Handicap-Wetten in der Schweiz: zwei Veranstalter, eine geschlossene Marktliste
Stand: 29. Oktober 2026 — geprüft gegen die Bewilligungs- und Marktangaben der Gespa sowie die veröffentlichten Spielregeln und Teilnahmebedingungen von Swisslos und der Loterie Romande.

Wer in der Schweiz eine Handicap-Wette platzieren will, stösst auf eine Besonderheit, die es in kaum einem anderen europäischen Markt gibt: Es gibt nicht zwanzig Anbieter zur Auswahl, sondern zwei. Nur Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport dürfen hierzulande überhaupt Sportwetten veranstalten, und welche Handicap-Märkte dabei erlaubt sind, steht nicht im Werbematerial der Anbieter, sondern in einer Liste der Aufsicht.
Das ist der Rahmen, und er entscheidet mehr, als man auf den ersten Blick meint. Er entscheidet, wie viele Wege einem Wettenden offenstehen, er entscheidet über die Höhe der Einsätze, über die Auszahlung, über den Schutz bei Verlusten — und er entscheidet darüber, was eine Vorgabe im Ergebnis überhaupt bedeutet. Ein Handicap ist keine andere Sportart und keine andere Liga, es ist dieselbe Begegnung mit einem veränderten Startpunkt. Genau darin liegt sein Reiz und genau darin die Falle.
Was eine Handicap-Wette aus der gewöhnlichen Wette macht
Der Kern ist schnell erzählt. Einer Mannschaft wird ein virtueller Vorsprung oder Rückstand angerechnet, bevor das Spiel gewertet wird. Heisst das, ein Aussenseiter startet mit einem Tor Vorsprung, ein Favorit mit einem Tor Rückstand, dann verschieben sich die Quoten beider Seiten so lange, bis sie einander nahe kommen. Aus einem 1.25 gegen 9.00 wird ein 1.90 gegen 1.90 — und plötzlich ist die Partie wettbar, die vorher keine war.
Was hier technisch passiert, ist der eigentliche Punkt: Die Vorgabe tauscht Wahrscheinlichkeit gegen Quote. Wer auf den klaren Favoriten setzt, hat vorher eine sehr hohe Treffererwartung und einen winzigen Gewinn; mit Rückstand hat er eine mittlere Treffererwartung und einen mittleren Gewinn. Der Buchmacher verkauft einem also nicht bessere Chancen, er verkauft eine andere Verteilung. Der Buchmacher verkauft eine andere Verteilung, keine bessere Chance.
Für den Wettenden heisst das: Ein Handicap macht eine Begegnung nicht leichter zu tippen. Es macht sie nur tippbar. Wer ein Spiel nicht einschätzen kann, kann es auch mit Vorgabe nicht einschätzen — er kann nur mehr Geld darauf setzen, ohne dass sich an der Aussagekraft etwas ändert.
Vorgabe, Quote und die Grenze zwischen Sieg und Niederlage
Der Sieger einer Handicap-Wette steht nicht dort, wo das Spiel endet. Er steht dort, wo das Spiel nach Abzug oder Zuschlag der Vorgabe endet. Eine Mannschaft kann also ein Spiel verlieren und die Wette gewinnen, oder ein Spiel gewinnen und die Wette verlieren. Genau diese beiden Sätze sind der Grund, warum so viele Erstwetten auf Vorgabe-Märkten schiefgehen: Der Blick bleibt am Resultat hängen, die Wertung liegt daneben.
Weil die Vorgabe halbe und ganze Zahlen annimmt, gibt es zwei sehr verschiedene Sorten von Märkten. Bei einer halben Vorgabe, etwa −0.5 oder +1.5, gibt es keinen Zwischenzustand: entweder die Bedingung ist erfüllt oder nicht, es gibt keinen Rückzahlungsfall. Bei einer ganzen Vorgabe, etwa −1 oder +2, entsteht die Möglichkeit eines exakten Gleichstands nach Vorgabe — und dann wird der Einsatz zurückgezahlt, die Quote gilt als 1.00. Manche Veranstalter führen dafür einen eigenen Namen, andere zeigen es nur im Wettschein an.
Der Unterschied zwischen diesen beiden Sorten ist für die Rechnung erheblich. Eine halbe Vorgabe ist ein glattes Ja oder Nein, eine ganze Vorgabe enthält eine dritte Ausgangsmöglichkeit, die den effektiven Erwartungswert senkt, ohne dass sie in der Quote sichtbar wird. Wer den Markt nur nach der Zahl der Quote auswählt, übersieht diesen Unterschied systematisch.
Warum es die Vorgabe überhaupt gibt
Ohne Vorgabe ist ein grosser Teil des Sportkalenders wettuninteressant. Ein Spiel zwischen einem Titelanwärter und einem Tabellenletzten endet in einer Quote, die den Gewinn auf ein paar Rappen drückt; die Wette ist praktisch unspielbar, da der Ertrag in keinem Verhältnis zum Risiko steht. Der Markt braucht also ein Werkzeug, das die Begegnung neu ausbalanciert, und das Handicap ist dieses Werkzeug.
Es lohnt sich, diesen Mechanismus bis zum Ende zu denken. Der Buchmacher hat kein Interesse daran, die richtige Quote zu finden — er hat Interesse daran, das Geld gleichmässig auf beide Seiten zu verteilen, weil er dann an der Marge verdient, unabhängig vom Ausgang. Die Vorgabe ist das Instrument, mit dem er die Wettenden auf beide Seiten drückt. Wer versteht, dass die Vorgabe diesem Zweck dient, versteht auch, warum eine Vorgabe niemals exakt die erwartete Torzahl treffen muss: Sie muss nur bei den Wettenden ankommen.
Einzelwette, Kombiwette, Systemwette: dieselbe Vorgabe, drei Rechenwege
Die Handicap-Logik bleibt in jeder Wettart gleich, die Auszahlung nicht. Bei der Einzelwette trifft die Vorgabe auf genau eine Begegnung, und der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote. Bei der Kombiwette multipliziert sich der Effekt: Zwei Vorgabe-Märkte mit je 1.90 stehen zusammen bei 3.61, drei bei 6.86, vier bei 13.03. Das klingt verlockend, ist aber eine andere Wette als sie aussieht, weil jeder zusätzliche Vorgabe-Markt eine eigene Unsicherheit mitbringt und die Vorgabe in jedem einzelnen davon wieder die Wertung verschieben kann.
Die Systemwette schliesslich ist der Versuch, sich gegen diesen Effekt abzusichern: Sie spielt nicht alle Kombinationen, sondern eine Auswahl davon, und bezahlt die Auslassungen damit, dass ein Teilgewinn entsteht, wenn nicht alle Voraussagen aufgehen. In der Schweiz wird dieser Weg ausdrücklich mit höheren Einsatzgrenzen bedacht — der Spielraum für Systemwetten ist deutlich grösser als der für eine einzelne Kombination, was zeigt, dass der Gesetzgeber die Streuung als das geringere Risiko betrachtet.
Das Schema der Auszahlung hängt nicht am Markt, sondern am Wettschein. Sporttip berechnet den Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Danach folgt ein Schritt, den fast kein Wettender auf dem Radar hat: Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer sich über einen Gewinn von CHF 43.15 statt CHF 43.20 wundert, hat hier die Antwort, und die Richtung der Rundung ist nicht die, die der Bauch erwartet.
Handicap wetten im Anbietervergleich: zwei Schweizer Veranstalter und acht ausländische Plattformen
Der Vergleich auf diesem Markt hat eine ungewöhnliche Form. Es gibt genau zwei Adressen, bei denen ein Wohnsitz in der Schweiz eine Bewilligung, eine Aufsicht und ein Sperrregister im Rücken bedeutet, und daneben eine Reihe ausländischer Plattformen, die ohne Schweizer Bewilligung auftreten. Beide Gruppen gehören in eine Übersicht, weil Schweizer Wettende beiden begegnen — aber sie gehören nicht in denselben Satz.
| Anbieter | Bewilligungsstatus | Veranstalterin / gemeldete Lizenz |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Swisslos, Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Duelbits | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| Pribet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| 1xBet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| MrXbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| MyStake | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| Roobet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| Betwinner | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
| N1 Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine in der Schweiz anerkannte Lizenz |
Die Spalte mit der Lizenzangabe zeigt achtmal dieselbe Zeile, und das ist keine Nachlässigkeit der Tabelle, sondern ihr Befund: Für die ausländischen Plattformen ist keine Lizenz festgestellt, die in der Schweiz Geltung hätte, und eine ausländische Bewilligung — gleich aus welchem Land — entfaltet hier keine Wirkung. Was übrig bleibt, ist ein Spielraum ohne Schweizer Aufsicht.
Für den Vergleich der Handicap-Angebote folgt daraus ein hartes Problem: Bei den beiden Schweizer Veranstaltern lässt sich das Marktangebot anhand der veröffentlichten Spielregeln und der Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten nachvollziehen. Bei den acht übrigen Plattformen gibt es keine vergleichbare Grundlage, und ein Vergleich, der die Limiten, die Quoten oder die Bedingungen einer dieser Plattformen gegen Sporttip stellt, wäre eine Behauptung, keine Analyse.
Wer die Wahl wirklich treffen will, entscheidet damit nicht zwischen zehn Anbietern, sondern zwischen zwei Wegen. Der eine führt über eine Bewilligung mit Aufsicht, Sperrregister, Verlustlimiten und einem geschlossenen Katalog erlaubter Märkte, dafür ohne Wohnsitz im Vertragsgebiet gar nicht erst hinein. Der andere führt über eine Plattform, die niemandem in der Schweiz Rechenschaft schuldet. Der zweite Weg sieht freier aus. Er ist es nur in eine Richtung.
Was ein Handicap konkret verändert: Vorgabe als Werkzeug der Quotengestaltung
Die praktische Bedeutung der Vorgabe erschliesst sich erst, wenn man beide Seiten derselben Begegnung nebeneinander legt. Nehmen wir ein fiktives Spiel, in dem der Favorit ohne Vorgabe bei 1.25 steht und der Aussenseiter bei 9.00. Als Einzelwette ohne Vorgabe ist das eine Wette mit geringem Ertrag und hoher Treffererwartung auf der einen Seite und einer praktisch aussichtslosen Quote auf der anderen. Mit einer Vorgabe von zwei Toren Rückstand für den Favoriten verschiebt sich das Bild grundlegend: Aus dem Quasi-Sicherheitsspiel wird eine echte Entscheidung mit einer Quote in der Nähe von 1.90.
Für wen lohnt sich welcher Weg? Das hängt weniger vom Sportverständnis ab als von der Frage, was man mit der Wette vorhat. Wer eine Voraussage absichern und dabei möglichst selten falschliegen will, bleibt bei der Wette ohne Vorgabe und nimmt die kleine Quote in Kauf — der Ertrag ist mager, aber die Wahrscheinlichkeit eines Fehlgriffs ist gering. Wer den Einsatz überhaupt erst in eine Grössenordnung bringen will, in der ein Gewinn spürbar ist, kommt am Handicap nicht vorbei, weil die Quote dort die einzige Stellschraube ist, die den Ertrag hebt.
Der Haken liegt im Wort «absichern». Eine Vorgabe verkleinert die Wahrscheinlichkeit eines Treffers nicht, sie verschiebt sie nur in ein anderes Ergebnis hinein. Der Favorit mit zwei Toren Rückstand ist derselbe Favorit; die Wette auf ihn gewinnt jetzt nur noch dann, wenn er hoch genug gewinnt. Bei einem 2:1 steht man mit der Vorgabe-Minus-Wette schlechter da als ohne sie — obwohl die Mannschaft genau das getan hat, worauf man gewettet hat.
Das ist der eine Denkfehler, den dieser Markt fast systematisch hervorruft. Der zweite ist die Annahme, eine Vorgabe sei eine Art Rabatt auf die Buchmachermarge. Das Gegenteil ist richtig: Jeder Markt trägt seine eigene Marge, und die Quoten beider Seiten eines Vorgabe-Markts werden von derselben Gebühr zusammengehalten.
Grundlagen und Einordnung: wo die Vorgabe ihren Platz im Wettschein hat
Es gibt im Schweizer Angebot nur Sportwetten, und das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Festlegung. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt; das Angebot folgt einer geschlossenen Liste. Wer also nach einem ausgefallenen Markt sucht, sucht am Rand des Erlaubten und wird dort nicht fündig.

Innerhalb dieses Rahmens ist die Handicap-Wette kein Nischenprodukt, sondern eine der Grundformen, auf denen der Rest aufbaut. Sie taucht als Einzelmarkt auf, sie lässt sich mit anderen Voraussagen zu einer Kombination verbinden, und sie ist in der Systemwette ein Baustein unter mehreren. Wer den Markt einmal verstanden hat, versteht damit auch die anderen: Die Logik, dass eine Quote eine Wahrscheinlichkeit in einen Preis übersetzt und die Marge still darin sitzt, gilt überall gleich.
Ein Punkt der Einordnung wird oft übersehen. Die Vorgabe ist ein Angleichungswerkzeug des Veranstalters, und sie ist in der Schweiz nur dort zulässig, wo die Aufsichtsliste sie vorsieht. Qualifikationsrunden zählen nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie auf der Liste stehen, Ranglistenwetten nur dann, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Trainingsläufe sind überhaupt nicht belegbar. Der Katalog führt keine Eckball- und Kartenmärkte und keine Esport-Sektion.
Für den Handicap-Spieler heisst das: Die Vorgabe ist nicht überall verfügbar, wo man sie erwarten würde. Wer gezielt nach einem Handicap auf eine bestimmte Begegnung sucht, prüft am besten zuerst, ob Sportart und Wettbewerb überhaupt auf der Liste stehen, und schaut erst danach auf die Quote. Die umgekehrte Reihenfolge führt regelmässig zu Enttäuschung.
Die Rechtslage in der Schweiz: Bewilligung, Marktliste und die zwei Veranstalter
Wer Handicap wetten will, muss zuerst wissen, wem er gegenübersteht, und hier ist die Ausgangslage klar geregelt. Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, in Kraft seit dem 1. Januar 2019, und sie werden von der Gespa beaufsichtigt — der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern, nicht von der ESBK, die nur für die Casinos zuständig ist. Wer die Aufsicht über Sportwetten sucht, landet also nicht bei der Behörde, die vielen aus dem Casinobereich geläufig ist.

Eine Bewilligung braucht nach diesem Gesetz zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt, und diese Entscheidung ist der Grund für die kurze Anbieterliste auf diesem Markt. Es gibt keine Warteliste weiterer Bewilligungen und keine zweite Reihe von Anbietern, die noch zugelassen werden könnte — die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der blockierten ausländischen Domains.
Für einen Wettenden, der sich in seinem Wohnkanton ein Konto einrichten will, kommt eine Bedingung dazu, die manchen überrascht: Die Bewilligung eines Veranstalters ist nicht landesweit nutzbar, sondern an ein Gebiet gebunden, und ein Online-Konto setzt tatsächlich Wohnsitz in der Schweiz voraus — in der Praxis im Gebiet der jeweiligen Veranstalterin. Die Rechte der beiden Veranstalter sind entsprechend geteilt und decken zusammen das Land ab, aber nicht jeder kann sich bei jedem ein Konto anlegen.
Mit der Bewilligung kommt der Schutz, und dieser Teil der Rechtslage ist der gewichtigste für jeden, der sich für den ausländischen Weg interessiert. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt die Anbindung an das Sperrregister, es fehlt die Schweizer Aufsicht und es fehlt der Rechtsweg. Ein ausländisches Anbieterpaket mag auf dem Papier dieselben Produkte zeigen, aber die Instanz, bei der man sich beschwert, existiert nicht.
Was in der Schweiz überhaupt belegt werden darf
Die zweite Säule der Rechtslage ist die Marktliste. Die Gespa führt den Katalog der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten — in der Fassung vom 10. September 2026 — und damit ist das Angebot kein offenes Feld, sondern eine Aufzählung. Das erklärt die Grenzen, die viele Wettende aus dem Ausland nicht kennen: keine Eckball- und Kartenmärkte, keine Esport-Sektion.
Auch die Handicap-Märkte fallen unter diese Liste. Zulässig ist also nicht jede Vorgabe, die eine Plattform technisch anbieten könnte, sondern die, welche die Aufsicht aufführt. Für Livewetten hält das Gesetz keine weitere Einschränkung auf bestimmte Märkte bereit; der Rahmen bleibt der Katalog. Beim Cash-Out ist das anders.
Ein weiterer Punkt ist unbequem, aber er gehört auf den Tisch. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 47.5 % von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Wer die Verkaufsstellen als den streng kontrollierten Kanal betrachtet, wird durch diese Zahl korrigiert.
Wenn das Ereignis ausfällt: die 48-Stunden-Regel
Ein Sonderfall, der bei Vorgabe-Märkten regelmässig für Verwirrung sorgt, ist die abgesagte Begegnung. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt — oder im Rahmen eines Turniers entsprechend der Turnierregelung —, ist die Wette ungültig. Einzelwetten werden zurückbezahlt, und in Kombinationswetten erhält die Voraussage die Quote 1.00.
Der Effekt auf eine Kombination ist es, wert festzuhalten: Die eine Voraussage fällt still aus der Rechnung heraus, die übrigen bleiben bestehen. Aus einer Viererkombination wird eine Dreierkombination, und die Gesamtquote sinkt entsprechend. Wer eine Kombination aus mehreren Handicap-Märkten gebaut hat und die Wetterlage beobachtet, sollte diese Regel kennen, bevor er sich über die veränderte Quote am Ende wundert. Das erscheint oben im Abschnitt zur Abrechnung des Wettscheins noch einmal, weil die beiden Regeln zusammenspielen.
Verantwortungsvolles Wetten: Limiten, Spielsperre und der Schutz, der an die Bewilligung geknüpft ist
Handicap-Wetten wirken berechenbar. Eine Vorgabe ist eine glatte Zahl, das Ergebnis ist eindeutig, die Quote ist bekannt — das fühlt sich nach Rechnen an. Es ist keines. Jede Wette trägt die Marge des Markts in sich, und aus einer Reihe gut begründeter Voraussagen entsteht keine gute Serie, sondern eine Abfolge von Erwartungswerten, die kleinen Abweichungen ausgesetzt ist. Genau diese gefühlte Berechenbarkeit macht den Markt für Menschen mit einem schmalen Budget gefährlicher als das offensichtliche Glücksspiel.
Die Antwort der Schweiz auf dieses Risiko ist eigentümlich aufgebaut. Es gibt keine staatlich festgelegte Einzahlungs-Obergrenze, stattdessen verlangt die Regelung von der Veranstalterin, dass sie von den Spielenden einen oder mehrere Höchstwerte für Tages-, Wochen- oder Monatseinsätze beziehungsweise -verluste verlangt. Die Limiten setzt der Spieler also selbst — das ist der Punkt, an dem sich zeigt, ob ein Anbieter den Schutz ernst nimmt, denn eine Limite, die im Vorbeigehen bestätigt wird, ist keine.
Bei Sporttip müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für alle unter 21 Jahren. Die entscheidende Eigenschaft dieser Limiten liegt in der Asymmetrie: Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Wer sich selbst bremsen will, kann das jederzeit; wer sich nach einem Verlust wieder Luft verschaffen will, muss drei Tage warten. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Daneben steht die Spielsperre, die wirksamste der verfügbaren Massnahmen. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, und eine Aufhebung vor Fristablauf ist nicht vorgesehen. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Wer sich dort wieder herausnehmen will, braucht ein Fachgremium, und die Aufhebung setzt eine Frist voraus. Ausgeschlossene oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Für Menschen unter 18 Jahren sind Sportwetten nicht zugänglich; wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Diese letzte Regel hat einen ernsten Hintergrund, über den man nicht scherzen sollte: Sie schützt den Sport und den Wettenden, und sie gilt unabhängig davon, wie gut man sich informiert fühlt.
Ein Hinweis für alle, die glauben, sich aus einer schwierigen Lage selbst herauswetten zu können: Das ist der sicherste Weg tiefer hinein. Wer merkt, dass die Limiten, die er sich selbst gesetzt hat, zum Hindernis statt zur Bremse werden, findet bei den kantonalen Fachstellen und den Spielsuchtberatungen Ansprechpartner, die nichts verkaufen wollen. Das ist keine Formsache, sondern der einzige Teil dieses Themas, bei dem Eile angebracht ist.
Handicap wetten Strategie und Tipps: was Voraussagen taugen und was nicht
Zu diesem Markt kursiert eine ausführliche Ratgeberliteratur, und sie dreht sich fast immer um drei Dinge: die Formkurve, die Kaderlage und den Quotenvergleich. Das sind die richtigen Ansatzpunkte, und dass sie dreierlei heissen, bedeutet nicht, dass man sie in einer festen Reihenfolge abarbeiten muss.
Die Formkurve ist der Ausgangspunkt für die Frage, wie ein Team zurzeit spielt — nicht, wie es einzuschätzen war, bevor die Saison begonnen hat. Eine Serie von fünf Spielen ohne Niederlage sagt aber nichts über die Gegner, gegen die sie zustande kam. Wer die Vorgabe setzt, muss einschätzen, ob die aktuelle Leistungsstärke überhaupt in Toren messbar ist, und das ist bei mannschaftstaktisch geprägten Begegnungen schwierig.
Die Kaderlage betrifft die Frage, wer tatsächlich aufläuft. Die Meldungen vor einem Spiel sind häufig unvollständig, und eine Vorgabe, die auf der Annahme voller Reihen berechnet wurde, hält einer kurzfristigen Änderung nicht stand. Auch das ist kein Geheimwissen, sondern eine offene Unsicherheit, die jeder in seine Einschätzung einbauen muss, weil keine Quelle sie einem abnimmt.
Der Quotenvergleich schliesslich ist das Werkzeug, das nur hier funktioniert, wo es mehr als einen Anbieter gibt. Er ist in der Schweiz technisch denkbar eng: Zwei Veranstalter mit getrennten Vertragsgebieten bedeuten, dass die meisten Wettenden ohnehin nur einen Zugang haben. Wer im Gebiet beider Wohnsitz haben kann, ist die Ausnahme. Das ist unbefriedigend, und es ist die ehrlichste Auskunft, die dieser Markt hergibt.
Marge, Quotenschlüssel und die einzige Zahl, die jede Wette trifft
Der wichtigste Begriff für jeden, der eine Strategie auf Vorgabe-Märkte anwenden will, ist die Marge. Sie steckt in jeder Quote, sie ist nicht verhandelbar, und sie ist der Grund, warum eine Serie guter Voraussagen trotzdem kein Geschäft sein muss.
Nehmen wir einen illustrativen Zwei-Weg-Markt mit Quoten von je 1.90. In diesem Beispiel gilt die Rechnung, die der Quotenschlüssel beschreibt: Die Auszahlungsquote ist 1 geteilt durch (1 durch 1.90 plus 1 durch 1.90) — also rund 95 Prozent. Die Marge ist der Rest, hier ungefähr 5 Prozent des Einsatzes. Das ist der Anteil, den der Markt von jedem gesetzten Franken einbehält.
Man darf sich das nicht als einzelne Abgabe vorstellen, die bei einer bestimmten Wette fällig wird. Es ist eine Eigenschaft des Preises, die über viele Wetten hinweg wirkt. Wer zehn Wetten zu je CHF 10 auf einen solchen Markt setzt, hat CHF 100 bewegt, und der Erwartungswert dieser hundert Franken liegt bei etwa CHF 95 Rückfluss — nicht bei CHF 100 und schon gar nicht darüber. Dass sich dieser Wert über tausend Wetten langsam durchsetzt und über zehn überhaupt nicht, ist der ganze Unterschied zwischen einer Statistik und einem Abend. Die Bandbreite um die fünf Prozent ist der massgebliche Punkt: Bei einer Handvoll Wetten ist jede Abweichung möglich, bei einer grossen Zahl wird die Marge zur Realität.
Zwei Einwände sind berechtigt und trotzdem kein Gegenargument. Erstens gilt die Rechnung nur unter der Annahme, dass ausschliesslich auf diesen Markt und mit gleichbleibendem Einsatz gesetzt wird; bei anderen Einsätzen und anderen Märkten verschiebt sich der Wert. Zweitens sagt sie nichts über die Fähigkeit des Wettenden aus — ein guter Einschätzer trifft mehr richtige Voraussagen, und das kann die Marge überkompensieren. Was sie nicht kann, ist eine Wette ohne Marge: Diese Zahl begleitet jeden Wettschein, auch den klügsten. Wer den Quotenschlüssel nicht kennt, hält eine 1.90 für ein Angebot. Es ist ein Preis.
Warum auch eine gute Vorgabe-Wahl keine Garantie ist
Der Satz, der in jedem Ratgeber stehen müsste und in wenigen steht, lautet: Eine Handicap-Strategie ist eine Einschätzung, nicht eine Absicherung. Sie kann gut begründet sein und trotzdem scheitern, und davon, dass eine Voraussage gut begründet war, wird kein Franken ausgezahlt.
Es lohnt sich, die Gründe einzeln durchzugehen, weil sie sich nicht wie zufällige Pannen lesen, sondern wie systematische. Eine Vorgabe kann zu niedrig angesetzt gewesen sein und die Wette trotzdem über eine kluge Einschätzung verloren gehen, weil ein Tor in der Nachspielzeit fiel. Eine Mannschaft kann ihr Soll erfüllen und die Vorgabe trotzdem verfehlen, weil die Vorgabe auf dem Ergebnis und nicht auf der Leistung beruht. Ein Spiel kann nach 48-Stunden-Regel aus der Kombination fallen und damit die einzige Voraussage mit margenträchtiger Quote aus der Rechnung nehmen.
Dazu kommt ein Punkt, der wenig mit Sport und viel mit Erwartung zu tun hat: Nach einer Serie von Treffern hält man sich für gut, und nach dieser Überzeugung setzt man mehr. Das ist die Mechanik, die aus einem Verlust die erste Rate eines grösseren Verlusts macht, und sie wird durch eine schöne Quote eher befördert als gebremst.
Wer das trotzdem betreiben will — und es gibt keinen Grund, es jemandem auszureden —, sollte es mit einem Einsatz tun, der weh tun darf, aber nicht muss. Die Limiten, die Sporttip von seinen Spielenden verlangt, sind genau dafür gedacht, und die Senkung ist eine, die sofort wirkt. Wer das ernst nimmt, nutzt das Werkzeug, bevor er es braucht.
Die zehn Plattformen im Einzelnen: Bewilligung, Limiten und was jede Wahl kostet
Jetzt zu den Anbietern selbst. Die Reihenfolge ist nicht die Reihenfolge eines Rankings, sondern die Reihenfolge, in der ein Schweizer Wettender ihnen tatsächlich begegnen kann: erst die beiden bewilligten Veranstalter, deren Angebot sich nach den veröffentlichten Bedingungen beschreiben lässt, danach die ausländischen Plattformen. Die beiden Gruppen stehen bewusst getrennt, weil zwischen ihnen ein Unterschied liegt, den kein Vergleich ausgleicht.
Swisslos Sporttip: die Bewilligung mit Verlustlimiten und Rundungsregel
Swisslos ist die Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019, und die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Bewilligung ist eine schweizerische: eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter der Aufsicht der Gespa. Damit gehört Swisslos zu den beiden Veranstaltern, die das interkantonale Recht überhaupt zulässt.
Das Vertragsgebiet ist die erste Schranke. Sporttip wird in den Kantonen AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH durchgeführt sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein. Wer ausserhalb dieses Gebiets wohnt, bekommt kein Konto — nicht aus einer Laune des Anbieters, sondern weil die Bewilligung diesen Rahmen hat.
Bei den Einsätzen ist der Spielraum eng: CHF 1 Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 1’000 Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette und CHF 10’000 für eine Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Für Handicap-Spieler ist das die relevanteste Zahl am ganzen Produkt, denn die Vorgabe macht Märkte attraktiv, auf denen man sonst nichts bewegen kann, und genau dort greift die Obergrenze.
Was Sporttip an Funktionen mitbringt, hängt an Bedingungen. Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung; ein ausgeführter Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Der Kombiboost gilt nur online, verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50 und steigert den Nettogewinn um 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen.
Ein Detail, das den Charakter dieses Anbieters gut zeigt: Der Gewinnbetrag wird aus Einsatz mal Quote berechnet, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und danach zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei grossen Gewinnen fällt das nicht auf, bei kleinen schon. Wer zwei Wetten zu CHF 1.90 gewinnt, merkt, dass das Raster feiner ist als der Wettschein.
Fazit: Sporttip ist die einzige der beiden bewilligten Adressen, die einem Wettenden ohne Westschweizer Wohnsitz offensteht — und wer hier spielt, kauft Verlustlimiten mit, die sofort greifen, sowie eine Auszahlung, die nach einem festen Rundungsraster rechnet statt nach der Quote allein. Die Limite von CHF 1’000 pro Kombination ist die Grenze, an der sich entscheidet, ob dieser Anbieter für die eigene Einsatzhöhe überhaupt passt.
Loterie Romande Jouez Sport: dieselbe Bewilligung, andere Zahlen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne, zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Die Bewilligung entspricht der von Swisslos: eine Veranstalter- und Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz unter Gespa-Aufsicht.
Das Vertragsgebiet ist komplementär zum Swisslos-Gebiet, und das ist keine Kleinigkeit. Wer in Genf wohnt, findet bei Jouez Sport einen regulierten Zugang, den ihm Swisslos nicht anbietet; wer in Zürich wohnt, umgekehrt. Diese Aufteilung ist der eigentliche Grund, warum ein Vergleich der beiden Veranstalter für die meisten Leser gar keine Wahl ist, sondern eine Feststellung.
Die Zahlen liegen anders als in Basel. Bei Jouez Sport beträgt der Mindesteinsatz online CHF 2 — in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2 — und der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten CHF 500. Ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen; eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Die Einsatzobergrenze von CHF 500 für eine Kombiwette ist die Hälfte dessen, was Swisslos zulässt, und der Mindesteinsatz ist doppelt so hoch. Für einen Handicap-Spieler mit kleinem Budget heisst das: Die Einstiegshürde ist höher und der Spielraum nach oben kleiner. Wer in kleinen Schritten arbeiten und den Markt überhaupt erst kennenlernen will, hat bei Jouez Sport weniger Raum — in beide Richtungen.
Auch hier: Bei einem abgelehnten oder abgesagten Ereignis greifen die allgemeinen Regeln des Veranstalters, und die Auszahlungsobergrenze von CHF 300’000 pro Wette ist für praktisch jeden Wettenden theoretisch, aber sie ist die Zahl, ab der ein grosser Gewinn beschnitten würde.
Fazit: Jouez Sport ist der regulierte Weg für die Westschweiz, und der Preis dafür ist ein engeres Einsatzfenster — CHF 2 unten, CHF 500 oben bei Kombiwetten. Wer die kleinen Einsätze braucht, um einen Markt auszuprobieren, merkt hier deutlicher als in Basel, dass Zurückhaltung vorgeschrieben und nicht gewählt ist.
Duelbits: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Duelbits tritt in der Schweiz ohne Bewilligung auf. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hierzulande Sportwetten veranstalten, und eine gemeldete Lizenz hat in der Schweiz keine Geltung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, und seine Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und über DNS blockiert werden.
Für einen Wettenden heisst das konkret: Wer sich dort anmeldet, hat gegenüber dem Anbieter dieselben Rechte wie jeder Nutzer einer ausländischen Plattform und gegenüber dem Schweizer System gar keine. Beschwerden laufen ins Leere, Auszahlungen hängen am guten Willen des Betreibers, und eine Spielsperre, die man bei Swisslos gesetzt hätte, gilt hier nicht.
Fazit: Der Anbieter gehört in diese Übersicht, weil Schweizer ihm begegnen, aber seine Einordnung ist die des ungeregelten Zugangs: Es gibt keine Instanz, die ihn bindet, und damit auch keine, die einem Wettenden hilft.
Pribet: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Pribet arbeitet in der Schweiz ohne Schweizer Bewilligung. Die Bedingungen sind dieselben wie bei jeder Plattform dieser Gruppe: nur zwei Veranstalter sind hier zugelassen, eine ausländische Lizenz entfaltet keine Wirkung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Blockade über die Sperrliste möglich.
Wer diese Plattform dennoch nutzt, sollte sich bewusst sein, dass die Risikofrage nicht bei der Auszahlungshöhe liegt, sondern bei der Durchsetzbarkeit. Ein Gewinn, der aus welchem Grund auch immer nicht ausgezahlt wird, bleibt in der Schweiz ein Gewinn auf dem Papier.
Fazit: Nichts an diesem Anbieter unterscheidet ihn rechtlich von den anderen sieben ausländischen Namen auf dieser Liste — und genau das ist die Information: Die Wahl zwischen ihnen ist keine Wahl zwischen Schutzstufen.
1xBet: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
1xBet ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig, und es gibt keinen Grund, der diesen Anbieter rechtlich aus der Gruppe heraushebt. Keine Gespa-Bewilligung, keine Wirkung einer gemeldeten Lizenz, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche Blockade.
Für einen Handicap-Spieler ist die praktische Frage ohnehin eine andere. Selbst wenn dort ein Markt zu finden wäre, den die Schweizer Liste nicht kennt, wäre der Unterschied nicht ein grösseres Angebot, sondern ein fehlender Rahmen: Was auf der Gespa-Liste steht, ist in der Schweiz belegbar — und was nicht darauf steht, ist es nicht.
Fazit: Ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung, bei dem die fehlende Aufsicht das Merkmal ist, das alle anderen Unterschiede überlagert.
MrXbet: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
MrXbet tritt ohne Schweizer Bewilligung auf, mit denselben Folgen wie bei den übrigen Plattformen dieser Gruppe: keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als mögliche Konsequenz.
Der Vergleich mit den beiden bewilligten Veranstaltern ist an dieser Stelle nicht mehr produktiv. Was Sporttip und Jouez Sport zu beschreiben macht, sind veröffentlichte Bedingungen — Limiten, Auszahlungswege, Rundungsregeln, Spielerschutz. Genau diese Grundlage fehlt hier.
Fazit: Ohne Schweizer Bewilligung bleibt von diesem Anbieter für die Entscheidung nichts übrig, was sich überprüfen liesse — und eine Entscheidung ohne überprüfbare Grundlage verlagert das Risiko vollständig auf den Wettenden.
MyStake: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
MyStake ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig. Es gilt, was für die gesamte Gruppe gilt: Keine Schweizer Bewilligung, keine in der Schweiz anerkannte Lizenz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Rechtsweg, Sperrliste als Option der Aufsicht.
Ein Hinweis für Leser, die ihre Spielsperre bei Swisslos ernst nehmen: Eine dort eingetragene Sperre wirkt in der Schweiz, nicht aber bei einer ausländischen Plattform. Wer sich gesperrt hat und trotzdem spielen will, findet im Ausland offene Türen. Das ist keine Lücke des Anbieters, es ist die Grenze des Registers.
Fazit: Für einen Wettenden, der eine Selbstsperre hinter sich hat, ist dieser Anbieter nicht einmal eine Option, sondern ein Risiko — und das gilt unabhängig davon, was dort angeboten wird.
Roobet: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Roobet arbeitet ohne Schweizer Bewilligung. Die Einordnung ist dieselbe wie bei den übrigen ausländischen Plattformen dieser Übersicht: keine Wirkung einer ausländischen Lizenz in der Schweiz, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, mögliche DNS-Blockade.
Wer eine solche Plattform überhaupt in Betracht zieht, sollte den Unterschied an der Stelle suchen, an der er liegt: nicht im Produkt, sondern im Rechtsverhältnis. Ein Angebot, das niemand in der Schweiz prüft, ist kein grösseres Angebot, sondern ein ungeprüftes.
Fazit: Kein Merkmal hebt diesen Anbieter aus der Gruppe heraus, und das Fehlen von Schweizer Aufsicht ist die einzige Eigenschaft, die für die Entscheidung wirklich zählt.
Betwinner: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
Betwinner tritt in der Schweiz ohne Bewilligung auf, und es gilt die gesamte Liste der Folgen: keine Gespa-Bewilligung, keine Geltung einer gemeldeten Lizenz, kein Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als Aufsichtsmittel.
Interessant ist hier nur der stärkere Punkt: Organisiert jemand Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung, ist das eine Straftat, die mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder einer Geldstrafe geahndet wird, bei gewerbsmässigem Betrieb mit bis zu fünf Jahren. Der Spieler wird nicht bestraft. Aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.
Fazit: Für den Wettenden bleibt es bei einem Verhältnis ohne Schutz — und bei dem einen Unterschied, der ihn betrifft: Wenn es beanstandet wird, haftet nicht er, sein Geld aber kann weg sein.
N1 Bet: ein Anbieter ohne Schweizer Bewilligung
N1 Bet ist in der Schweiz ohne Bewilligung tätig, mit den bekannten Folgen: keine Anbindung an das Sperrregister, keine Schweizer Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg, Blockade über die Sperrliste möglich.
Damit schliesst sich die Gruppe. Acht Namen, achtmal dieselbe Feststellung, und das ist der eigentliche Befund dieser Übersicht: Bei den ausländischen Plattformen gibt es nichts zu vergleichen, weil nichts in der Schweiz überprüfbar ist.
Fazit: Wer diese Plattform wählt, wählt sie nicht wegen eines besseren Angebots, sondern wegen eines fehlenden Rahmens — und dieser Satz gilt für alle acht Namen dieser Gruppe gleichermassen.
Was ein Wettschein am Ende wert ist: die Rechnung im Schweizer Format
Die Mathematik eines Handicap-Wettscheins folgt in der Schweiz einer festen Reihenfolge. Sporttip berechnet den Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal Gesamtquote, wobei die Gesamtquote das Produkt der Einzelquoten ist. Zwei Voraussagen mit je 1.90 ergeben zusammen 3.61, drei ergeben 6.86, vier 13.03. Danach wird der Betrag auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und anschliessend auf 5 Rappen genau abgerundet.
Was das für einen Handicap-Spieler bedeutet, hängt an der Einsatzgrösse. Bei CHF 1’000 Höchsteinsatz auf eine Kombination und einer Gesamtquote von 3.61 liegt der rechnerische Gewinn bei CHF 3’610; nach der Rundung auf zwei Stellen und danach auf fünf Rappen bleibt der Betrag praktisch unverändert, weil die Abrundung im Verhältnis zum Betrag verschwindet. Bei einem Einsatz von CHF 2 und einer Quote von 1.90 sind es CHF 3.80 — hier entscheidet das Rappenraster über den Ausgang, und CHF 3.80 bleiben CHF 3.80.
Die zweite Rechnung desselben Wettscheins ist die Marge, und sie wird oft verwechselt mit dem, was der Veranstalter am Ende einbehält. Der Quotenschlüssel beschreibt den Anteil aller Einsätze eines Markts, der zurückfliesst: 1 geteilt durch die Summe der Kehrwerte aller Quoten. Bei einem illustrativen Zwei-Weg-Markt mit je 1.90 ergibt das rund 95 Prozent Auszahlungsquote, die Marge liegt bei etwa 5 Prozent. Für eine Handicap-Wette auf einen solchen Markt heisst das schlicht: Der Erwartungswert eines Einsatzes liegt bei 95 Rappen je Franken, gleich auf welcher Seite man steht. Über einen Abend ist das kaum spürbar; über eine Saison ist es der Unterschied zwischen einem Plan und einem Hobby. Und es ist zugleich der Grund, warum es sich lohnt, die Limiten des eigenen Anbieters zur Hand zu haben, bevor man aus einem guten Lauf heraus den Einsatz erhöht.
Ein dritter Punkt schliesst die Rechnung ab. In Kombinationswetten erhält eine Voraussage, deren Ereignis nicht innerhalb von 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt wird, die Quote 1.00; Einzelwetten werden zurückbezahlt. Die 1.00 ist gewissermassen der neutrale Faktor, und eine Kombination aus vier Handicap-Märkten, von denen einer ausfällt, wird zur Dreierkombination mit entsprechend tieferer Gesamtquote.
Bleibt die Steuerfrage, weil sie in jedem Gespräch über Auszahlungen auftaucht. Gewinne aus schweizerisch bewilligten Grossspielen — die Eidgenössische Steuerverwaltung nennt Sportwetten ausdrücklich — sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei und werden erst darüber besteuert; der Bundesbetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab, deshalb gilt «je nach Kanton» und nicht eine einzelne Zahl. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Für einen typischen Wettenden liegt ein Gewinn weit unter dieser Grenze: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Gewinne bei ausländischen Anbietern sind nicht der Verrechnungssteuer unterworfen, dafür behandelt die kantonale Praxis — etwa im Thurgau — Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als vollständig steuerbares Einkommen. Eine Steuer auf den Einsatz gibt es in der Schweiz nicht. Wer es genau wissen will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung. Und wer im Ausland spielt, sollte sich über die Rechtsfolgen im Klaren sein: Ohne Schweizer Bewilligung fehlen Sperrregister, Aufsicht und Rechtsweg — dieser Punkt steht im Abschnitt «Die Rechtslage in der Schweiz».
Häufige Fragen zu Handicap-Wetten
Was ist ein Handicap bei Sportwetten?
Ein Handicap ist eine Vorgabe, die einer Mannschaft vor der Wertung ein paar Tore Vorsprung oder Rückstand anrechnet. Es verändert damit die Ausgangslage beider Seiten und verschiebt die Quoten zueinander hin. Die Wette wird nicht auf das tatsächliche Spielergebnis gewertet, sondern auf das Ergebnis mit eingerechneter Vorgabe.
Wie wirkt sich ein Handicap auf die Quote und das gewertete Ergebnis aus?
Die Vorgabe verteilt die Wahrscheinlichkeit neu. Ein hoher Favorit ohne Vorgabe steht bei einer kleinen Quote; mit Rückstand steigt seine Quote, weil er mehr leisten muss. Gewertet wird das Ergebnis nach Zu- oder Abschlag: Eine Mannschaft kann verlieren und die Wette gewinnen. Bei ganzen Vorgaben ist eine Rückzahlung mit Quote 1.00 möglich.
Zählen bei einer Handicap-Wette im Fussball Verlängerung und Penaltyschiessen?
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer — im Fussball 90 Minuten — plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Zweifel entscheidet also die Programmierung des Markts, nicht die Natur der Begegnung.
Worin unterscheidet sich eine Handicap-Wette von einer Einzelwette ohne Vorgabe?
Ohne Vorgabe gewinnt die Wette, wenn die Mannschaft gewinnt; mit Vorgabe muss sie zusätzlich eine Bedingung erfüllen. Die Einzelwette ohne Vorgabe hat eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit und eine kleinere Quote, die Handicap-Wette das Gegenteil. Beide Formen lassen sich zu Kombinationen und Systemwetten verbinden.
Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet und gerundet?
Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal dem Produkt der Einzelquoten. Der Betrag wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Die Rundung wirkt sich bei kleinen Einsätzen stärker aus als bei grossen.
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Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
