Wettquote-Rechner im Praxistest – was die Zahl auf dem Wettschein wirklich wert ist

Updated Oktober 2026
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Ein Rechner ist ein Taschenspieler mit exakter Buchhaltung. Er nimmt Einsatz und Quote, multipliziert sie und liefert eine Zahl, die so aussieht, als hätte sie jemand verbindlich zugesagt. Bei Swisslos heisst diese Zahl zuerst einmal nur, dass sich ein Betrag nach zwei Nachkommastellen aufrundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abrundet. Zwischen der Prognose auf dem Bildschirm und dem, was auf dem Konto landet, steht also eine Rechenregel, die niemandem gehört ausser dem Veranstalter.

Ein Stapel unbedruckter Papierscheine liegt neben einem Kugelschreiber auf einem Holztisch.
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen mal Gesamtquote, und wird auf 5 Rappen genau abgerundet.

Datenstand: 29. Oktober 2026; geprüft gegen die Sporttip-Spielregeln und Teilnahmebedingungen, das Règlement Jouez Sport, die Swisslos-Bedingungen für die Online-Teilnahme sowie die Informationen der Gespa.

Wer in der Schweiz auf ein Sportereignis setzen will, hat es mit einem sehr kleinen Kreis von Anbietern zu tun. Swisslos betreibt Sporttip, die Loterie Romande betreibt Jouez Sport, und damit ist die Liste der Veranstalter mit einer Bewilligung nach dem Geldspielgesetz bereits zu Ende. Das ist keine Marktbeobachtung, sondern eine Folge der Rechtslage — und sie prägt jede Zeile, die folgt. Ein Rechner, der in einem Werbebanner auftaucht, ist oft der Rechner eines Anbieters, der in der Schweiz gar nicht tätig sein darf.

Kurz gefasst: Ein Quotenrechner liefert eine Schätzung, keine Zusage. Das ausbezahlte Geld folgt den Regeln des Veranstalters, und in der Schweiz gibt es dafür genau zwei Adressen.

Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: dieselbe Formel, drei verschiedene Sperren

Die Grundrechnung ist so alt wie das Wetten selbst. Einsatz mal Quote ergibt den möglichen Gewinnbetrag, und wer diesen Betrag abzieht, erhält den Nettogewinn. Bei Swisslos gilt genau das, nur mit einer Stufenregel dahinter: zuerst Aufrundung auf zwei Nachkommastellen, dann Abrundung auf 5 Rappen.

Ein Brückengeländer aus Stahl über einem Gebirgsfluss im Gegenlicht, darunter schäumendes Wasser.
Zur Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet.

Ein Beispiel macht die Grössenordnung sichtbar. Wer CHF 10 auf eine Quote von 2.10 setzt, rechnet mit CHF 21.00. Der Rechner zeigt das an, der Wettschein bestätigt es, und die Abrundung frisst in diesem Fall nichts. Wer dagegen CHF 10 auf eine Quote von 1.87 setzt, kommt auf CHF 18.70 — bei einem krummen Zwischenergebnis wären die letzten Rappen weg. Über einen Abend mit zwanzig Wetten ist das kein Vermögen. Über ein Jahr mit tausend Wetten ist es ein Betrag, den man besser nicht ausrechnet, wenn man gut schlafen will.

Das ist die eigentliche Leistung eines Quotenrechners: Er zeigt die Zahl vor dem Klick, nicht nachher. Wer im Verkaufsstellen-Trubel mit dem Kugelschreiber auf dem Wettschein rechnet, hat diese Reihenfolge verloren.

Kombiwetten: die Gesamtquote als Produkt der Einzelquoten

Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der Voraussagen zu einer Gesamtquote, und diese Gesamtquote tritt in der Formel an die Stelle der Einzelquote. Drei Voraussagen mit 1.90, 2.10 und 1.80 ergeben eine Gesamtquote von 7’182 — auf dem Wettschein steht sie gerundet, in der Rechnung zählt sie als Produkt.

Die mathematische Eigenschaft, die dabei zählt, ist unangenehm für den, der sie nicht kennt. Multiplikation verstärkt nicht nur den möglichen Gewinn, sondern auch den Vorsprung des Veranstalters. Jede einzelne Quote trägt den Quotenschlüssel ihres Marktes, und in einer Kombination multiplizieren sich diese Schlüssel. Zwei Märkte mit je 95 Prozent Auszahlungsquote ergeben zusammen 90.25 Prozent. Bei fünf Voraussagen bleibt von einem Franken Einsatz im statistischen Mittel noch rund 78 Rappen in der Auszahlung — der Rest ist die Marge, die kumuliert über alle Beine. Der Rechner addiert keine Kosten. Er multipliziert stillschweigend mit.

Wer Kombiwetten liebt, sollte deshalb nicht fragen, wann eine Quote gut aussieht, sondern wie viele Beine sie tragen kann. Die Antwort ist ungefähr die, die niemand hören will: jedes weitere Bein arbeitet für den Veranstalter, nicht für den Spielenden. Bei Jouez Sport liegt die Grenze für eine Kombiwette entsprechend bei zwei bis zehn Voraussagen, und die Gesamtquote darf 100’000 nicht übersteigen. Bei Sporttip gibt es für voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung eine eigene Funktion, über die sie kombiniert werden; ohne diese Funktion kann Swisslos eine irrtümlich angenommene Kombination für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Systemwetten: die Kombination, die sich selbst mehrfach spielt

Die Systemwette ist die einzige Wettart, bei der ein Rechner wirklich unverzichtbar ist. Wer aus sechs Voraussagen alle Dreierkombinationen spielt, hält zwanzig Kombinationswetten in einer Hand, und der Wettschein darf insgesamt nicht mehr als CHF 7’500 Einsatz enthalten, wenn er bei Jouez Sport Multiples enthält. Bei Swisslos liegt der Höchsteinsatz für eine Systemwette bei CHF 10’000 — deutlich über dem für eine Einzel- oder Kombinationswette, der CHF 1’000 beträgt.

Der Grund für die höhere Grenze ist trivial und trotzdem lehrreich. Bei einer Systemwette ist der Einsatz nicht der Betrag, den man einmal einsetzt. Er ist der Betrag pro Kombination, multipliziert mit der Zahl der Kombinationen. Bei Swisslos muss er dennoch nicht in festen Stufen liegen: Bei einem Wettschein mit Multiples erlaubt das Règlement der Loterie Romande zusätzlich einen Mindesteinsatz von CHF 2 pro Multiple, während eine einzelne Wette dort CHF 3 kostet und online CHF 2.

Wer diese drei Beträge verwechselt, füllt den Wettschein doppelt so hoch aus wie geplant. Deshalb gehört zur Systemwette zuerst die Zahl der Kombinationen und dann die Frage, ob der eigene Kopf das Ergebnis noch als Chance und nicht als Einkommen liest.

Wettart Was in die Formel geht Betragsregel des Veranstalters
Einzelwette Einsatz × Einzelquote Mindestens CHF 1 bei Sporttip, Höchsteinsatz CHF 1’000
Kombiwette Einsatz × Produkt aller Quoten Bei Jouez Sport zwei bis zehn Voraussagen, Gesamtquote höchstens 100’000
Systemwette Einsatz pro Kombination × Anzahl Kombinationen Höchsteinsatz CHF 10’000 bei Sporttip; ein Wettschein mit Multiples höchstens CHF 7’500 bei Jouez Sport

Der Rechner im Vergleich: welches Werkzeug welche Fragen beantwortet

Es gibt nicht den einen Wettquote-Rechner. Es gibt Hilfsmittel, die eine Zahl ausrechnen, und solche, die erklären, wie diese Zahl zustande kommt. Der Unterschied wird greifbar, sobald man die falsche Sorte benutzt.

Die erste Prüffrage lautet, ob ein Rechner Kombinationen überhaupt korrekt behandelt. Viele Angebote im Netz multiplizieren die Quoten und hören dann auf — was bei einer Kombination aus zwei Beinen ausreicht und bei einer Systemwette bereits falsch wird, weil dort der Einsatz vervielfacht wird, nicht nur die Quote. Die zweite Frage lautet, ob der Rechner die Rundung kennt. Bei Sporttip ist das ein zweistufiger Vorgang, und ein Werkzeug, das diesen Schritt überspringt, liegt bei jedem krummen Betrag um bis zu 5 Rappen daneben. Über viele Wetten hinweg ist die Abweichung immer in dieselbe Richtung, nämlich nach oben, was die Zahl auf dem Bildschirm schöner macht als die Zahl, die ankommt.

Die dritte Frage betrifft die Systemwette. Wer sie rechnet, braucht die Anzahl der Teilwetten, und die ergibt sich aus der Anzahl der Voraussagen und der gewählten Grösse der Kombination. Ohne diese Angabe ist keine Systemwette zu rechnen, und jedes Werkzeug, das eine Eingabe dafür gar nicht verlangt, ist eine Kombinationsrechnung mit falscher Bezeichnung.

Der Kern der Sache: Ein Quotenrechner ist kein Gewinnrechner. Er beantwortet die Frage, was eine Wette auszahlt, wenn alle Voraussagen eintreffen. Er beantwortet nicht die Frage, wie wahrscheinlich das ist, denn diese Wahrscheinlichkeit steckt in der Quote — und in der Schweiz steckt sie in einer Quote, die von einem Veranstalter gesetzt wird, dessen Regeln den Auszahlungsbetrag bestimmen.

Die Marge, die im Rechner nicht auftaucht

Kein Quotenrechner zeigt die Marge. Sie steht vor jeder Rechnung, nicht in ihr. Ein Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von je 1.90 — ein Rechenbeispiel, kein abgelesener Preis — hat einen Quotenschlüssel von 1 ÷ (1/1,90 + 1/1,90). Die reziproken Quoten addieren sich zu 1.0526, der Schlüssel liegt damit bei etwa 95,0 Prozent, und die Marge auf diesem Markt beträgt rund 5,0 Prozent. Ein Franken, der auf diesen Markt gesetzt wird, fliesst im statistischen Mittel zu rund 95 Rappen zurück an die Gesamtheit der Wettenden.

Was folgt daraus für die Person mit dem Taschenrechner? Nichts Dramatisches und nichts Beruhigendes. Steht die Marge bei einem Markt bei etwa 5 Prozent, ist das ein gewöhnlicher Wert für einen Zwei-Weg-Markt eines Veranstalters mit breitem Programm; liegt sie bei einem Drei-Weg-Markt bei ähnlicher Höhe, arbeitet der Veranstalter schlanker als der Durchschnitt, denn ein dritter Ausgang erhöht die Summe der reziproken Quoten normalerweise spürbar. Der Rechner wird von diesen Prozenten nicht berührt. Der Spielende wird es.

Was ein Quotenrechner leistet — und welche Grundlagen er braucht

Ein Rechner braucht drei Zutaten, um sinnvoll zu arbeiten: den Einsatz, die Quoten und die Wettart. Alles andere ergibt sich. Wer weiss, wie diese drei Zutaten zusammenwirken, braucht für eine Einzelwette keinen Rechner, für eine Kombination einen einfachen und für eine Systemwette einen, der die Anzahl der Kombinationen kennt. Das ist die ganze Werkzeugkunde.

Ein Abakus aus Holz steht auf einem Schreibtisch, einige Perlen sind nach links geschoben, Seitenlicht fällt darauf.
Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500.

Die erste Grundlage ist der Einsatzbegriff. Bei einer Einzelwette und einer Kombiwette ist der Einsatz der Betrag, der vom Wettschein abgeht. Bei einer Systemwette ist er der Betrag pro Kombination, und wer CHF 2 pro Dreierkombination aus sechs Voraussagen setzt, trägt nicht CHF 2, sondern das Zwanzigfache auf den Schein. Diese Unterscheidung ist der häufigste Grund, weshalb ein Wettschein an der Kasse teurer wird als geplant.

Die zweite Grundlage ist die Quote selbst. Eine Dezimalquote von 1.90 bedeutet nicht «fast sicher», sondern einen impliziten Wahrscheinlichkeitsanspruch von rund 52.6 Prozent — das ist nichts anderes als der Kehrwert der Quote, und er überschätzt die tatsächliche Chance um die Marge. Eine Quote von 2.10 steht für etwa 47.6 Prozent. Wer diese Umrechnung im Kopf hat, liest ein Wettprogramm anders: Er sieht nicht Preise, sondern Behauptungen, und er sieht, dass sich diese Behauptungen in jedem Markt zu mehr als 100 Prozent summieren.

Die dritte Grundlage ist die Wettart, und mit ihr die Frage, was der Rechner überhaupt ausrechnen soll. Eine Langzeitwette auf den Meister gehorcht derselben Multiplikation wie eine Wette auf ein einzelnes Spiel, aber ihre Quote ändert sich über Monate und ihr Ausgang hängt an Ereignissen, die zum Zeitpunkt der Wette noch gar nicht feststehen. Der Rechner kennt diesen Unterschied nicht. Der Spielende sollte ihn kennen.

Was folgt daraus für den Alltag mit einem Wettschein? Wer drei Wetten am Abend abschickt und jede davon durch einen Rechner laufen lässt, gewinnt dabei nichts, was er nicht schon wusste. Wer eine Systemwette aus sechs Voraussagen plant und die Auszahlung bei vier Treffern vorher sehen will, gewinnt sehr viel. Der Nutzen eines Rechners hängt also nicht an seiner Qualität, sondern an der Wettart, in die man ihn hineinlaufen lässt.

Und der Nutzen hängt an einer zweiten Sache, die keine Software liefert: der Frage, ob die Zahl, die man sieht, überhaupt in der eigenen Liga spielt. Bei Swisslos beginnt der Mindesteinsatz bei CHF 1, bei Jouez Sport online bei CHF 2. Das ist erfreulich niedrig und macht kleine Einsätze möglich. Der Höchsteinsatz liegt bei Sporttip bei CHF 1’000 für eine Einzel- oder Kombinationswette, bei Jouez Sport bei CHF 500. Wer meint, eine hohe Quote mit einem grossen Einsatz ausgleichen zu können, prallt an diesen Beträgen ab — nicht an der Mathematik.

Welche Veranstalter in der Schweiz Wetten annehmen dürfen

Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht mit Sitz in Bern. Nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Wer eine Bewilligung will, braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und diese Bewilligung gilt nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Dass die Liste so kurz ist, hat Folgen für den Vergleich: Wer die beiden nebeneinanderlegt, vergleicht nicht Anbieter, sondern Vertragsgebiete.

Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019. Sporttip wird im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durchgeführt. Diese Kantone bilden zusammen das Swisslos-Vertragsgebiet.

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Ein Onlinespielkonto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich einen Wohnsitz im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Für die Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.

Für die Anmeldung ist das eine Formalität und im Alltag eine harte Grenze. Wer in Genf wohnt, kann nicht bei Sporttip mitspielen. Wer in Zürich wohnt, nicht bei Jouez Sport. Umziehen hilft, ein Zweitwohnsitz nicht zwingend, und der Rechner auf dem Bildschirm wird davon ohnehin nicht besser.

Was in diesen beiden Vertragsgebieten überhaupt gesetzt werden darf

Die erlaubte Palette ist eine geschlossene Liste. Sie steht in der Gespa-Liste der bewilligten Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten in der Version vom 10. September 2026. Nur Sportereignisse dürfen Gegenstand einer Wette sein — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Qualifikationsrunden erscheinen auf der Liste nur, wenn sie dort aufgeführt sind, Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettkampf oder aufs Podest entscheidet, und Wetten auf Trainingsläufe sind ausgeschlossen. Die Liste enthält keine Corner- und Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Livewetten sind erlaubt, sowohl vor dem Spiel als auch während des Spiels, wenn der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt. Eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht.

Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten ebenfalls mit Quote 1.00 werten. Wer live auf ein Tor setzt und dabei schneller sein will als die Übertragung, spielt gegen eine Regel, die nicht zu seinen Gunsten geschrieben ist.

Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt und damit eine Funktion jedes Veranstalters. Bei Sporttip gibt es ihn für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer aussteigt, bezahlt für die Sicherheit einen Preis, den er nie vorher kennt.

Zahlungen, Limiten und der Weg des Geldes

Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, mit einem Mindestbetrag von CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Swisslos bietet PostFinance Pay als Zahlungsart an, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Bei der Auszahlung wird es ernst mit der Konkretheit. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar.

Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen. Zahlungen gehen nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Sportwettangebot nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist ausgeschlossen.

Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Wer einen Gewinn liegen lässt, verliert ihn nicht durch Pech, sondern durch Frist.

Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Bei einer Kombination aus sechs Beinen bedeutet das, dass ein abgesagtes Spiel fünf Beine übrig lässt und die Gesamtquote neu berechnet wird — Grund genug, auf dem Wettschein nachzusehen, wie das Produkt nach dem Ausfall aussieht, bevor man sich auf einen Betrag festlegt.

Zur regulären Spielzeit bei Sporttip gehört die reguläre Spieldauer, etwa 90 Minuten Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer eine Kombination auf den Sieger eines Cupspiels baut, sollte wissen, auf welchen Teil des Abends er gesetzt hat.

Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Quotenboosts gelten nur online und nur für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Ein «Boost» ist also kein Geschenk, sondern ein Rabatt mit Ablaufdatum, und wer ihn mit einem Cash-Out kombiniert, streicht ihn.

Steuern: wo der Rechner anfängt zu schweigen

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, im Jahr 2025 lag er bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, und zwar je nach Kanton, weshalb hier keine einzelne kantonale Zahl steht.

Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Eine typische Wette liegt weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn. Eine Wettsteuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht.

Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, aber die kantonale Steuerpraxis des Kantons Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Wer also meint, ein Konto bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung sei steuerlich schlanker, kann eine unangenehme Überraschung erleben — nicht wegen der Quote, sondern wegen des Wohnkantons. Das ist allgemeine Information und ersetzt keine Beratung: Fragen zum eigenen Fall gehören an eine Steuerberaterin oder an die kantonale Steuerverwaltung.

Limiten, Sperren und die Regeln, die von Spielenden selbst gesetzt werden

In einem Rechner kann man jeden Betrag eingeben. Auf einem Schweizer Spielerkonto nicht. Wer zum ersten Mal an einer Sporttip-Teilnahme mitwirkt, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Die 72 Stunden sind der wichtigste Satz in diesem Abschnitt. Sie sind keine Schikane, sondern die Bremse, die eine impulsive Entscheidung von einer geplanten unterscheidet: Wer nach einer schlechten Nacht seine Limite erhöhen will, muss bis übermorgen warten. Das Gesetz verlangt im Übrigen, dass der Veranstalter einen oder mehrere Höchstwerte für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat verlangt; eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach 24 Stunden. Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bestimmungen 72 Stunden an. Einen gesetzlich festen Einzahlungsdeckel gibt es in der Schweiz nicht — die Limiten sind Spielerlimiten, keine Staatslimiten.

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten wieder aufgehoben werden, unter Beteiligung einer Fachstelle; ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Die Kehrseite dieser Vorkehrungen zeigt eine Zahl, die man sich merken sollte. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Die Kontrolle an der Verkaufsstelle ist also nicht streng, und wer sich darauf verlässt, verlässt sich auf ein Versprechen, das nicht flächendeckend eingelöst wird. Beim Additivspiel und beim Wetten am Kiosk beginnt Verantwortung deshalb bei der Person selbst, nicht beim Personal.

Sportwetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; unter 18 Jahren besteht kein Zutritt. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Und wer merkt, dass die Zahlen auf dem Wettschein mehr Raum einnehmen als der Sport, findet Hilfe bei den kantonalen Suchtberatungsstellen und über die Spielerschutzangebote der Veranstalter — die Sperrregister- und Spielsperren-Regeln gelten nur bei Anbietern mit Schweizer Bewilligung, weshalb die kleine Liste der beiden Veranstalter auch hier einen praktischen Vorteil hat.

Die Anbieter im Vergleich: zwei mit Bewilligung, acht ohne

Die Gegenüberstellung folgt einem strengen Kriterium. Bei Swisslos und der Loterie Romande handelt es sich um die beiden Veranstalter, die die interkantonale Rechtsordnung für Sportwetten zulässt. Die ausländischen Marken, die Schweizer Spielende antreffen, sind hier zur Orientierung aufgeführt und nach denselben Kriterien beurteilt; jede von ihnen trägt den Vermerk «ohne Schweizer Bewilligung». Eine ausländische Bewilligung — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Wer Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung veranstaltet, macht sich strafbar, und zwar mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt keine Schutz- oder Fairplay-Kontrolle.

Wichtig für alle acht Marken in dieser Liste ist derselbe Satz, der nur einmal hier steht: Sie sind nicht mit dem schweizerischen Sperrregister verbunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden, die von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert wird. Die erste solche Liste stammt vom 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich und führt bet365 als auf der Liste stehend. Der Effekt ist deshalb keine Mauer, sondern eine Verlangsamung.

Marke Schweizer Bewilligung Veranstalter oder gemeldete Bewilligung
Swisslos Sporttip Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel
Loterie Romande Jouez Sport Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa Loterie Romande (Société de la Loterie de la Suisse Romande)
WirWetten keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
BillyBets keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Bahigo keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Boomerang Bet keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Interwetten keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
HighFlyBet keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Rabona keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz
Rollbit keine Bewilligung gemeldete Bewilligung nicht festgestellt, ohne Wirkung in der Schweiz

Was diese Tabelle nicht zeigt, ist der eigentliche Unterschied im Alltag. Bei den beiden Bewilligungsinhabern ist ein Quotenrechner eine Vorbereitung auf einen Wettschein, der zu einem bestimmten Regelwerk führt, mit Einzahlungen über bekannte Wege und Auszahlungen auf ein Konto auf den eigenen Namen. Bei den acht übrigen Marken ist der Rechner eine Vorbereitung auf etwas, dessen Bedingungen in einem anderen Rechtsraum hängen — und dessen Steuerbehandlung, wie das Beispiel Thurgau zeigt, vom Wohnkanton abhängt. Das ist kein Plädoyer. Es ist die Beschreibung zweier verschiedener Ausgangslagen.

Swisslos Sporttip: der Platzhirsch mit den engsten Regeln

Swisslos betreibt Sporttip in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und in Liechtenstein und ist einer von zwei Veranstaltern, die die interkantonale Ordnung zulässt. Die Bewilligung umfasst eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz, die Aufsicht führt die Gespa. Der Veranstalter ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel.

Was den Alltag prägt, sind die Beträge. Der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Der Mindestbetrag von CHF 1 ist für kleine Einsätze angenehm; die Obergrenze von CHF 1’000 ist für einen grosszügigen Wettschein eng, und die dreistufige Rundungsregel sorgt dafür, dass der Rechner am Ende nie ganz recht hat.

Hinzu kommt eine Reihe von Details, die für Kombinationsspieler wirklich zählen: Quotenboosts nur für Prematch-Einzelwetten, der Kombiboost erst ab vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und mit einer Staffelung von 5 bis 100 Prozent, beide je Wettendem nur einmal, und beide verfallen bei einem Cash-Out. Wer einen Boost einkalkuliert und dann aussteigt, verliert die Erhöhung, und der Gewinn sieht kleiner aus, als der Rechner versprochen hat.

Die Bewertung: Sporttip ist das Angebot mit der vollständigen Schweizer Aufsicht und dem einzigen Regime, in dem die steuerliche Behandlung eines Gewinns unter dem Freibetrag schlicht keine Frage ist. Wer in seinem Vertragsgebiet wohnt und die Regeln des Veranstalters als Teil des Spiels akzeptiert, bekommt hier Klarheit. Wer im Ausland wohnt, kommt nicht hinein. Die Kehrseite ist der Umfang: Wer ständig steigt, spürt den Deckel von CHF 1’000, und wer Boosts liebt, muss die Bedingungen lesen — was bei Swisslos erfreulich leichtfällt, weil sie ausdrücklich aufgeschrieben sind.

Loterie Romande Jouez Sport: die Westschweizer Alternative mit anderen Zahlen

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für Freiburg, Genf, Jura, Neuenburg, Waadt und Wallis und ist damit in der Westschweiz das Gegenstück zu Sporttip. Die Bewilligungslage ist dieselbe: eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Aufsicht der Gespa. Die Organisation nennt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.

Bei den Beträgen unterscheidet sich Jouez Sport spürbar von ihrem deutschschweizerischen Pendant. Der Mindesteinsatz online liegt bei CHF 2, in Verkaufsstellen bei CHF 3, für Multiples bei CHF 2. Der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500 — die Hälfte des Sporttip-Werts. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten, und der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette sowie CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst zwei bis zehn Voraussagen, und die Einzelquote oder Gesamtquote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.

Die Obergrenze von CHF 300’000 pro Wette ist die Zahl, die man im Kopf behalten sollte. Sie ist hoch genug, dass sie im Alltag nie stört, und niedrig genug, dass sie bei einer exotischen Kombination mit sehr hoher Gesamtquote tatsächlich anschlägt: Ab einer Quote von 600 auf einen Einsatz von CHF 500 wäre die theoretische Auszahlung erreicht, und darüber hinaus zahlt der Veranstalter nicht. Der Rechner zeigt die Zahl trotzdem.

Die Bewertung: Jouez Sport hat den niedrigeren Höchsteinsatz und die niedrigere Gewinnobergrenze, verlangt dafür einen Mindesteinsatz von CHF 2 statt CHF 1 und kennt mit dem Multiple-Wettschein ein Instrument, das es bei Sporttip in dieser Form nicht gibt. Für die Westschweizer Kundschaft ist die Wahl ohnehin nicht frei, denn die Vertragsgebiete überschneiden sich nicht. Interessant ist der Vergleich für die Frage, welche Zahlen ein Rechner überhaupt sehen darf: Mit CHF 500 Höchsteinsatz sind die Beträge, um die es geht, klar umrissen, und die Gewinnobergrenze von CHF 300’000 erinnert daran, dass Kombinationen aus zehn Beinen sehr viel seltener rund laufen, als der ausgerechnete Betrag suggeriert.

WirWetten: ohne Schweizer Bewilligung, auf der Liste geführt

WirWetten ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Nach der interkantonalen Rechtsordnung dürfen nur Swisslos und die Loterie Romande Sportwetten in der Schweiz anbieten. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung nach Artikel 4 BGS. Die Marke ist nicht mit dem schweizerischen Sperrregister verbunden, es besteht kein Schweizer Rechtsschutz, und ihre Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und per DNS blockiert werden.

Der Unterschied zu den beiden Schweizer Veranstaltern liegt nicht in der Qualität eines Wettscheins, sondern in der Rückseite des Geschäfts. Ein Quotenrechner hilft hier bei der Frage weiter, wie hoch die Auszahlung ausfällt, aber nicht bei der Frage, wo man sie geltend macht, wenn ein Ereignis abgesagt wird oder eine Auszahlung ausbleibt. Diese Frage hat im Ausland keine Schweizer Instanz hinter sich.

Wer hier mitspielt, tut es nicht wegen des Regelwerks, sondern trotz des Regelwerks. Und wer es tut, sollte zumindest wissen, dass Gewinne aus ausländischen Grossspielen nach der Steuerpraxis mindestens eines Kantons vollständig steuerbar sind — ein Punkt, der die scheinbar bessere Quote relativieren kann.

BillyBets: dasselbe Bild, anderer Name

BillyBets ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung, mit derselben Einordnung wie alle ausländischen Anbieter in dieser Übersicht. Es gibt keine Schweizer Bewilligung, eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und entfaltet in der Schweiz keine Wirkung. Die Verbindung zum schweizerischen Sperrregister fehlt, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Für einen Wettenden heisst das: Der Rechner auf dem Bildschirm rechnet mit denselben Formeln wie jeder andere, doch die Zahl, die er ausgibt, hängt an Bedingungen, die niemand in der Schweiz durchsetzen kann. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern muss eine Wette über der Limite nicht angenommen werden und ein abgesagtes Ereignis führt nach 48 Stunden zu einer klaren Rückabwicklung. Solche Sätze sind das Ergebnis einer Aufsicht, die hier fehlt.

Damit steht und fällt der Vergleich mit den Schweizer Anbietern: Nicht die Höhe einer Quote unterscheidet die Marken, sondern die Frage, welche Regeln gelten, wenn etwas schiefgeht.

Bahigo: keine Bewilligung, keine Aufsicht, kein Register

Bahigo trägt in dieser Übersicht den Vermerk ohne Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen Sportwetten in der Schweiz anbieten, eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte nach Artikel 4 BGS hier keine Kraft. Es besteht keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Was das für einen Quotenrechner bedeutet, ist subtil. Die Rechnung stimmt. Die Voraussetzungen, unter denen sie gilt, sind nicht nachprüfbar — weder die Identitätsprüfung noch der Umgang mit einer Absage noch die Frage, ob ein Guthaben ausgezahlt wird. Diese Punkte tauchen in keinem Rechner auf, weil sie keine Rechengrössen sind.

Wer in einem Vertragsgebiet von Swisslos oder der Loterie Romande wohnt, tauscht bei einem Anbieter wie Bahigo eine nachprüfbare Ordnung gegen Bedingungen, die er nicht kennt. Was er dafür bekommt, ist eine Quote — und Quoten lassen sich vergleichen, Schutz nicht.

Boomerang Bet: gelistet, bewertet, nicht empfohlen

Boomerang Bet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung und wird hier nach denselben Kriterien beurteilt wie alle anderen. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, sie hätte in der Schweiz keine Wirkung, das schweizerische Sperrregister kennt die Marke nicht, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt werden.

Der Hinweis, der hier zählt, ist der über die Werbung. Werbung für Geldspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 bestraft. Diese Vorschrift richtet sich an die Werbenden, nicht an die Spielenden, und sie erklärt, warum solche Marken im Schweizer Markt vor allem über Umwege sichtbar werden.

Für die Entscheidung bleibt es bei derselben Rechnung: Der ausgerechnete Gewinn ist eine Zahl, der Anspruch darauf ist eine andere Frage. Wer eine Marke nur über Umwege findet, hat meist auch nur über Umwege einen Anspruch.

Interwetten: bekannt, aber ohne Bewilligung

Interwetten ist eine Marke, die Schweizer Spielenden häufig begegnet, und die Gespa nennt sie ausdrücklich im Zusammenhang mit dem Domain-Hopping. Eine Schweizer Bewilligung hat sie nicht; eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte nach Artikel 4 BGS keine Wirkung. Keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann blockiert werden.

Der Name bekommt hier keine Sonderbehandlung. Dass eine Marke bekannt ist und seit Jahren erreichbar bleibt, sagt über ihre Rechtsstellung in der Schweiz nichts. Die Bekanntheit ist ein Marketingeffekt; die Bewilligung ist eine Tatsache des Geldspielgesetzes.

Was der Vergleich mit den beiden Schweizer Veranstaltern zeigt: Bei Swisslos und der Loterie Romande sind Mindesteinsätze, Höchsteinsätze, Rundungsregeln und Auszahlungswege aufgeschrieben und damit überprüfbar. Bei Interwetten sind sie es im Schweizer Kontext nicht.

HighFlyBet: hohe Quoten, keine Schweizer Grundlage

HighFlyBet ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung. Es gilt die gleiche Einordnung wie für die übrigen ausländischen Anbieter: eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt, eine ausländische Bewilligung entfaltet in der Schweiz keine Wirkung, das Sperrregister schweizerischer Spielsperren kennt die Marke nicht, und ihre Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt werden.

Der Name deutet an, worauf solche Angebote setzen: Höhe und Geschwindigkeit. Ein Quotenrechner ist für diese Zielgruppe das passende Werkzeug, weil er aus einer hohen Quote einen grossen Betrag macht. Genau hier lohnt die Gegenrechnung mit dem eigenen Vertragsgebiet — denn im bewilligten Schweizer Angebot liegt der Höchsteinsatz bei Sporttip bei CHF 1’000 und bei Jouez Sport bei CHF 500, während eine grosse Auszahlung an eine Gewinnobergrenze stösst. Wer diese Grenzen kennt, liest hohe Quoten anders.

Das ist kein Argument für oder gegen eine Marke, sondern eine Frage der Zahlen, die tatsächlich ausgezahlt werden.

Rabona: gemeldete Bewilligung ohne Kraft in der Schweiz

Rabona ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung, und eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt. Nach Artikel 4 BGS gilt eine Bewilligung nur in der Schweiz, was im Umkehrschluss heisst, dass eine ausländische Bewilligung hier nichts bewirkt. Es besteht keine Verbindung zum schweizerischen Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann blockiert werden.

Bemerkenswert ist bei solchen Marken die Reihenfolge der Informationen: Werbematerial nennt Coupons, Bonusprozente und Quoten. Wer die Zahl auf dem Wettschein belegen will, braucht Bedingungen, die auf einer Schweizer Aufsicht beruhen — und die gibt es hier nicht.

Für einen Spielenden heisst das: Der Kontostand ist nur so viel wert wie die Möglichkeit, ihn auszahlen zu lassen. Bei den beiden bewilligten Veranstaltern wird das Guthaben innert definierter Fristen auf ein Konto auf den eigenen Namen überwiesen. Ausserhalb dieses Rahmens hängt dieselbe Frage an einer Rechtsordnung, die der Spielende nicht kennt.

Rollbit: Krypto-Nähe trifft auf eine klare Schweizer Grenze

Rollbit ist eine Marke ohne Schweizer Bewilligung und reiht sich in die Übersicht der ausländischen Anbieter ein. Eine gemeldete Bewilligung ist nicht festgestellt und hätte in der Schweiz keine Wirkung, die Verbindung zum schweizerischen Sperrregister fehlt, und der bereits beschriebene Ausschluss via Gespa-Sperrliste gilt auch für diese Marke.

Die Berührung zu Kryptowährungen verdient einen nüchternen Satz ohne Wertung: Im bewilligten Schweizer Sportwettangebot gibt es keine Krypto-Auszahlungen. Zahlungen gehen nur auf ein Konto auf den Namen des Kontoinhabers, und genau darum kann hier ein Rechner nichts ausrichten. Die Zahlen in der Rechnung sind identisch, die Wege des Geldes sind es nicht.

Die Einordnung bleibt deshalb dieselbe wie bei allen Marken ohne Schweizer Bewilligung: Es geht nicht um die Rechnung, sondern darum, wer die Rechnung am Ende garantiert.

Was die Marge für den ausgerechneten Gewinn bedeutet

Der Quotenschlüssel eines Marktes ist der Anteil aller Einsätze auf diesen Markt, der insgesamt wieder ausbezahlt wird. Er ist der Kehrwert der Summe der reziproken Quoten aller Ausgänge. Die Marge ist 100 Prozent minus diesen Schlüssel.

Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90, ausdrücklich als Rechenbeispiel und nicht als abgelesener Preis. Die Summe der reziproken Quoten beträgt 1/1,90 + 1/1,90, also rund 1.0526. Der Quotenschlüssel liegt bei näherungsweise 95,0 Prozent, die Marge damit bei rund 5,0 Prozent.

Dieselbe Rechnung für einen Markt mit drei Ausgängen und Quoten von 2.10, 3.40 und 3.60. Die Summe der reziproken Werte ergibt 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60, also rund 1’048. Hier liegt der Quotenschlüssel bei etwa 95,4 Prozent und die Marge bei rund 4,6 Prozent. Das ist ein schlanker Wert für einen Drei-Weg-Markt, denn der dritte Ausgang erhöht die Summe der reziproken Quoten normalerweise kräftig — fällt sie trotzdem tief aus, hat der Veranstalter in diesem Markt weniger Zuschlag eingebaut als in dem Zwei-Weg-Markt daneben.

Beide Ergebnisse sind Bänder und keine Einzelwerte. Sie gelten, solange alle Ausgänge des einen Marktes als Grundlage genommen werden und die Quoten so stehen, wie sie im Beispiel stehen. Wer den Markt wechselt, eine Live-Quote erwischt oder eine Kombination aus mehreren Märkten bildet, verlässt dieses Band.

Was bedeutet das für einen Wettschein? Bei einer Einzelwette mit einer Quote von 1.90 legt der Wettende im statistischen Mittel rund 5 Rappen pro Franken auf den Tisch, und er merkt es nicht, weil es kein Abzug auf dem Konto ist, sondern ein unsichtbarer Aufschlag im Preis. Bei einer Kombination aus drei solchen Märkten liegt der gemeinsame Auszahlungsanteil bei ungefähr 0.95 hoch drei, also rund 85,7 Prozent. Der mögliche Gewinn wächst mit jedem Bein, der Anteil davon, der beim Wettenden bleibt, schrumpft mit jedem Bein. Der Rechner begleitet einen nur durch die erste dieser beiden Bewegungen.

Für die Praxis heisst das: Vergleiche Quoten zwischen Märkten mit vergleichbarer Struktur. Ein Zwei-Weg-Markt und ein Drei-Weg-Markt sind keine Konkurrenten, und eine Kombination ist eine andere Gattung als eine Einzelwette. Wer diese Ordnung im Kopf behält, liest jeden ausgerechneten Betrag mit dem richtigen Vorbehalt.

Häufige Fragen zum Wettquote-Rechner

Wie berechnet sich der Gewinn einer Wette aus Einsatz und Quote?

Der mögliche Gewinnbetrag ist der Einsatz multipliziert mit der Quote; bei einer Kombination tritt die Gesamtquote, also das Produkt der Einzelquoten, an die Stelle der Einzelquote. Der Nettogewinn ist der Betrag abzüglich des Einsatzes. Bei Sporttip folgt danach eine zweistufige Rundung, die den tatsächlich ausbezahlten Betrag leicht verkleinert.

Wie wird die Gesamtquote einer Kombiwette aus den Einzelquoten berechnet?

Die Einzelquoten werden miteinander multipliziert, nicht addiert. Drei Voraussagen mit 1.90, 2.10 und 1.80 ergeben ein Produkt von rund 7.18. Dabei multiplizieren sich auch die Quotenschlüssel der einzelnen Märkte, weshalb eine lange Kombination im statistischen Mittel einen deutlich kleineren Auszahlungsanteil trägt als jede ihrer Einzelwetten.

Wie rundet Sporttip den Gewinnbetrag?

Der Gewinnbetrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Ein Rechner, der diese zweite Stufe nicht kennt, liegt bei krummen Beträgen um bis zu 5 Rappen zu hoch. Der Unterschied ist pro Wette klein und läuft über viele Wetten immer in dieselbe Richtung.

Wie berechnen sich die implizite Wahrscheinlichkeit und die Marge aus den Quoten?

Die implizite Wahrscheinlichkeit einer Quote ist ihr Kehrwert: 1 geteilt durch 1.90 ergibt rund 52.6 Prozent. Summiert man diese Kehrwerte über alle Ausgänge eines Marktes, liegt das Ergebnis über 100 Prozent. Der Quotenschlüssel ist der Kehrwert dieser Summe, die Marge die Differenz zu 100 Prozent.

Wie rechnet sich eine Systemwette im Rechner?

Bei einer Systemwette wird der Einsatz pro Kombination mit der Anzahl der Kombinationen vervielfacht, und jede Kombination wird mit ihrer eigenen Gesamtquote gerechnet. Nötig sind deshalb die Anzahl der Voraussagen, die Grösse der Kombination und der Einsatz pro Kombination. Erst aus diesen drei Angaben ergibt sich der Gesamteinsatz des Wettscheins.

Welche Mindest- und Höchsteinsätze gelten bei Sporttip und Jouez Sport?

Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 und in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»