Europameisterschaft online wetten in der Schweiz – zwischen Bewilligung, Marge und Steuerfreibetrag
Unter dieser Zeile steht, worauf sich alles Weitere stützt: Die Angaben zu Bewilligungen, Limiten und Steuerschwellen wurden am 29. Oktober 2026 zuletzt geprüft, gegen die Veranstalterbewilligungen unter dem Geldspielgesetz und die Aufsicht durch die Gespa sowie gegen die veröffentlichten Spielregeln.

Wer in der Schweiz nach einer Wette auf die Fussball-Europameisterschaft sucht, stösst auf ein Turnier, das nicht stattfindet, und auf einen Markt, den zwei Häuser unter sich aufgeteilt haben. Die EM des Jahres 2026 existiert nicht. Die letzte Endrunde lief vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland, Spanien schlug England im Final von Berlin mit 2:1 und holte den vierten Titel. Die nächste beginnt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale steigt am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion, und die Auslosung der Qualifikation ist für den 6. Dezember 2026 in Belfast angesetzt. Wer jetzt ein Turniersieger-Papier kauft, kauft eine Wette auf ein Ereignis, das zwei Jahre entfernt liegt, mit einem Kader, das noch niemand kennt.
Und er kauft sie bei Swisslos (Sporttip) oder bei der Loterie Romande (Jouez Sport) — oder bei einem der ausländischen Häuser, die in der Schweiz keine Bewilligung haben und deren Domains die Gespa sperren lässt. Das ist die ganze Auswahl. Nicht die Auswahl, die man beim Stöbern findet, sondern die Auswahl, die tatsächlich existiert.
Zwischen diesen beiden Polen liegen Reibungspunkte, die den Wert einer Wette stärker bestimmen als jede Quote in der Werbung: eine Marge, die in jedem Preis steckt, eine Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss, ein Mindesteinsatz von CHF 1, ein Höchsteinsatz von CHF 1’000, ein Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000 und ein Sperrregister, das nur die bewilligten Häuser kennen. Das meiste davon steht nicht auf dem Plakat.
Warum eine Wette auf die EM keinem Turnierkalender folgt
| Veranstalter | Bewilligung in der Schweiz | Registrierung möglich für |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Wohnsitz AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH, Tessin, Liechtenstein |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Wohnsitz FR, GE, JU, NE, VD, VS |
| bet-at-home | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| 1Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| Duelbits | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| GG.BET | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| BetFury | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| Bruce Bet | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| Betscore | keine Schweizer Bewilligung | keine Angabe |
| X3Bet | keine Schweizer Bewilligung, gemeldete Lizenz Tobique (Kanada) | keine Angabe |
Die Tabelle liest sich wie eine Selbstverständlichkeit und ist der teuerste Teil der Seite. Von zehn Geldeinheiten, die auf ein Spiel gesetzt werden, kehrt nur ein Teil zurück — der Rest ist die Marge des Veranstalters oder einer Buchmacherfirma. Diese Marge schwankt, und sie schwankt am stärksten dort, wo zwei Häuser denselben Anlass bewerben. Wenn zwei Vertreter des Fussballsports aufeinandertreffen, schauen Sie sich die drei Tore des einen an, den Kader des anderen, die Formkurve, den Heimvorteil — und lassen am Ende das Publikum entscheiden. Der Buchmacher schaut auf eines: dass die drei Quoten zusammen mehr als 100 Prozent ergeben.

Was in der Schweiz überhaupt zur Wette stehen darf
Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel. Die Gesetzgebung erlaubt sie unter dem Geldspielgesetz, das seit dem 1. Januar 2019 in Kraft ist; die Aufsicht führt die Gespa in Bern, die nach dem Geldspielkonkordat seit dem 1. Januar 2021 arbeitet. Nicht die ESBK — die schaut nur den Casinos zu. Eine Bewilligung besteht aus zwei Teilen, einer Veranstalterbewilligung und einer Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nur in der Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Swisslos betreibt unter dem Namen Sporttip das Geschäft in den deutschsprachigen Kantonen, im Tessin und im Fürstentum Liechtenstein — das Vertragsgebiet umfasst AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG, ZH sowie Tessin und Liechtenstein. Die Loterie Romande führt Jouez Sport für Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Hauses. Und es gibt keine Liste weiterer bewilligter Wettanbieter, weil es keine gibt — die Gespa veröffentlicht nur die Sperrliste blockierter ausländischer Domains.

Was gesetzt werden darf, ist ebenfalls begrenzt. Nur Sportereignisse stehen zur Wette; Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zugelassen. Der erlaubte Umfang ist eine geschlossene Liste — die Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in der Fassung vom 10. September 2026. Qualifikationsrunden erscheinen darin nur, wenn sie aufgeführt sind. Frauenwettbewerbe ebenfalls nur, wenn sie aufgeführt sind. Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder das Podest entscheidet; Wetten auf Trainingsläufe stehen gar nicht erst drin. Die Liste enthält weder Ecken- noch Kartenmärkte und keinen Esport-Bereich. Esport taucht dort schlicht nicht auf — mehr lässt sich darüber nicht sagen, und mehr zu behaupten wäre geraten. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter über eine entsprechende Entscheidung verfügt; eine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte kennt das Geldspielgesetz nicht. Cash-Out ist nicht geregelt — es ist ein Merkmal jedes Hauses, kein Rechtsanspruch.
Was eine Wette kostet, bevor sie gewinnt oder verliert
Beginnen wir bei der Zahl, die der Veranstalter nicht bewirbt: der Marge eines Marktes. Welcher Anteil der Einsätze in einem Markt wieder ausbezahlt wird, lässt sich rechnen, sobald die Quoten aller Ausgänge vorliegen. Nehmen wir einen 1X2-Markt mit Quoten von 2.10 auf Heimsieg, 3.40 auf Unentschieden und 3.60 auf Auswärtssieg — ein Beispiel, keine zitierte Preistafel. Aus den Kehrwerten ergibt sich eine Auszahlungsquote zwischen 90 und 91 Prozent, und damit eine Marge zwischen 9 und 10 Prozent.
Die Marge ist keine Seriositätsaussage. Ein Haus mit 9 Prozent ist nicht gütiger als eines mit 10 Prozent, sondern in der Regel nur besser darin, sich die Spannweite zu wählen. Ein Brot teurer verkaufen, damit der andere Rest noch verkauft werden kann — dasselbe Prinzip, nur mit einer Endrunde statt einem Laib. Wer die drei Zahlen nebeneinanderlegt und addiert, sieht sofort, wie die Rechnung aufgeht.
Über zwei Jahre bis zum Turnier von 2028 geschieht nun etwas, das man bei einer Live-Wette nie erlebt: Die Marge wird breit, weil niemand weiss, wer im kommenden Jahr aufläuft. Eine Turniersieger-Wette von 2028 zu einem Preis, der 18 Monate später absurd aussieht, ist kein Fehler des Buchmachers und kein Geschenk an Sie. Sie ist der Preis dafür, dass beide Seiten im Nebel stehen. Wer jetzt eine Wette auf den Titel im Jahr 2028 abschliesst, kauft ein Versprechen über zwei Jahre, und das ist selten ein gutes Geschäft.
Was die Regeln im Kleingedruckten verlangen, bevor Sie einen Franken bekommen
Ein Schweizer Wettanbieter darf Auszahlungen nur auf ein Zahlungskonto im Namen des Kontoinhabers leisten. Anonyme Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wetten nicht, Krypto-Auszahlungen ebenso wenig. Der Betrag geht auf ein Konto, das auf Ihren Namen laufen muss. Was für ein Zahlungskonto das im einzelnen sein muss — ob ein klassisches Bankkonto, ein Kartenkonto oder etwas anderes genügt — geben die Bedingungen der beiden Häuser nicht her.
Kredit darf nicht eingeräumt werden. Es gibt keine Bezahlung «auf Pump» bei einem bewilligten Schweizer Anbieter. Welche Zahlungsmarken ein Haus akzeptiert, ist dessen eigene Sache und wird nur aus dessen Bedingungen klar.
Die Limiten sitzen enger als die Werbung vermuten lässt. Bei Sporttip liegt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000 und für eine Systemwette bei 10’000 Franken. Swisslos darf diese Limiten jederzeit ändern, ohne Angabe von Gründen, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Das ist kein Nebensatz: Ein hoher Einsatz, der über CHF 1’000 hinausgeht, wird storniert, nicht ausgeführt.
Für die Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, keine laufende Spielsperre — und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdaten geprüft. Dasselbe gilt beim anderen Haus, soweit dessen Bedingungen es festlegen: ein Online-Konto nur für Personen mit Wohnsitz in seinem Gebiet.
Was die Steuerbehörde von einem Gewinn will
Gewinne aus einem in der Schweiz bewilligten Grossspiel sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei. Der Freibetrag des Bundes liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (im Jahr 2025: CHF 1’070’400). Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein; wer den Gewinn in der Steuererklärung deklariert, holt sie zurück. Die kantonale Schwelle unterscheidet sich von der eidgenössischen, deshalb bleibt hier nur der Hinweis auf die kantonale Steuerverwaltung.
Der allergrösste Teil der Wetten erreicht diese Grösse nie. Ein Einsatz von CHF 5 auf eine Quote von 2.10 zahlt bei einem Treffer 10,50 Franken zurück — ein Nettogewinn von 5,50 Franken, weit unter jeder Freibetragsschwelle, und damit weder Einkommensteuer noch Verrechnungssteuer auf den Gewinn. Das ist ein schwacher Trost, aber es ist einer: Der Schweizer Fiskus interessiert sich für Ihre 5 Franken nicht.
Gewinne bei einem ausländischen Anbieter unterliegen nicht der Verrechnungssteuer. Die kantonale Praxis — Thurgau macht es vor — behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen jedoch als vollständig steuerbares Einkommen, unabhängig vom Betrag. Es gibt keine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze. Wer diesen Satz sucht, wird ihn nicht finden, weil es ihn nicht gibt.
Diese Passage ersetzt keine Steuerberatung. Wer die kantonale Behandlung eines Gewinns klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Wie lange eine Wette das Geld des Wettenden bindet
Eine Fussball-Wette auf die EM ist typischerweise keine Wette, die binnen einer Woche abgerechnet wird. Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer zusätzlich zur Nachspielzeit — beim Fussball also etwa 90 Minuten plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Das ist eine der häufigsten Fehlerquellen bei K.-o.-Wetten: Wer auf den Sieger nach 90 Minuten setzt, kann am Ende einen korrekten Tipp haben und die Wette trotzdem verlieren, weil die Entscheidung erst im Penaltyschiessen fiel.
Für Langzeitwetten auf den Turniersieger von 2028 heisst das: Die Wette bleibt über die gesamte Endrunde offen, vom Eröffnungsspiel am 9. Juni 2028 bis zum Finale am 9. Juli 2028 im Wembley-Stadion. Kein Spiel um Platz drei, keine vorzeitige Auszahlung ohne Cash-Out. Bei der EM führen sechs Vierergruppen in die K.-o.-Phase: Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli 2028. Wer eine Wette auf einen Gruppensieger platziert, sieht sein Papier erst nach dem letzten Gruppenspiel abrechnen.
Ein Hinweis aus dem Regelwerk zur Live-Wette: Eine Wette in einem laufenden Spiel kann mit Quote 1.00 gewertet werden, wenn sie nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert wurde. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, ein Videoschiedsrichter-Entscheid — kann ein Haus Wetten mit Quote 1.00 werten. Die Pointe: In diesen Momenten bekommt der Wettende seinen Einsatz zurück, nicht seinen Gewinn, und die Wette, die er sicher gewähnt hatte, hat sich in eine Nullnummer verwandelt.
Zwischen Verantwortung und Verlockung: was der Spielerschutz wirklich verlangt
Wettanbieter in der Schweiz müssen ein oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Die Limiten setzt nicht der Kanton, sondern die Person, die spielt. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden bei Swisslos und Loterie Romande; das Gesetz verlangt 24 Stunden, die Häuser legen 72 Stunden in ihren eigenen Bedingungen fest. Das ist keine Petitesse. Wer im Rauschzusatz erhöht, muss drei Tage warten, in denen sich die Entscheidung noch einmal anfühlen lässt.
Bei Swisslos gibt es zusätzlich eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage. Wer vor der ersten Sporttip-Teilnahme steht, muss Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und von CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren. Diese Grenze ist nicht verhandelbar — sie wird gesetzt, bevor die erste Wette platziert wird, nicht danach.
Die Spielsperre läuft anders als die Limiten. Der Zugang lässt sich bei Swisslos produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Wer sich sperrt, bekommt kein Geld zurück: Ausgeschlossene oder minderjährige Spielende haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne. Auf Dauer angelegt ist die Sperre dann auch nicht mehr zu drehen. Eine freiwillige Spielsperre wird erst nach drei Monaten aufgehoben, und eine Fachstelle ist beteiligt. Wer für die Dauer einer Saison pausieren möchte, kann eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten verlangen.
Ein Testkauf der Gespa aus dem Jahr 2025 zeigt, wie ungleich der Schutz ist. An Verkaufsstellen wurde in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft. Bei den Verkaufsstellen also fast jede zweite hätte nicht passieren dürfen. Die Online-Konten sind demgegenüber mit einem einzigen Konto pro Person und einem verifizierten Ausweis ausgestattet; das ist ein besserer Schutzmechanismus, wenn auch kein vollkommener.
Wer die Kontrolle über Einsatzgrössen verliert, findet Beratung bei einer Fachstelle für Spielsucht. Das klingt wie ein Standardsatz und ist tatsächlich einer, aber es ist der einzige Satz auf dieser Seite, der im Fall der Fälle wirklich zählt, während die Quoten längst vergessen sind.
Was Schweizer Haushalte vom Wettangebot der beiden Häuser erwarten dürfen
Zwischen Einsätzen, Verlusten und Auszahlungen steht eine Kennzahl, die kein Schweizer Haus bewirbt: der Quotenschlüssel. Er beziffert den Anteil aller Einsätze in einem Markt, der wieder ausbezahlt wird, und ergibt sich aus 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ). Die Marge ist 100 Prozent minus dieser Schlüssel. Das ist die nüchterne Sprache der Branche, und wer sie einmal verstanden hat, liest jede Werbung anders.
Ein Schweizer Grossspiel finanziert sich aus derselben Rechnung, aber mit einem zusätzlichen Empfänger. Swisslos verteilte für 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz — für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey, Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. (2024: CHF 122 Mio.). Der Reingewinn einer Lotteriegesellschaft geht an öffentliche Zwecke in den Kantonen. Wer bei einem ausländischen Anbieter spielt, spielt nicht für diese Zwecke. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine Tatsache über die Verwendung des Geldes.
Die Spende an den Sport liegt rückläufig. CHF 122 Mio. im Jahr 2024, CHF 109 Mio. im Jahr 2025 — das ist ein Rückgang um 13 Mio. Franken in einem einzigen Jahr, und er kommt aus einem Sportwettengeschäft, das nicht wächst. Wer sich über fehlende Sportfördermittel beklagt, könnte diese Zahl zur Kenntnis nehmen.
Was Wett-Boni in der Schweiz wert sind
Gratisspielguthaben und Freiwetten brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa. Im Jahr 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Das ist die ganze Grössenordnung des Schweizer Bonusmarktes, und 32 Zustimmungen in einem Jahr erklären besser als jede Beschreibung, warum die beiden Häuser keine Boni-Schlacht führen. Der Markt, den man bei ausländischen Anbietern mit sechs Gratiswetten und 200 Euro Bonus findet, existiert hier nicht, weil er hier nicht genehmigt wird.
Bonusbeträge und Bedingungen ergeben sich nur aus den Bedingungen des jeweiligen Hauses. Das heisst konkret: Es gibt keine einheitliche Schweizer Bonuslandschaft, sondern zwei Häuser mit wenigen, kleinen Aktionen, deren Umfang von der Genehmigung abhängt.
Gratiswette heisst nicht gratis
Die Formulierung, die den grössten Schaden anrichtet, lautet «Gratiswette». Bei einer Wette, deren Einsatz nicht zurückgezahlt wird, ist der Wert einer Gratiswette nicht ihr Nennbetrag, sondern etwas deutlich Kleineres: Bei einem Einsatz von 10 Franken auf eine Quote von 2.10 mit einer Auszahlungsquote des Marktes von rund 90 Prozent bleibt ein erwarteter Wert deutlich unter den 10 Franken — je nach Markt und Quote in der Grössenordnung von etwas mehr als drei Vierteln des Nennbetrags. Den genauen Wert hängt vom Markt und der Auszahlungsquote ab. Und was ein solcher Wert nicht garantiert, ist der Ausgang der Wette.
Der andere Teil des Satzes ist praktisch: Wenn die Gratiswette mit einem Gewinn ausgezahlt wird, wird der Einsatz der Gratiswette selbst oft nicht zurückgegeben. Eine 10-Franken-Gratiswette auf Quote 2.10 zahlt bei einem Treffer 21 Franken aus — aber wenn der Einsatz nicht erstattet wird, ist das nicht derselbe Betrag wie bei einer Wette, die mit eigenem Geld platziert wurde und 21 Franken plus den Einsatz zurückbringt. Rechnen Sie nach, was auf dem Wettschein steht, bevor Sie auf «Wette abgeben» tippen.
Quoten-Boost und Kombiboost: die Bedingungen im Kleingedruckten
Quotenboosts bei Sporttip gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage. Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Bei einem Cash-Out verfällt der Boost — wer die vorzeitige Auszahlung nimmt, verliert die Erhöhung, die der Grund für die Wette war. Das ist der eigentliche Preis: Der Boost ist an das Verhalten gebunden, nicht an das Ergebnis.
Der Kombiboost gilt nur online, für Prematch, Live und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Die Botschaft dieser Staffel ist einfach: Der Bonus, der das Bewerben wert ist, liegt hinter der Wechselfalle, und die Kombiwette, die ihn freischaltet, bringt neun andere Wetten mit sich, die alle ihren eigenen Margenanteil tragen.
Was eine Gratiswette im Erwartungswert trägt
Rechnen wir eine Gratiswette auf eine Quote von 2.10 und eine Auszahlungsquote des Marktes von 90 Prozent durch. Der Wert einer Gratiswette multipliziert sich aus dem Betrag der Gratiswette, einem Faktor aus Quote und Marktaussichten und der Auszahlungsquote. Bei einer Gratiswette von 10 Franken ergibt sich ein erwarteter Durchschnittswert von knapp über 4 Franken — der genaue Wert hängt von Markt und Quote ab, und diese Schätzung ist ein Durchschnitt über viele Wetten, kein garantierter Ertrag für eine einzelne Wette.
Die Zahl, die niemand ausspricht, liegt daneben: Wenn ein Haus eine Gratiswette über 10 Franken anbietet, schenkt es im Durchschnitt keine 10 Franken, sondern einen Betrag in der genannten Grössenordnung. Der Rest ist die Marge eines Marktes, die das Haus mit derselben Wette zurückholt. Das ist kein Betrug, sondern die Bedingung, unter der das Angebot funktioniert.
Wann die Gratiswette verfällt
Ein Cash-Out nach einer Boost-Wette vernichtet den Boost. Das ist nur eine der Fristen, die man kennen sollte. Grundsätzlich gilt: Boni und Gratiswetten sind an Bedingungen geknüpft, und ein grosser Teil davon ist zeitlich befristet. Wer annimmt, es gebe eine einheitliche Schweizer Bonusfrist, irrt. Es gibt keine gemeinsame Frist, weil es keine gemeinsame Regel gibt — nur die Bedingungen der einzelnen Häuser und die Genehmigung der Aufsicht für jede Aktion.
EM-Wetten auf dem Smartphone
Die App ist der Zugang, den die Mehrheit nutzt. Was beim Blick auf die App zählt, ist der Blick auf das Kleingedruckte: dieselben Limiten wie am Rechner, keine anderen. Eine App ersetzt keine Bewilligung und verleiht keinen Rechtsanspruch. Ein ausländisches Haus kann eine perfekte App haben und trotzdem keine Schweizer Bewilligung besitzen. Das gilt es zu trennen.
Was auf dem Wettmarkt wichtig ist
Zwischen App und Buchmacher steht die Person, die nicht in der App sitzt. Das Buchmacherprogramm und das Wettprogramm führen dieselben Preise, dieselben Limiten und dasselbe Sperrsystem. Ob eine Wette auf einem Telefon, einem Tablet oder einem Laptop platziert wird, ändert nichts an der Gültigkeit. Die Applikation von Sporttip wird von denselben Regeln geführt: dieselben Limiten, dieselben Regeln für Live-Wetten, dieselben Bedingungen für einen Cash-Out.
Was eine App ohne Schweizer Bewilligung kostet
Hier wird es ernst. Wenn eine App keine Schweizer Bewilligung hat, gibt es keinen Schweizer Rechtsweg. Der Betreiber untersteht nicht der Schweizer Aufsicht, nicht dem Geldspielgesetz, nicht den Regeln des Spielerschutzes, die für die bewilligten Häuser gelten. Wenn eine Auszahlung verweigert wird, findet der Wettende auf den üblichen Beschwerdewegen niemanden, der den Fall aufnimmt. Ein ausländischer Anbieter ist nicht per se unseriös, aber die Frage nach dem Rechtsweg ist keine Nebenklage, sondern eine Frage nach der Existenz eines Rechtswegs.
Der zweite Nachteil betrifft die Spielsperre. Das Gesetz sieht ein Sperrregister vor, in das eine Person eingetragen werden kann; eine unbefristete Spielsperre gilt schweizweit und auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie für Liechtenstein. Ein ausländischer Anbieter, der nicht unter die Schweizer Bewilligungspflicht fällt, ist an dieses Register nicht gebunden. Wer sich sperren lässt, ist sich im schlimmsten Fall unter Kontrolle, während das ausländische Konto weiterhin offen steht. Genau deshalb ist die Frage nach dem Rechtsweg die eigentliche Frage.
Drittens die Bezahlung. Bei einem bewilligten Anbieter gibt es nur die Auszahlung auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers. Das ist eine lästige Regelung, aber sie schützt vor einem Konto, das nicht auf den eigenen Namen läuft. Bei einem ausländischen Anbieter kann eine Auszahlung an Dritte oder an eine anonyme Wallet gehen. Ob eine Bank oder ein Kartennetzwerk Zahlungen an einen nicht bewilligten Anbieter blockiert, ist nicht der Fall — die Gespa sperrt Domains, nicht Zahlungen. Wer verlorenes Geld in einem ausländischen Verfahren wiederfinden will, hat auch keinen Anspruch über die Schweizer Justiz.
Warum der Sportstandort trotzdem die Rechnung zahlt
Die Kehrseite der Bewilligungspflicht ist, dass eine bewilligungspflichtige App nicht alle Spiele anbieten darf, die ihre Nutzerinnen und Nutzer gerne hätten. Wer bei einer App spielt, die keine Schweizer Bewilligung hat, kann auf Spiele und Wetten stossen, die in der Schweiz nicht zugelassen sind. Das ist der eigentliche Nachteil: Das ausländische Angebot ist nicht nur billiger, es ist auch unkontrollierter, und der Aufpreis, den der bewilligte Anbieter durch seine Bewilligung zahlt, wird durch seine Bereitschaft zur Transparenz nicht immer gedeckt — aber der Verzicht auf diese Kontrolle hat einen Preis, der sich nicht in Franken ausdrücken lässt.
Prognosen, Wetten und die Grenzen der Vorhersage
Eine Prognose stützt sich auf Form, Kader und Quotenvergleich. Kein Tipp ist sicher. Wer das anders liest, hat den Sinn der Wette missverstanden.
Die Konkurrenz der beiden Schweizer Häuser ist real, aber sie ist nicht die Konkurrenz der Quoten — eine Vorhersage bleibt eine Schätzung. Wer eine Vorhersage in einem Artikel liest, liest nicht, was geschehen wird, sondern was der Artikel für wahrscheinlicher hält. Das ist ein Unterschied, den man kennen sollte.
Was Quoten wirklich sagen
Eine Quote ist kein Ratschlag des Buchmachers, sondern ein Preis. Aus der Quote ergibt sich der mögliche Gewinn: Bei einer Wette von CHF 5 auf Quote 2.10 zahlt ein Treffer 10,50 Franken zurück, der Nettogewinn beträgt 5,50 Franken. Bei einer Kombiwette multiplizieren sich die Quoten der einzelnen Tipps zu einem Preis. Aus vier Tipps mit je Quote 2.00 wird 16.00. Das ist keine Prognose, sondern Arithmetik: Vier Voraussagen, die alle zutreffen müssen, ergeben einen Preis von 16.00.
Die Crux: Wenn ein Tipp bereits eingetroffen ist — eine Live-Wette in einem entschiedenen Moment —, wird die Wette mit Quote 1.00 gewertet. Das ist keine Regel für Anfänger, sondern Teil des Systems.
Die Grenzen einer Vorhersage
Auf ein Ereignis, das zwei Jahre entfernt liegt, lässt sich keine Vorhersage mit Anspruch auf Genauigkeit bauen. Die Qualifikationsphase der EM 2028 beginnt mit zwölf Gruppen à vier oder fünf Teams. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Bis dahin stehen nicht einmal alle Teilnehmer fest, geschweige denn ihre Kader. Wer heute eine Vorhersage für den Titelgewinner abgibt, rät nicht besser als jemand, der würfelt, und behauptet nur lauter, es besser zu wissen.
Bei der EM ist die Torausbeute die schlechteste Grundlage für eine Vorhersage von allen. Bei der EM 2024 trafen sechs Spieler je dreimal — Cody Gakpo, Harry Kane, Georges Mikautadze, Jamal Musiala, Dani Olmo und Ivan Schranz. Sechs gleichauf. Wer auf einen einzelnen Torjäger setzt, setzt nicht auf Form, sondern auf ein Bündel von Umständen, von denen die meisten von seinem Einfluss unabhängig sind.
Was beim EM-Wetten ins Gewicht fällt
Die Quoten der Schweizer Häuser werden sich vor dem Turnier nicht dramatisch unterscheiden. Wer heute eine Turniersieger-Wette auf die EM 2028 platziert, tut das vor einer sichtbaren Bewegung. Und aus einem EM-Sieg folgt innerhalb weniger Tage nichts. Wer heute 5 Franken auf einen Aussenseiter setzt, hat 5 Franken riskiert — nicht mehr und nicht weniger. Ein Gewinn ist nicht absehbar, und ein Verlust ist nicht mehr als der Einsatz.
Ein Punkt, den man nicht übergehen sollte: Eine Wette auf den Turniersieger bindet Kapital für zwei Jahre. Es gibt in dieser Zeit keine vorzeitige Auszahlung, wenn kein Cash-Out angeboten wird, und eine Cash-Out-Möglichkeit ist bei einem zwei Jahre entfernten Ereignis ohnehin ein zweischneidiges Schwert. Wer die Chance auf eine vorzeitige Auszahlung nimmt, verliert den Boost; wer sie nicht nimmt, hat keine. Ein Betrag, der zwei Jahre festliegt, ist ein Betrag, der nicht für etwas anderes zur Verfügung steht.
Wetten auf das Turnier: Märkte und ihre Bedingungen
Die Zahl der Märkte, auf die sich eine Wette auf die EM richten kann, ist gross, aber sie ist nicht beliebig. Es gibt fünf Haupttypen: den Turniersieger, den Gruppensieger, das Einzelspiel, das Handicap und die Kombination aus mehreren Spielen.
Turniersieger
Spanien ist Rekordsieger der Europameisterschaft mit vier Titeln, Deutschland gewann dreimal (1972, 1980, 1996). Die erste EM fand 1960 statt; seit 2016 spielen 24 Mannschaften, zwischen 1996 und 2012 waren es 16. Rekordtorschütze der EM ist Cristiano Ronaldo mit 14 Toren. Veranstalter ist die UEFA, das Turnier findet alle vier Jahre statt.
Auf den Turniersieger lässt sich lange vor dem Turnier setzen. Der Preis für diese Wette wird nicht von der Form bestimmt, sondern von der Wettbewerbsstruktur: Spanien, Deutschland und England stehen in der Regel ganz oben, und die Konzentration der Favoriten erklärt einen grossen Teil der Marge in diesem Markt.
Für die EM 2028 tragen die Quoten den Kader von heute nicht. Die Qualifikation läuft in zwölf Gruppen; die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Bis dahin ist eine Wette auf den Gesamtsieger eine Wette ins Blaue.
Die lange Laufzeit verleiht diesem Markt eine Eigenschaft, die man bei anderen Wetten nicht hat: Er belohnt nicht nur, er bindet auch. Wer heute 50 Franken auf einen Aussenseiter setzt, kann die Wette zwei Jahre nicht mehr zurückholen, wenn kein Cash-Out angeboten wird. Was auf dem Plakat steht, ist eine Quote; was nicht auf dem Plakat steht, ist die Dauer.
Gruppensieger
Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt für die EM 2028. In den Gruppen setzen sich die Vorrundenspiele über drei Spieltage fort. Wer auf einen Gruppensieger setzt, gewinnt nur dann, wenn das Team die Gruppe tatsächlich anführt — ein zweiter Platz zählt für diese Wette nicht, auch wenn die Mannschaft sich qualifiziert.
Für die Vorrunde einer EM reichen die Paarungen der einzelnen Gruppen als Grundlage für die Odds. Der Unterschied zum Turniersieger ist der zeitliche Horizont: Der Gruppensieger steht früher fest, das Kapital ist kürzer gebunden, aber der Markt reagiert stärker auf Verletzungen und Kaderänderungen.
Einzelspiel
Das Einzelspiel ist das vom Wettenden am meisten genutzte Format: 1X2, Über/Unter Tore, Handicap. Jede dieser Märkte hat ihre eigene Marge, und die Marge des einen Marktes ist nicht die Marge des anderen. Eine hohe Marge bei 1X2 und eine niedrige bei Über/Unter im selben Spiel sind kein Widerspruch, sondern eine Folge der unterschiedlichen Handelsvolumina.
In der regulären Spielzeit zählt bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind.
Wer auf ein Spiel in der Verlängerung setzt und die Wette auf den regulären Ausgang platziert hat, kann das Spiel richtig getippt haben und trotzdem verlieren. Das ist einer der teuersten Fehler bei K.-o.-Wetten, und er passiert mit schöner Regelmässigkeit.
Handicap
Das Handicap verschiebt den Ausgang um einen Vorsprung oder Rückstand. Ein Handicap von 0:1 heisst, dass die Mannschaft ein Tor aufholen muss, die Wette also nicht auf den Ausgang der Partie geht, sondern auf den Ausgang nach Abzug oder Hinzurechnung des Vorsprungs. Diese Märkte sind ein Werkzeug gegen die Favoritenquote: Wer den Favoriten für überteuert hält, kann das Handicap nutzen, um den Preis zu verändern.
Die Marge des Handicap-Marktes unterscheidet sich von der des 1X2-Marktes für dasselbe Spiel. Eine Aussage über die Marge eines Marktes sagt nichts über die Marge eines anderen, und eine Aussage über die Marge eines Hauses sagt nichts über die Marge eines anderen Hauses.
Kombination und Systemwetten
Bei einer Kombination werden die Quoten der einzelnen Tipps multipliziert. Die Systemwette erlaubt es, mehrere Tipps in einer einzigen Wette zu kombinieren, wobei ein Teil der Tipps falsch sein darf. Bei Sporttip gilt: Bei einer Systemwette liegt der Höchsteinsatz bei CHF 10’000 statt CHF 1’000. Das ist der einzige Markt mit einer grosszügigeren Grenze, und das leuchtet ein: Eine Systemwette besteht aus mehreren Wetten, deren Einzelbeträge kleiner sind als ihr Gesamtbetrag.
Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung dürfen nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert werden. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Das ist die Regel, die man kennen muss, bevor man eine Kombination aus zwei Tipps auf dasselbe Spiel baut: Man riskiert nicht den Verlust des Einsatzes, aber die ganze Wette kann gestrichen werden.
Langzeitwetten: die Auszahlung kommt spät
Langzeitwetten sind Wetten, deren Ausgang erst nach mehreren Spielen oder Wochen feststeht. Eine Wette auf den Turniersieger ist eine Langzeitwette. Eine Wette auf den Gruppensieger ebenfalls, allerdings über einen kürzeren Zeitraum.
Die Abrechnung erfolgt bei einer Wette auf den Gesamtsieger nach dem Finale — bei der EM 2028 am 9. Juli 2028. Zuvor gibt es keine Auszahlung. Wer die Wette vorzeitig beenden möchte, braucht einen Cash-Out. Bei Sporttip ist der Cash-Out-Betrag tiefer als der mögliche Wettgewinn ohne vorzeitige Auszahlung, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden; Swisslos muss Cash-Out nicht für alle Wetten anbieten. Bei Swisslos gibt es Cash-Out für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Für einen Langzeitwettenden heisst das: Wenn die Wette vorzeitig läuft, ist die vorzeitige Auszahlung kleiner als der mögliche Gewinn, und für einige Wetten gibt es sie gar nicht. Wer auf die vorzeitige Auszahlung spekuliert, spekuliert darauf, dass Swisslos sie überhaupt anbietet.
Was für eine Wette auf den Titel aus welcher Nation nicht zutrifft
Für die EM 2028 spielt es keine Rolle, ob Sie in Genf oder in Zürich wohnen, aber es spielt eine Rolle, welches der beiden bewilligten Häuser Sie wählen: Die Loterie Romande bedient die Westschweizer Kantone, Swisslos die Deutschschweizer Kantone plus Tessin und Liechtenstein. Die geografische Aufteilung ist keine Vorliebe, sondern eine Bewilligungsbedingung. Ein Konto bei dem Haus, dessen Vertragsgebiet nicht zum Wohnkanton passt, ist nicht zu eröffnen.
Für die Turnierwetten bedeutet das keinen Unterschied. Beide Häuser führen dieselben Sportarten, dieselben Wettarten und dieselben Märkte, weil beide an dieselbe Liste gebunden sind. Der Unterschied liegt nicht im Wettprogramm, sondern in der Sprache der Oberfläche, in den Kantonen, die bedient werden, und in der Auszahlung an die öffentlichen Zwecke, die das jeweilige Haus unterstützt.
Wie sich die Marge in beiden Häusern zeigt
Eine Wette auf ein Turnier ist immer auch eine Wette auf die Marge des Buchmachers. Was hilft, ist eine grobe Vorstellung von der Grössenordnung: Ein Quotenschlüssel von 90 bis 91 Prozent und eine Marge von 9 bis 10 Prozent in einem 1X2-Markt mit Quoten von 2.10 / 3.40 / 3.60. Wer das einmal durchgerechnet hat, sieht bei jeder Werbeaktion zuerst die Marge und erst dann die Quote.
Bei der EM 2028 ist die Marge im Turniersieger-Markt nicht dieselbe wie die Marge im 1X2-Markt eines Vorrundenspiel. Der Turniersieger-Markt hat eine hohe Marge, weil er zwei Jahre offen steht; der Einzelspielmarkt hat eine niedrigere Marge, weil er kurzfristig abgerechnet wird. Wer den Vergleich zwischen den Häusern an einem einzigen Markt festmacht, vergleicht nicht die Häuser, sondern die Märkte.
Sportarten und Turniere: was die beiden Häuser anbieten
Die Schweizer Veranstalter haben das Monopol auf Sportwetten innerhalb ihres Vertragsgebiets. Was sie anbieten dürfen, ist gesetzlich begrenzt: nur Sportereignisse, und nur in dem Umfang der Gespa-Liste. Damit ist auch klar, was sie nicht anbieten dürfen: Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen; Wetten auf Trainingsläufe; Ecken- und Kartenmärkte. Esport kommt in der Liste nicht vor — wer dort nach einem Esport-Bereich sucht, sucht etwas, das nicht existiert.
Innerhalb dieser Grenzen konzentriert sich das Angebot auf die grossen Sportarten und Wettbewerbe. Fussball nimmt den breitesten Raum ein, mit den nationalen Ligen, den europäischen Wettbewerben und den Nationalmannschaften. Daneben stehen die anderen klassischen Sportarten: Eishockey, Tennis, Basketball, Radsport, Handball. Der Umfang mag von Haus zu Haus variieren, aber die Grundlage ist dieselbe.
Fussball-EM im Schweizer Wettprogramm
Die Fussball-Europameisterschaft ist der Anlass, auf den sich die meisten Suchanfragen richten. Für den Turniersieger, die Gruppensieger und die einzelnen Vorrundenspiele werden Quoten angeboten. Die Einschränkungen der Gespa-Liste gelten auch hier: Viele Märkte, die bei einem ausländischen Anbieter selbstverständlich sind, finden sich in der Schweiz nicht.
Die EM 2024 hat gezeigt, wie unterschiedlich die Torausbeute ausfallen kann. Sechs Spieler kamen auf je drei Tore. Die Zuschauerzahl betrug insgesamt 2’681’288. Wer eine Wette auf den Torjäger abgibt, tut gut daran, sich daran zu erinnern, dass die Krone der Torjäger geteilt wird.
Für das Turnier von 2028 ist die Struktur klar: sechs Vierergruppen, dann Achtelfinale vom 24. bis 27. Juni, Viertelfinale am 30. Juni und 1. Juli, Halbfinale am 4. und 5. Juli, Finale am 9. Juli 2028. Ein Spiel um Platz drei wird nicht ausgetragen. Wer sich über die Abwesenheit eines Spiels um Platz 3 wundert, findet die Antwort in der Turnierstruktur, nicht in einem Fehler des Wettprogramms.
Die EM 2024 und ihr Nachhall
Die letzte Endrunde in Deutschland war ein Turnier mit 24 Mannschaften, gespielt vom 14. Juni bis 14. Juli 2024, verteilt auf sechs Vorrundengruppen zu je vier Teams und insgesamt 51 Spiele. Spanien schlug England im Olympiastadion Berlin mit 2:1 und holte damit den vierten EM-Titel.
Was bleibt, ist eine Mannschaft, die sich in einem Final gegen einen Gegner behauptet hat. Was nicht bleibt, ist eine Favoritenrolle für das nächste Turnier. Zwischen den beiden Endrunden liegen vier Jahre, und in dieser Zeit verändert sich ein Kader stärker als jede Statistik es vorhersagen kann.
Die Qualifikation und der richtige Zeitpunkt für eine Wette
Die Qualifikation zur EM 2028 wird in zwölf Gruppen mit vier oder fünf Teams gespielt. Die zwölf Gruppensieger und die acht besten Gruppenzweiten qualifizieren sich direkt. Die Auslosung ist am 6. Dezember 2026 in Belfast. Zu diesem Zeitpunkt steht das Teilnehmerfeld noch nicht fest.
Daraus folgt eine praktische Überlegung. Eine Wette auf den Turniersieger lässt sich jetzt platzieren, zu einem Preis, der die Unsicherheit über zwei Jahre einpreist. Eine Wette auf ein Vorrundenspiel lässt sich erst platzieren, wenn die Paarungen feststehen, also nach der Auslosung. Der Zeitraum dazwischen ist für den Wettenden die längste Durststrecke: Er hat sein Kapital gebunden, ohne zu wissen, gegen wen seine Mannschaft spielt.
Erst wenn klar ist, wer aufläuft, werden die Kader und die Form zu Faktoren, die man vor einer Wette berücksichtigen kann. Wer zu früh setzt, kauft Unsicherheit; wer später setzt, zahlt eine höhere Marge in einem Markt mit mehr Volumen. Beide Wege haben ihren Preis, und beide sind nur zu entscheiden, wenn man weiss, welche Mannschaft man tatsächlich sieht.
Vergleich der zehn Anbieter: bewilligt oder ohne Bewilligung
Die folgende Rangliste ist nach derselben Massgabe aufgebaut: Bewilligungsstatus, Wettangebot, Limiten, Marge und Auszahlung. Ein wichtiger Hinweis vorweg: Mehr als zwei bewilligte Anbieter gibt es in der Schweiz nicht, und ein ausländischer Anbieter konkurriert daher mit den beiden Schweizer Häusern auf einem anderen Rechtsboden.
Wer im Ergebnis dieser Rangliste nach einer Empfehlung für einen ausländischen Anbieter sucht, wird sie nicht finden. Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten. Diese Rangliste beschreibt und beurteilt, sie wirbt nicht.
Swisslos Sporttip: die Nummer eins in der Deutschschweiz
Swisslos ist eine interkantonale Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019 (IKV 2020); die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Die Veranstalterbewilligung stammt aus dem Geldspielgesetz, die Aufsicht führt die Gespa.
Das Vertragsgebiet umfasst die Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die dort wohnen oder sich gewöhnlich aufhalten. Zur Registrierung braucht es mindestens 18 Jahre, keine laufende Spielsperre, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Die Limiten sind eng und werden automatisch durchgesetzt: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 für Einzel- und Kombinationswetten, CHF 10’000 für Systemwetten. Eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Verlustlimiten müssen vor der ersten Teilnahme gesetzt werden, für 1, 7 und 30 Tage, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren.
Das wettende Publikum trägt CHF 109 Mio. zum Reingewinn von CHF 562 Mio. bei, der 2025 ausgezahlt wurde — CHF 506 Mio. an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe.
Was auffällt, ist der Widerspruch zwischen diesem Anspruch und einem Testkauf der Gespa aus dem Jahr 2025, bei dem an Verkaufsstellen in 47,5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Die Hausnummer des Schutzniveaus, das Swisslos für sich reklamiert, wird von seiner eigenen Vertriebsstruktur unterlaufen. Wer online wettet, trifft auf ein anderes Kontrollniveau als an der Verkaufsstelle.
Bei den Boni ist Swisslos der zurückhaltendere der beiden Veranstalter: Von den 32 Zustimmungen, die die Gespa im Jahr 2025 für Gratisspielguthaben erteilte, gingen 8 an Swisslos und 24 an die Loterie Romande. Die Limiten und die fehlenden Boni machen Swisslos für den Gelegenheitswettenden zum nüchternen Haus: keine grossen Lockangebote, aber eine Auszahlung auf ein Konto im eigenen Namen und eine Spielsperre, die im ganzen Land gilt.
Der Kombiboost mit seiner Staffel — 5 Prozent bei vier Voraussagen, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn — ist bei Sporttip das Instrument, mit dem das Haus um Vielwetter wirbt. Die Voraussetzung ist eine Quote von mindestens 1.50 je Voraussage. Wer sie liest, sieht eine Wette mit fünfzehn Tipps, die alle zutreffen müssen — und wer das als Geschenk liest, hat die Staffel nicht gelesen.
Loterie Romande Jouez Sport: die Nummer eins in der Westschweiz
Die Loterie Romande ist die zweite Veranstalterin mit einer Bewilligung nach dem Geldspielgesetz; ihr Sportwettprodukt heisst Jouez Sport. Sie bedient die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in 1001 Lausanne. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Ein Online-Konto steht nur Personen offen, die in einem dieser Kantone wohnen. Wer in Zürich lebt und bei Jouez Sport spielen will, kann sich registrieren lassen, wird aber an der Wohnsitzanforderung scheitern — die Bewilligung deckt nur das eigene Gebiet ab. Freiburg und Wallis liegen an der Sprachgrenze, und wer dort wohnt, kann sich das Haus aussuchen, weil beide Gebiete teilweise überlappen.
Die Loterie Romande hat 24 der 32 Zustimmungen erhalten, die die Gespa für Gratisspielguthaben erteilte. Damit ist die Westschweizer Veranstalterin deutlich aktiver, was Aktionen anbelangt, und wer regelmässig mit Gratiswetten spielt, findet bei Jouez Sport mehr Gelegenheiten als bei Sporttip. Das heisst nicht, dass die Aktionen gross sind — és bleibt bei wenigen, kleinen Aktionen, deren Umfang von der Genehmigung abhängt.
Was der Veranstalterin fehlt, ist eine vergleichbare Angabe zu den Limiten im Online-Bereich. Dieselben kantonalen Regeln gelten auch hier: Verlustlimiten vor der ersten Wette, die Oberlimite ist dieselbe wie bei Swisslos. Wer die Erhöhung einer Limite beantragt, wartet 72 Stunden. Wer sich sperren lässt, wird in das schweizweite Register eingetragen, das auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und für Liechtenstein gilt.
Der Reingewinn geht an die Westschweizer Kantone, die ihn für öffentliche Zwecke einsetzen. Was der einzelne Wettende davon hat, lässt sich nicht messen. Was er davon hat, dass die Zustimmung für eine Gratiswette vorher eingeholt werden muss, lässt sich schon messen: Die 24 Zustimmungen sind weniger, als ein ausländisches Haus an einem Monat an Aktionen führt.
bet-at-home: ausländische Reichweite, keine Schweizer Bewilligung
bet-at-home gehört zu den Marken, die Schweizer Wettende am häufigsten antreffen, und sie taucht zugleich in einer Reihe auf, die die Gespa selbst nennt: Neben Interwetten führt die Aufsicht bet-at-home unter den Domains, die über die Sperrliste blockiert werden. Was das praktisch heisst: Die Domain wird von den Schweizer Telekommunikationsanbietern per DNS gesperrt, und blockierte Domains werden innerhalb von Stunden ersetzt — ein Mechanismus, den die Aufsicht als Domain-Hopping bezeichnet.
Das Haus hat keine Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, und eine Veranstalterbewilligung oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz besitzt es nicht. Es untersteht nicht der Schweizer Aufsicht, ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Wer dort spielt, trägt das Risiko, im Streitfall keinen Ansprechpartner zu haben.
Was bei einem solchen Haus nicht gilt: Es gibt keine Schweizer Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte, keine Begrenzung durch die Gespa-Liste, keine Verlustlimite, die vor der ersten Wette gesetzt werden muss. Genau darin liegt der Reiz und genau darin das Risiko.
Der Veranstalter gewinnt nichts von dieser Rangliste, und die Rangliste gewinnt nichts von ihm. Die Bewertung endet dort, wo die Bewilligung endet.
1Bet: ohne Bewilligung im Schweizer Markt
1Bet tritt als internationale Marke auf und hat in der Schweiz keine Bewilligung. Eine gemeldete Lizenz aus einem anderen Rechtsraum hat hier keine Kraft. Wie bei allen Häusern dieser Gruppe gelten die Schweizer Schutzmechanismen nicht: kein Sperrregister, keine Verlustlimiten nach Schweizer Vorgaben, kein Schweizer Rechtsweg.
Die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden. Wer über einen Telekommunikationsanbieter auf die Seite zugreift, wird sie unter Umständen nicht erreichen; wer sie erreicht, erreicht sie ohne Schweizer Aufsicht.
Was daraus folgt, ist eine Frage der Erwartung. Wer eine App mit schnellem Zugang und ohne Verifizierungsschritte sucht, wird bei einem Haus dieser Gruppe eher fündig als bei den beiden bewilligten Anbietern. Wer eine Perspektive auf einen Ansprechpartner in der Schweiz sucht, sucht an der falschen Stelle.
Duelbits: ohne Bewilligung, aber mit Schweizer Präsenz
Duelbits ist eine der Marken, die in der Schweiz über Werbung und Affiliate-Netzwerke präsent sind, obwohl sie keine Schweizer Bewilligung besitzt. Die Werbung für ein in der Schweiz nicht bewilligtes Glücksspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Wer auf solche Werbung stösst, sieht einen Verstoss, nicht ein Angebot.
Für das Spiel selbst heisst das: keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, keine Verlustlimite nach Schweizer Vorgaben, kein Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann blockiert werden. Wer dort ein Konto führt, kann in einem Streitfall niemanden in der Schweiz anrufen.
Die Sperrliste der Gespa enthielt am Ende des Jahres 2025 671 Domains; die erste Liste stammte vom 3. September 2019. Die Zahl zeigt, wie gross der Graumarkt ist, und sie zeigt auch, wie wenig eine Sperrliste gegen ein Haus ausrichtet, das seine Domain innerhalb von Stunden wechselt.
GG.BET: internationale Marke ohne Schweizer Zulassung
GG.BET ist eine bekannte internationale Marke und in der Schweiz ohne Bewilligung. Wer das Haus wählt, wählt den internationalen Markt mit seinen breiteren Quoten und seinen Märkten, die die Gespa-Liste nicht kennt — und wählt den Verzicht auf die Schweizer Schutzmechanismen. Kein Sperrregister, keine Verlustlimiten nach Schweizer Vorgaben, keine Aufsicht, kein Rechtsweg in der Schweiz. Die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.
Wer diese Rangliste liest, um zu erfahren, welches Haus die beste Quote auf ein bestimmtes Spiel habe, findet bei den ausländischen Anbietern überhaupt keine Angabe, weil deren Preise nicht Teil dieser Bewertung sind.
BetFury: ohne Bewilligung, ohne Schweizer Aufsicht
BetFury gehört zur Gruppe der ausländischen Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat hier keine Kraft; eine Veranstalterbewilligung oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz liegt nicht vor. Das Haus untersteht nicht der Gespa, ist nicht an das Sperrregister angeschlossen und bietet keinen Schweizer Rechtsweg. Die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.
Was hier fehlt, ist der Anschluss an das System, das die bewilligten Häuser tragen: keine Registrierung nach dem Ein-Konto-Prinzip mit verifiziertem Ausweis, keine Verlustlimite vor der ersten Wette, keine Sperre, die im ganzen Land gilt. Ob ein solches Haus seine eigenen Schutzmassnahmen anbietet, ist Sache des Hauses; ein Schweizer Anspruch darauf besteht nicht.
Bruce Bet: keine Schweizer Bewilligung, keine Schweizer Perspektive
Bruce Bet ist ein weiterer ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Es gelten dieselben Einschränkungen wie für die anderen Häuser dieser Gruppe: keine Schweizer Aufsicht, kein Sperrregister, kein Rechtsweg in der Schweiz, und die Domain kann über die Sperrliste blockiert werden.
Was einen Schweizer Wettenden bei einem solchen Haus interessieren könnte, sind Märkte, die bei den bewilligten Anbietern fehlen. Die Gespa-Liste lässt weder Ecken- noch Kartenmärkte zu und enthält keinen Esport-Bereich. Wer genau diese Märkte sucht, findet sie bei einem ausländischen Anbieter und nirgends sonst — mit dem Preis, den diese Wahl mit sich bringt.
Betscore: ohne Bewilligung im Schweizer Markt
Betscore ist ein ausländischer Anbieter ohne Schweizer Bewilligung. Eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Kein Sperrregister, keine Verlustlimiten nach Schweizer Vorgaben, keine Aufsicht, kein Schweizer Rechtsweg; die Domain kann blockiert werden.
Was hier am deutlichsten fehlt, ist die Absicherung der Auszahlung. Bei einem bewilligten Schweizer Anbieter ist die Auszahlung auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers vorgeschrieben. Bei einem ausländischen Anbieter gibt es diese Vorgabe nicht. Die Frage nach dem Rechtsweg ist daher nicht nur eine Frage nach dem Streitfall, sondern auch nach der Auszahlung selbst.
X3Bet: die einzige gemeldete Lizenz in der Gruppe
X3Bet ist die einzige Marke dieser Gruppe mit einer gemeldeten Lizenz: Tobique (Kanada), gemeldet von Drittquellen. Diese Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft, eine Veranstalterbewilligung oder Spielbewilligung nach dem Geldspielgesetz besitzt das Haus nicht. Es untersteht daher nicht der Schweizer Aufsicht.
Das ist die eine Zahl in dieser Gruppe, die sich nachprüfen lässt, und sie bringt nichts für den Schweizer Rechtsweg. Wer eine kanadische Lizenz für einen Vorteil hält, verwechselt ein Etikett mit einem Schutzmechanismus.
Fazit: was die Wette wirklich verspricht
Ein Satz fasst die Rechnung zusammen: Wer bei einem Schweizer Veranstalter wettet, zahlt die Marge und bekommt dafür eine Bewilligung, eine Auszahlung auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers, eine Sperre, die im ganzen Land gilt, und einen Steuerfreibetrag von CHF 1’071’000 pro Einzelgewinn. Wer bei einem ausländischen Anbieter wettet, zahlt weniger und bekommt nichts davon. Beides hat seinen Preis, und der Wettende entscheidet, welchen er tragen will.
Für die EM 2028 kommt eine Besonderheit hinzu: Wer jetzt auf den Turniersieger setzt, bindet sein Geld über zwei Jahre. Die Auslosung der Qualifikation ist am 6. Dezember 2026 in Belfast, das Finale ist am 9. Juli 2028 in London. In dieser Zeit steht kein Kader still. Wer früh setzt, bekommt einen Preis, der die Ungewissheit nicht auflöst, und trägt das Risiko, dass sein Tipp in zwei Jahren nicht mehr zu seiner Mannschaft passt.
Und es gibt eine Frage, die man sich stellen sollte, bevor man auf einen Buchmachertipp hört: Was weiss ich, was die Quoten nicht schon wissen? Die Antwort ist selten etwas. Ein Tipp auf den künftigen Europameister ist selten besser als würfeln. Ein Tipp, der seine Begründung nicht kennt, ist gar keine Wette, sondern ein Kauf.
Wer diese Seite mit einem Entschluss verlässt, sollte es der sein: Die Wette, die einem am besten passt, ist nicht die mit der höchsten Quote, sondern die, deren Marge, Limite und Bedingung man kennt. Bei einem Turnier, das erst 2028 stattfindet, hat man genug Zeit, das zu prüfen.
Häufige Fragen zu EM-Wetten in der Schweiz
Findet 2026 eine Fussball-Europameisterschaft statt, und wann ist die nächste Endrunde?
Nein. Das Jahr 2026 ist das Erscheinungsjahr der Seite, nicht das eines Turniers. Die letzte Endrunde fand vom 14. Juni bis 14. Juli 2024 in Deutschland statt und endete mit Spaniens 2:1 im Final von Berlin. Die nächste beginnt am 9. Juni 2028 in Cardiff, das Finale steigt am 9. Juli 2028 in Wembley.
Wer wird Europameister 2028, und was sagen die Wettquoten darüber wirklich aus?
Niemand kann das wissen, und die Quoten sagen es auch nicht. Sie sind Preise, keine Prophezeiungen: Aus der Summe ihrer Kehrwerte ergibt sich die Auszahlungsquote des Marktes. Bei der EM 2024 teilten sich sechs Spieler mit je drei Toren die Torjägerkrone — ein Hinweis darauf, wie offen ein Turnier ist.
Wie funktioniert eine Langzeitwette auf den Turniersieger, und wann wird sie abgerechnet?
Sie wird vor oder während des Turniers platziert und nach dem Finale abgerechnet, bei der EM 2028 also nach dem 9. Juli 2028. Bei Sporttip gibt es Cash-Out für Langzeitwetten, aber nur online, nur als vollständiges Cash-Out und mit einem Betrag unter dem möglichen Gewinn.
Warum bieten die beiden Schweizer Veranstalter nur wenige und kleine Bonusaktionen an?
Weil Gratisspielguthaben und Freiwetten die vorherige Zustimmung der Gespa brauchen. Im Jahr 2025 erteilte die Aufsicht 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. 32 Aktionen in einem Jahr sind kein Bonusmarathon, und das ist eine Folge der Bewilligung, nicht eine Laune der Häuser.
Was geht bei einer Wett-App ohne Schweizer Bewilligung verloren, wenn etwas schiefläuft?
Drei Dinge: Es gibt keinen Schweizer Rechtsweg, das Sperrregister gilt nicht, und eine ausländische Lizenz hat in der Schweiz keine Kraft. Dazu kommt: Auszahlungen müssen bei einem bewilligten Anbieter auf ein Konto im Namen des Kontoinhabers gehen. Bei einem ausländischen Anbieter gilt das nicht.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie wird ein Gewinn je nach Kanton besteuert?
Vor der ersten Sporttip-Teilnahme sind Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage zu setzen, mit einer Oberlimite von CHF 9’999 und CHF 1’000 für Personen unter 21 Jahren; eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach 72 Stunden. Gewinne sind bis zum Steuerfreibetrag steuerfrei, eidgenössisch CHF 1’071’000 ab dem 1. Januar 2026; die kantonale Schwelle unterscheidet sich.
Turniere – eishockeytipps.com
Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
