Sportwetten Prognosen: Was hinter einer Quote wirklich steckt
Stand: 29. Oktober 2026. Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Spielerschutzregeln wurden gegen die Aufsicht Gespa, das Geldspielgesetz BGS (SR 935.51) und die veröffentlichten Spielregeln von Swisslos und Loterie Romande geprüft.

Eine Prognose ist kein Blick in die Zukunft. Sie ist eine Rechnung mit unsicheren Eingaben, und wer das einmal verstanden hat, liest Wettangebote anders: nicht mehr als Versprechen, sondern als Preis. Genau darum geht es auf dieser Seite. Was folgt daraus, dass eine Prognose nur eine Wahrscheinlichkeit ist, und wann zeigt sich das im Konto — beim Einsatz, bei der Limite, in der Steuererklärung, beim Auszahlungsversuch.
Für Wettende in der Schweiz hat diese Frage eine zusätzliche Kante. Sportwetten dürfen hier nur zwei Veranstalter anbieten, und die Ereignisse, auf die gewettet werden darf, stehen auf einer geschlossenen Liste. Ein Konto im Ausland ist immer möglich. Was daraus folgt, wenn etwas schiefgeht, ist der zweite Teil derselben Geschichte.
Prognosen, Statistik und Strategie: die Grundlage
Prognosen sind auf vielen Portalen ein Versprechen — ein «Tipp des Tages», eine «sichere Bank». Eine Prognose ist eine Wahrscheinlichkeitsschätzung mit Unsicherheitsband. Das ist kein Wortspiel, sondern der ganze Unterschied.

Wie aus Form, Statistik und Quoten eine Schätzung wird
Eine Prognose entsteht in drei Schritten. Zuerst die Form: die Ergebnisse der letzten Spiele, die Auftritte zu Hause und auswärts, der Gegner, gegen den sie zustande kamen. Dann die Aufstellung: wer fehlt, wer zurückkommt, wer in einer neuen Rolle spielt, und ob eine Mannschaft nach einem Europacup-Abend oder einer englischen Woche überhaupt in derselben Verfassung antritt. Und schliesslich die Spielanlage: ein Team, das tief steht und kontert, produziert andere Ergebnisse als eines, das den Ball haben will — gegen denselben Gegner.
Aus diesen Bausteinen schätzt der Analyst Wahrscheinlichkeiten für die möglichen Ausgänge. Drei Ausgänge bei einem Fussballspiel, zwei bei einem Handballspiel, eine Verteilung über Zwischenergebnisse bei einem Torband.
Der letzte Schritt ist der entscheidende, und er führt aus der Sportanalyse heraus. Ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausgangs höher als die Quote es ausdrückt, ist die Wette wertvoll. Das ist eine Value-Wette: der Vorteil liegt nicht im Wissen um das Ergebnis, sondern im Abstand zwischen der eigenen Schätzung und dem Preis.
Warum eine saubere Auswertung keine Sicherheit erzeugt
Wer 30 Spiele auswertet, hat 30 Datenpunkte. Eine Mannschaft, die in dieser Stichprobe viermal auswärts gewonnen hat, kann dabei dreimal gegen eine schwache Abwehr angetreten sein. Die Zahl ist echt, die Schlussfolgerung ist es nicht.
Dazu kommen Dinge, die in keiner Statistik stehen. Der Torhüter, der nach zehn Minuten angeschlagen weiterspielt. Der Schiedsrichter, der ein hartes Spiel pfeift. Der Innenverteidiger, dessen Transfer am Vortag publik wurde. Eine Schätzung kann diese Faktoren mit einem Aufschlag versehen, sie kann sie nicht auflösen.
Ein Beispiel dafür, was eine saubere Herleitung und ein erfundener Fakt unterscheidet: die reguläre Spielzeit bei Sporttip umfasst die reguläre Spieldauer — beim Fussball etwa 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Wer das nicht auf dem Schirm hat, schätzt womöglich eine Wahrscheinlichkeit für ein Ereignis, das in eine komplett andere Wette gehört. Der Fehler entsteht nicht in der Analyse, sondern vorher.
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Wann die Auszahlungsquote einer Prognose die Luft nimmt
Der Wert einer Prognose wird aus zwei Grössen gelesen: aus der Schätzungssicherheit und aus dem Marktpreis. Die zweite wird oft übersehen, obwohl sie fix ist — sie ist die Rechnung des Buchmachers.
Ein Markt mit drei Ausgängen (1, X, 2) und noch ein Markt mit zwei Ausgängen (Über/Unter) werden nach derselben Mechanik bepreist. Die Auszahlungsquote ist der Kehrwert der Summe der Kehrwerte aller Quoten eines Marktes. Die Marge ist 100 % minus dieser Auszahlungsquote.
Für einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 auf beiden Seiten — ein Rechenbeispiel, kein quotierter Preis — liegen die Kehrwerte bei rund 0.5263 und nochmals 0.5263, zusammen etwa 1.0526. Die Auszahlungsquote beträgt damit rund 95 %, die Marge rund 5 %. Bei knappen Quoten, wie sie bei einem ausgeglichenen Duell üblich sind, liegt die Marge eher bei diesem Wert; bei einem klaren Favoriten mit hoher Quote auf die Aussenseiter fallen die Kehrwerte kleiner aus und die Auszahlungsquote steigt. Die Zahlen sind also eine Bandbreite, keine Konstante, und sie hängen an der Quotenhöhe des konkreten Marktes.
Was heisst das für eine Prognose? Sie muss diesen Abstand erst einmal schlagen, bevor sie irgendetwas für den Wettenden tut. Eine Wette mit einem Preis, der 50 % Wahrscheinlichkeit ausdrückt, gewinnt bei vollständiger Chancengleichheit über lange Sicht die Hälfte der Fälle, liefert aber nur 50 % des Einsatzes zurück — die Marge bleibt beim Veranstalter. Eine Prognose, die den Markt um zwei Prozentpunkte schlägt und zehn Prozent Marge ignoriert, ist keine Prognose, sondern eine Wette mit freiwilligem Abschlag.
Genau hier greift die Strategie. Statistik, Quotenvergleich und Value-Analyse sind Bausteine einer Prognose — der eigentliche Vorteil liegt in der Disziplin des Einsatzes und der Auswahl der Wetten. Eine einzelne ausgezeichnete Prognose in einem Markt mit hoher Marge ist ein schlechteres Geschäft als eine brauchbare Prognose in einem Markt mit hoher Auszahlungsquote.
Prognosearten und was sie jeweils wert sind
Nicht jede Prognose trägt dieselbe Aussage. Eine Formprognose stützt sich auf die letzten Partien. Eine Modellprognose rechnet aus Kennzahlen wie Torschüssen, Eckenverhältnis und Ballbesitz ein erwartetes Torverhältnis und gewichtet die Ligen unterschiedlich. Eine Quotenprognose macht es umgekehrt: sie nimmt den Markt als Informationsquelle und sucht Abweichungen davon.
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Der Stärkste ist fast immer die Kombination. Reine Modellprognosen unterschätzen, was Form und Personalsituation eines einzelnen Spiels ausmachen. Reine Formprognosen füttern eine kleine Stichprobe in ein Modell. Und die Quotenprognose übersieht das Offensichtliche: der Markt, aus dem sie schöpft, enthält die Marge, die sie zu umgehen versucht.
Noch ein Punkt, der oft unter die Räder kommt: Prognosen für Fussball und solche für Eishockey oder Handball funktionieren nicht nach denselben Regeln. Ein Tor mehr oder weniger ist in einem torreichen Sport weniger aussagekräftig als in einem torarmen. Wer eine Methode von einer Sportart auf die nächste überträgt, verwechselt Stichprobengrösse mit Genauigkeit.
Die Prognose auf dem Wettschein: was technisch passiert
Zwischen der Einschätzung und dem Konto steht die Abrechnung. Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen mal der Gesamtquote, dem Produkt der Einzelquoten — und Swisslos rundet diesen Betrag erst auf zwei Nachkommastellen auf und dann auf 5 Rappen genau ab. Rund 0.7 Rappen gehen bei jedem Gewinn an dieser Abrundung verloren. Bei CHF 1’000 Gewinn sind das etwa 70 Rappen.
Es ist ein Detail, und es ist die Sorte Detail, die zeigt, wie der Apparat rechnet. Wer seine Bankroll-Strategie in ganzen Franken plant, merkt die Rappen nie. Wer sein Ergebnis über viele Wetten misst, sollte wissen, dass die Kette der Berechnung dort endet, wo die kaufmännische Rundung anfängt.
Kombinationswetten verdoppeln diese Kette. Zwei bis zehn Voraussagen umfasst eine Kombiwette bei Jouez Sport, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Der Höchstgewinn liegt bei CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Vier Voraussagen mit je 1.90 ergeben eine Gesamtquote von rund 13.03 — bei CHF 50 Einsatz rund CHF 651 zurück. Multiplizierte Quoten klingen nach einer Strategie, sind aber vor allem eine Vervielfachung der Marge und eine Obergrenze in der Auszahlung.
Der Einsatz, bevor die Prognose gilt
Ein Konto bei Swisslos setzt voraus, dass Spielende vor der ersten Sporttip-Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen — Oberlimite CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich lässt sich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage festlegen.
Das ist die einzige Bremse in der Kette, die der Wettende selbst einstellt. Die Steuerbarkeit, die den Unterschied macht, liegt darin: eine Verlustlimite wirkt gegen die Neigung, den Einsatz nach einer Niederlage zu erhöhen — nicht gegen eine schlechte Prognose. Wer seine Limite im Auge hat, merkt, wenn eine Serie von Einsätzen den Rahmen ausfüllt, bevor es der Kontostand tut.
Und noch ein Wert, der paradoxerweise hilft: das Spielguthaben auf dem Wallet. Es kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, mindestens CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Wer sein Guthaben in kleinen Beträgen auffüllt, trifft mehr Entscheidungen — und mehr Entscheidungen sind mehr Gelegenheiten, einen schlechten Einsatz zu bemerken.
Prognosen und ihre Anbieter: der Vergleich
| Anbieter | Bewilligung | Veranstalter / Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Bewilligung | Swisslos |
| Loterie Romande Jouez Sport | Bewilligung | Loterie Romande |
| BC.Game | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| Sportaza | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| PowBet | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| HighFlyBet | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| Coolzino | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| Duelbits | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| GG.BET | Keine | Keine (nicht etabliert) |
| FortuneJack | Keine | Keine (nicht etabliert) |
Prognosequalität lässt sich nicht messen wie eine Quote. Es gibt keinen Auszahlungsschlüssel für Tipps. Was sich messen lässt, sind Herleitung und Prüfbarkeit: ob eine Prognose ihre Methode zeigt, ob sie nachvollziehbar bleibt und ob sie Gewinne verspricht.
Genau danach sieht der Vergleich hier aus. Er nimmt die beiden Veranstalter, die in der Schweiz Sportwetten anbieten dürfen, und danach die ausländischen Namen, auf die hiesige Spielende beim Suchen stossen. Das sind zwei verschiedene Dinge, und sie werden nicht vermischt.
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Die Tabelle zeigt, wo der Unterschied sitzt. Bei den beiden Schweizer Veranstaltern steht eine Bewilligung mit Aufsichtsbehörde und einem konkreten gesetzlichen Rahmen. Bei den acht ausländischen Namen steht «ohne Schweizer Bewilligung» — und das ist keine Formalie, sondern der Dreh- und Angelpunkt dessen, was folgt.
Was hinter jeder Wette steckt: der Grundapparat
Bevor eine Prognose überhaupt greift, muss eine Wette platziert werden. Wer zum ersten Mal wetten will, trifft auf Formalien, die nichts mit Sport zu tun haben, aber alles mit dem Geld.
Ein Sporttip-Konto: Registrierung, Identität, Wohnsitz
Für die Online-Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet. Es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft.
Das Vertragsgebiet ist kein Nebensatz. Swisslos führt Sporttip im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein durch. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse die Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Wer in der Deutschschweiz wohnt, hat also faktisch Swisslos. Wer im Wallis wohnt, faktisch die Loterie Romande. Und eine Person, die umzieht, wechselt den Veranstalter — die Prognose bleibt dieselbe, das Konto nicht.
Die Altersgrenze und die Ausschlüsse gehören an dieselbe Stelle. Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Personen unter 18 Jahren sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das zweite Verbot ist das schärfere, weil es für jeden Profi und jede Profi-Spielerin in einem Schweizer Wettbewerb gilt.
Einzelwette, Kombi, Systemwette: die Bausteine
Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1. Der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette liegt bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000. Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Die Spanne von CHF 1 bis CHF 1’000 ist für die typische Sporttip-Wette gross. Sie deckt jeden Hobbyeinsatz ab. Sie deckt auch die Rechnung, die einem nach einer Serie in den Kopf kommt — deshalb hat die Verlustlimite aus dem Grundlagenteil mehr Gewicht als der Höchsteinsatz.
Eine Sporttip-Wette lässt sich online über die Website oder die Sporttip App für iOS und Android abgeben. In der App zusammengestellte Wetten können auch per QR-Code an einer Sporttip Verkaufsstelle gespielt werden. Der Weg zwischen digitaler und physischer Abgabe ist offen — und das QR-Verfahren ist der Punkt, an dem die Prognose vom Bildschirm auf den Papier-Wettschein wandert.
Ein Kuriosum mit Folgen: voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden bei Sporttip nur über die «Bet-Builder-Funktion» kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Die Prognose hat gestimmt, der Wettschein ist es nicht.
Cash-Out: was die vorzeitige Auszahlung wirklich hergibt
Cash-Out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Auszahlungsbetrag ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Wer hier eine Versicherung sieht, hat die Richtung verwechselt: der Veranstalter kauft die Wette zurück, nicht der Wettende seine Sicherheit. Diese Differenz ist der Preis des Ausstiegs, und er ist nicht verhandelbar.
Livewetten und die Sache mit der Quote 1.00
Live-Wetten nehmen eine andere Seite der Prognose in Anspruch. Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00 — und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, Roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist der praktische Kern jeder Live-Prognose. Sie beruht auf einem Stand, der sich in der Sekunde zwischen Blick und Klick ändern kann. Wer live wettet, braucht deshalb nicht nur eine Schätzung des Spiels, sondern eine Schätzung der Verzögerung.
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Live-Wetten sind mit dem gleichen Spannungsniveau wie der Sport selbst verbunden, und die Quote 1.00 ist die nüchterne Rückseite: hier bekommt der Wettende den Einsatz zurück, kein Ergebnis, keine Diskussion. Die Live-Prognose ist deshalb der schnellste Weg, eine Bankroll zu verkleinern, wenn die Einsatzhöhe nicht vorher feststeht.
Wenn ein Ereignis ausfällt
Wird ein Sporttip-Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn — oder im Rahmen eines Turniers — nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00.
Für eine Kombinationswette heisst das: die Prognose für dieses eine Spiel verschwindet, die anderen bleiben stehen. Aus einer Viererkombi mit 1.90 pro Bein und einem ausgefallenen Bein wird rechnerisch eine Dreierkombi mit Gesamtquote rund 6.86 statt rund 13.03 bei CHF 50 Einsatz. Die Auszahlungserwartung schrumpft auf einen Viertel, nicht auf drei Viertel, und niemand hat falsch getippt.
Boosts: was ein Bonus auf den Nettogewinn bedeutet
Der Sporttip-Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Zwei Dinge daran sind wichtiger als die Prozente. Erstens: die Erhöhung liegt auf dem Nettogewinn, nicht auf der Auszahlung. Bei CHF 50 zu Quote 6.86 sind das rund CHF 293 Nettogewinn — 20 % davon sind rund CHF 59 zusätzlich, nicht 20 % der CHF 343 Auszahlung. Zweitens: die Mindestquote von 1.50 pro Bein schliesst die langweiligen Favoriten aus. Der Boost verlangt Voraussagen, die ohnehin unsicher sind, und belohnt sie mit einem Zuschlag. Das ist konsequent aus Sicht des Veranstalters und der Punkt, an dem eine Kombi-Strategie aufhört, eine Strategie zu sein.
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert; bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer den Boost nimmt und dann aussteigt, verliert beides.
Guthaben, Gewinne, Auszahlungen
Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut. Gewinne über CHF 1’000 werden bei bekannter Zahlungsverbindung innert 3 Arbeitstagen auf das Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto des Teilnehmers überwiesen.
Für das Guthaben selbst zahlt Swisslos Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus. Ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % belastet werden, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen. Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer häufig kleine Beträge hin und her schiebt, verbraucht die zwei kostenlosen Auszahlungen schnell — und die dritte kostet einen Prozentbetrag des Betrags, nicht eine Pauschale.
Als Zahlungsart zum Aufladen des Swisslos-Spielkontos nennt Swisslos PostFinance Pay; die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt. Eine kleine Liste, und in der Schweiz ist das keine Schwäche: die Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen ist hier keine Option, sondern die einzige Möglichkeit.
Guthaben verfällt, wenn niemand es holt
Sporttip-Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks von Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben.
Ein halbes Jahr klingt grosszügig. Bei einer Wette, die man im November platziert und deren Bekanntmachung im Januar erfolgt, endet die Frist im Juli — und wer in dieser Zeit nicht auf sein Konto oder seine Quittung schaut, verliert den gesamten Gewinn an den guten Zweck. Das ist die einzige Stelle in dieser ganzen Kette, an der eine gewonnene Prognose nichts mehr wert ist.
Die Rechtslage: warum es genau zwei Anbieter gibt
Die Rechtslage ist für Prognosen wichtiger, als es zunächst wirkt. Sie bestimmt die Auswahl an Anbietern und die Ereignisse, auf die überhaupt gewettet werden darf — und damit den Rahmen, in dem eine Prognose überhaupt Sinn ergibt.

Bewilligung und Aufsicht
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019; Art. 3 lit. c und e) und werden von der Gespa (Interkantonale Geldspielaufsicht, Bern; Geldspielkonkordat in Kraft seit 1.1.2021) beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur die Casinos beaufsichtigt.
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Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel (Art. 21–25 BGS) und «gilt nur in der Schweiz» (Art. 4 BGS). Die Kantone haben die Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport.
Swisslos hat ihren Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Es gibt keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, weil es keine weiteren gibt. Die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains. Der Reinerlös geht an gemeinnützige Zwecke in den Kantonen (Art. 125 BGS).
Diese Konstruktion ist kein Zufall und kein Übergangszustand. Sie ist eine politische Entscheidung: zwei Veranstalter, dafür ein Kanal für öffentliche Aufgaben. Wer eine Prognose als reine Sportfrage betrachtet, übersieht, dass die halbe Antwort auf der Ebene der Bewilligung schon feststeht.
Was gewettet werden darf
Die erlaubte Angebotspalette ist eine geschlossene Liste: die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026; Art. 25 BGS, Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden stehen nur darauf, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste führt keine Ecken- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen (Art. 25 Abs. 2 BGS).
Wer eine Prognose auf Karten oder Ecken aufbaut, findet in der Schweiz keinen Markt dafür. Das ist der Punkt, an dem die Vorhersage methode und die Auswahl an Wetten auseinanderfallen.
Gewettet wird nur auf Sportereignisse — Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Live-Wetten sind zulässig, vor dem Spiel und live, soweit der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung besitzt; das BGS beschränkt Live-Wetten nicht auf bestimmte Märkte. Cash-Out ist nicht geregelt: es ist eine Funktion jedes Veranstalters, nicht ein gesetzlich vorgesehener Vorgang.
Ein Konto bei Swisslos oder eines im Ausland
Ein Online-Konto setzt einen Wohnsitz in der Schweiz voraus (Art. 47 Abs. 3 VGS) und praktisch einen Wohnsitz im jeweiligen Gebiet des Veranstalters. Ein ausländischer Markt bleibt daneben erreichbar — und die Folgen sind andere.
Eine ausländische Bewilligung — ob aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Geltung (Art. 4 BGS). Das Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren (Art. 130 BGS). Die Spielenden werden nicht bestraft. Ihre Einsätze und Gewinne können aber in Verfahren gegen den Veranstalter eingezogen werden, und es besteht kein Spielerschutz und keine Fairplay-Kontrolle.
Dazu kommt die Blockade. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter über DNS blockieren (Art. 86–93 BGS; erste Liste 3. September 2019, 671 Domains Ende 2025). Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — Domain-Hopping. Das erklärt, warum ausländische Namen auftauchen und wieder verschwinden, und warum eine Prognose über die Verfügbarkeit eines Anbieters nichts aussagt.
Die nüchterne Bilanz der beiden Wege lautet so. Im Ausland: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und ausländische Gewinne sind nach kantonalem Recht steuerbar. In der Schweiz: voller Schutz, aber nur zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzpflicht und eine Identitätsprüfung. Keiner der beiden Wege ist von sich aus «die sichere Wahl». Diese Seite behauptet das nicht.
Steuern: der Freibetrag und die Verrechnungssteuer
Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die ESTV nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert. Der Bundesfreibetrag liegt ab 1.1.2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Der kantonale Freibetrag weicht davon ab, also gilt «je nach Kanton», und nicht eine einzige Zahl.
Über dem Freibetrag behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein; zurückgeholt wird sie über die Deklaration des Gewinns in der Steuererklärung. Ein typischer Wettender gewinnt weit darunter: kein Einkommenssteueranteil und keine Verrechnungssteuer auf dem Gewinn.
Gewinne von ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Steuerpraxis von Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen aber als voll steuerbares Einkommen, unabhängig von der Höhe. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer seine Situation klären will, fragt eine Steuerberatung oder die kantonale Steuerverwaltung.
Werbung und Gratisspielguthaben
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten (Art. 74 BGS). Werbung für Glücksspiele, die in der Schweiz nicht erlaubt sind, ist verboten (Art. 74 Abs. 3) und wird mit Busse bis CHF 500’000 bestraft (Art. 131 BGS). Genau deshalb beschreibt und bewertet diese Seite — sie bewirbt nicht, und sie lädt niemanden zum Mitspielen ein.
Gratisspielguthaben brauchen die vorgängige Zustimmung der Gespa (Art. 75 Abs. 2 BGS; 2025 gab sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos). Bonusbeträge und -bedingungen stammen ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters. Ein Werbeverbot zu bestimmten Tageszeiten gibt es nicht.
Verantwortungsvolles Spielen: was aus einer Prognose folgt
Eine Prognose hat eine Nebenwirkung, die in keiner Auszahlungsquote steht: sie macht einen Einsatz plausibel. Wer eine begründete Einschätzung hat, setzt mehr. Das ist die Falle.
Limiten, selbst gesetzt
Limiten werden von den Spielenden gesetzt, nicht vom Staat. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen (Art. 87 VGS). Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung nach Gesetz erst nach 24 Stunden — Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Eine gesetzlich festgelegte Einzahlungsobergrenze gibt es in der Schweiz nicht.
Das ist die zentrale Asymmetrie. Der Anbieter darf eine Erhöhung verzögern, der Wettende darf sie nicht erzwingen. Wer in einer Nacht nach einer Niederlage an die Limite will, kommt an eine Wand. Diesen Ärger hat der Gesetzgeber bewusst eingebaut.
Sporttip verlangt seine Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage bereits vor der ersten Teilnahme — bei einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Eine Limite, die vor der ersten Wette gesetzt wird, ist keine Notbremse, sondern eine Vorabentscheidung. Wer sie in einer ruhigen Minute trifft, entscheidet besser als wer sie in einer schlechten trifft.
Spielsperre und das schweizweite Register
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne (Art. 45 BGS). Die Sperre ist also kein Filter, der sich umgehen lässt, indem man einfach nichts sagt. Eine freiwillige Sperre kann erst nach drei Monaten aufgehoben werden (Art. 84 VGS), unter Beteiligung einer Fachstelle (Art. 81 BGS). Eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden (Art. 89 VGS).
Für Prognosen heisst das: eine Prognose ist niemals ein Grund, eine Sperre zu umgehen — und genau das wäre die naheliegende Reaktion, wenn sie zufällig gut aussieht. Wer gesperrt ist und die Sperre umgeht, verliert den Anspruch auf den Gewinn.
Das Vertragsinstrument in der Westschweiz
Bei Jouez Sport beträgt der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette CHF 300’000 und für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Kombiwetten umfassen 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Es sind Obergrenzen, die für einen normalen Spielenden nie relevant werden — und sie zeigen, wie stark die Auszahlungsspitze bei hohen Quoten beschnitten ist.
Wenn Prognosen zu höheren Einsätzen führen
Der Mechanismus ist einfach. Eine Einschätzung fühlt sich nach Wissen an. Wissen rechtfertigt mehr Einsatz. Nach einer Niederlage fühlt sich eine neue Einschätzung nach Korrektur an. Aus einem Budget wird ein Ziel.
Was dagegen hilft, ist unspektakulär. Ein Budget, das im Voraus als Geld definiert wird, dessen Verlust nichts verändert. Eine Einsatzhöhe, die unabhängig davon feststeht, wie sicher die Prognose wirkt. Ein Verzicht darauf, Verluste mit einer neuen Wette auszugleichen. Und die Bereitschaft, eine Serie nicht als Beweis der eigenen Fähigkeit zu lesen. Wer merkt, dass Sportwetten mehr kosten, als sie Unterhaltung wert sind, findet anonyme Beratung bei den Fachstellen für Spielsucht und über die kantonalen Suchthilfeangebote. Der Spielerschutz der Veranstalter und die Limitenfunktionen sind dafür da, in Anspruch genommen zu werden, nicht für die Theorie.
Prognosen, die Swisslos veröffentlicht: Sporttip
Swisslos Sporttip ist einer der zwei Veranstalter, die in der Schweiz überhaupt Sportwetten anbieten dürfen — mit einer Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS (SR 935.51) unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel; das Produkt heisst Sporttip. Ein Online-Konto erhalten nur Personen mit Wohnsitz im eigenen Versorgungsgebiet.
Für die Frage, was eine Prognose wert ist, liefert Sporttip mehr Konkretes als jeder andere Anbieter auf dieser Liste. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 und zahlt zwischen 5 % und 100 % auf den Nettogewinn — eine Staffelung, die jedem klar macht, dass die höchste Stufe die höchste Schwierigkeit bedeutet. Quoten- und Profitboosts sind je Wettenden einmal nutzbar und verfallen bei einem Cash-Out. Der Cash-Out selbst gibt es nur als vollständiges Aussteigen, und der Betrag liegt unter dem möglichen regulären Gewinn. Wer das als Versicherung versteht, zahlt für einen Schutz, den er nicht bekommt.
Auf der Habenseite stehen Bedingungen, die wenige Anbieter so ausformulieren. Eine abgesagte Partie führt nicht zu einem Totalverlust, sondern zu Quote 1.00 auf dem betroffenen Bein; eine Live-Wette nach dem Eintreffen des Ausgangs zählt mit Quote 1.00 statt als Nullnummer; die Auszahlung erfolgt auf ein Konto auf den eigenen Namen, und Gewinne bis CHF 1’000 gehen automatisch aufs Wallet. Das ist die Sorte Regelwerk, das Klarheit schafft.
Was es kostet: die Verlustlimiten müssen vor der ersten Teilnahme stehen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999. Die Einsätze sind mit CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette eng begrenzt. Die zwei kostenlosen Auszahlungen pro Jahr enden schnell, danach können 3 % anfallen. Und die 26-Wochen-Frist für nicht abgeholte Gewinne ist hart. Wer regelmässig online wettet, weiss, was er bekommt; wer den Gewinn nach der Wettabgabe vergisst, nicht.
Prognosen bei der Loterie Romande: Jouez Sport
Jouez Sport ist das Sportwettenprodukt der Loterie Romande, des zweiten Veranstalters mit Schweizer Bewilligung für ein Grossspiel nach dem BGS unter Aufsicht der Gespa. Veranstalterin ist die Société de la Loterie de la Suisse Romande; das Produkt heisst Jouez Sport. Ein Online-Konto erhalten nur Personen mit Wohnsitz im eigenen Gebiet.
Ihre Reichweite ist keine Randnotiz. Sie versorgt die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende, mit Kontaktadresse an der Avenue de Provence 14 in Lausanne. Diese 2’350 Verkaufsstellen sind in der Deutschschweiz kein Thema und in der Romandie der Normalfall: dort läuft ein grosser Teil des Sportwettengeschäfts über die Abgabestelle.
Die Gewinnobergrenzen sind der Punkt, an dem Jouez Sport am deutlichsten unterscheidet. Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette liegt bei CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen bei CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Die Untergrenze von 1.10 schliesst jede Wette auf einen ganz klaren Favoriten aus, deren Quote noch tiefer läge.
Wer in der Westschweiz wohnt und dort die Verkaufsstellen nutzt, hat mit Jouez Sport die naheliegende Lösung. Wer in Genf wohnt und bei Swisslos ein Konto eröffnen will, scheitert an der Wohnsitzregel. Die Wahl ist keine Wahl — sie ist eine Wohnsitzfolge.
Ausländische Namen ohne Schweizer Bewilligung
Acht Marken tauchen in den Suchergebnissen hiesiger Spielender auf, obwohl keine von ihnen eine Schweizer Bewilligung hat. Für alle acht gilt derselbe Rahmen: nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; eine ausländische Bewilligung hat hier keine Geltung (Art. 4 BGS); und keine dieser Marken ist an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg.
Was sich nicht sagen lässt: welche Prognosegüte, welche Quoten, welche Auszahlungszeiten, welche Zahlungsarten, welche Bonusbedingungen oder welche Limiten diese Anbieter haben. Dazu trägt keine der Marken eine Angabe in dieser Übersicht. Was bleibt, ist die Bewertung nach denselben Kriterien wie bei den beiden Schweizer Veranstaltern — mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Nachprüfbarkeit fehlt.
BC.Game: Casino ohne Prognosehistorie
BC.Game tritt als Casino-Marke auf, und genau da liegt für eine Prognoseseite das Problem: die Sportwettenabteilung ist bei solchen Marken selten das Kernprodukt. Ohne Angaben zu Quoten, Wettarten oder Ergebnisdokumentation lässt sich für die Prognosequalität nichts Konkretes prüfen. Die Marke hat keine Schweizer Bewilligung, ist nicht an das Sperrregister angebunden, und es besteht kein Schweizer Rechtsweg. Für Wetten in der Schweiz ist sie damit das falsche Werkzeug.
Sportaza: Prognosen ohne prüfbare Grundlage
Bei Sportaza steht ein vollständiges Sportwettenangebot in Aussicht, aber nichts davon ist belegbar. Wer eine Prognose bewerten will, braucht mindestens Quotenhöhe, Marktbreite und eine nachvollziehbare Ergebnisaufstellung. Keine dieser Grössen liegt hier vor. Dazu: keine Schweizer Bewilligung, keine Verbindung zum Sperrregister, keine Schweizer Durchsetzung. Die Bewertung fällt damit dünner aus als bei den Schweizer Anbietern, nicht weil das Angebot schlecht wäre, sondern weil es nicht überprüfbar ist.
PowBet: Quoten ohne Dokumentation
PowBet bewirbt starke Quoten und schnelle Auszahlungen — beides unbelegt für Schweizer Spielende und in einem Markt ohne Regulierung besonders schwer nachzuprüfen. Es gibt keine Schweizer Bewilligung. Wer seinen Sportwettenhaushalt über einen längeren Zeitraum auswertet, ist ausgerechnet bei einer Marke mit lebhaften Versprechen am schlechtesten dran. Die Kombination aus Quotenversprechen und fehlender Dokumentation ist der ungünstigste Fall — nicht der schlimmste Anbieter, aber die schlechteste Prüfbarkeit.
HighFlyBet: Name ohne Substanz
HighFlyBet positioniert sich als moderne Wettplattform, und viel mehr sagt der Name auch nicht aus. Eine Prüfung von Prognosegüte oder Wettprogramm erfordert eine Dokumentation, die er nicht liefert. Hinzu kommt der Schweizer Rahmen: keine Bewilligung, kein Sperrregister, kein Rechtsweg. Wer aus dem deutschen oder österreichischen Anbietermarkt kommt, findet hier nichts, was die Umstellung begründet.
Coolzino: Casino zuerst
Coolzino führt das Casino bereits im Namen. Der Sportwettenbereich ist bei Casino-Marken häufig das kleinere Angebot, und die Auswahl an Märkten fällt entsprechend aus. Für Prognosen ist ein schmaler Markt ein doppeltes Problem: weniger Auswahl an Preisen und weniger Vergleichsmöglichkeiten zur eigenen Schätzung. Dazu keine Schweizer Bewilligung, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg. Für Spielende, deren Interesse tatsächlich beim Sport liegt, ist die Marke schlicht der falsche Ort.
Duelbits: Krypto-Ausrichtung, keine Sportausrichtung
Duelbits ist im Krypto-Umfeld bekannt, und dort liegt auch der Schwerpunkt. Eine Prognose für Sportwetten braucht ein Sportwettenprogramm, und wie breit dieses hier ist, bleibt offen. Eine Schweizer Bewilligung gibt es nicht, eine Anbindung an das Sperrregister auch nicht. Wer in der Schweiz rechtlich sauber wetten will und ohnehin ein Sportwettenkonto sucht, verliert hier Zeit.
GG.BET: eSport-Versprechen mit Schweizer Haken
GG.BET ist bei eSport-Wettenden ein bekannter Name, und hier trifft die Schweizer Regulierung besonders hart: eSport erscheint nicht auf der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Wer sich für eSport-Prognosen interessiert, findet in der Schweiz also keinen erlaubten Anbieter — die Marke bietet in einem Segment an, das hier nicht zugelassen ist. Die fehlende Schweizer Bewilligung, die fehlende Sperrregister-Anbindung und der fehlende Rechtsweg kommen hinzu.
FortuneJack: Prognosen ohne Schweizer Ansprechpartner
FortuneJack gehört zum Krypto-Casino-Umfeld, mit den entsprechenden Folgen für das Sportwettenprogramm: wie es aufgestellt ist, bleibt hier offen. Eine Schweizer Bewilligung gibt es nicht. Wer in einem Streitfall einen inländischen Ansprechpartner braucht, findet ihn nicht. Für Schweizer Spielende ist das ein Konto ohne Rückhalt, unabhängig davon, wie gut die Quoten aussehen.
Was eine Prognose kostet: die Rechnung im Alltag
Die Marge ist die Zahl, die den Unterschied zwischen einer theoretischen Prognose und einem tatsächlichen Ergebnis macht. Bei zwei fairen Quoten von je 1.90 summiert sich der Kehrwert auf etwa 1.0526. Daraus folgt eine Auszahlungsquote von rund 95 % und eine Marge von rund 5 % — etwa fünf Rappen pro Franken Einsatz, wenn nur dieses eine Ereignis gespielt würde.
In der Realität liegt der Wert tiefer. Fussballmärkte mit klaren Favoriten haben andere Kehrwertsummen als Nischenmärkte. Kombinationen multiplizieren die Margen der Einzelmärkte, weil sich die Abschläge zu einem grösseren zusammensetzen. Zwei Wetten mit je 5 % Marge ergeben in einer Kombi eine Auszahlungsquote von rund 90 %; vier ergeben rund 81 %. Aus einer Viererkombi mit Gesamtquote 13.03 bei CHF 50 Einsatz fliessen also nicht rund CHF 651 in voller Höhe zurück, sondern in der Erwartung deutlich weniger.
Was das für Prognosen bedeutet, lässt sich mit einer einzigen Rechnung zeigen. Ein Budget von CHF 500 im Monat, eingesetzt auf einen Markt mit rund 5 % Marge, kostet in der Erwartung rund CHF 25 im Monat — unabhängig davon, wie gut die Prognosen sind. Über ein Jahr summiert sich das auf rund CHF 300. Wer über ein Jahr hinweg besser abschneiden will, muss den Markt um mehr als diesen Abschlag schlagen, und zwar dauerhaft. Genau das schaffen wenige, und wer es schafft, sollte es mit einer langen Aufzeichnung belegen können, nicht mit einer guten Woche.
Deshalb ist eine Prognose nicht die Kunst, das Ergebnis vorherzusagen, sondern die Prüfung, wo der Preis und die eigene Schätzung auseinanderliegen — und ob der Abstand gross genug ist, um den Abschlag des Marktes zu überholen. Der Abschlag bleibt konstant. Er ist der zuverlässigste Wert auf dieser Seite.
Häufige Fragen zu Sportwetten-Prognosen
Wie entsteht eine Sportwetten-Prognose aus Form, Statistik und Quoten?
Aus drei Schritten: die Form des Teams aus den letzten Partien und gegen ähnliche Gegner, die Aufstellung und Spielanlage, und schliesslich die Quoten, die den Wert einer Einschätzung einordnen. Der Schritt von der Analyse zur Quote ist der entscheidende, weil erst dort eine Schätzung zu einem Geschäft wird.
Weshalb kann keine Prognose ein Ergebnis voraussagen?
Weil jede Schätzung eine Wahrscheinlichkeit ist und ein einzelnes Spiel zu wenige Beobachtungen umfasst, um sie zu bestätigen. Verletzungen, Schiedsrichterentscheide und Zufälle im Spielverlauf liegen ausserhalb jedes Modells. Ein Modell kann eine Verteilung von Torverhältnissen beschreiben, aber nicht, welches davon eintrifft.
Was ist eine Value-Wette, und wie hängt sie mit der Marge zusammen?
Eine Value-Wette ist da, wo die eigene Wahrscheinlichkeit höher liegt als die durch die Quote ausgedrückte. Die Marge arbeitet dagegen: bei zwei Quoten von je 1.90 beträgt die Auszahlungsquote rund 95 %, sodass die Einschätzung den Abschlag erst überholen muss. Ein knapper Vorteil verschwindet in diesem Abschlag.
Wie verhalten sich Livewetten bei Sporttip, und was ändert sich bei Live-Prognosen?
Bei Sporttip gilt die Live-Wette unabhängig davon, ob das Ereignis übertragen wird. Nach dem tatsächlichen Eintreffen des Ausgangs platziert, zählt sie mit Quote 1.00 — ebenso, wenn Swisslos in spielentscheidenden Situationen so bewertet. Die Prognose braucht deshalb zusätzlich eine Schätzung der Verzögerung zwischen Blick und Klick.
Welche Wetten sind in der Schweiz nach der Liste der Aufsicht erlaubt?
Nur Sportereignisse, und nur die der Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe nur, wenn aufgeführt; Ranglistenwetten nur bei Rangierungsfolgen; keine Ecken- und Kartenmärkte, kein eSport. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind ausgeschlossen.
Wie lässt sich mit Verlustlimiten und einem festen Budget verhindern, dass Prognosen zu höheren Einsätzen führen?
Indem die Limiten vor der ersten Wette stehen — Swisslos verlangt 1-, 7- und 30-Tage-Werte, während eine Erhöhung erst nach 72 Stunden gilt. Ein im Voraus definiertes Budget und eine einsatzunabhängige Einsatzhöhe ergänzen das. Verluste werden nicht mit einer neuen Wette ausgeglichen.
Tipps – eishockeytipps.com
Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
