Wettanbieter im Quotenvergleich: Zwei Bewilligungen, ein Massstab

Updated Oktober 2026
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Unter dem Lead steht die Momentaufnahme: Datenstand 29. Oktober 2026, Bewilligungsangaben abgeglichen mit der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht) und den Veranstaltern Swisslos und Loterie Romande.

Eine Balkenwaage aus Messing mit zwei leeren Schalen steht im Gleichgewicht auf einem Holztisch.
Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben; der Überschuss heisst Overround.

Quoten sind keine Meinungen. Es sind Preise, und wie jeder Preis sagen sie etwas über den Verkäufer. Wer zwei Buchmacher vergleicht, vergleicht nicht, wer das Spiel besser einschätzt — beide rechnen auf demselben Rasen. Verglichen wird, wie viel vom Einsatz nach dem Spiel zurückkommt. In der Schweiz ist dieser Vergleich kürzer, als die meisten erwarten: Es gibt genau zwei Veranstalter mit Bewilligung, Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Der Rest, den Suchmaschinen ausspucken, ist Kulisse ohne Schweizer Zulassung. Wer die Zahlen hinter einer Quote lesen kann, sieht in fünf Sekunden, ob ein Angebot grosszügig ist oder nur grosszügig aussieht. Genau darum geht es auf den nächsten Seiten.

Welche Wette, welcher Markt — und warum die Zahl der Ausgänge alles verschiebt

Bei festen Quoten legt der Buchmacher den Preis fest und tritt selbst als Gegner der Wettenden auf. Die Quote gilt ab Wettabschluss und lässt sich nachträglich nicht mehr ändern — das ist kein Nebensatz, sondern der Kern des Geschäfts. Wer auf 2.10 setzt und die Quote fällt fünf Minuten später auf 1.95, hat trotzdem 2.10. Das ist der eine Moment, in dem der Buchmacher dem Publikum nichts mehr wegnehmen kann.

Eine Wasserwaage liegt auf einem Brett an einer Werkbank in einer Schreinerei, Holzspäne bedecken den Boden.
Bei variablen Quoten (Totalisator) setzen die Wettenden untereinander; der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 % und bei Pferderennen bis etwa 85 %.

Anders der Totalisator. Bei variablen Quoten setzen die Wettenden untereinander, die Quote steht erst nach dem Ereignis fest, und der Buchmacher nimmt seinen Anteil vorab heraus. Der Auszahlungsanteil liegt bei staatlichen Anbietern unter 50 % und bei Pferderennen bis etwa 85 %. Bei einem Pferderennen mit 85 % Rückfluss ist das nachvollziehbar — wer aber eine Lotterie-Quotenwette mit 45 % Rückfluss spielt, zahlt für die Spannung mehr als das Doppelte dessen, was ein Sportwettenmarkt verlangt. Das ist die härteste Zahl auf dieser Seite und die am wenigsten bekannte.

Was am Ende ausgezahlt wird, beschreibt die Ausschüttungsquote: der Anteil der Einsätze, der in Form von Gewinnen zu den Spielenden zurückgeht. Alles andere behält der Veranstalter.

Zwei Ausgänge, drei Ausgänge, hundert Varianten

Die Zahl der möglichen Ausgänge entscheidet über die Marge mehr als alles andere. Typisch sind etwa 90 % Ausschüttung bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, etwa beim Tennis, und etwa 85 % bei Wetten mit drei möglichen Ausgängen, etwa beim Fussball. Der Unterschied ist kein Zufall und keine Laune: Ein Zweiwegmarkt lässt sich sauberer absichern, das Risiko streut weniger breit, und der Buchmacher gibt einen Teil dieses Vorteils als Preis weiter.

Bei drei Ausgängen — Sieg, Unentschieden, Niederlage — trägt er zusätzlich das Remis-Risiko, und das Publikum ist auf Fussball systematisch auf Heim- und Auswärtsfavoriten festgelegt. Der Markt bleibt dadurch schwerer auszubalancieren.

Wer einen Vergleich über verschiedene Sportarten hinweg liest, vergleicht deshalb nicht Anbieter, sondern Märkte. Eine Fussballquote neben einer Tennisquote zu legen sagt so gut wie nichts. Eine Fussballquote neben der Fussballquote desselben Spiels bei einem zweiten Veranstalter sagt fast alles.

Die Rechnung hinter der Quote

Die Hedge-Quote ergibt sich, indem man die Kehrwerte der Quoten aller möglichen Ausgänge addiert und 1 durch diese Summe teilt. Bei 1,25 / 5,00 / 10,00 kommt rund 90,91 % heraus. Der Wert ist die Ausschüttung des Marktes; die Differenz zu 100 % ist die Marge.

Diese Margenrechnung ist der brauchbarste Massstab, den ein Vergleich hat, und sie ist auch der einzige, der Sportarten und Märkte überhaupt vergleichbar macht. Alles andere an einem Buchmacherangebot ist Geschmack.

Was ein Quotenvergleich in der Schweiz tatsächlich zeigen kann

In der Schweiz führen die kantonalen Vorgaben zu einer Besonderheit, die kein ausländischer Vergleich kennt: Der Vergleich beschränkt sich auf zwei Anbieter, die verschiedene Gebiete bedienen. Sporttip und Jouez Sport sind nicht zwei Konkurrenten am gleichen Markt mit unterschiedlichen Preisen, sondern zwei Veranstalter mit getrennten Verkaufsgebieten.

Praktische Folge: Ein Spieler in Zürich kommt an Jouez Sport gar nicht heran. Ein Spieler in Genf kommt an Sporttip nicht heran. Der Quotenvergleich verkommt damit für viele nicht zur Wahl zwischen zwei Angeboten, sondern zur Frage, ob das eine erreichbare Angebot seinen Preis wert ist.

Aktualität

Quoten laufen fortlaufend. Ein Zwischenstand von heute Morgen ist am Nachmittag bei manchen Märkten schon ein anderer, und die Vergleiche, die man in Suchmaschinen findet, sind häufig ältere Momentaufnahmen ohne Datum — sie geben vor, ein Verhältnis zu zeigen, wo inzwischen schlicht andere Preise stehen. Wer den Preis eines Veranstalters nachprüfen will, findet ihn am Wettprogramm selbst oder am Wettschein im Verkaufsstellennetz.

Die Rangfolge im Quotenvergleich: sechs Massstäbe und ein geteiltes Feld

Die Rangfolge, die hier steht, ist keine Bestenliste der Quoten im Sinne von «wer zahlt am meisten». Das wäre eine Liste mit zwei Einträgen, und der zweite wäre für die Hälfte der Leserschaft unerreichbar. Die Rangfolge ordnet nach dem, was vom Kontostand tatsächlich übrig bleibt: das Quotenniveau, die Marge der Märkte, die Limiten und die Bedingungen, die an einer Auszahlung hängen.

Wichtig vorab: Es gibt keine versteckte Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Die Gespa führt keine. Wer im Vergleich auf einen achten, neunten oder zehnten Schweizer Veranstalter mit Bewilligung stösst, ist einer Affiliate-Seite auf den Leim gegangen.

Die Einordnung: bewilligt oder nicht

Anbieter Bewilligungsstatus Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos (Sporttip) Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel, gestützt auf die IKV 2020
Loterie Romande (Jouez Sport) Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande, für die sechs Westschweizer Kantone
AmunRa keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
Wettigo keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
Rainbet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
BassBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
Pribet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
Coolzino keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert
HighFlyBet keine Schweizer Bewilligung gemeldete Bewilligung: nicht etabliert

Was diese Tabelle zusammenfasst, ist keine Sortierung nach Qualität. Zwei Zeilen oben, acht darunter — das ist eine juristische Grenze, keine Bewertung. Die acht unteren unterscheiden sich in ihren Angeboten, in ihrer Sprache, ihrem Zahlungsmix und ihrer Marktbreite, aber nicht in diesem Punkt. Bei keinem von ihnen ist eine Bewilligung bekannt, die in der Schweiz etwas bewirken würde; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung. Was ein Veranstalter im Ausland darf, interessiert den Schweizer Konsumentenschutz nicht.

Die zweite Spalte ist die einzige, die in dieser Tabelle wirklich unterscheidet. Alles andere wäre eine Frage des Geschmacks.

Was der Vergleich nicht leisten kann

Zwei Anbieter mit demselben Preisniveau und dieselbe Bewilligungslage — mehr gibt die Auswahl nicht her. Quotenvergleich bedeutet in der Schweiz deshalb vor allem, eine Quote richtig zu lesen, nicht, eine Liste durchzublättern. Wer das akzeptiert, wird selten übervorteilt. Wer trotzdem zehn Anbieter auf einem Screenshot erwartet, sucht keine Information, sondern Abwechslung.

Wie sich Quoten vergleichen lassen: Marge, Ausschüttung und die implizite Wahrscheinlichkeit

Jede Quote trägt zwei Aussagen in sich. Die offensichtliche ist der Betrag, den ein richtiger Tipp zurückbringt. Die versteckte ist die Wahrscheinlichkeit, die der Veranstalter selbst für zu hoch oder zu niedrig hält. Wer beides liest, kann Preise beurteilen.

Der Kehrwert: aus der Quote wird eine Wahrscheinlichkeit

Bei festen Dezimalquoten entspricht die implizite Wahrscheinlichkeit dem Kehrwert der Quote. Die Quote 1,01 entspricht 99,01 %, die Quote 2,00 entspricht 50,00 %, die Quote 4,00 entspricht 25,00 %. Die Rechnung ist im Kopf machbar: 100 geteilt durch die Quote.

Genau an dieser Stelle trennt sich der nützliche Vergleich vom dekorativen. Drei Quoten aus drei Spielen nebeneinanderzustellen und die höchste anzukreuzen ist keine Analyse — es sind drei verschiedene Ereignisse mit drei verschiedenen Wahrscheinlichkeiten. Erst der Kehrwert sagt, was der Preis über die Einschätzung des Veranstalters behauptet.

Der Overround: warum die Summe über 100 % liegt

Buchmacher kalkulieren ihre Quoten so, dass die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen mehr als 100 % ergeben. Der Überschuss heisst Overround und ist der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch.

Jede Summe über 100 % ist also kein Rechenfehler, sondern Geschäftsmodell. Wer die Kehrwerte zusammenzählt und 104 % erhält, hat vier Prozentpunkte gefunden, die der Buchmacher aus dem Markt nimmt, unabhängig davon, wie das Spiel ausgeht. Deshalb ist der Overround der ehrlichste Vergleichsmassstab, den es gibt: Er ist bei jedem Anbieter und in jedem Markt aus den angezeigten Quoten herauslesbar, ohne dass ein Buchmacher etwas darüber mitteilen müsste.

Die Marge bei ausgeglichenen Quoten

Die Quote 1,95 auf beiden Seiten einer Zweiwegwette ergibt eine Ausschüttungsquote von etwa 97,5 % und eine Buchmachermarge von etwa 2,5 %. Bei der Quote 1,80 auf beiden Seiten beträgt die Marge etwa 10 %.

Der Sprung zwischen diesen beiden Fällen ist grösser, als er aussieht. Zwischen 1,95 und 1,80 liegen fünfzehn Hundertstel Quote, aber die Marge vervierfacht sich fast. Das ist die Fallgrube, in die fast jeder Neueinsteiger tritt: Er vergleicht die Rückzahlung auf dem Wettschein und nicht den Anteil, der beim Buchmacher hängen bleibt.

Für einen Zweiwegmarkt zu 1,90 / 1,90 auf beiden Seiten ergibt sich eine Ausschüttungsquote von rund 95,2 % und damit eine Marge von rund 4,8 %. Der Wert liegt zwischen den beiden bekannten Fällen und beschreibt die Grössenordnung, in der sich ein normaler Zweiwegmarkt bewegt — als Beispielrechnung, nicht als irgendwo abgelesener Kurs. Je nach Markt und Anbieter liegt diese Marge im Bereich von etwa 2 bis 6 %; jenseits davon ist die Zweiwegquote kein knapper, sondern ein teurer Preis.

Was das für einen Einsatz bedeutet

Ein Prozentpunkt Marge klingt nach Rundung. Er ist keiner. Wer über eine Saison hinweg hundert Wetten mit je CHF 20 zu einer durchschnittlichen Ausschüttung von 95 % statt von 97,5 % setzt, zahlt CHF 2’000 ein und bekommt bei gleicher Trefferquote durchschnittlich rund CHF 1’950 statt rund CHF 1’950 — in beiden Fällen vor dem Ergebnis, aber der Unterschied von rund CHF 50 ist unabhängig davon da, was auf dem Platz passiert. Die Quote entscheidet über den Erwartungswert, nicht der Tipp.

Genau deshalb ist der Preis das eine, was ein Wettender kontrollieren kann. Die Sportart, die Form, das Wetter und der Schiedsrichter sind nicht in seiner Hand, der Prozentsatz schon.

Rechtslage: zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog

In der Schweiz ist Sportwetten ein Grossspiel unter dem Geldspielgesetz. Zuständig ist die Gespa in Bern, nicht die ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht einen Veranstalter und eine Bewilligung je Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.

Ein Bücherregal mit ledergebundenen Bänden in dunklen Farben in einer stillen Bibliothek, davor ein Lesetisch.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung vom 20. Mai 2019 (IKV 2020).

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos, mit dem Produkt Sporttip, und die Loterie Romande, mit dem Produkt Jouez Sport. Die Nettoerlöse fliessen in der Schweiz gemeinnützigen Zwecken in den Kantonen zu.

Rechtsrahmen

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt; zusammen bilden sie das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne. Ein Onlinekonto ist bei beiden nur für Personen mit Wohnsitz im jeweiligen Gebiet zu haben.

Ein geschlossener Katalog — und was nicht darauf steht

Die bewilligte Angebotsfläche ist eine Liste, nicht ein offenes Feld. Die Gespa führt einen Katalog der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten, der jeweils in der geltenden Fassung gilt. Qualifikationsrunden erscheinen darin nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe ebenso, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Wetten auf Trainingsläufe fehlen ganz. Ebenso fehlen Corner- und Kartenmärkte, und eine Esport-Sektion gibt es nicht.

Der zweite Filter ist inhaltlicher Natur. Erlaubt sind nur Sportwettkämpfe; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt — vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte besteht nicht.

Wo die Grenze für ausländische Seiten verläuft

Eine ausländische Bewilligung — Curaçao, Malta, Deutschland oder sonst wo — hat in der Schweiz keine Geltung. Das ist keine Formalie: Wer ohne Schweizer Bewilligung Sportwetten veranstaltet, macht sich strafbar, und bei gewerbsmässigem Betrieb ist der Rahmen deutlich weiter gespannt.

Der Spielende wird nach der Rechtslage nicht verfolgt. Nur ist das ein schwacher Trost. Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es besteht weder Schutz noch eine Fairplay-Kontrolle. Wer sich auf eine Seite ohne Schweizer Bewilligung einlässt, verlässt den Bereich, den das Geldspielgesetz überhaupt regelt.

Hinzu kommt die Sperrliste. Die Gespa veröffentlicht eine Liste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammte vom 3. September 2019, und Ende 2025 standen 671 Domains darauf. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — was bei ausländischen Anbietern als Domain-Hopping bekannt ist. Wer eine Adresse findet, obwohl die alte nicht mehr antwortet, hat keine neue Erkenntnis gewonnen, sondern nur eine neue Adresse.

Ehrlich formuliert: Ausland heisst keine Schweizer Bewilligung, kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und Gewinne aus ausländischen Grossspielen werden nach kantonaler Praxis unterschiedlich behandelt — die Steuerpraxis des Kantons Thurgau etwa erfasst sie als vollständig steuerbares Einkommen. Bewilligung heisst umgekehrt voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog an Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzbedingung und Identitätsprüfung. Keiner der beiden Wege ist von sich aus «die sichere Wahl».

Spielerschutz: die Limite setzt der Spielende, nicht das Gesetz

Sportwetten sind ab 18 zugänglich. Minderjährige werden online nicht zugelassen. Pro Person ist ein Konto erlaubt, mit verifizierter Identität. Das sind die Mindeststandards, über die sich niemand hinwegsetzen kann.

Was danach kommt, ist eine andere Sache. Die Limiten setzt der Spielende selbst. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen — das ist eine Pflicht, aber sie wird erfüllt, indem der Kunde sich seine eigene Grenze einträgt. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz nach 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze kennt die Schweiz nicht.

Für die erste Teilnahme an Sporttip müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Wer die Vorstellung hat, der Staat habe sein Risiko gedeckelt, irrt. Der Staat verlangt vom Anbieter, dass ein Rahmen gesetzt wird; wie hoch der ist, entscheidet der Kunde. Das ist der Unterschied zwischen einem Schild und einem Zaun.

Sperren: die eigene Pause und das schweizweite Register

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren. Die Sperre wird nicht vor Fristablauf aufgehoben. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.

Ein Spielpausen-Eintrag ist die einzige Massnahme auf dieser Seite, die den Anbieter bindet und nicht den Kunden. Eine Pause von bis zu sechs Monaten muss jeder Veranstalter anbieten. Eine freiwillige Sperre lässt sich erst nach drei Monaten wieder aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Wer ausgeschlossen ist oder minderjährig war, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Zur Bequemlichkeit gehört eine Zahl, die nicht angenehm ist: Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 200 Fällen einer Minderjährigen oder einem Minderjährigen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette verkauft. Die Kontrolle am Schalter ist nicht streng, und niemand sollte sich darauf verlassen, dass sie es ist.

Auszahlung nur auf das eigene Konto

Gewinne und Guthaben werden ausschliesslich auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers ausgezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Sportwetten nicht, und Kredite an Spielende sind unzulässig. Das ist strenger als in vielen ausländischen Märkten und trifft jeden, der eine schnelle, unkomplizierte Auszahlung ohne Identitätsprüfung sucht: Diese Kombination gibt es hier nicht.

Ob der Gewinn versteuert wird, hängt an einer Schwelle, die kaum jemand erreicht. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag je Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und erst darüber steuerbar; der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000. Der kantonale Freibetrag weicht ab — «je nach Kanton». Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettgewinner liegt weit unter der Schwelle. Es gibt in der Schweiz keine Wettsteuer auf Einsätze.

Wer eine Einschätzung für den eigenen Fall braucht, fragt eine Steuerberaterin, einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.

Wie die Limiten sich unterscheiden — und wo sie den Einsatz deckeln

Wer Quoten vergleicht und dabei die Limiten ignoriert, vergleicht das Angebot eines Veranstalters mit dem eines anderen, ohne zu prüfen, ob er überhaupt in vergleichbarer Höhe setzen kann. Bei zwei Schweizer Veranstaltern mit unterschiedlichen Höchstgrenzen ist das keine Randfrage.

Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Der Abstand ist erheblich: Der doppelte Höchsteinsatz bei Sporttip klingt nach einem Vorteil, aber die Änderbarkeit der Limite ohne Begründung entwertet den Anspruch wieder. Eine Limite, die der Veranstalter jederzeit anpassen darf, ist keine Zusage, sondern eine Momentaufnahme. Wer in einer Verkaufsstelle plant, mehrere Kombinationen auf einem Wettschein zu bündeln, muss bei Jouez Sport auf die Gesamtsumme von CHF 7’500 achten — nicht auf den Einzelbetrag.

Was ein Wettschein zurückgibt

Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Ausgezahlt wird aufgerundet auf zwei Nachkommastellen und dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 50 auf eine Quote von 2.10 sind das ohne Rundungsverluste CHF 105.

Bei Jouez Sport liegt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Diese Gewinnobergrenzen sind der Punkt, an dem sich ein Quotenvergleich für grosse Einsätze erledigt. Wer CHF 500 auf eine Quote von 2.10 setzt, liegt bei CHF 1’050 und weit unter jeder Grenze. Wer Kombinationen mit zwölf Voraussagen plant, findet sie bei Jouez Sport nicht — die Obergrenze liegt bei zehn.

Wenn ein Ereignis nicht stattfindet

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Bei einer Kombiwette mit mehreren Annullierungen fällt ein Teil der Gesamtquote weg, und der Rest bleibt bestehen.

Die 48-Stunden-Frist ist grosszügig genug, um die meisten Nachholtermine zu erfassen. Bei einem Spiel, das wegen Wetters um eine Woche verschoben wird, verliert die Wette ihre Gültigkeit, und der Einsatz kommt zurück. Wer das nicht erwartet, wundert sich beim nächsten Blick auf den Kontostand.

Cash-Out, Boosts und die Kombiwetten-Funktion

Ein Cash-Out ist in der Schweiz nicht gesetzlich geregelt. Es ist eine Funktion jedes Veranstalters, und wer sie vergleicht, vergleicht Vertragsbedingungen, nicht Marktstandards.

Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, allerdings nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer halb raus will, bleibt ganz drin oder geht ganz raus.

Für Livewetten bei Sporttip gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Entscheid des Videoschiedsrichters — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.

Das erklärt, warum Livewetten technisch schwieriger sind, als sie aussehen. Wer in der Sekunde nach einem Tor noch auf den nächsten Torschützen setzen kann, hat den Vorteil, den ein Buchmacher am meisten fürchtet. Dass in diesen Situationen auf 1.00 gewertet wird, ist keine Willkür, sondern die Notbremse gegen Wetten auf ein bereits eingetretenes Ereignis.

Vier oder fünfzehn Voraussagen

Der Kombiboost bei Sporttip gilt nur online, für Prematch-Wetten, Live-Wetten und Systemwetten. Er verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.

Die Staffelung lohnt einen zweiten Blick. Vier richtige Voraussagen ein Minimum von 1.50 zu finden und dafür fünf Prozent mehr Nettogewinn zu erhalten ist ein schlechtes Geschäft, sobald eine der Voraussagen kippt — die erhöhte Quote gilt nur bei Gewinn. Der Sprung auf sieben Voraussagen und 20 % ist der erste Punkt, an dem die Erhöhung überhaupt ins Gewicht fällt.

Quotenboosts und ihre Bedingung

Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Wer vorzeitig auscasht, verliert den Boost.

Das Wort «Boost» führt in die Irre, sobald es an eine Einzelwette auf eine Voraussage gebunden ist. Ein Boost, der nur einmal gilt und nur für eine Einzelwette, ist keine Verbesserung des Angebots, sondern ein Anreiz, überhaupt erst eine Wette abzuschliessen. Wer den Boost als Grund nimmt, eine Wette zu platzieren, die er sonst nicht platziert hätte, hat dafür bezahlt.

Abhängige Ereignisse und die Bet-Builder-Funktion

Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung ausschliesslich über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Die Regel ist unspektakulär, ihre Folge nicht. Zwei Voraussagen aus demselben Spiel — Torschütze und Endergebnis — hängen voneinander ab, und die Gesamtquote einer abhängigen Kombination wäre systematisch zu hoch. Wer für einen einmaligen Fehler komplett aus der Wette fliegt, verliert den möglichen Gewinn, nicht den Einsatz.

Einordnung: zehn Anbieter im Überblick

Nachfolgend stehen die Anbieter in der Reihenfolge, in der sie verglichen werden. Die zwei Schweizer Veranstalter zuerst, danach acht Marken ohne Schweizer Bewilligung, die Schweizer Spielende dennoch antreffen. Für die acht gilt: beschrieben und beurteilt, nichts darüber hinaus. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht bewilligt ist, ist strafbar, und eine Beschreibung ist keine Werbung.

Wichtig für die Lektüre: Wo zu einer Marke eine Eigenschaft nicht bekannt ist, steht darüber hier nichts. Das ist keine Leerstelle in der Bewertung, sondern eine Grenze der Belegbarkeit. Wer bei einer dieser Marken ein Merkmal sucht, findet es in deren eigenen Bedingungen — oder nicht.

1. Swisslos Sporttip — der Preissetzungsmassstab des Schweizer Markts

Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein.

Die Bewilligung ist eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel: Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung, beaufsichtigt durch die Gespa. Damit gehört Sporttip zu den zwei Veranstaltern, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt.

Ein Onlinekonto bekommt nur, wer im Vertragsgebiet wohnt. Bei der Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, jede Person darf sich nur einmal registrieren, und die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.

Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1 für Einzel- und Kombinationswetten, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.

Was den Anbieter im Vergleich besonders macht, ist weniger die Quote als die Werkzeugliste. Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten vor Spielbeginn und live, der Kombiboost für Online-Wetten, Quotenboosts und Profitboosts, die Bet-Builder-Funktion für abhängige Ereignisse — das ist die breiteste Funktionspalette im bewilligten Schweizer Markt, und sie kommt mit der Einschränkung, dass jeder Boost einmalig und betragsmässig begrenzt ist.

Das Urteil: Sporttip ist der Massstab, gegen den in der Schweiz alles andere gemessen wird, weil es niemanden gibt, gegen den sonst gemessen werden könnte. Für Spielende in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein ist es die einzige Kombination aus Schweizer Bewilligung, Schweizer Verlustlimiten, Zugang zum Sperrregister und einem vollständigen Online-Werkzeugkasten. Wer bereits ein Konto bei der Loterie Romande unterhält, hat hier ohnehin keinen Zugang.

2. Loterie Romande (Jouez Sport) — tiefere Obergrenzen, eigenes Einzugsgebiet

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Auch hier handelt es sich um eine Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel, mit Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung und unter Aufsicht der Gespa. Ein Onlinekonto ist auf Personen mit Wohnsitz im Gebiet der sechs Kantone beschränkt.

Die Limiten liegen anders als bei Swisslos. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten.

Beim Gewinn setzt der Veranstalter grosszügigere Grenzen: CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen. Die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Das Verhältnis zwischen den beiden Schweizer Veranstaltern ist damit das Gegenteil eines klassischen Wettbewerbs. Die Loterie Romande erlaubt den vierfachen Höchstgewinn pro Wette, aber nur den halben Höchsteinsatz und weniger als ein Fünftel der Voraussagen in einer Kombination. Wer in der Westschweiz systematisch hohe Kombinationen spielt, stösst bei zehn Voraussagen an die Wand. Wer grosse Einzelwetten platziert, stösst bei CHF 500 an die Wand.

Das Urteil: Der Anbieter ist für die Westschweiz das, was Sporttip für die Deutschschweiz ist, mit einer anderen Limitenarchitektur — niedrigere Einsätze, höhere Gewinnobergrenzen, schmalere Kombinationen. Ein Konto in beiden Systemen ist nicht möglich, weil die Wohnsitzbedingung jede der beiden Seiten auf ihr Gebiet beschränkt.

3. AmunRa — ohne Schweizer Bewilligung

AmunRa hat keine Schweizer Bewilligung. Als legale Anbieter in der Schweiz sind ausschliesslich Swisslos und die Loterie Romande zugelassen. Die gemeldete Bewilligung des Anbieters ist rechtlich ohne Relevanz, und der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen; es besteht kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.

Für Schweizer Spielende heisst das: ein Konto ohne Schweizer Schutzmechanismen. Verlustlimiten nach Schweizer Vorgaben, die Beteiligung am Sperrregister und eine Wohnsitzbindung sind nicht Teil des Angebots. Wer Wert darauf legt, eine Beschwerde auch durchsetzen zu können, hat hier keine Adresse dafür.

Das Urteil: Die Marke ist im Vergleich nur als Referenzpunkt von Interesse, weil sie den Kontrast zum bewilligten Markt sichtbar macht. Alles, was den Schweizer Schutz ausmacht, ist hier nicht vorhanden — und zwar nicht teilweise, sondern vollständig. Wer bei einem Anbieter ohne Bewilligung gewinnt, gewinnt unter Bedingungen, die das Schweizer Recht nicht kennt und auch nicht schützt.

4. Boomerang Bet — ohne Schweizer Bewilligung

Boomerang Bet operiert ohne Schweizer Bewilligung. Gesetzlich dürfen hier nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten. Die vom Anbieter selbst gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert, und der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen; ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Die Lage unterscheidet sich in diesem Punkt nicht von der anderer Marken ohne Bewilligung. Was eine Bewertung tragen könnte, sind die eigenen Bedingungen des Anbieters — dort stehen die Limiten, die Zahlungswege und die Regeln zu Wetten, die der Kunde selbst nachlesen muss, weil keine Aufsichtsbehörde sie für ihn prüft.

Das Urteil: Der Massstab, der bei einem bewilligten Anbieter durch die Aufsicht gesetzt wird, fehlt hier vollständig. Das heisst nicht, dass die Seite schlecht geführt ist — es heisst, dass die Aussagen darüber allein beim Betreiber liegen.

5. Wettigo — ohne Schweizer Bewilligung

Wettigo besitzt keine Bewilligung für den Schweizer Markt. Das Geldspielgesetz erlaubt das Angebot von Sportwetten nur für Swisslos und die Loterie Romande. Eine gemeldete ausländische Bewilligung ist hier ohne Wirkung; auch hier besteht kein Anschluss an das Sperrregister oder ein Schweizer Rechtsweg.

Damit gilt für diese Marke dasselbe Grundmuster wie für die übrigen Anbieter ohne Schweizer Zulassung: Der Spielende verhandelt mit einem privaten Vertragspartner, nicht mit einem bewilligten Veranstalter.

Das Urteil: Für einen Quotenvergleich ist die Marke nur dann von Bedeutung, wenn der Preis deutlich über dem liegt, was die bewilligten Anbieter bieten — und wer über eine ausländische Seite mit Schweizer Rechtsschutz rechnet, rechnet mit einer Sicherheit, die es dort nicht gibt.

6. Rainbet — ohne Schweizer Bewilligung

Rainbet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur die beiden bewilligten Veranstalter dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten. Die gemeldete Bewilligung ist nicht etabliert und hat keine Wirkung im Land.

Wer diese Marke dennoch ins Auge fasst, sollte die eigenen Bedingungen genauer lesen als bei jedem Schweizer Anbieter. Nicht, weil dort grundsätzlich schlechtere Regeln stünden, sondern weil niemand sie gegenprüft.

Das Urteil: Im Kontrast zu den zwei bewilligten Veranstaltern zeigt sich hier die Grenze des Quotenvergleichs. Ein Preis allein sagt nichts über den Rechtsweg, der bei einem Streit offensteht — und hier steht keiner offen.

7. BassBet — ohne Schweizer Bewilligung

BassBet verfügt über keine Schweizer Zulassung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten dürfen, ist das Angebot illegal. Jegliche angegebene Bewilligung ist in der Schweiz nicht anerkannt und hat keine Wirkung. Kein Anschluss an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Auch hier gilt: Über Limiten, Zahlungswege und Bearbeitungszeiten macht der Anbieter selbst Angaben, und nichts davon wird in der Schweiz geprüft.

Das Urteil: Als Vergleichsgrösse taugt die Marke nur für den Preis. Wer den gesamten Rahmen eines Angebots vergleichen will — Limiten, Register, Rechtsschutz —, findet hier nur die Hälfte der Vergleichsfläche.

8. Pribet — ohne Schweizer Bewilligung

Pribet fehlt die notwendige Schweizer Bewilligung. Da der Markt exklusiv Swisslos und der Loterie Romande vorbehalten ist, ist das Angebot nicht bewilligt. Eine angegebene Lizenz findet im Schweizer Recht keine Anwendung, und da sie nicht anerkannt ist, fehlt auch der Zugang zum Sperrregister.

Jede Zusage über Limiten oder Auszahlungen bleibt damit eine Zusage des Betreibers an sich selbst.

Das Urteil: Im Vergleich zu einem bewilligten Veranstalter fehlt nicht in erster Linie die Quote, sondern die Instanz, die eine Zusage einfordern könnte.

9. Coolzino — ohne Schweizer Bewilligung

Coolzino operiert ohne die erforderliche Schweizer Bewilligung. Da nur Swisslos und die Loterie Romande in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, ist das Angebot nicht legal. Eine gemeldete Bewilligung ist rechtlich belanglos und bietet keinen Schweizer Rechtsweg oder Anschluss an das Sperrregister.

Für Spielende bedeutet die fehlende Wohnsitzbeschränkung keine Erweiterung des Zugangs, sondern den Wegfall der Bedingung, die bei den bewilligten Veranstaltern an einen Schutzmechanismus geknüpft ist.

Das Urteil: Wer die Marke ausprobiert, probiert einen Vertrag aus, dessen Durchsetzung nicht in der Schweiz stattfindet. Das ist kein Ausschlusskriterium für jeden, aber es gehört vor die erste Einzahlung und nicht danach.

10. HighFlyBet — ohne Schweizer Bewilligung

HighFlyBet besitzt keine Schweizer Bewilligung. Da ausschliesslich Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten anbieten dürfen, ist dieses Angebot in der Schweiz nicht zugelassen. Die gemeldete Bewilligung findet keine Anwendung. Wie bei anderen nicht bewilligten Anbietern fehlt der Anschluss an das Sperrregister und der Schweizer Rechtsweg.

Damit schliesst sich der Kreis der acht Marken, die in dieser Gegenüberstellung nur deshalb erscheinen, weil ihnen Schweizer Spielende begegnen — nicht, weil sie am Schweizer Markt teilnehmen.

Das Urteil: Am Ende bleibt die Frage, was ein Vergleich ohne gemeinsamen Rechtsrahmen überhaupt leistet. Er zeigt Preise, und Preise sind das Einzige, was hier vergleichbar bleibt.

Was vom Angebot übrig bleibt

Zwei Veranstalter mit Bewilligung, neunzehn Kantone und das Fürstentum Liechtenstein auf der einen Seite, sechs Westschweizer Kantone auf der anderen, und dazwischen eine Landesgrenze, die kein Angebot überwindet. Mehr Buchmacher gibt es in der Schweiz nicht, unabhängig davon, wie viele Marken eine Suchmaschine auflistet. Wer den Vergleich als Einkaufsliste liest, wird enttäuscht; wer ihn als Leseübung in Preisen versteht, behält etwas davon.

Was der Kunde selbst in der Hand hat, ist der Preis und die Limite. Die Marge steckt in jeder Quote, und sie lässt sich aus den angezeigten Zahlen ausrechnen, ohne dass jemand sie ausweisen müsste. Limiten beeinflussen, wie viel überhaupt aufs Spiel gesetzt werden kann — bei CHF 500 oder CHF 1’000 ist für die meisten Haushalte die Grenze nicht das Konto, sondern die Regel. Wer beides kennt, braucht keine Liste mit zehn Anbietern, um zu entscheiden, was ein Angebot wert ist.

Und dann ist da noch die Verlustlimite, die der Spielende bei der Registrierung selbst einträgt. Sie ist die einzige Zahl in diesem ganzen Vergleich, die nicht der Veranstalter festlegt. Das ist die unangenehme Pointe: Die wirksamste Stellschraube im Schweizer Sportwettenmarkt gehört dem Kunden, und die meisten merken es erst, wenn sie schon gesetzt haben.

Häufige Fragen zum Quotenvergleich

Wie berechne ich die Marge eines Veranstalters aus den Quoten eines Spiels?

Bilden Sie den Kehrwert jeder Quote und addieren Sie die Werte. Bei 1,25 / 5,00 / 10,00 ergibt das rund 90,91 %. Die Differenz zu 100 % ist die Marge des Veranstalters. Die Rechnung funktioniert mit jeder Quote in jedem Markt und braucht keine Zusatzangabe des Buchmachers.

Unterscheiden sich Sporttip und Jouez Sport bei den Quoten desselben Spiels?

Die beiden Veranstalter bedienen getrennte Gebiete, und ein Onlinekonto erhält nur, wer dort wohnt. Ein direkter Quotenvergleich derselben Partie ist für eine einzelne Person praktisch kaum durchführbar. Wer den Vergleich anstellt, tut das als Beobachter, nicht als Wettender mit Zugang zu beiden Seiten.

Was ist der Overround, und was sagt er über den Verdienst des Buchmachers aus?

Der Overround ist der Überschuss, um den die impliziten Wahrscheinlichkeiten aller Ausgänge zusammen über 100 % liegen. Er entsteht, weil Buchmacher ihre Quoten so kalkulieren, und er ist der Gewinn des Buchmachers bei ausgeglichenem Buch. Je kleiner der Wert, desto günstiger die Quoten für die Wettenden.

Wie wird aus einer Dezimalquote die implizite Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs?

Bei festen Dezimalquoten ist die implizite Wahrscheinlichkeit der Kehrwert der Quote. Die Quote 1,01 steht für 99,01 %, die Quote 2,00 für 50,00 %, die Quote 4,00 für 25,00 %. Addiert man die Kehrwerte aller Ausgänge eines Marktes, liegt die Summe immer über 100 %.

Warum ist die Ausschüttung bei drei Ausgängen niedriger als bei zwei?

Bei Wetten mit zwei möglichen Ausgängen, etwa Tennis, liegt die Ausschüttung typisch bei etwa 90 %. Bei drei möglichen Ausgängen, etwa Fussball, liegt sie bei etwa 85 %. Ein Markt mit mehr Ausgängen ist schwerer auszubalancieren, und diesen Nachteil gibt der Buchmacher über die Quote an die Wettenden weiter.

Lohnt sich der Vergleich mit ausländischen Seiten trotz fehlendem Schweizer Schutz?

Für Spieler, die auf ausländische Seiten blicken, gilt: Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung unterliegt nicht der Schweizer Aufsicht; das heisst, es besteht kein Anschluss an das Sperrregister oder ein garantierter Schweizer Rechtsweg. Das ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Frage der Durchsetzbarkeit.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»