Serie A aus der Schweiz bespielen: die bewilligte Route und ihre Grenzen
Die italienische Liga ist über den Satelliten für jeden im Land erreichbar. Das Wettprogramm darauf ist es nicht. Wer von Zürich, Basel oder Bern aus auf die Serie A setzen will, landet bei Swisslos und dessen Produkt Sporttip; wer in Genf, Lausanne oder Sitten wohnt, bei der Loterie Romande und Jouez Sport. Dazwischen steht kein dritter bewilligter Anbieter, und dieses Fehlen ist der erste Punkt, den man verstehen muss, bevor man sich über Quoten, Meisterwetten oder Langzeitwetten Gedanken macht.

Wer dagegen bei einer der Marken landet, die auf jeden Suchbegriff eine Anzeige kaufen, kauft sich ein anderes Rechtsverhältnis mit. Nicht eine schlechtere Plattform — einen anderen Vertragspartner, ohne Schweizer Aufsicht und ohne Schweizer Rechtsweg. Der Unterschied liegt nicht in der Oberfläche, sondern darin, wer zuständig ist, wenn etwas schiefgeht.
Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zur Bewilligungslage wurden gegen die Veröffentlichungen der Gespa, der interkantonalen Geldspielaufsicht, und gegen die Teilnahmebedingungen der beiden bewilligten Veranstalter geprüft.
Zwei Wege stehen einem Wettenden hier also offen, und keiner davon führt zu einem breiten Marktvergleich. Wer in der Deutschschweiz sitzt, kann nicht zwischen zwei Schweizer Anbietern wählen. Er kann wählen zwischen dem bewilligten Weg und dem Verlassen der Bewilligung. Genau darum geht es auf dieser Seite: welche Route existiert, was jede kostet und für wen sie sinnvoll ist.
Die italienische Liga als Grundlage jeder Wette
Italiens Meisterschaft ist eine der ältesten und stabilsten Ligen Europas, und genau das macht sie für Wettende interessant. Die Struktur ändert sich kaum, die Vereine sind bekannt, die Zahl der Spiele ist planbar. Die Serie A wird von der Lega Nazionale Professionisti Serie A organisiert, auch Lega Calcio genannt, einer Untereinheit des italienischen Fussballverbands FIGC. Ausgetragen wurde die erste italienische Meisterschaft 1898, den ersten Titel holte der CFC Genua. Den Namen Serie A trägt die Liga seit der Reform von 1946, mit der die Lega Calcio entstand.

Seit der Saison 2004/05 spielen 20 Vereine in der Serie A, zuvor waren es 18. Jeder Verein bestreitet 38 Spieltage im Hin- und Rückspiel, die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Die Saison 2025/26 lief vom 23. August 2025 bis zum 24. Mai 2026. Meister wurde Inter Mailand mit 87 Punkten. Torschützenkönig wurde Lautaro Martínez, ebenfalls Inter Mailand, mit 17 Toren. Abgestiegen sind US Cremonese mit 34 Punkten, Hellas Verona mit 21 Punkten und Pisa SC mit 18 Punkten.
Eine Zahl aus diesem Absatz verdient einen zweiten Blick: 87 Punkte für den Meister, 17 Tore für den besten Torschützen. Beides sind keine Spitzenwerte, die eine Liga dominieren. Wer aus einer Meisterschaft mit 38 Spielen eine Erwartung an die nächste Saison ableitet, arbeitet mit einer Zahl, die sich jedes Jahr neu bildet.
Hin- und Rückspiel, Auf- und Abstieg
Aus der Serie A steigen die letzten drei Mannschaften in die Serie B ab. Aufsteigen die beiden Besten der Serie B und der Sieger der Play-offs der Plätze 3 bis 6. Bei Punktgleichheit entscheidet in der Serie A der direkte Vergleich; Entscheidungsspiele wurden bis zur Saison 2005/06 ausgetragen. Für die Tabelle ist das relevant, für einzelne Wetten weniger — Tore und Punkte entscheiden, die direkte Begegnung nur bei Gleichstand am Saisonende.
Rekordmeister ist Juventus Turin mit 36 Titeln, gefolgt von Inter Mailand mit 21 und dem AC Milan mit 19 Titeln. Dass Inter in der jüngsten Saison den Titel geholt hat und in der ewigen Liste noch 15 Titel hinter Juventus steht, beschreibt die Liga gut: Die grossen drei sind selten weit weg, aber die Reihenfolge wechselt.
Der Auf- und Abstiegsmechanismus hat eine unmittelbare Folge für das Wettprogramm. In den letzten fünf Spieltagen treffen Mannschaften aufeinander, für die es um nichts mehr geht, und solche, für die es um alles geht. Die Quoten kennen dieses Motivationsgefälle, aber sie kennen es nur ungefähr. Wer im April auf ein Spiel der abgestiegenen Mannschaft gegen einen Europapokal-Anwärter setzt, setzt auf eine Einschätzung, die von der Tabelle und nicht von der Form diktiert wird.
Die Rechtslage: zwei Bewilligungen, und keine dritte
Online-Sportwetten sind im Schweizer Recht ein Grossspiel und unterstehen dem Geldspielgesetz, BGS, SR 935.51, in Kraft seit dem 1. Januar 2019. Aufsicht ist die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, gestützt auf das Geldspielkonkordat, in Kraft seit dem 1. Januar 2021. Wer an die ESBK denkt, liegt falsch: Diese Behörde beaufsichtigt ausschliesslich Casinos.

Wer hier Sportwetten veranstalten will, braucht eine Veranstalterbewilligung und dazu eine Bewilligung pro Spiel. Diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz. Eine ausländische Lizenz — gleich aus welchem Land — entfaltet hier keine Wirkung. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt.
Diese beiden sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Beide brauchen für ihre Online-Angebote eine Anmeldung mit Altersnachweis, und in beiden Fällen muss man im jeweiligen Service-Gebiet wohnen. Der Service-Bereich von Swisslos umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH, dazu den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande ist für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura zuständig.
Hier wird die freie Wahl, die man sich wünscht, zum Wohnortkriterium. Wer sein Konto bei der Loterie Romande will, braucht eine Adresse in der Westschweiz. Die Bewilligung von Swisslos bezieht sich nur auf die Schweiz. Und wer bei einer ausländischen Marke spielt, wechselt nicht zu einem besseren Angebot, sondern zu einer anderen Rechtsordnung.
Warum steuerfinanzierte Gewinne hinter der Bewilligung stehen
Dass es nur zwei Veranstalter gibt, hat einen fiskalischen Grund. Swisslos ist rechtlich eine Genossenschaft mit Sitz in Basel, die Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 durchführt. Für das Jahr 2025 verteilte Swisslos einen Reingewinn von CHF 562 Mio. Davon gingen CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz, die damit Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und die Sporthilfe unterstützt. Aus den Sportwetten stammten dabei CHF 109 Mio., nach CHF 122 Mio. im Jahr 2024.
Der Rückgang von 2024 auf 2025 in einem einzigen Jahr ist gross genug, um ihn nicht zu übersehen. Der Grund ist nicht ein Mangel an Fussball, sondern die Verschiebung eines Teils des Spiels in Angebote ausserhalb der Bewilligung. Darin liegt die eigentliche Pointe der Schweizer Marktstruktur: Die Beschränkung, die das Spiel schützen soll, verschiebt einen Teil davon in Richtung der ungeschützten Angebote. Die Steuer- und Fiskalpolitik spielt hier eine Rolle, aber sie bildet nicht die Realität ab.
Sie nennt Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne als Kontaktadresse, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. 2’350 Verkaufsstellen sind ein Vertriebsnetz, kein Online-Produkt. Wer Sporttip oder Jouez Sport vor allem als Webseite denkt, sollte diese Zahl kennen: Ein grosser Teil des Schweizer Grossspielgeschäfts läuft weiterhin über die Theke.
Was überhaupt Gegenstand einer Wette sein darf
Die erlaubte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste. Die Gespa führt Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten auf, auf die gewettet werden darf — in der Fassung vom 10. September 2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS. Dabei sind Qualifikationsrunden nur, wenn sie genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Platzierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder das Podium entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste weist keine Karten- oder Eckenmärkte und keine E-Sport-Sektion auf. Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.
Wetten sind nur auf Sport möglich. Auf Wetter, Politik oder TV-Shows kann man bei einem Schweizer Veranstalter nicht setzen. Live-Wetten sind erlaubt, vor und während des Ereignisses, sofern der Anbieter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; das BGS kennt keine darüber hinausgehende gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Cash-Out ist nicht gesetzlich geregelt und bleibt ein Merkmal des jeweiligen Anbieters. Über die Rechtmässigkeit virtueller Sportarten lässt sich nichts sagen.
Wer sich über fehlende Märkte ärgert, sollte die Adresse der Liste kennen. Sie ist frei zugänglich, und wer nicht schaut, wird darüber nur aus zweiter Hand informiert.
Schutzmechanismen: was vor der ersten Wette steht
Die Schweiz kennt keine gesetzlich festgeschriebene Einzahlungslimite. Das überrascht viele, weil die Spielerschutzdebatte in anderen Ländern genau hier ansetzt. Was es gibt, ist die Verpflichtung des Veranstalters, einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat zu verlangen. Die Zahl setzt die Spielende selbst.
Bei Sporttip ist das Teil der ersten Teilnahme. Vor der ersten Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Die Frist ist die interessantere Hälfte. Nach Statut beträgt sie 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Genau diese Zeit steht einem Spieler, der in einer Verlustphase erhöhen möchte, im Weg.
Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage einrichten. Für den einen ist das eine Formalität, für den anderen die wichtigere Zahl — nämlich dann, wenn beim letzten Mal nachgeladen wurde, bevor eine Wette abgerechnet war. Für Schweizer Wettende kommt noch ein Vorteil hinzu: Auszahlungen von Gewinnen und Kontoständen gehen nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Kontoinhaber. Wer also ein Konto bei einem Schweizer Veranstalter führt, kann keine beliebigen Konten zum Auszahlen nutzen. Zudem dürfen keine Kredite an Spieler vergeben werden.
Selbstsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos kann man sich den Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne dass die Sperre vor Fristablauf aufgehoben wird. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach frühestens drei Monaten aufgehoben werden; eine Fachstelle wird dabei einbezogen. Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss ohnehin angeboten werden.
Zwei konkrete, sehr unterschiedliche Konsequenzen: Das Register macht eine Sperre bei einem Anbieter zu einer bei allen. Und wer gesperrt oder minderjährig ist, hat keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Die zweite Regel klingt hart. Sie ist die einzige, die eine Sperre im Alltag überhaupt durchsetzbar macht. Ohne sie wäre die Selbstsperre eine Einladung, einfach mit einem neuen Konto weiterzumachen — und die Sperre hätte keine Wirkung. Eine vollständige Lektüre der Rechtsfolgen gehört deshalb zur Wahrheit über die Spielsperre.
Mit strengen Kontrollen an den Verkaufsstellen darf man dagegen nicht rechnen. Die Gespa hat 2025 an 200 Verkaufsstellen geprüft, ob eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wird; in 47.5 % der Fälle geschah genau das. Wer glaubt, der Weg über den Kiosk sei der kontrollierte Weg, sollte diese Zahl kennen. Ein bewilligter Kanal ist kein stufenlos kontrollierter Kanal.
Wie man an ein Ergebnis herangeht: Prognosen und Strategie
Serie-A-Tipps sind ein Gewerbe, und der Unterschied zwischen einer seriösen Einschätzung und einer Verkaufszeile liegt darin, was man über die Trefferquote schreibt und was man weglässt. Eine gute Einschätzung beginnt mit Form, Kaderlage und Tabellenstand, gewichtet die Spielstärke des Gegners, zieht Verletzte ab und schaut dann auf die Quote. Der unehrliche Teil beginnt dort, wo eine gut begründete Einschätzung als nahezu sicher verkauft wird.
Auf jeden «Tipp» folgt in solchen Kanälen ein Ergebnis, und die meisten Fälle werden nicht nachgerechnet. Wer über eine Saison auf jede dieser Angaben Geld setzt, zahlt in jedem Fall die Marge. Der Weg, auf dem der Buchmacher sicher verdient, ist der Umsatz, nicht ein bestimmtes Spiel. Wer das versteht, kann eine Prognose als Einschätzung nutzen und muss sie nicht als Zusage lesen.
Form, Tabelle und der Faktor Zeit
Der zweite Punkt ist die Aufgabe der Auswahl. Die Liga verschiebt sich über die Saison. Eine Mannschaft mit einer Serie von vier Siegen wird teurer, als sie Anfang der Serie war. Bei Punktgleichheit entscheidet in der Serie A der direkte Vergleich. Für die Tabelle ist das relevant, für einzelne Wetten weniger — Tore und Punkte entscheiden. Wer den Abstiegskampf gegen einen Mittelfeldgegner setzt, muss sich über die Motivation jedes Vereins im Klaren sein. Wer dagegen Meisterwetten spielt, muss eine Prognose über eine ganze Saison halten, nicht über einen Spieltag.
Ein dritter Faktor ist der Faktor Zeit selbst. Die Saison läuft von Ende August bis Ende Mai. Langzeitwetten binden Kapital über Monate. Eine Meisterwette im August auf Juventus bleibt bis Mai im Topf des Veranstalters. Der Auszahlungsanteil solcher Wettmärkte wird im Jahresverlauf nicht grosszügiger.
Wo die Strategie tatsächlich ansetzt
Die praktische Folge aus dieser Unsicherheit ist weniger Aufwand pro Wette und mehr Aufmerksamkeit für die Struktur des Einsatzes. Wer jede Woche fünf Wetten setzt, weil fünf Spiele im Programm stehen, bezahlt fünfmal die Marge. Wer zwei Wetten mit begründeter Einschätzung setzt, bezahlt zweimal. Das ist der einzige Teil der Rechnung, der sich beeinflussen lässt.
Der zweite Ansatz ist die Wahl des Marktes. Die Marge ist nicht über alle Märkte gleich verteilt. Der klassische 1X2-Markt ist bei den meisten Anbietern der billigere; exotische Märkte kosten mehr. Wer eine Überzeugung hat, die sich in einen gängigen Markt übersetzen lässt, zahlt weniger für dieselbe Einschätzung.
Der dritte ist das Volumen. Einsatz pro Wette geteilt durch Kontogrösse ist die Zahl, die über Erfolg oder Abbruch entscheidet, nicht die Trefferquote. Die Serie A spielt 38 Runden; die Saison hat mehr Wochen als Spiele mit klarer Favoritenstellung. Wer das Volumen so plant, dass er diese Wochen übersteht, braucht die spektakuläre Einzelwette nicht.
Quoten, Märkte und was die Marge kostet
Eine Quote enthält zwei Dinge, die man auseinanderhalten muss: die Einschätzung des Veranstalters und seine Marge. Quoten sind keine Messung von Wahrscheinlichkeit; sie sind ein Angebot mit eingebauter Gebühr. Die Kennzahl, die diese Gebühr sichtbar macht, ist der Auszahlungsanteil.
Der Auszahlungsanteil eines Marktes ergibt sich aus der Summe der Kehrwerte aller Quoten: 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 100 % minus diesen Wert. Das ist ein Marktbegriff, kein Gesetzestext, und es ist die Kennzahl, die über die Karriere am teuersten zu stehen kommt.
Ein Auszahlungsanteil von 95 % und eine Marge von 5 % sind dieselbe Sache aus zwei Richtungen. Wer das verwechselt, für den klingt «5 % Marge» wie ein Nebenkostenposten und «95 % Auszahlung» wie ein Sonderangebot.
Rechnen wir es an einem Beispiel durch: ein 1X2-Markt mit den Quoten 2.10 für den Heimsieg, 3.40 für das Unentschieden und 3.60 für den Auswärtssieg. Die Summe der Kehrwerte ist 1/2.10 + 1/3.40 + 1/3.60, das sind rund 0.9550, und der Auszahlungsanteil liegt damit bei rund 95,5 %. Die Marge beträgt also rund 4,5 %. Das ist eine illustrative Rechnung, kein abgelesener Preis aus einem aktuellen Wettprogramm. Reale Margen liegen je nach Markt und Ereignis in einem Band von etwa 4 % bis 8 %, bei Langzeitwetten wie dem Meistertitel oft am oberen Rand. Der erwartete Verlust beträgt unter der Annahme, dass nur auf diesen Markt gesetzt wird, rund 4,5 % des Einsatzes — über eine Saison mit vielen Wetten summiert sich das zu einer Summe, die grösser ist als jede einzelne Wette, die man gewinnt.
Das ist der Teil der Rechnung, den kein Bonus wegzaubert. Wer einen «verdoppelten» Gewinn oder eine «risikofreie» Wette angeboten bekommt, sollte die Zahl daneben legen: Bei einem Auszahlungsanteil von 95 % zahlt jede einzelne Wette im Schnitt fünf Rappen des Einsatzes an den Veranstalter. Die Frage ist nicht, ob das passiert, sondern ob der angebotene Bonus diese fünf Rappen wert ist.
Einzel-, Kombi- und Systemwetten
Eine Einzelwette setzt einen Einsatz auf ein Ereignis. Eine Kombiwette verbindet mehrere Voraussagen in einem Wettschein, wobei sich die Quoten multiplizieren. Eine Systemwette setzt auf mehrere Kombinationen aus einer Auswahl von Voraussagen, sodass nicht alle richtig sein müssen.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Limite gilt, aber sie ist keine Zusage, dass sie morgen noch so aussieht.
Die Obergrenze von CHF 1’000 pro Wettschein klingt grosszügig, bis man sie neben die Verlustlimite von CHF 9’999 über 30 Tage legt. Wer sein Volumen aus der Einsatzgrenze ableitet und nicht aus der Verlustlimite, hat die falsche Zahl im Kopf. Die Verlustlimite ist die Grenze, die einen Spieler auch langfristig schützt; die Einsatzlimite schützt den Veranstalter vor einem einzelnen Fehler.
Abhängige Ereignisse und der Bet-Builder
Bei abhängigen Wettereignissen derselben Sportveranstaltung greift eine Sonderregel. Bei Sporttip lassen sich solche Ereignisse nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombinieren. Nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Wer eine Kombination aus Karten und Ergebnis desselben Spiels zusammenstellt, spielt genau in diesen Bereich. Der Einsatz kommt zurück, die Wette ist weg.
Für den Wettenden heisst das: Die Kombination aus Torschütze und Ergebnis desselben Spiels ist keine normale Kombiwette, sondern eine Funktion mit eigenen Regeln. Wer sie umgeht, kann die ganze Wette verlieren, obwohl er mit jedem einzelnen Teil richtig lag.
Cash-Out und Boosts
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live — aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden.
Cash-Out ist damit kein Werkzeug zum Absichern, sondern ein Verkauf: Wer aussteigt, verkauft seinen Schein unter seinem möglichen Wert zurück an den Veranstalter. Der Preis dieses Verkaufs ist die Gebühr für die Gewissheit. Und wer einen Boost mitnimmt und dann die Wette per Cash-Out auflöst, verliert den Boost: Bei einem Cash-Out verfällt er.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist kein Versprechen ohne Bedingungen, sondern ein Stufenmodell mit einer Mindestquote, die man erst erreichen muss.
Was zur regulären Spielzeit gehört
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also 90 Minuten, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Die Nachspielzeit zählt mit — ein Treffer in der 93. Minute ist also gewertet. Die Verlängerung zählt nicht automatisch. Wer auf ein Pokalspiel oder ein Entscheidungsspiel setzt, liest vorher nach, ob der Markt auf die reguläre Spielzeit oder auf das Endergebnis gestellt ist.
Für Livewetten gilt bei Sporttip: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Wer live auf ein Tor setzt, während der Schiedsrichter schon auf den Punkt zeigt, bekommt diese Wette möglicherweise nicht angenommen. Sie läuft, aber sie kann zu 1.00 gewertet werden.
Die geprüften Veranstalter und Marken im Vergleich
Die folgende Einordnung trennt die zwei bewilligten Schweizer Veranstalter von acht Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Schweizer stehen wegen ihrer Bewilligung voran; die acht übrigen sind als Referenz aufgeführt, weil Schweizer Wettende ihnen begegnen.
| Anbieter | Schweizer Bewilligung | Veranstalter beziehungsweise gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| 22Bet | keine | keine Angabe |
| IviBet | keine | keine Angabe |
| BassBet | keine | keine Angabe |
| Sportuna | keine | keine Angabe |
| Rollbit | keine | keine Angabe |
| BillyBets | keine | keine Angabe |
| BetAlright | keine | keine Angabe |
| myBet | keine | keine Angabe |
Das Auffälligste an dieser Aufstellung sind die beiden oberen Zeilen, die sich in ihrer zweiten Spalte gleichen und in ihrem Zuständigkeitsbereich nicht überschneiden. Die eingeschränkte Bewilligung ist keine Formalität, sondern Konsequenz des Kartellrechts: Jeder der beiden Veranstalter bedient sein Gebiet, und die Wahl zwischen ihnen hängt an einem einzigen Kriterium — dem Wohnort. Wer innerhalb der Schweiz auf die Wahl zwischen zwei Schweizer Anbietern gehofft hat, findet sie nicht.
Die acht Marken ohne Schweizer Bewilligung sind nicht deshalb schlechter, weil ihre Lizenz ausländisch ist, sondern weil diese Lizenz hier keine Kraft hat. Die Folgen sind konkret: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain per DNS blockiert wird. Die Aufsichtsbehörde veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains; die erste erschien am 3. September 2019, Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — ein Vorgang, der als Domain-Hopping bekannt ist. In diesem Umfeld bewegen sich die acht Marken, und es erklärt, warum die Liste selbst nur eine Momentaufnahme ist.
Swisslos Sporttip: zwei Produkte, ein Vertragsgebiet, klare Limiten
Swisslos, die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel, veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Das Sportwettenprodukt heisst Sporttip. Die Bewilligung ist eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem BGS, unter Aufsicht der Gespa — eine der beiden Bewilligungen, die das interkantonale Recht zulässt.
Wer online teilnehmen will, muss mindestens 18 Jahre alt sein und Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben: die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie der Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Zusätzlich darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Betreffend Alter gilt: Die Teilnahme steht Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind ausgeschlossen.
Praktisch heisst das: Die Registrierung ist nicht anonym. Wer sich mit einem Ausweis anmeldet, dessen Foto gegen Adressdatenbanken läuft, hat sich einen digitalen Wohnsitz eingerichtet. Was für die Spielsperre sinnvoll ist, ist für einen Wettenden, der Diskretion sucht, weniger attraktiv.
Bei den Wetten liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, die Höchstgrenze für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei CHF 10’000. Weitere Schutzmechanismen: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage sind vor der ersten Teilnahme zwingend, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 bzw. CHF 1’000 für unter 21-Jährige; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich. Der Zugang lässt sich produktbezogen für 1 bis 180 Tage sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf, und eine unbefristete Spielsperre wird im schweizweiten Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein gilt. Neben diesen Einschränkungen gibt es zwei bekannte Merkmale: Der Cash-Out ist nur als vollständiger Ausstieg möglich, und der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50.
Das ist die umfassendste Produktbeschreibung, die man auf einer bewilligten Schweizer Sportwettenplattform bekommt, und der entscheidende Punkt liegt nicht in der Breite des Programms. Die stärkste Zusage ist die 72-stündige Wartezeit bei Limiten-Erhöhungen. Die Verlustlimiten sind mit CHF 9’999 über 30 Tage hoch, aber sie stammen aus den Bedingungen und sind keine Empfehlung des Hauses. Der Rest ist ein kontrollierter Rahmen — mit einem Auszahlungsanteil, der wie überall bei rund 95 % liegt und den man durch keinen Bonus umgeht.
Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, anderes Publikum
Die Loterie Romande veranstaltet das Produkt Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14, 1001 Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Ihre Bewilligung ist dieselbe Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS unter Gespa-Aufsicht, mit derselben Beschränkung auf ein Gebiet.
Ein Online-Konto ist damit für Personen mit Wohnsitz in diesen sechs Kantonen erreichbar. Wer in der Deutschschweiz lebt, kommt nicht in Frage. Wer in Freiburg oder Neuenburg lebt, hat mit dieser Marke eine der beiden Schweizer Optionen, die ihm überhaupt offenstehen. Die Zahl der 2’350 Verkaufsstellen ist für das Verständnis des Geschäfts wichtig: Der Vertrieb läuft zum grossen Teil über das Netz, nicht über einen einzigen Online-Kanal. Wer eine Frage zu einem Wettschein hat, findet eine Theke.
In diesem Abschnitt ist die Faktenlage dünn. Über Quoten, Limiten, Boosts und Zahlungswege dieser Marke liegt nichts vor. Was sich dennoch sagen lässt: Wer dort ein Konto eröffnet, sollte die Limiten sowie Höchst- und Mindesteinsätze aus den eigenen Teilnahmebedingungen lesen und nicht aus einem Vergleichsportal, in dem Zahlen aus verschiedenen Jahren nebeneinander stehen. Und die Spielerschutzpflichten aus dem Gesetz gelten für sie im gleichen Umfang wie für Swisslos; die Aufsicht ist dieselbe, die Bewilligung dieselbe.
Wer im Vertragsgebiet der Loterie Romande wohnt, hat mit ihr dieselbe Bewilligungsqualität wie mit Sporttip, nur mit anderem Marketingauftritt und anderer Verkaufsstruktur.
22Bet: ohne Bewilligung, mit den Folgen einer ausländischen Lizenz
22Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Das ist nicht das Ergebnis einer Prüfung dieses einzelnen Anbieters, sondern folgt aus dem Recht: Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Lizenz hat nach Art. 4 BGS hier keine Geltung.
Über eine gemeldete Lizenz dieses Anbieters liegt keine Angabe vor. Das hätte an der rechtlichen Stellung nichts geändert. Eine Lizenz aus einem anderen Land entfaltet für einen Schweizer Kunden keine Wirkung. Was folgt, sind drei Konsequenzen: keine Anbindung an das schweizerische Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit der Sperrliste, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS umsetzen. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt.
Wer in der Schweiz wohnt und ein Konto bei 22Bet hält, hat kein Konto unter Schweizer Bewilligung. Der Unterschied liegt nicht in der Funktion der Plattform. Er liegt in der Verfügbarkeit von Rechtsbehelfen. Wer sich über einen Zahlungsvorgang oder eine abgelehnte Wette beschwert, ist auf den Support des Anbieters angewiesen. Es gibt niemanden in der Schweiz, der für ihn nachschaut.
IviBet: die Freiheit des Angebots und ihr Preis
IviBet hat keine Schweizer Bewilligung. Es gibt keine Veranstalter- oder Spielbewilligung nach BGS. Eine gemeldete Lizenz wäre für Schweizer Kunden ohne Wirkung. Die Anbindung an das Sperrregister fehlt, ebenso ein Schweizer Rechtsweg.
Das Interesse an solchen Marken speist sich aus einem Katalog, der breiter sein kann als das, was die Gespa-Liste zulässt. Wer einen Markt sucht, den ein bewilligter Veranstalter nicht anbieten darf, findet ihn dort. Das ist die Kehrseite der Schweizer Lösung: Dieselbe geschlossene Liste, die das Angebot begrenzt, ist auch der Grund für die Vollständigkeit des Spielerschutzapparats. Wer die Grenze überschreitet, verliert beides zugleich, und das ist keine abstrakte Drohung, sondern folgt aus der Zuständigkeit. Kein Schweizer Gericht ist für einen Vertrag mit dieser Marke zuständig.
BassBet: die eigene Prüfung der Domain
BassBet hat keine Schweizer Bewilligung und ist hier als ausländische Marke geführt. Eine gemeldete Lizenz liegt nicht vor; sie wäre ohne Bedeutung für einen Schweizer Kunden. Das Sperrregister erfasst die Marke nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Wer sich für diese Marke interessiert, kann vorab selbst zwei Dinge prüfen. Erstens die Sperrliste der Gespa: Steht die Domain darauf, ist der Zugang über Schweizer Telekommunikationsanbieter blockiert. Zweitens die Bedingungen des Anbieters selbst. Eine Registrierung ist eine vertragliche Beziehung mit einem Unternehmen, das keiner Schweizer Aufsicht untersteht. Die Prüfung ist einfach, aber sie liegt bei einem selbst — die Bewilligungsliste der Schweiz enthält diese Marke jedenfalls nicht, und sie wird sich nicht mit ihr befassen.
Sportuna: keine Schweizer Aufsicht über die Registrierung
Sportuna trägt in dieser Aufstellung den Vermerk ohne Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Lizenz ist nicht ausgewiesen, hätte hier keine Geltung, kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg.
Der entscheidende Punkt liegt dort, wo die Schweizer Aufsicht fehlt: bei der Registrierung. Wenn der Vorgang keinen geprüften Ausweis verlangt und die Zulassung keinen Altersnachweis vorsieht, kontrolliert niemand das Alter. Das schliesst mit ein, dass eine 16-Jährige ein Konto eröffnen kann, und genau das wird auf dem bewilligten Weg durch die Vorgaben der Aufsicht verhindert. Was bei Sporttip über eine Datenbankprüfung läuft, läuft hier — falls überhaupt — über eine Selbstauskunft.
Rollbit: wo Begriffe aus dem Ausland auf Schweizer Recht treffen
Rollbit gehört zur Gruppe der Marken ohne Schweizer Bewilligung. Eine gemeldete Lizenz ist nicht bekannt; in der Schweiz hätte sie keine Wirkung. Kein Sperrregister, kein Rechtsweg, und die Möglichkeit der DNS-Blockade.
Bei solchen Marken lohnt der Blick auf die Sprache der Bedingungen. Hinweise auf Krypto-Zahlungswege verweisen auf ein Onboarding, das von dem des bewilligten Wegs abweicht. Die Schweizer Bewilligung setzt voraus, dass Auszahlungen nur auf ein Zahlungskonto gehen, das auf den Kontoinhaber lautet. Wo dieser Satz fehlt, fehlt der Mechanismus, der ihn durchsetzt — und die Frage, an wen das Geld bei einer Auszahlung tatsächlich geht, wird zu einer Frage an den Support.
BillyBets: was bei einer Auseinandersetzung bleibt
BillyBets ist ohne Schweizer Bewilligung geführt, ohne gemeldete Lizenz, ohne Anschluss an das Sperrregister und ohne Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Für einen Wettenden heisst das: Bei einer Auseinandersetzung mit dieser Marke gibt es keine Schweizer Stelle, an die man sich wenden kann. Das ist der Kern der Sache, und er gilt für jede der acht Marken in diesem Abschnitt auf dieselbe Weise. Die Frage, die sich wirklich stellt, ist nicht die nach dem Angebot, sondern die nach dem Ort, an dem ein Streit ausgetragen wird. Bei einer bewilligten Schweizer Plattform ist die Aufsichtsbehörde in Bern die Adresse in letzter Instanz. Hier ist es der E-Mail-Support.
BetAlright: Steuern als zweiter Unterschied
BetAlright führt keine Schweizer Bewilligung und steht in dieser Übersicht bei den ausländischen Marken. Eine gemeldete Lizenz liegt nicht vor, sie hätte keine Geltung, die Marke steht ausserhalb des Sperrregisters, ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht.
Der zweite grosse Unterschied liegt bei den Steuern. Gewinne aus Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht ab, weshalb «je nach Kanton» die einzig richtige Antwort ist. Über der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die man über die Steuererklärung zurückholt. Ein typischer Wettender gewinnt weit unter dieser Grenze: keine Einkommensteuer und keine Verrechnungssteuer auf den Gewinn.
Ausländische Anbieter sind von der Verrechnungssteuer nicht betroffen — aber das ist kein Vorteil. Die kantonale Steuerpraxis kann Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen behandeln; die Praxis des Kantons Thurgau tut genau das. Wer seine Wetten bei einer ausländischen Marke spielt, sollte deshalb vorher bei der kantonalen Steuerverwaltung nachfragen. Steuerberater oder kantonale Steuerverwaltung sind die richtigen Adressen für diese Frage, nicht ein Vergleichsportal.
myBet: ein Blick auf die Sperrliste vor der Registrierung
myBet ist ohne Schweizer Bewilligung geführt. Eine gemeldete Lizenz ist nicht ausgewiesen, sie hätte in der Schweiz keine Kraft, das Sperrregister erfasst den Anbieter nicht, und ein Schweizer Rechtsweg besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Wer bei dieser oder einer vergleichbaren Marke ein Konto eröffnen will, kann vorher die Sperrliste der Gespa prüfen. Steht die Domain darauf, ist der Zugang bereits blockiert, unabhängig von den eigenen Absichten. Die Liste umfasste Ende 2025 671 Domains; die Aufnahme von Interwetten, Bet-at-Home und bet365 ist dokumentiert. Domain-Hopping innerhalb von Stunden ist die Antwort der Anbieter darauf, weshalb der Blick auf eine bewegliche Liste nur ein erster Anhaltspunkt ist.
Für wen welche Route passt
Wer in der Schweiz auf die Serie A setzen will, hat zwei sinnvolle Profile. Wer im Vertragsgebiet von Swisslos wohnt, kann Sporttip nutzen und bekommt dort zwei Dinge, die keine ausländische Marke bietet: einen Schweizer Rechtsweg und einen Anschluss an das Sperrregister. Die Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage mit der Wartezeit bei Erhöhungen gehören zu den Instrumenten, die im Alltag greifen. Wer in der Westschweiz wohnt, hat mit Jouez Sport dieselben bewilligungsrechtlichen Grundlagen und zusätzlich ein Netz von Verkaufsstellen, an denen sich Fragen persönlich stellen lassen.
Wer ein breiteres Angebot sucht, stösst auf die Grenze, die das Recht zieht. E-Sport steht nicht auf der Liste, Karten- und Eckenmärkte ebenfalls nicht, Ranglistenwetten nur bei bestimmten Konstellationen. Wer darüber hinaus will, muss den bewilligten Weg verlassen und gibt damit auf, was ihn bewilligt macht. Keine Route ist für jeden die richtige. Die Wahl ist eine Abwägung zwischen der Breite des Angebots und dem Ort, an dem man im Streitfall steht.
Häufige Fragen zu Serie-A-Wetten in der Schweiz
Wer darf in der Schweiz Wetten auf die Serie A anbieten?
Nur zwei Veranstalter: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Eine Lizenz aus Curaçao, Malta oder einem anderen Land hat nach Art. 4 BGS hier keine Geltung. Weitere bewilligte Buchmacher existieren nicht. Jeder der beiden bedient nur sein eigenes Gebiet, weshalb ein Online-Konto an den Wohnort gebunden ist.
Sind Wetten auf italienischen Fussball von der Gespa-Liste gedeckt?
Fussball gehört zu den gelisteten Sportarten, und die Serie A ist als Wettbewerb geführt. Der Kreis ist geschlossen: Qualifikationsrunden nur, wenn sie genannt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie genannt sind, Ranglistenwetten nur bei Relevanz für einen internationalen Wettbewerb oder das Podium. Karten- und Eckenmärkte, E-Sport und Trainingsläufe fehlen.
Was gehört bei Fussballwetten zur regulären Spielzeit?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Ein Tor in der 93. Minute zählt also normal, ein Tor in der Verlängerung nur bei entsprechendem Hinweis im Wettprogramm.
Ab welchem Betrag wird ein Gewinn aus Sporttip oder Jouez Sport besteuert?
Bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn bleibt der Gewinn einkommensteuerfrei. Auf Bundesebene liegt der Freibetrag ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, nach CHF 1’070’400 im Jahr 2025. Der kantonale Freibetrag weicht ab; oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, rückforderbar über die Steuererklärung.
Was bedeutet die Marge bei Meister- und Langzeitwetten?
Ein Auszahlungsanteil von rund 95 % heisst: Von jedem eingesetzten Franken kommen im Durchschnitt rund 95 Rappen zurück. Bei einem Markt mit dieser Marge beträgt der erwartete Verlust unter der Annahme nur dieses Marktes etwa 4,5 % des Einsatzes. Bei Langzeitwetten liegt die Marge häufig am oberen Rand des Bands von rund 4 % bis 8 %.
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