Die 1x2-Wette verstehen: drei Ausgänge, eine Quote, klare Folgen

Updated Oktober 2026
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Auf dem Wettschein stehen drei Felder, und eines davon heisst immer Remis — auch wenn diese Partie am Ende 6:0 ausgeht.

Ein Fussball liegt auf dem Mittelkreis eines Rasenfelds, die weissen Linien kreuzen sich auf dem gepflegten Gras im warmen Abendlicht.
Bei der klassischen Siegwette im Fussball gibt es drei Ausgänge: «1» für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg.

Stand: 29. Oktober 2026 — die Bewilligungsangaben der hier besprochenen Veranstalter wurden gegen die veröffentlichte Gespa-Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten und die öffentlich einsehbaren Spielregeln der beiden Schweizer Veranstalter geprüft.

Wettmärkte: was nach der 1×2-Wette noch auf dem Schein steht

Warum die 1×2-Wette der Ausgangspunkt ist, nicht die Alternative

Cluster 4 öffnet diese Seite, weil die Dreiweg-Wette das erste ist, worauf ein Neueinsteiger stösst — und das letzte, was er wirklich versteht. Ein Fussballspiel kennt drei Ergebnisse: Heimsieg, Unentschieden, Auswärtssieg. Der Wettschein nennt sie «1», «X» und «2», wobei «X» auch als «0» erscheint. Mehr steckt nicht dahinter, und genau deshalb ist die Wette so beliebt: Wer die Tabelle aufmerksam liest, hat eine Meinung zu dieser Partie, ohne ein einziges taktisches Detail zu kennen.

Die Folgen dieser Einfachheit zeigen sich erst im Vergleich mit den Nachbarmärkten. Weil alle drei Ergebnisse abgedeckt sind, kann kein Ausgang «durchrutschen» — und umgekehrt hilft keine Quote gegen eine falsche Einschätzung. Die Dreiweg-Wette ist ein Urteil über die Partie, das an einem einzigen Abend bestätigt oder gelöscht wird.

Doppelte Chance: zwei Ergebnisse, weniger Quote, weniger Risiko

Wer die Dreiweg-Wette kennt, stolpert sofort über die Doppelte Chance. Hier wettet man auf zwei der drei Ergebnisse gleichzeitig — Heimsieg oder Remis («1X»), Remis oder Auswärtssieg («X2»), Heimsieg oder Auswärtssieg («12»). Die Konsequenz ist mathematisch zwingend: Beim Fussball stehen drei Ergebnisse mit den Quoten q₁, q₂ und q₃ im Programm, und die Doppelte Chance fasst zwei davon zusammen. Zwei Ausgänge auf einem Schein heissen zwangsläufig eine tiefere Quote als jeder der beiden einzeln. Was der Wettende dafür einkauft, ist der Verzicht auf einen einzigen Ausgang — und der kann teuer sein. In einer Liga, in der die Hälfte der Spiele unentschieden endet, ist «12» kein Sicherheitsnetz, sondern eine Wette gegen das häufigste Resultat.

Neben der Doppelten Chance gibt es das Handicap, das den Favoriten mit einem vorab abgezogenen Torvorsprung spielt, und Über-Unter, das nicht auf den Sieger, sondern auf die Zahl der Tore setzt und deshalb im Gegensatz zur Dreiweg-Wette auch bei einem klaren Favoritensieg interessant bleibt. Wer begriffen hat, dass «1», «X» und «2» nur der einfachste mögliche Zugang zu einer Partie sind, sieht diese Märkte als Varianten desselben Urteils, nicht als eigene Disziplinen.

Die Quote und der Anteil, der nie beim Wettenden landet

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote; bei Kombinationen wird die Gesamtquote aus dem Produkt der Einzelquoten gebildet, das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 100 auf Quote 2.10 setzt, rechnet also mit CHF 210, und die Rundung kann den Betrag um ein paar Rappen nach unten verschieben. Das ist Buchhaltung, nicht Dramatik.

Der spannende Teil beginnt eine Ebene tiefer. Jede Quote auf diesem Schein ist bereits geschrumpft, und zwar um den Anteil, den der Veranstalter für sich behält. Bei einer echten Dreiweg-Wette verteilt sich dieser Anteil auf drei Quoten, und er wird grösser, je ausgeglichener die Partie eingeschätzt wird — ein Unentschieden ist schwer zu bepreisen, und der Veranstalter lässt sich diese Unsicherheit bezahlen.

Genau hier setzt die Beispielrechnung dieser Seite an. Für einen Markt mit zwei Ausgängen und Quoten von je 1.90 — eine erfundene Konstellation zur Veranschaulichung, kein Angebot und kein irgendwo abgelesener Preis — ergibt sich ein Auszahlungsanteil von gerundet 97,4 % und damit eine Marge von rund 2,6 %. Je nach Quotenhöhe und Marktbreite liegt diese Marge in der Grössenordnung von etwa 2 bis 6 % des Einsatzes, und diese Spanne ist die Bedingung, unter der sie gilt: Sie beschreibt, welchen Anteil der Veranstalter von jedem gesetzten Franken einbehält, und nichts über den Ausgang einer einzelnen Wette.

Der Effekt summiert sich schneller, als die meisten erwarten. Wer zwanzig Wetten auf Märkte mit einer Marge von etwa 5 % platziert, hat nach diesen zwanzig Wetten rechnerisch ungefähr einen Einsatz verloren, ohne dass eine einzige Wette auffällig schiefgegangen wäre. Die Marge ist keine Gebühr auf dem Kontoauszug, sie ist ein stiller Abzug im Hintergrund, den niemand je als Rechnung sieht.

Damit ist auch klar, warum die Kombination nicht der Ausweg ist. Die Quoten der einzelnen Voraussagen multiplizieren sich zu einer grösseren Zahl, die Marge aber multipliziert sich mit — bei vier Voraussagen mit je rund 5 % bleibt von der Gesamtquote deutlich weniger übrig als von jeder Einzelquote. Der grössere mögliche Gewinn ist der Preis für einen grösseren Vorsprung, den der Veranstalter einbaut.

Zehn Anbieter im Vergleich: bewilligt in der Schweiz oder ohne Schweizer Bewilligung

Die Einordnung in der Schweiz ist kürzer, als die Länge einer Anbieterliste vermuten lässt. Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, und die Kantone haben die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt. Wer hier auf Fussball wetten will, hat deshalb keine Wahl zwischen zwanzig Buchmachern, sondern zwischen zwei Häusern mit unterschiedlichen Servicegebieten. Die folgende Übersicht ordnet die Plattformen nach ihrem Bewilligungsstatus ein; bei den beiden Schweizer Häusern steht die zuständige Veranstalterin, bei den übrigen Brands die ausserhalb der Schweiz angeführte Bewilligung, die hier keine Wirkung entfaltet.

Plattform Bewilligungsstatus in der Schweiz Veranstalterin beziehungsweise angeführte Bewilligung
Swisslos Sporttip Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Sitz Basel; Sporttip
Loterie Romande Jouez Sport Bewilligung für ein Grossspiel (Veranstalter- und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa) Loterie Romande, Société de la Loterie de la Suisse Romande; Jouez Sport
Boomerang Bet keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
BetLabel keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
BDMBet keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
Betify keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
Gamdom keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
Roobet keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
BC Game keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz
Unibet keine Schweizer Bewilligung angeführte Bewilligung nicht etabliert, ohne Wirkung in der Schweiz

Warum die Tabelle so aussieht, wie sie aussieht: Die erste Spalte hat nur zwei verschiedene Werte, und das ist keine Auslassung, sondern das Ergebnis einer gesetzlichen Obergrenze. Unterhalb der beiden Zeilen mit Bewilligung steht eine Reihe von Brands, die dieselbe Bewilligungslage teilen — nicht, weil sie ungeprüft geblieben wären, sondern weil ausserhalb der Schweiz ausgestellte Bewilligungen nach dem Geldspielgesetz in der Schweiz keine Kraft haben. Für den Einzelnen bedeutet die zweite Zeile jeder dieser Einträge etwas sehr Konkretes: keine Anbindung an das Schweizer Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg, und die Möglichkeit, dass die Domain über die Sperrliste der Gespa für Schweizer Anschlüsse unerreichbar wird.

Die Zahl der Zeilen in dieser Übersicht sagt damit nichts über die Auswahl in der Schweiz. Sie sagt etwas über die Zahl der Brands, die Schweizer Spielende im Netz antreffen — und über die Zahl derer, die hier nichts dürfen.

Die Grundlagen: «1», «X» und «2» und was sie kosten

Wie aus drei Zeichen ein Urteil über neunzig Minuten wird

Bei der klassischen Siegwette im Fussball gibt es drei Ausgänge: «1» für den Heimsieg, «0» beziehungsweise «X» für das Unentschieden und «2» für den Auswärtssieg. Die Zuordnung ist Konvention und keine Logik — wer «0» liest, soll nicht nach einem vierten Ergebnis suchen.

Eine Trillerpfeife liegt auf dem Rasen neben der Mittellinie, Tau hängt an den Halmen, im Hintergrund ein leerer Spielfeldrand.
Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1'000.

Entscheidend ist die Frist, an die diese drei Zeichen gebunden sind. Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, im Fussball also neunzig Minuten, plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie selbst Gegenstand der Wette sind. In einem Pokalspiel, in dem in der 88. Minute der Ausgleich fällt und die Verlängerung zwei Tore bringt, bleibt «X» damit die richtige Antwort — für die Wette, nicht für den Abend. Wer seine Einsätze nach dem tatsächlichen Spielverlauf beurteilt, wettet in einem anderen Markt als dem, den er ausgefüllt hat.

Was nach dem Schlusspfiff folgt

Aus der Dreiweg-Bindung folgt die zweite Hälfte des Themas: Was passiert zwischen dem letzten Pfiff und der Gutschrift. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig; Einzelwetten werden zurückbezahlt, und in Kombinationswetten erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00. Der Einsatz ist also nicht weg — aber auch kein Gewinn da, und in einer Kombination rutscht die Quote auf den neutralen Wert, was die Gesamtquote der übrigen Voraussagen unangetastet lässt.

Eine andere Frist ist die, die am wenigsten beachtet wird. Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Sechs Monate klingen grosszügig, bis man sich vorstellt, dass ein Konto nach einem Umzug oder einem verlorenen Zugang nicht mehr im Blick ist. Und wer sich gegen eine verweigerte Auszahlung wehren will, muss innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief Einsprache erheben — eine der wenigen Fristen auf diesem Feld, die nach Stunden gemessen wird und nicht nach Monaten.

Ein Wettkämpfer darf auf sein eigenes Spiel nicht setzen

Sporttip-Wetten stehen Personen ab 18 Jahren offen; Minderjährige sind von der Teilnahme ausgeschlossen. Wer als Wettkämpfer an einem Wettereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten. Das ist die knappste und gleichzeitig wirksamste Integritätsregel des Schweizer Angebots: Sie verhindert nicht jeden Missbrauch, aber sie beseitigt den offensichtlichsten Vorteil, den ein Beteiligter hätte.

Limiten, die der Veranstalter jederzeit ändern kann

Bei Sporttip beträgt der Mindesteinsatz für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000; Swisslos kann die Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen. Die Obergrenze von CHF 1’000 ist für private Spielende selten bindend, und sie steht hier nicht zufällig: Sie schützt nicht den Wettenden vor sich selbst, sondern den Veranstalter vor einer Konzentration, die ein einzelnes Spiel zum Klumpenrisiko macht. Der Satz, dass Limiten jederzeit geändert werden können, ist der eigentliche Inhalt der Regel — nicht die aktuelle Zahl.

Dasselbe Muster zeigt sich beim Guthaben. Spielguthaben auf dem Swisslos-Wallet kann per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein gekauft werden, der Mindestbetrag liegt bei CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Wallet-Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. Ein Konto kann also nicht beliebig aufgefüllt werden, und die Grenze wirkt, bevor das Geld auf dem Spielkonto liegt. Cash-Out ist dabei kein Gegenmittel: Der Cash-Out-Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden. Wer im vierzigsten Spiel gefühlt alles wieder herausholen will, verkauft seine Position — nicht zu einem Preis, den er bestimmt.

Die Schweizer Rechtslage: zwei Veranstalter, eine geschlossene Liste, klare Grenzen

Warum die Wahlmöglichkeit hier endet

Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019), und die Aufsicht liegt bei der Gespa, der Interkantonalen Geldspielaufsicht in Bern — nicht bei der ESBK, die nur Casinos beaufsichtigt. Eine Bewilligung braucht eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel und gilt nur in der Schweiz. Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei festgelegt: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport.

Ein leeres Stadion im Morgenlicht mit Blick auf die Sitzreihen, im Hintergrund Hügel und aufsteigender Nebel.
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone und zählt 2'350 Verkaufsstellen in der Westschweiz.

Rechtslage und Zugang: was die beiden Bewilligungen im Alltag bedeuten

Eine Bewilligung für ein Grossspiel ist in der Schweiz ein zweiteiliges Papier. Es braucht eine Veranstalterbewilligung und zusätzlich eine Bewilligung pro Spiel, und die Bewilligung gilt nur in der Schweiz — ein ausländischer Anbieter, der sich auf seine heimische Erlaubnis beruft, beruft sich auf etwas, das hier nichts trägt. Die Aufsicht führt die Gespa in Bern, die Interkantonale Geldspielaufsicht; die ESBK hat mit Sportwetten nichts zu tun, sie beaufsichtigt Casinos.

Aus dieser Struktur folgt die praktisch wichtigste Einschränkung: Swisslos ist im Gebiet der Kantone AG, AI, AR, BE, BL, BS, GL, GR, LU, NW, OW, SG, SH, SO, SZ, TG, UR, ZG und ZH sowie im Kanton Tessin und im Fürstentum Liechtenstein tätig. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura; sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und nennt als Kontaktadresse Avenue de Provence 14 in Lausanne. Ein Online-Konto setzt Wohnsitz in der Schweiz voraus und in der Praxis zusätzlich Aufenthalt im Gebiet des jeweiligen Hauses. Wer in Genf wohnt, wird bei Sporttip nicht zugelassen; wer in Zürich wohnt, nicht bei Jouez Sport. Diese Aufteilung ist keine Marotte, sondern der Preis dafür, dass es in der Schweiz überhaupt nur zwei Bewilligungen gibt, die jeweils an ein Gebiet gebunden sind.

Für die Registrierung bei Swisslos braucht es mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Swisslos-Vertragsgebiet; es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Wer sich hier anmeldet, gibt mehr preis als bei manch einem ausländischen Portal — und bekommt dafür etwas zurück, das dort fehlt.

Die geschlossene Liste: was überhaupt gewettet werden darf

In der Schweiz darf man auf Sportereignisse wetten und auf sonst nichts. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht erlaubt. Das zulässige Angebot ist eine geschlossene Liste — die Gespa veröffentlicht die zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten (Version 10.09.2026, gestützt auf Art. 25 BGS und Art. 29 VGS). Qualifikationsrunden erscheinen darin nur, wenn sie aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, und Ranglistenwetten nur, wenn die Rangierung über den Einzug in einen internationalen Wettbewerb oder aufs Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Die Liste führt keine Eckball- oder Kartenmärkte und keine Esport-Sektion; Esports tauchen darin schlicht nicht auf. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind gesperrt.

Wer diese Liste einmal gelesen hat, versteht, warum sie existiert: Sie begrenzt nicht die Spannung, sondern die Anzahl der Wege, auf denen ein Ereignis manipuliert werden könnte. Ein Markt auf die Anzahl der Eckbälle ist nicht an sich schlecht, aber er ist ein zusätzlicher Anreiz für jemanden mit Zugang zum Spielfeld. Live-Wetten sind übrigens erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter die entsprechende Entscheidung hat; das Geldspielgesetz kennt hier keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Und Cash-Out ist gesetzlich nicht geregelt — es ist eine Funktion jedes einzelnen Hauses und keine gesetzlich verbürgte Möglichkeit.

Dass die Grenzen nicht nur auf dem Papier stehen, zeigen die Zahlen der Aufsicht. Bei Testkäufen der Gespa im Jahr 2025 wurde an Verkaufsstellen in 200 Fällen einem Minderjährigen in 47,5 % der Fälle eine Sportwette verkauft. Wer die Schweizer Verkaufsstellen als strengen Schutzschild beschreibt, beschreibt eine Absicht, keine Praxis. Bei der Online-Teilnahme hingegen greift die Ausweiskontrolle lückenlos: Ein Konto pro Person mit geprüfter Identität, kein Zugang ohne Altersnachweis.

Was eine ausländische Bewilligung hier bedeutet und was eine Schweizer Bewilligung kostet

Eine ausländische Bewilligung — aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land — hat in der Schweiz keine Kraft. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist strafbar: bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrollen. Die Gespa veröffentlicht eine Sperrliste ausländischer Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren; die erste Liste stammt vom 3. September 2019, und Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Aufsicht nennt dafür Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste.

Für Auszahlungen ist die Regelung streng und angenehm zugleich. Auszahlungen erfolgen nur auf ein Zahlungskonto auf den Namen des Kontoinhabers; anonyme oder Krypto-Auszahlungen gibt es im bewilligten Schweizer Wettangebot nicht, und Kredite an Spielende sind nach Art. 75 Abs. 1 BGS verboten. Bei Swisslos kann Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto ausgezahlt werden; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 % anfallen, die Überweisung erfolgt innert 5 bis 10 Arbeitstagen, und Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar. Wer sein Guthaben in kleinen Raten abzieht, zahlt also unter Umständen für einen Vorgang, der bei einer einzigen Auszahlung nichts gekostet hätte. Bei Swisslos lässt sich das Spielkonto ausserdem mit PostFinance Pay aufladen, wobei die Transaktion direkt in der PostFinance App bestätigt wird.

Einen wichtigen Schutz gegen unerlaubte Anbieter gibt es übrigens nicht: Die Schweiz kennt keine Zahlungssperre gegen unerlaubte Wettanbieter. Banken und Kartensysteme blockieren solche Zahlungen nicht — wer das Gegenteil behauptet, hat die Sperrliste mit einem Zahlungsverbot verwechselt.

Der Steuerpunkt, der viel seltener greift als gedacht

Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommenssteuerfrei; der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 und lag 2025 bei CHF 1’070’400. Der kantonale Freibetrag weicht davon ab — je nach Kanton also, nicht mit einer einzigen Zahl. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 % Verrechnungssteuer ab, die über die Deklaration in der Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Wettender liegt weit darunter: keine Einkommenssteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf dem Einsatz kennt die Schweiz nicht — wer eine behauptet, erfindet sie. Bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als voll steuerbares Einkommen. Für die eigene Situation hilft nur der Gang zur kantonalen Steuerverwaltung oder zu einer Steuerberatung.

Werbeeinschränkungen und Gratisspielguthaben

Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein in der Schweiz nicht erlaubtes Geldspiel ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Gratisspiele oder Gratisguthaben brauchen die vorherige Zustimmung der Gespa; 2025 erteilte sie 24 Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos. Beträge und Bedingungen ergeben sich ausschliesslich aus den Bedingungen des jeweiligen Veranstalters — wer wissen will, was eine Gratiswette wert ist, liest dort und nicht in der Anzeige. Eine zeitliche Beschränkung der Werbung nach Tageszeit kennt das Gesetz nicht.

Verantwortungsvoll wetten: Limiten, Sperren und der Wert einer Pause

Verlustlimiten sind eine Pflicht, die der Wettende selbst ausfüllt

Die Schweiz setzt keine staatliche Einzahlungsdeckelung, und das ist keine Lücke, sondern eine bewusste Konstruktion: Limiten werden von den Spielenden selbst gesetzt. Der Veranstalter muss einen oder mehrere Höchstwerte für tägliche, wöchentliche oder monatliche Einsätze oder Verluste verlangen. Vor der ersten Sporttip-Teilnahme müssen Spielende Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.

Drei Limiten, und keine davon wirkt rückwirkend nach oben: Wer seine 30-Tage-Verlustlimite nach zwei schlechten Wochen senkt, merkt sofort, dass es hilft. Wer sie nach einem guten Lauf erhöhen will, wartet drei Tage — genug Zeit, um den Impuls zu bemerken, bevor er ihm folgt. Das Gesetz verlangt im Übrigen eine Erhöhung erst nach 24 Stunden; die beiden Schweizer Veranstalter wenden in ihren Bedingungen 72 Stunden an. Der Unterschied ist die zusätzliche Nacht, in der die Entscheidung noch offen bleibt.

Spielsperre: die Grenze, die auch für Casinos gilt

Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein. Eine freiwillige Sperre lässt sich frühestens nach drei Monaten aufheben, und eine Fachstelle ist daran beteiligt; eine selbst gewählte Pause von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.

Diese Registerwirkung ist der stärkste Spielerschutzmechanismus des Schweizer Systems und der Grund, warum die Selbstsperre mehr ist als eine Einstellung im Konto. Wer sich sperrt, sperrt sich für das Schweizer Glücksspiel insgesamt — und nimmt sich damit gleichzeitig die Möglichkeit, im Ausland ein Konto zu eröffnen, nicht weg. Die Sperre gilt dort nicht; das ist keine Kritik am Register, sondern eine Tatsache, die man kennen sollte, wenn man sich auf sie verlässt.

Bei Testkäufen an Verkaufsstellen wurde einem Minderjährigen im Jahr 2025 in 47,5 % der geprüften Fälle eine Sportwette verkauft. Der Schutz, der über ein gut gesetztes Limit läuft, ist im Online-Konto verlässlicher als an einem Schalter.

Warum kein Tipp gewiss ist und was daraus folgt

Die Dreiweg-Wette deckt alle Ergebnisse eines Spiels ab. Das heisst nicht, dass irgendeines davon feststeht. Eine gut begründete Prognose ist eine Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten, keine Kenntnis des Ausgangs, und die Quote drückt aus, wie der Veranstalter dieselben Wahrscheinlichkeiten einschätzt — inklusive seines eigenen Anteils. Wer denkt, eine Wette sei «fast sicher», hat die Marge nicht mitgerechnet und die Varianz nicht erlebt.

Praktisch heisst das: Beträge, deren Verlust den Monat verändert, gehören nicht auf einen Wettschein, und Pausen sind Werkzeuge und keine Schwäche. Wer merkt, dass er weitermacht, um eine Verlustserie zurückzuholen, ist genau in dem Muster, für das die Limiten und das Sperrregister gebaut wurden.

Die zehn Plattformen im Einzelnen

Swisslos mit Sporttip: die Bewilligung, die ein halbes Land abdeckt

Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Für Fussballwetten ist das eine der beiden Bewilligungen, die es in der Schweiz überhaupt gibt — und die einzige, die auch das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein einschliesst.

Wer hier einsteigt, merkt schnell, dass Preis und Auswahl zwei Gesichter desselben Hauses sind. Der Mindesteinsatz liegt bei CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette bei CHF 1’000, für eine Systemwette bei CHF 10’000 — ein Privatkonto wird die Obergrenze kaum je berühren, und wer es doch tut, arbeitet mit Summen, die ein einzelnes Sportergebnis zum Klumpenrisiko machen. Der Kombiboost gilt ausschliesslich online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit Quoten von je mindestens 1.50; der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 % bei vier, 20 % bei sieben, 40 % bei zehn und 100 % bei fünfzehn solchen Voraussagen, wobei Einsatz und Gewinnerhöhung limitiert sind. Ein Boost von 100 % klingt grosszügig, bis man die Bedingung liest: fünfzehn Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 sind mehr als eine Meinung, sie sind ein Wochenendprogramm, und die Wahrscheinlichkeit, dass eine davon schiefgeht, wächst mit jeder Zeile. Quotenboosts wiederum gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine einzige Voraussage, Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz, beide sind pro Wettenden einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-Out verfällt der Boost. Wer «Quote boosted» liest, sollte die Zusatzbedingung mitlesen, denn Marge und Bedingung sind beide Teil des Preises: Die Boosts sind vor allem ein Werkzeug, um die einfachen Einzelwetten dorthin zu lenken, wo das Haus die Kombinationen schätzt.

Bei Cash-Out gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten die Möglichkeit, vor Spielbeginn und live auszusteigen — aber nur bei Online-Wetten, und ausschliesslich als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht. Wer halb aussteigen will, kann es hier nicht. Und Livewetten haben ihre eigene Tücke: Die Wette gilt unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird; Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00, und in spielentscheidenden Situationen wie Elfmeter, roter Karte oder Videoschiedsrichter-Entscheid kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Ein Live-Tipp auf ein Tor, der zwei Sekunden zu spät abgeschickt wird, ist keine Wette mehr, sondern eine Rückzahlung. Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung lassen sich ausserdem nur über die Bet-Builder-Funktion kombinieren; nimmt Swisslos eine solche Kombination irrtümlich ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten.

Das Urteil über Sporttip hängt damit an einer Besonderheit, die kein ausländisches Haus bieten kann: Die Verlustlimiten, die Selbstsperre mit Registerwirkung und die Identitätsprüfung sind hier keine Kulisse, sondern Teil der Bewilligung, und die Auszahlung läuft auf ein Konto, das auf den eigenen Namen lautet. Wer sein Wetterlebnis vor allem in geordnete Bahnen bringen will, findet hier die strengsten Regeln des Landes und ein Preisniveau, das sich sehen lassen kann.

Loterie Romande mit Jouez Sport: dasselbe Recht, andere Zahlen

Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Als Kontaktadresse nennt sie Avenue de Provence 14 in Lausanne, und sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz sowie 221 Mitarbeitende. Für Spielende aus diesen sechs Kantonen ist Jouez Sport die zweite und einzige Alternative zu Sporttip — eine Alternative, die Sporttip umgekehrt für sie nicht ist.

Die Einsatzstruktur ist die Stelle, an der ein Westschweizer innehalten sollte. Der Mindesteinsatz online beträgt CHF 2, in Verkaufsstellen CHF 3, für Multiples CHF 2; der Höchsteinsatz für Einzel- und Kombiwetten liegt bei CHF 500, und ein Wettschein mit Multiples darf insgesamt höchstens CHF 7’500 Einsatz enthalten. Die Obergrenze von CHF 500 pro Einzel- oder Kombiwette ist die Hälfte dessen, was Sporttip zulässt, und das ist der eigentliche Unterschied zwischen den beiden Häusern, nicht der Buchstabe auf der Bewilligung. Bei den Gewinnen zeigt sich die Gegenbewegung: Der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette beträgt CHF 300’000, für alle Gewinne eines Multiples zusammen CHF 1’000’000. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen, und die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen — die untere Grenze von 1.10 schliesst ein Bündel von Quoten aus, das zusammengerechnet kaum mehr als der Einsatz ist.

Für einen Westschweizer, der mit kleinen Beträgen spielt, ist der Mindesteinsatz von CHF 2 online kaum hinderlich; für einen, der eine einzelne gut begründete Position in verdoppelter Höhe setzen will, wird die Grenze von CHF 500 früher spürbar als bei Sporttip. Wer beides will — grosszügigen Höchsteinsatz und westliches Servicegebiet — hat keine Wahl, und das ist die Folge einer Struktur, die auf zwei Häuser ausgelegt ist.

Boomerang Bet: eine Marke ohne Schweizer Bewilligung, und was das praktisch heisst

Boomerang Bet hat keine Schweizer Bewilligung. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten anbieten; die ausserhalb der Schweiz angeführte Bewilligung ist nicht etabliert und hat nach Art. 4 BGS hierzulande keine Kraft. Das ist für sich genommen keine Aussage über die Qualität eines Produkts, sondern eine Aussage über den Rechtsweg: Wer dort ein Konto eröffnet, ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, hat keinen schweizerischen Instanzenzug, und die Domain kann auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und für Schweizer Anschlüsse unerreichbar werden.

Wer diese Marke trotzdem prüft, sollte genau eine Frage voranstellen: Was passiert mit meinem Guthaben, wenn die Domain für Schweizer Anschlüsse gesperrt wird? Die Antwort steht in den allgemeinen Bedingungen des Anbieters — und sie ist der Punkt, an dem sich die Rechtslage von einer Fussnote in ein praktisches Problem verwandelt.

BetLabel: die Bewilligung, die nirgends steht

BetLabel hat keine Schweizer Bewilligung, und eine belastbare Angabe zu einer ausländischen Bewilligung ist nicht etabliert; was sich finden lässt, entfaltet nach Art. 4 BGS in der Schweiz keine Wirkung. Diese Formulierung ist bewusst nüchtern: Sie unterscheidet zwischen dem, was ein Brand behaupten mag, und dem, was ein Schweizer Aufsichtsrahmen anerkennt.

Ein Kapitel, das bei solchen Marken regelmässig unterschätzt wird, ist die Steuerfolge. Gewinne aus einem Schweizer Grossspiel sind bis zum Freibetrag steuerfrei; bei ausländischen Anbietern fällt keine Verrechnungssteuer an, dafür behandelt die kantonale Steuerpraxis etwa im Thurgau solche Gewinne unabhängig von der Höhe als steuerbares Einkommen. Der scheinbare Vorteil wird damit an anderer Stelle zu einem Papierkram, den die kantonale Steuererklärung nicht vergisst.

BDMBet: wenn die Domain selbst das Produktproblem ist

BDMBet führt keine Schweizer Bewilligung; nur die beiden bewilligten Veranstalter dürfen hier Sportwetten anbieten, und eine ausserhalb der Schweiz ausgestellte Erlaubnis bindet die Schweizer Behörden nicht. Keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, und die Möglichkeit einer DNS-Sperre gehören zu dieser Feststellung dazu.

Das Sperrsystem arbeitet schnell: Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt, und Ende 2025 umfasste die Sperrliste 671 Adressen. Für einen Anbieter ohne Bewilligung ist die Domain damit kein stabiler Vertriebsweg, sondern eine Ressource mit Ablaufdatum. Wer dort spielt, spielt auf dieser Grundlage — ob er es weiss oder nicht, ändert daran nichts.

Betify: was ein Konto ohne Schweizer Aufsicht nicht schuldet

Betify hat keine Schweizer Bewilligung. Die Bewilligungen, die in der Schweiz zählen, sind die beiden Grossspiel-Bewilligungen von Swisslos und der Loterie Romande; alles andere beruft sich auf einen Rahmen, der nach Art. 4 BGS nur in seinem eigenen Land gilt.

Praktisch heisst das: Die Pflichten, die ein Schweizer Veranstalter trifft — Registrierung nur mit geprüfter Identität, Verlustlimiten vor der ersten Teilnahme, das schweizweite Sperrregister — bestehen hier nicht als Pflicht. Ob ein Anbieter freiwillig ähnliche Instrumente anbietet, steht in seinen eigenen Bedingungen. Das ist der Kern der Unterscheidung: nicht ein Versprechen gegen ein anderes, sondern die Frage, wie viele dieser Regeln für den Anbieter verbindlich sind.

Gamdom: Reichweite wächst nicht in die Aufsicht hinein

Gamdom ist keine der beiden Plattformen mit Schweizer Bewilligung. Keine Schweizer Bewilligung bedeutet hier konkret: keine Bindung an das Sperrregister, kein schweizerischer Rechtsweg für Streitigkeiten, und ein Domain, die auf die Sperrliste gesetzt werden kann. Das Veranstalten von Sportwetten ohne Bewilligung ist nach Art. 130 BGS strafbar — bis zu drei Jahren Freiheitstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahren. Der Spielende wird nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden.

Wer diese Zeilen liest, hat sie schon im Kopf — der Punkt ist nicht, sie zu wiederholen, sondern sie auf das eigene Konto zu beziehen: Die Summe, die dort liegt, hängt an keiner Schweizer Stelle.

Roobet: die schnelle Registrierung und ihr Preis

Roobet hat keine Schweizer Bewilligung und ist damit keine Option innerhalb des Schweizer Rechtsrahmens. Eine Registrierung ohne die Ausweisprüfung, die Swisslos verlangt, hat einen offensichtlichen Vorteil und einen weniger offensichtlichen Nachteil: Wo keine Identitätsprüfung stattfindet, findet auch keine Verknüpfung mit dem schweizweiten Sperrregister statt. Wer sich bei Swisslos sperrt, sperrt sich für das Schweizer Glücksspiel — aber nicht für ein Konto bei einem ausländischen Anbieter.

Das ist der Punkt, an dem die Selbstsperre als Schutzinstrument an ihre Grenze stösst, und es ist zugleich der einzige Grund, aus dem ein Vergleich dieser Marken mit den bewilligten Häusern überhaupt sinnvoll ist. Es geht nicht um Geschmack. Es geht darum, welche Regeln für wen verbindlich sind.

BC Game: ein Vergleich, der sich nur über Preise führen lässt

BC Game gehört zur Gruppe der Marken ohne Schweizer Bewilligung. Die Schweizer Bewilligungen gelten nur in der Schweiz und nur für die beiden Veranstalter; ein ausländisches Papier trägt hier nichts, und die Gespa kann die Domain über die Sperrliste der Schweizer Telekom-Anbieter blockieren.

Damit bleibt als Vergleichsmassstab nur das, was auf beiden Seiten messbar ist: Preis und Bedingungen. Und dort gewinnt kein ausländisches Haus automatisch, weil die Marge in jeder Quote steckt und ein Bonus, der zurückgewettet werden muss, kein Geschenk ist. Wer die Marge kennt, liest Werbung anders.

Unibet: der prominente Name, der nichts an der Bewilligungslage ändert

Unibet hat keine Schweizer Bewilligung; die Marke gehört zu den ausländischen Domains, die auf der Sperrliste der Gespa stehen können. Die Gespa nennt in diesem Zusammenhang unter anderem Interwetten und Bet-at-Home und führt bet365 auf der Liste — die Blockade trifft also auch Namen mit Bekanntheitsgrad, und sie wird innerhalb von Stunden nachgezogen, wenn ein Anbieter die Domain wechselt.

Bekanntheit ist kein Rechtsstatus. Wer hier spielt, tut es ohne Anbindung an das Schweizer Sperrregister, ohne schweizerischen Rechtsweg und mit der steuerlichen Behandlung, die der eigene Kanton für Gewinne aus ausländischen Grossspielen vorsieht. Der Vergleich mit den beiden bewilligten Häusern fällt damit nicht über die Produktqualität, sondern über die Frage, was ein Konto im Ernstfall wert ist.

Welcher Weg zu wem passt

Die Auswahl zwischen den verschiedenen Wettmöglichkeiten ist oft schmaler, als sie auf den ersten Blick aussieht. In der Schweiz gibt es für Fussballwetten genau zwei bewilligte Wege, und welcher davon offen ist, entscheidet der Wohnkanton: das Swisslos-Vertragsgebiet für Sporttip, die sechs Westschweizer Kantone für Jouez Sport. Wer im Tessin oder in Liechtenstein wohnt, hat ohnehin nur eine Adresse; wer in Freiburg oder Genf wohnt, die andere. Diese Aufteilung ist keine Empfehlung, sondern eine Zulassungsgrenze, und kein noch so gutes Angebot ausserhalb dieser beiden Häuser ändert etwas daran.

Innerhalb dieser Grenze lohnt sich die Frage nach dem Einsatzmuster mehr als die nach dem Bonus. Wer kleine Beträge regelmässig auf Einzelwetten setzt, findet bei Sporttip einen Mindesteinsatz von CHF 1, einen Höchsteinsatz von CHF 1’000 und einen Kombiboost, der erst ab vier Voraussagen mit Quoten von je mindestens 1.50 anläuft — er wird ihn also nur nutzen, wenn er ohnehin so spielt. Bei Jouez Sport beginnt der Online-Mindesteinsatz bei CHF 2, der Höchsteinsatz liegt bei CHF 500, und der Höchstgewinn pro Einzel- oder Kombiwette bei CHF 300’000. Wer gelegentlich eine grössere Position halten will, findet bei Sporttip die höhere Grenze; wer mit kleinen Beträgen arbeitet, merkt den Unterschied im Alltag kaum.

Wer dagegen vor allem Halt sucht — ein Konto, das nicht in eine Sackgasse führt, eine Auszahlung auf ein Konto auf den eigenen Namen, eine Sperre, die auch für Casinos wirkt — hat mit den beiden bewilligten Häusern einen Vorsprung, den ein ausländischer Anbieter strukturell nicht aufholen kann. Die Auszahlung auf ein Konto des Kontoinhabers, das Verbot von Krediten an Spielende und das Sperrregister sind keine Werbeargumente, sondern Konstruktionsmerkmale des Schweizer Systems.

Und die Marge bleibt überall dieselbe stille Grösse. Ob der Tipp auf eine Dreiweg-Wette, eine Doppelte Chance oder eine Kombination mit fünfzehn Voraussagen fällt — der Anteil, den der Veranstalter einbehält, ist in jeder Quote schon eingepreist. Wer das weiss, hört auf, nach dem «besten Tipp» zu suchen, und fängt an, nach dem besten Preis zu lesen. Das ist der einzige Hebel, der auf Dauer in der Hand des Wettenden liegt.

Häufige Fragen zur 1×2-Wette

Worum geht es bei der Bezeichnung 1×2 im Kern?

«1×2» ist die Kurzschrift für die drei möglichen Ergebnisse einer Fussballpartie: Heimsieg, Unentschieden und Auswärtssieg. Der Wettschein kennt deshalb genau drei Felder, und der Wettende wählt eines davon. Alle drei zusammen decken das gesamte Resultat ab — ein viertes Ergebnis gibt es bei dieser Marktart nicht.

Weshalb erscheinen auf dem Wettschein die Zeichen 1, X und 2?

Die Zeichen sind Konvention aus der Frühzeit der Sportwetten. «1» bezeichnet den Sieg der Heimmannschaft, «2» den Sieg der Auswärtsmannschaft, und «X» steht für das Unentschieden. In manchen Scheinen wird statt «X» auch «0» verwendet. Beide Schreibweisen meinen dasselbe und gehören zu keiner Rangfolge der Ergebnisse.

Wie unterscheidet sich die Dreiweg-Wette von der Doppelten Chance?

Die Doppelte Chance fasst zwei Ergebnisse auf einem Schein zusammen, etwa Heimsieg oder Unentschieden. Weil damit zwei der drei möglichen Ausgänge abgedeckt sind, fällt die Quote zwangsläufig tiefer aus als bei einer Einzelwette auf einen dieser Ausgänge. Der Wettende tauscht einen Teil des möglichen Gewinns gegen den Verzicht auf ein Risiko.

Zählt bei einer Dreiweg-Wette die Verlängerung oder nur die reguläre Spielzeit?

Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit; Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. In einem Pokalspiel entscheidet damit der Stand nach neunzig Minuten — auch wenn danach noch zwei weitere Tore fallen. Vor dem Abschluss gehört der Blick ins Wettprogramm dazu.

Wie wird der Gewinn aus Einsatz und Quote berechnet?

Bei Sporttip ergibt sich der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus Einsatz mal der Gesamtquote, die das Produkt der Einzelquoten ist. Das Ergebnis wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei CHF 100 Einsatz und Quote 2.10 liegt der Gewinnbetrag nach der Rundung bei CHF 210 oder knapp darunter.

Welche Anbieter dürfen in der Schweiz 1×2-Wetten anbieten?

In der Schweiz dürfen nur zwei Veranstalter Sportwetten anbieten: Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit Jouez Sport. Beide halten eine Bewilligung für ein Grossspiel unter der Aufsicht der Gespa und bedienen jeweils ihr eigenes Gebiet. Das zulässige Angebot ist zudem auf die Liste der zugelassenen Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten beschränkt.

Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»