicht etabliert, ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung | gemeldete Bewilligung Tobique (Kanada), ohne Kraft in der Schweiz (Art. 4 BGS) | kein Schweizer Einzugsgebiet, Konten ausserhalb der Bewilligungsordnung |
Die Spalte mit dem Einzugsgebiet ist die einzige, die über die beiden Bewilligungszeilen hinaus echte Unterschiede zeigt, und sie tut es nur zweimal. Bei den acht ausländischen Namen wiederholt sie denselben Satz, weil es dort nichts zu unterscheiden gibt: Eine Schweizer Bewilligung existiert nicht, und ohne sie existiert auch kein Schweizer Gebiet, das jemandem zugeteilt wäre. Genau das ist die Information.
Interessanter ist die Zeile zu X3Bet. Als einzige der ausländischen nennt sie überhaupt eine gemeldete Bewilligung, und die lautet Tobique mit Sitz in Kanada. Das ist kein Vorteil, sondern eine Präzisierung: Eine Bewilligung aus Kanada hat in der Schweiz nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes keine Kraft, und der Sitz sagt nichts darüber, wohin sich ein Spielender wenden kann, wenn etwas schiefgeht. Bei den übrigen acht ist nicht einmal eine ausländische Bewilligung etabliert — was bedeutet, dass der Spielende nicht wissen kann, welche Aufsicht überhaupt hinter dem Angebot steht.
Was die Gespa-Liste zulässt und was nicht
Die zulässige Wettlandschaft ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt die Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten, die bewilligt sind; die Fassung trägt das Datum 10.09.2026. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie auf der Liste stehen, Frauenwettbewerbe ebenfalls nur dann, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe lässt sich nie wetten. Die Liste führt keine Eckball- und Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen.
Was das für Baseball bedeutet: Ob und in welchem Umfang MLB-Partien im Schweizer Programm stehen, ergibt sich aus dieser Liste und nicht aus der Bekanntheit der Liga. Der Baseball steht in der Schweiz nicht im Zentrum des Wettangebots — dafür ist der Schweizer Markt zu klein und die Anstosszeiten sind zu spät. Wer prüfen will, ob eine bestimmte Partie oder eine bestimmte Wettart verfügbar ist, schaut in die Liste und danach ins Wettprogramm des eigenen Veranstalters. Es gibt keine zweite Stelle, an der das nachzusehen wäre.
Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, soweit der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht. Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Das ist die Rückabwicklung eines Einsatzes, kein Gewinn und kein Verlust, und es ist der Grund, weshalb Livewetten im Baseball in den letzten Innings unruhig werden.
Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und damit Sache des jeweiligen Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen. Eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn ohne vorzeitigen Ausstieg und hängt vom Stand des Sportereignisses ab; Swisslos kann ihn jederzeit ändern.
Daraus folgt ein Satz, den man sich merken sollte: Wer auscasht, verkauft eine offene Position an den Veranstalter zurück, und der Preis dafür enthält die Marge ein zweites Mal. Ein Cash-Out ist kein Ausstieg zum Selbstkostenpreis, sondern ein zweiter Handel.
Was die Liste nicht regelt: virtueller Sport, Esport und Kombinationen
Virtueller Sport kommt in der Gespa-Liste nicht vor; über die Zulässigkeit solcher Angebote ist damit nichts ausgesagt. Esport erscheint in der Liste nicht, und das ist die einzige Aussage, die sich dazu treffen lässt.
Eine Regel, die viele Spielende nicht kennen: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen bei Sporttip nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die gesamte Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Bei einer Kombination aus zwei Märkten desselben Spiels ist der Einsatz also nicht verloren, aber der Gewinn ist es.
Die Bewilligung gilt nur in der Schweiz — und was daran hängt
Artikel 4 des Geldspielgesetzes ist kurz und folgenreich: Eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — entfaltet hier keine Wirkung. Für den Spielenden heisst das nicht, dass ein ausländisches Angebot technisch unerreichbar wäre. Erreichbar ist es. Es steht nur ausserhalb der Ordnung, die den Schweizer Markt regelt.
Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung organisiert, macht sich strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spielende wird nicht bestraft. Das ist die gute Nachricht und zugleich der Punkt, an dem es unangenehm wird: In einem Verfahren gegen den Anbieter können Einsätze und Gewinne eingezogen werden. Der Einzelne haftet nicht, aber sein Guthaben kann verschwinden, und er hat kein Werkzeug, um das zu verhindern.
Dazu kommt die Aufsichtsfrage. Ein ausländischer Anbieter ist nicht an das schweizerische Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsschutz. Wer eine Spielsperre eingetragen hat, ist bei einem bewilligten Veranstalter ausgeschlossen; bei einem ausländischen nicht. Das Register erfüllt seinen Zweck nur innerhalb der Ordnung, für die es geschaffen wurde.
Und die Sperrliste: Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS sperren. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt; die Gespa nennt dieses Vorgehen Domain-Hopping und führt dabei Interwetten und Bet-at-Home an, während sie bet365 als auf der Liste geführt bezeichnet.
Die ehrliche Einordnung, die in beide Richtungen geht: Ein ausländisches Angebot bedeutet keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung ans Sperrregister, keinen Schweizer Rechtsschutz und — unter Umständen — steuerpflichtige Gewinne nach kantonalem Recht. Ein bewilligtes Angebot bedeutet vollen Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Wettarten, einen Wohnsitzzwang und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist von sich aus «die sichere Wahl». Wer in der Schweiz auf MLB-Partien wetten will, wählt zwischen einem engen, beaufsichtigten Angebot und einem breiten, unbeaufsichtigten.
Was das Verbot von Werbung für nicht bewilligte Angebote bedeutet
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht.
Für Gratisspielguthaben und Gratiswetten braucht es die vorgängige Zustimmung der Gespa. 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Bonusbeträge und Bonusbedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Rabattcodes und Aktionscodes gehören nicht in eine seriöse Darstellung, und diese Seite nennt keinen.
Was daraus für den Leser folgt: Die Werbeverbote schützen ihn nicht vor einem schlechten Angebot, sondern nur vor einem unzulässigen. Ein bewilligter Anbieter darf mit einem Bonus werben, aber nicht mit einem irreführenden Bonus. Die Prüfarbeit bleibt beim Leser.
Einzahlung, Auszahlung und Steuern
Gewinne und Guthaben werden bei bewilligten Anbietern nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwettenangebot nicht. Ein Kredit an Spielende ist nach dem Geldspielgesetz nicht zulässig. Welche Zahlungsmarken ein Veranstalter akzeptiert, ist dessen eigene Sache und steht in seinen Bedingungen.
Die Steuerregel ist einfacher, als viele erwarten. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommensteuerfrei und erst darüber steuerpflichtig. Der Freibetrag beträgt CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Er liegt je nach Kanton anders; eine einzelne kantonale Zahl ist deshalb keine gültige Antwort. Oberhalb des Freibetrags behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird.
Ein typischer Wettender bleibt weit unter dieser Grenze. Für ihn heisst das: keine Einkommensteuer auf den Gewinn und keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf den Einsatz kennt die Schweiz nicht — wer das behauptet, erfindet sie.
Anders sieht es beim ausländischen Anbieter aus. Gewinne dort unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, was zunächst nach einem Vorteil klingt. Die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als vollumfänglich steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Der ausländische Gewinn ist damit nicht steuerfrei, sondern ohne Abzug zunächst vollständig steuerbar. Für eine verbindliche Auskunft führt der Weg an eine Steuerberatung oder an die kantonale Steuerverwaltung, nicht an diese Seite.
Verlustlimiten und Spielsperre: der Schutz, der vor der ersten Wette beginnt
Die Schweiz setzt keine Höchstgrenze für Einzahlungen von Staats wegen. Sie verpflichtet die Veranstalter, von jedem Spielenden Höchstwerte für Einsätze oder Verluste verlangen zu lassen, die dieser selbst festlegt. Die Limite kommt also nicht vom Gesetzgeber, sondern aus dem eigenen Konto — und genau dort entsteht die bekannte Schwäche: Wer sie hoch ansetzt, hat sie nicht ausgeschöpft, sondern nur aufgeschrieben.
Was vor der ersten Sporttip-Teilnahme gesetzt werden muss
Vor der ersten Teilnahme bei Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort. Eine Erhöhung wirkt erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Die 72 Stunden sind der wichtigste Satz in diesem Abschnitt. Sie sind keine Schikane, sondern eine Bedenkzeit: Wer im Frust nach einer schlechten Nacht seine Limite hinaufsetzen will, muss drei Tage mit dem alten Betrag leben. Der Gesetzgeber sieht für die Erhöhung 24 Stunden vor, Swisslos und Loterie Romande räumen sich in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden ein. Wer die Wartezeit aussitzen will, muss sie bewusst aussitzen — und genau das ist der Punkt.
Bemerkenswert ist der Betrag für junge Erwachsene. CHF 1’000 Verlustlimite für jemanden unter 21 Jahren klingen grosszügig, sind aber die Untergrenze der Schwelle, an der ein Anbieter das Interesse junger Kundschaft schaltet: hoch genug, um attraktiv auszusehen, niedrig genug, um den Anbieter aus der Haftung zu nehmen. Wer unter 21 ist und Sportwetten spielt, sollte diesen Betrag als das lesen, was er ist — eine Vorgabe, nicht eine Empfehlung.
Spielsperre und Sperrregister
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos einschliesslich Online-Kasinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden, und ein Fachorgan ist daran beteiligt. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Der letzte Satz ist der härteste. Wer gesperrt ist und trotzdem einzahlt, verliert den Einsatz und jeden Anspruch auf einen Gewinn. Das ist keine Härte gegen den Spielenden, sondern die Durchsetzung der Sperre gegen Versuche, sie zu umgehen.
Wie gut der Schutz an der Front funktioniert, zeigen die Testkäufe der Gespa aus dem Jahr 2025: An Verkaufsstellen wurde in 47,5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Diese Zahl ist keine Panne an einem schwarzen Schlag, sondern eine Beschreibung des Alltags an der Theke. Wer den Schutz für verlässlich hält, sollte diese Zahl kennen.
Ein Wort zur Registrierung, weil sie die Schwelle zum Spiel darstellt: Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten.
Der bürokratische Aufwand ist real, und er trifft verschiedene Menschen unterschiedlich. Wer im Vertragsgebiet wohnt und einen gültigen Ausweis hat, kommt in wenigen Minuten durch. Wer an einem der Wohnsitze hängt, die die Schweiz an andere Länder grenzen, kommt überhaupt nicht durch.
Die Limiten im Wettprogramm
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Diese beiden Zahlen — Höchsteinsatz und Verlustlimite — werden gern verwechselt, und die Verwechslung ist teuer. Die Verlustlimite begrenzt, was über einen Zeitraum verloren gehen darf. Der Höchsteinsatz begrenzt, was in eine einzelne Wette geht. Wer eine Verlustlimite von CHF 500 über 30 Tage gesetzt hat, ist dadurch nicht davor geschützt, CHF 1’000 in eine einzelne Wette zu legen — er überschreitet damit nur seine Limite, und je nach Ausgang der Wette fällt das erst beim nächsten Anlauf auf. Wer den Rahmen wirklich begrenzen will, setzt beide Zahlen.
Zwei Eigenschaften stecken in jedem Wert, den Swisslos hier nennt: Er ist veränderbar, und er ist nicht Verhandlungssache. Wer sich darauf verlässt, dass CHF 1’000 heute auch morgen gelten, verlässt sich auf eine Zusage, die niemand gegeben hat.
Die zehn Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne
Die Reihenfolge dieser Rangliste folgt keinem Geschmack, sondern der Bewilligungsordnung. Zuerst kommen die zwei Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen. Danach die acht ausländischen Namen, die Schweizer Spielende antreffen — jeder bewertet nach denselben Punkten, jeder ausdrücklich ohne Schweizer Bewilligung. Kein Platz auf dieser Liste verspricht einen Gewinn. Keine Staffelung dieser Liste sagt etwas über Sicherheit aus, ausser über die eine Frage, ob eine Schweizer Bewilligung besteht.
Wer die Reihenfolge als Kaufempfehlung liest, liest sie falsch. Sie ordnet eine Rechtslage, kein Produkt.
1. Swisslos Sporttip: das Angebot mit Schweizer Bewilligung, Wohnsitzklausel und harten Einsatzgrenzen
Sporttip ist eines von zwei Produkten, die in der Schweiz überhaupt eine Bewilligung für Sportwetten tragen. Trägerin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; das Sportwettenangebot läuft gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Aufsicht: Gespa. Das Vertragsgebiet umfasst 19 Deutschschweizer Kantone, den Tessin und das Fürstentum Liechtenstein — ausserhalb dieses Gebiets gibt es kein Onlinekonto.
Das Produkt ist reglementiert bis in die Rundung. Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und dann auf fünf Rappen abgerundet. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten und bei CHF 10’000 für Systemwetten. Für Kombinationen gibt es einen Kombiboost, der nur online gilt und mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 verlangt; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost.
Dieser Verfall ist die interessanteste Fussangel im ganzen Angebot. Ein Quotenboost und ein Cash-Out sind zwei Funktionen, die sich gegenseitig ausschliessen: Wer den Boost nimmt und dann aussteigt, verliert die Erhöhung — und der Cash-Out-Betrag liegt ohnehin tiefer als der mögliche Gewinn. Zwei Mechanismen, die beide zugunsten des Veranstalters arbeiten, und keiner davon ist versteckt. Sie stehen in den Spielregeln, Version 4.2.
Was das Angebot für MLB-Wetten konkret hergibt, hängt an der Gespa-Liste und am jeweiligen Wettprogramm. Der Markt für amerikanischen Baseball ist in der Schweiz ein Nischenprodukt, und wer regelmässig auf MLB-Partien setzen will, wird das Programm vor dem ersten Einsatz prüfen wollen. Die Anstosszeiten der Ostküsten-Partien liegen in der Nacht auf Schweizer Zeit — ein Format, das eher zum Vorabsetzen als zum Live-Spielen passt.
Das Urteil: Sporttip ist der einzige Anbieter dieser Liste, bei dem eine Schweizer Spielsperre greift, ein Schweizer Rechtsschutz besteht und die Steuerfreiheit bis zum Freibetrag gilt. Diese Vorteile haben einen Preis, und der Preis hat einen Namen: CHF 1’000 pro Einzelwette. Wer grosse Positionen fahren will, kommt an dieser Grenze nicht vorbei, und wer in einer westlichen Sprachregion wohnt, kommt an das Angebot gar nicht heran.
2. Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, das andere Land
Jouez Sport ist das zweite bewilligte Sportwettenangebot der Schweiz, betrieben von der Loterie Romande, der Société de la Loterie de la Suisse Romande. Zuständig ist sie für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis. Die Kontaktadresse lautet Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Rechtlich steht Jouez Sport auf derselben Grundlage wie Sporttip: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, Aufsicht durch die Gespa, Geltung nur in der Schweiz. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, hat also Zugang zu einem vollständig beaufsichtigten Angebot — nur eben nicht zu dem von Swisslos. Ein Konto bei beiden gibt es nicht; das Wohnsitzprinzip schliesst es aus.
Für Leser ausserhalb der Westschweiz ist der praktische Wert dieses Eintrags gering, und das sollte man offen sagen. Er taucht in dieser Liste auf, weil er zur Schweizer Wirklichkeit gehört und weil ein Genfer Leser genau wissen will, was auf ihn wartet: ein Angebot mit voller Schweizer Schutzarchitektur und dem Wohnsitz im Kanton als Zugangsvoraussetzung.
Das Urteil: Die beiden bewilligten Angebote unterscheiden sich für den Spielenden weniger durch ihr Produkt als durch ihre Landkarte. Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, hat dort dieselbe Aufsicht, dieselbe Sperrregisteranbindung und dieselbe Steuerlage wie ein Deutschschweizer bei Swisslos — und keine Alternative dazu.
3. BetLabel: ohne Schweizer Bewilligung, also ohne Schweizer Schutz
BetLabel ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Nach dem Geldspielgesetz dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz veranstalten; eine Bewilligung gilt nur in der Schweiz. BetLabel verfügt über keine solche, und eine Bewilligung aus einem anderen Land entfaltet hier keine Wirkung.
Eine gemeldete Bewilligung ist bei BetLabel nicht etabliert. Für den Spielenden ist das die unangenehmste Konstellation: nicht ein ausländischer Aufsichtsrahmen, den man wenigstens benennen könnte, sondern eine offene Frage. Es gibt keine Anbindung ans schweizerische Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz. Die Domain gehört zu den Adressen, die auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden können.
Was daraus folgt, ist keine Wertung des Produkts, sondern eine Zuständigkeitsfrage. Wer bei BetLabel spielt, wählt zwischen einer breiteren Angebotspalette und dem Verzicht auf jede Schweizer Rückgriffsmöglichkeit. Für Leser, denen die Anbindung ans Sperrregister wichtig ist — etwa weil sie eine Sperre freiwillig eingetragen haben —, ist diese Wahl bereits entschieden.
4. Sportuna: breites Programm, kein Schweizer Rückgriff
Sportuna führt eine ausländische Bewilligung, die in der Schweiz keine Kraft hat. Was auf dem Papier steht, hat hier keine Bedeutung; was fehlt, ist die Schweizer Bewilligung, und mit ihr das Sperrregister, der Rechtsschutz und der faire Aufsichtsrahmen.
Aus der international geprägten Natur des Anbieters folgt eine Nuance, die den Vergleich schärft: Er muss nicht die Wohnsitzklausel der Schweiz erfüllen. Wer in einem Vertragsgebiet wohnt, das für ihn zu eng ist, findet hier offene Türen — zu offenen Bedingungen. Keine Schweizer Behörde prüft nachträglich, was mit einem Guthaben passiert.
Das Urteil: Sportuna taugt für Spielende, die den Wert einer anonymisierten Anbindung höher veranschlagen als den Wert eines Rechtswegs. Wer Letzteres sucht, sucht bei Swisslos und wird dort fündig.
5. Fezbet: ohne Bewilligung heisst hier auch ohne Sperrregister
Für Fezbet gilt dasselbe wie für die anderen ausländischen Anbieter dieser Liste: keine Schweizer Bewilligung, kein Zugang zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert; eine Sperrliste der Schweizer Aufsicht kann die Domain erfassen.
Der Unterschied zwischen den acht ausländischen Namen liegt nicht im Bewilligungsstatus — der ist bei allen gleich —, sondern in der Frage, wie transparent ein Anbieter überhaupt über diese Frage spricht. Wo eine Bewilligung nicht etabliert ist, erfährt der Spielende nicht einmal, unter welcher Aufsicht ein Streit ausgefochten würde. Diese Unklarheit ist der eigentliche Mangel, nicht die fehlende Schweizer Bewilligung allein.
Was man sich merken sollte: Die fehlende Schweizer Bewilligung ist der Punkt, an dem alle acht ausländischen Anbieter gleich aussehen. Sie unterscheiden sich erst untereinander — und dieser Blick lohnt nur, wenn man die Schweizer Schutzarchitektur ohnehin nicht nutzt.
6. myBet: der Name klingt schweizerisch, die Bewilligung ist es nicht
Der Name myBet trägt ein «my» vor einem Wort, das auf Deutsch harmlos klingt; eine Bewilligung ist daraus nicht abzuleiten. myBet hat keine Schweizer Bewilligung, keine Etablierung einer ausländischen, keinen Zugang zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz.
Genau hier liegt der praktische Fehler, den diese Seite verhindern will: ein Name, der an Schweizer Sportwetten erinnert, wird schnell mit einer Schweizer Zulassung verwechselt. Wer prüfen will, ob ein Anbieter in der Schweiz bewilligt ist, hat zwei Adressen — die Gespa und das Wettprogramm der zwei Veranstalter. Die Suche nach einem vertrauten Wort im Namen gehört nicht dazu.
Das Urteil: myBet lebt von der Unschärfe seines Namens, und das ist keine Produktkritik, sondern eine Warnung an den Leser.
7. Betwinner: kein Schweizer Rahmen, dafür eine offene Domain
Betwinner hat keine Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und damit fehlt jeder Ansatzpunkt, um den Rahmen zu benennen, in dem ein Streit entschieden würde. Kein Zugang zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Aufnahme in die Sperrliste.
Was diesen Anbieter in der praktischen Erfahrung unterscheidet, ist nicht die Bewilligungslage, sondern die Verfügbarkeit: Solche Domains werden gesperrt und tauchen kurzfristig unter anderer Adresse wieder auf. Die Gespa nennt das Domain-Hopping. Für den Spielenden hat das eine reale Konsequenz: Wer dort ein Guthaben stehen lässt, kann sich nicht darauf verlassen, dass die Seite in derselben Form erreichbar bleibt, und eine gesperrte Domain ist kein Kontaktweg.
Das Urteil: Wer bei Betwinner nur die Quoten sieht, sieht die Hälfte. Die andere Hälfte ist ein Zugang, der jederzeit verschwinden kann.
8. GG.BET: Wettangebot mit zusätzlichen Produkten ausserhalb des Schweizer Rahmens
GG.BET hat keine Schweizer Bewilligung, keinen Zugang zum Sperrregister und keinen Schweizer Rechtsschutz; eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Der Name steht exemplarisch für eine Gruppe von Anbietern, die sich über eine Nische bekannt gemacht haben und von dort aus ein allgemeines Wettangebot aufgebaut haben. Für MLB-Wetten ist das kein Vorteil und kein Nachteil: Solange die Partie im Programm steht, ist die Bewilligungsfrage davon unberührt. Spielende, die sich über einen solchen Anbieter zuerst mit anderen Produkten vertraut gemacht haben, finden dort auch Baseball — nur ohne die Sicherung, die ein bewilligter Veranstalter mitbringt.
9. Betclic: ohne Schweizer Bewilligung, mit dem Anspruch eines grossen Namens
Betclic ist ein in mehreren Ländern bekannter Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert; die Bewilligung eines anderen Landes hat nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes keine Kraft in der Schweiz, kein Sperrregisteranschluss, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Sperrung der Domain.
Bekanntheit ist die Kategorie, die in diesem Vergleich am wenigsten zählt. Ein Name, der in Frankreich oder Italien eine Zulassung hat, hat sie dort — und in der Schweiz bedeutet das nichts. Wer eine Schweizer Bewilligung sucht, sucht einen von zwei Namen, und kein Bekanntheitsgrad der Welt ersetzt sie.
Das Urteil: Betclic ist ein professionell geführtes Angebot und für Schweizer Spielende dennoch ein ausländisches mit allen Folgen — dieselben wie bei jedem anderen Namen der zweiten Gruppe.
10. X3Bet: die einzige ausländische Zeile mit einer gemeldeten Bewilligung
X3Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Als einziger Anbieter der zweiten Gruppe nennt die Liste eine gemeldete Bewilligung, und sie lautet Tobique mit Sitz in Kanada. Diese Bewilligung hat in der Schweiz keine Kraft nach Artikel 4 des Geldspielgesetzes. Kein Zugang zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, mögliche Aufnahme der Domain in die Sperrliste.
Dass die kanadische Bewilligung hier überhaupt auftaucht, macht die Zeile nicht besser, sondern nur vollständiger. Sie liefert dem Leser ein Faktum, an das er sich bei einer Beschwerde wenden könnte — wenn er wüsste, wohin. Ein Register in Kanada ist für einen Streit über eine Schweizer Wette kein praktikabler Weg.
Das Urteil: X3Bet unterscheidet sich von den sieben anderen ausländischen Anbietern dieser Liste durch ein Detail, das für den Spielenden keinen Unterschied macht.
Was der Vergleich unter dem Strich zeigt
Zehn Namen, und der Unterschied, auf den es ankommt, betrifft genau zwei Zeilen. Die Bewilligungsfrage ist die einzige Frage, in der sich diese Gruppe nicht gleichmässig verhält; in allem anderen — beim Wettprogramm, bei den Anstoosszeiten, beim Liveangebot — unterscheiden sich die Anbieter untereinander, ohne dass sich daraus ein Vorteil ableiten liesse, der die geschilderten Folgen einer fehlenden Bewilligung aufwiegt.
Häufige Fragen zu MLB-Wetten in der Schweiz
Darf man aus der Schweiz auf Spiele der MLB wetten?
Ja, aber nur bei einem von zwei bewilligten Veranstaltern: Swisslos mit Sporttip und Loterie Romande mit Jouez Sport. Ob eine konkrete MLB-Partie und eine konkrete Wettart verfügbar ist, ergibt sich aus der Liste der Gespa und dem jeweiligen Wettprogramm. Ein ausländischer Anbieter hat keine Schweizer Bewilligung.
Wer darf in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und wo findet man die Liste der zugelassenen Wettarten?
Veranstalten dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande, jeweils in ihrem eigenen Gebiet. Die Aufsicht führt die Gespa mit Sitz in Bern, die auch die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten veröffentlicht. Die Fassung vom 10.09.2026 ist die massgebende.
Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten. Das Ergebnis wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und auf fünf Rappen abgerundet. Eine Wette von CHF 20 auf Quote 2.10 zahlt CHF 42 zurück, einschliesslich Einsatz.
Was bedeutet der Modus Best of seven in den Playoff-Serien für Serienwetten?
Die Serie ist entschieden, sobald ein Team vier Spiele gewonnen hat — frühestens nach dem vierten, spätestens nach dem siebten Spiel. Für Serienwetten zählt nur das Gesamtergebnis, nicht die Zahl der Spiele. Championship Series und World Series werden in diesem Modus gespielt.
Welche Verlustlimiten müssen vor der ersten Wette gesetzt werden, und was bewirkt die Spielsperre?
Bei Sporttip sind vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Kasinos.
Wie wird ein Gewinn besteuert, und was bedeutet der Steuerfreibetrag je nach Kanton?
Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Freibetrag je Einzelgewinn einkommensteuerfrei; er beträgt CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026 und liegt je nach Kanton anders. Darüber behält die Veranstalterin 35 % Verrechnungssteuer ein. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.
Was passiert mit dem Guthaben, wenn ein ausländischer Anbieter auf die Sperrliste kommt?
Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blocken. Die erste Liste datiert vom 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Gesperrte Domains werden innert Stunden ersetzt. Ein Guthaben bei einem solchen Anbieter ist auf diesem Weg nicht gesichert.
Kann man einen MLB-Wettbonus als Gratiswette einfach auszahlen lassen?
Nein. Gratisspielguthaben und Gratiswetten brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa; für einen Bonus, dessen Einsatzbedingungen erfüllt sind, bleibt der Gewinn ein Wettergebnis und wird nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Angebot nicht.
US-Sport – eishockeytipps.com
Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
