Tennis ist der ehrlichste Markt im Schweizer Wettprogramm — teuer bleibt er trotzdem
Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben der besprochenen Veranstalter wurden gegen die Gespa-Liste der erlaubten Wettarten und die Veranstalterbewilligungen nach Geldspielgesetz abgeglichen.

Wer in der Schweiz auf Tennis wetten will, hat keine Anbieterwahl im üblichen Sinn. Er hat eine Wahl zwischen zwei Veranstaltern, die beide eine Bewilligung des Geldspielgesetzes tragen, und einer Handvoll ausländischer Marken, die hier gar keine haben. Alles Weitere — Quoten, Limiten, Cash-out, Auszahlung — hängt an dieser einen Tatsache.
Genau deshalb ist Tennis ein gutes Testfeld für die Frage, was Wetten kosten. Es gibt keinen Unentschieden-Ausgang, der die Rechnung verwässert, keine Mannschaftsaufstellung, die eine Quote über Nacht umwirft, und mit Quotenschlüssel und Marge zwei Grössen, die sich beim besten Willen nicht schönreden lassen. Was hier steht, ist keine Werbung für ein Produkt. Es ist eine Rechnung.
Prognose und Strategie: der teuerste Teil ist der, den niemand verlangt
Warum Tennisprognosen unsicher bleiben — und was das für den Einsatz bedeutet
Eine Prognose im Tennis entsteht aus vier Zutaten: der Form eines Spielers, dem Belag, direkten Duellen und den Statistikwerten der Tour. Wer diese vier zusammenlegt, bekommt eine Einschätzung. Er bekommt keine Gewissheit, und er bekommt vor allem keinen Vorteil gegenüber der Quote, die genau dieselben vier Zutaten längst eingepreist hat.

Das ist der Punkt, an dem die meisten Ratgeber aufhören. Sie erklären, wie man eine Prognose baut, und lassen offen, was sie wert ist. Eine Prognose ist aber nur dann etwas wert, wenn sie von der Meinung des Marktes abweicht. Weicht sie nicht ab, setzt der Wettende auf einen Preis, dessen Marge schon gegen ihn arbeitet. Er hat dann nicht gewettet, weil er etwas weiss, sondern weil er etwas fühlt.
Der Belag ist dabei die Grösse, die am häufigsten überschätzt wird. Sand, Hartplatz, Rasen und die diversen Kunstoffbeläge verändern die Ballwechsel so stark, dass ein Spieler auf Sand ein anderer ist als auf Rasen — und ebenso verändert sich die Quote. Der Vorteil, den ein Belagswechsel für einen Spieler bringt, ist in der Quote meist schon verschwunden, bevor der Wettende ihn bemerkt. Was bleibt, ist der Teil, den er besser weiss als der Markt. Bei einem Grand-Slam-Turnier ist dieser Teil klein.
Form ist die zweite Falle. Ein Spieler, der fünf Matches in Folge gewonnen hat, sieht stark aus. Er ist auch müde. Wer Form als Serie liest statt als Belastungsverlauf, zahlt für einen Satz frischer Beine einen Aufpreis, den der Markt nicht verlangt hätte.
Was eine Wette in der Praxis kostet, wenn die Prognose steht
Nehmen wir an, das Studium von Form, Belag, direkten Duellen und Statistik führt zu einer ehrlichen Einschätzung: 60 Prozent für Spieler A. Die Quote wäre dann bei fairem Preis 1.67. Steht am Wettschein aber 1.55, gibt der Markt demselben Ausgang nur noch rund 64.5 Prozent. Wer trotzdem setzt, hat den Unterschied zwischen seiner Einschätzung und der des Buchmachers gegen sich eingetauscht — und dieser Unterschied ist auf Dauer grösser als jede Statistik, die man zu seiner Begründung heranzieht.
Das ist keine Schwarzmalerei, sondern die Struktur des Geschäfts. Der Quotenschlüssel eines Marktes sagt, welchen Anteil aller Einsätze dieser Markt zurückzahlt. Die Marge ist der Rest. Beide Zahlen stehen auf jeder Seite dieses Themas im Hintergrund, auch wenn sie nirgendwo gedruckt sind.
Wer sich mit Tennisprognosen beschäftigt, sollte sich deshalb eine Regel setzen, die nichts mit Sport zu tun hat: nie auf einen Ausgang setzen, für den man keine eigene Einschätzung hat, und niemals die eigene Einschätzung nachträglich an die Quote anpassen. Das ist die einzige Disziplin, die im Tennis wirklich Geld spart. Und Wetten sind kein Einkommen. Ein Spieler, der diesen Satz für eine Floskel hält, hat noch nicht gerechnet.
Bei Sporttip gibt es übrigens einen kleinen mechanischen Kostenfaktor, den man kennen sollte, bevor man über Strategie redet: Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote — bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten — und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf fünf Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 1.90 sind das mathematisch CHF 1.90, auf dem Wettschein CHF 1.90, und bei krummen Beträgen verliert der Wettende die Bruchteile. Klein, aber es ist die einzige Stelle, an der ein Schweizer Veranstalter offen sichtbar rundet. Und gerundet wird immer zu seinen Gunsten.
Die Reihenfolge, in der eine Tenniswette entsteht
Der praktische Ablauf ist unspektakulärer, als Ratgebertexte glauben machen. Zuerst steht die Frage, ob man überhaupt ein Konto haben darf: Ein Online-Konto bei einem bewilligten Schweizer Veranstalter setzt Wohnsitz im Vertragsgebiet voraus. Danach kommen die Verlustlimiten, die man vor der ersten Wette setzen muss. Erst dann wird gesetzt.
Wer diese Reihenfolge umdreht — erst Konto, dann Einsatz, dann irgendwann die Limite — merkt beim ersten Mal, dass die eigenen Grenzen bereits festgelegt sind, wenn die erste Wette angenommen wird. Die Limite ist keine Bremse, die man nachträglich einbaut. Sie ist die Startbedingung.
Wettarten und Quoten: wo die Marge sitzt und wie viel sie frisst
Matchsieger, Satz, Handicap, Kombination — die vier Grundformen
Die Wettformen im Tennis sind übersichtlich. Der Matchsieger ist die einfachste: ein Ausgang, zwei Möglichkeiten. Die Satzwette zerlegt dasselbe Match in kleinere Teile, was die Quote hebt und die Einschätzung erschwert, weil ein einzelner Satz mehr vom Aufschlagglück abhängt als ein ganzes Match. Handicap-Wetten verschieben das Ergebnis um Sätze oder Spiele und geben dem Aussenseiter einen Vorsprung, der die Quote wieder in Richtung 2.00 drückt. Die Kombination schliesslich verbindet mehrere Voraussagen zu einem Preis.
Die Kombination verdient einen eigenen Satz, weil sie das Kostenbild am stärksten verschiebt. Die Gesamtquote ist das Produkt der Einzelquoten, und die Marge des Veranstalters multipliziert sich mit. Aus zwei Märkten mit je fünf Prozent Marge wird kein Markt mit fünf Prozent, sondern einer mit spürbar mehr. Wer Kombiwetten als Steigerung des Gewinns verkauft, verkauft in Wahrheit eine Steigerung des Vorteils für den Buchmacher. Der mögliche Gewinn wächst schneller in der Erzählung als in der Wahrscheinlichkeit.
Bei Sporttip gibt es für Kombinationen zusätzlich einen Kombiboost, der nur online für Prematch-, Live- und Systemwetten gilt und mindestens vier Voraussagen mit je einer Quote von mindestens 1.50 verlangt. Der Bonus auf den Nettogewinn beträgt 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert. Das ist ein Mechanismus, der den Anreiz zur Kombination verstärkt — und damit genau die Wettform belohnt, bei der sich die Marge am stärksten summiert. Wer ihn nutzt, sollte wissen, dass er eine Prämie für ein höheres Hausrisiko bekommt, nicht für eine bessere Prognose.
Was eine Quote von 1.90 wirklich zusagt
Man kann die Marge eines Marktes beziffern, ohne eine einzige echte Quote zu zitieren. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 rechnet sich so: 1 geteilt durch 1.90 ergibt rund 0.5263, zweimal genommen 1.0526. Der Kehrwert davon, also die Auszahlungsquote, liegt bei rund 95 Prozent. Die Marge beträgt damit rund 5 Prozent — sie ist das, was der Buchmacher von jedem auf diesen Markt gesetzten Franken behält, statistisch, über viele Wetten hinweg.
Ein Zahlenbeispiel macht daraus einen Alltag: Wer bei Quote 1.90 insgesamt CHF 1’000 auf solche Märkte setzt, dessen Einsätze tragen im Durchschnitt rund CHF 50 an Marge ab. Nicht als Gebühr auf einem Kontoauszug, sondern verteilt über Gewinne und Verluste, einer der Fälle, die man in keinem Buchungssatz wiederfindet. Das ist der Preis, den die Ausgeglichenheit dieses Beispielmarktes einfordert.
Die Bandbreite ist hier die eigentliche Botschaft. Bei einem ausgeglichenen Zwei-Weg-Markt mit Quoten um 1.90 liegt die Auszahlungsquote nahe bei 95 Prozent. Bei einem klar entschiedenen Markt, etwa einem Topspieler gegen einen Aussenseiter mit Quoten um 1.05 und 9.00, sinkt sie deutlich — dort steht der Favorit so kurz, dass die Summe der Kehrwerte weit über 1 steigt. Bei einem grossen Grand-Slam-Match mit vielen Kunden und engen Quoten kann sie höher liegen. Der Satz «rund 95 Prozent» gehört also immer zu seinem Markt und zu seinem Wettbewerb; wer ihn auf jede Tenniswette überträgt, hat die Bedingung vergessen. Und die Marge wächst, sobald der Veranstalter die Quote eines Ausgangs senkt: bei 1.85 zu 1.90 statt 1.90 zu 1.90 sind es schon rund 7 Prozent.
Genau hier sitzt der Grund, warum der lange Preis auf einen Aussenseiter selten der gute Deal ist, für den er gehalten wird. Ein Verhältnis von 9.00 hört sich nach viel an; nach Abzug des Schlüssels bleibt weniger übrig, als die Zahl verspricht.
Die vier Grand-Slam-Turniere und das Quotenniveau der Tour
Die Australian Open, die French Open, Wimbledon und die US Open werden vom Weltverband ITF veranstaltet und gehören nicht zur ATP Tour. Das ist kein Detail für Statistiker, sondern ein Kostenfaktor: Die vier Turniere ziehen das grösste Wettvolumen des Tennisjahres auf sich. Wo mehr Geld auf einen Markt fliesst, wird die Quote enger — das ist die eine Bewegung, die für den Wettenden spricht. Auf der anderen Seite deckt der Veranstalter bei diesen Turnieren mehr Märkte ab und nimmt sich bei den exotischen davon mehr heraus. Wer auf Satzergebnisse oder Spiele-Handicaps eines Zweitrundenmatches bei einem Grand Slam setzt, zahlt in der Regel mehr Marge als auf den Matchsieger desselben Matches.
Ausserhalb der vier grossen Turniere ist das Bild dünner. Die ATP Tour und die Wettbewerbe darunter füllen das Tennisjahr, aber ein kleineres Turnier in der zweiten Runde zieht weniger Einsätze an, und die Quote wird entsprechend vorsichtiger gestellt. Der Veranstalter trägt dort ein höheres eigenes Risiko und lässt es sich bezahlen.
Sport und Turniere: was im Schweizer Programm überhaupt erlaubt ist
Was in der Schweiz auf Tennis gewettet werden darf, ist keine Frage des Geschmacks, sondern eine Liste. Die Gespa führt die erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten in einer Fassung vom 10. September 2026. Das ist ein geschlossener Katalog: Qualifikationsrunden stehen nur darin, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind, Frauenwettbewerbe nur, wenn sie aufgeführt sind, Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über den Einstieg in einen internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet. Auf Trainingsläufe darf nie gewettet werden. Ecken- und Kartenmärkte fehlen in dieser Liste, und einen Esport-Abschnitt gibt es darin nicht.
Für den Tennisfreund heisst das: Die grossen Turniere und die regulären Wettbewerbe der Touren lassen sich abdecken, die Randerscheinungen nicht. Das ist eine Einschränkung, die man als Kostenfaktor lesen muss. Wer sich für einen speziellen Markt interessiert, muss zuerst prüfen, ob es ihn in der bewilligten Schweiz überhaupt gibt — nicht, welcher Veranstalter ihn am günstigsten anbietet.
Die Liste entscheidet auch über die Form der Wette. Bei Sporttip sind Wetten an Personen ab 18 Jahren offen, unter 18 Jahren ist die Teilnahme ausgeschlossen. Und wer selbst als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf auf dieses Ereignis nicht wetten — diese Regel trifft bei Tennisspielern in unteren Ligen real, nicht theoretisch.
Ein Punkt, der oft falsch dargestellt wird: Die reguläre Spielzeit umfasst bei Sporttip die reguläre Spieldauer plus Nachspielzeit, und Verlängerung oder Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm ausdrücklich darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Im Tennis ist die Entsprechung der Satz- und Matchgewinn — im Herrentennis wird bei Grand-Slam-Turnieren auf drei Gewinnsätze gespielt, und wer auf den Matchsieger setzt, setzt auf den, der zuerst zwei Sätze gewinnt.
Rangliste: die zwei bewilligten Veranstalter und acht Marken ohne Schweizer Bewilligung
Zehn Namen tauchen auf, wenn Schweizer nach Tenniswetten suchen. Zwei davon tragen eine Bewilligung nach Geldspielgesetz. Die anderen acht nicht. Die folgende Einordnung nennt für jede Marke, was den Status ausmacht.
| Marke | Bewilligungsstatus in der Schweiz | Veranstalterin bzw. berichtete Bewilligung |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS, Aufsicht Gespa | Société de la Loterie de la Suisse Romande |
| Funbet | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| Betify | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| 22Bet | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| Betscore | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| X3Bet | ohne Schweizer Bewilligung | Tobique (Kanada), berichtet von Drittquellen |
| Rabona | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| Playzilla | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
| AmunRa | ohne Schweizer Bewilligung | keine berichtete Bewilligung |
Warum die Spalte so einförmig aussieht, hat einen Grund, der nichts mit Nachlässigkeit zu tun hat: Für die acht ausländischen Marken existiert schlicht keine Schweizer Bewilligung, die man eintragen könnte. Und ein ausländischer Bewilligungsnachweis hat in der Schweiz keine Wirkung. Die Zeile «keine berichtete Bewilligung» ist deshalb kein Rechercheergebnis, sondern die Aussage, die das Gesetz vorgibt.
Ein zweiter Punkt gehört in dieselbe Einordnung: Die fehlende Bewilligung ist kein Vergehen des Spielers. Sie ist eine Tatsache über die Marke. Der Spieler wird nach schweizerischer Praxis nicht bestraft, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden — und ein fair-play-Schutz, den man einklagen könnte, existiert nicht.
Überblick: was Tennis als Wettsport ausmacht — und was das Angebot hier führt
Tennis ist der Sport, in dem die Rechnung am saubersten aufgeht. Ein Match hat zwei Ausgänge, es gibt keine Punkteteilung, und der einzelne Ballwechsel ist klein genug, dass die Statistik über ein Match korrekte Mittelwerte liefert. Das ist der Grund, warum Tennis weltweit einer der umsatzstärksten Wetttsportarten ist und warum die Quoten hier so eng stehen. Die Attraktivität ist gleichzeitig der Grund, warum die Marge in diesem Sport relativ klein ausfällt — relativ, nicht absolut, und klein heisst hier vier bis fünf Prozent, nicht null.
Der sechste Teil dieser Rechnung ist die Kasse des Veranstalters. Swisslos verteilte für das Geschäftsjahr 2025 einen Reingewinn von CHF 562 Mio.: CHF 506 Mio. gingen an die kantonalen Fonds, CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz für Swiss Olympic, Fussball, Eishockey und Sporthilfe. Aus den Sportwetten stammten CHF 109 Mio. nach CHF 122 Mio. im Vorjahr. Das ist der Teil des Geschäfts, der nicht in der Quote steht, sondern daneben: Was bei Sporttip als Sportwette gesetzt wird, das landet zu einem grossen Teil in kantonalen Fonds und Sportförderung. Wer bei einem ausländischen Anbieter setzt, unterstützt diesen Kreislauf nicht. Das ist kein moralisches Argument, sondern eine Verteilungsfrage — und sie hat einen Preis, den man nicht in Rappen ausdrücken kann.
Erlaubt sind Wetten auf Sportwettkämpfe, und nur auf solche. Wetten auf Wetter, Politik oder Fernsehsendungen sind nicht zulässig. Die bewilligte Schweiz ist hier ausdrücklich eng: Der Gesetzgeber hat den Katalog der Sportarten und Wettbewerbe nicht offen gelassen, sondern geschlossen geführt.
Was Tennisfreunde praktisch vorfinden, ist also ein Angebot ohne Bonusjagd. Gratisspielguthaben benötigen die vorherige Zustimmung der Gespa, und 2025 hat sie 24 solchen Zustimmungen an die Loterie Romande und 8 an Swisslos entsprochen. Der Grund für diese Zurückhaltung ist struktureller Natur: Ein Veranstalter mit einer bewilligunggebundenen, ortsansässigen Kundschaft hat wenig Gründe, sich Kunden mit fremdem Geld zu kaufen. Das klingt nach Verzicht. Es ist der Grund, warum ein Konto hier kein Willkommenspaket verlangt.
Verlustlimiten: das Pflichtfeld vor der ersten Wette
Der Spielerschutz in der Schweiz beruht auf einer ungewöhnlichen Idee: Der Staat gibt keine Obergrenze vor, sondern verlangt, dass der Veranstalter vom Spielenden eine verlangt. Bei Sporttip müssen Spielende vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage setzen. Die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wer diese Regelung als Bevormundung liest, hat die Mechanik nicht verstanden. Eine Erhöhung wirkt nicht sofort, und das ist die ganze Wirkung. In dem Moment, in dem ein Wettender nach drei verlorenen Matches seine 30-Tage-Limite verdoppeln will, gibt es dafür ein Fenster von 72 Stunden, in dem die Entscheidung von einem klareren Kopf getroffen werden kann. Der gesetzliche Rahmen kennt 24 Stunden; Swisslos und die Loterie Romande wenden in ihren eigenen Bedingungen 72 Stunden an. Die Differenz zwischen Statut und Praxis ist selbst eine Information: Der Veranstalter gibt dem Impuls mehr Zeit, zu verpuffen, als das Gesetz verlangt.
Der 1-Tages-Wert ist der praktisch wirksamste. Wer ihn tief setzt, hat an einem verlustreichen Tag eine harte Grenze, die nichts mit Disziplin zu tun hat. Wer ihn hoch setzt und die 30-Tage-Limite niedrig hält, merkt am Monatsende, was er tatsächlich getan hat. Wer auf einen der drei Werte verzichtet, darf das nicht — alle drei müssen gesetzt werden.
Eine Einzahlungslimite ist etwas anderes als eine Verlustlimite, und die Verwechslung ist ein bekannter Fehler. Die Verlustlimite begrenzt, was verloren gehen kann. Die Einzahlungslimite begrenzt, was überhaupt aufs Konto kommt. Wer eine Wette platziert, gibt sein Guthaben aus, nicht sein Bankkonto. Wer also glaubt, eine tiefe Einzahlungslimite schütze ihn vor einem schlechten Abend, schützt sich vor der Einzahlung und nicht vor der Wette.
Dazu kommen Sperren. Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos und im Fürstentum Liechtenstein. Das Sperrregister ist das schärfste Instrument des Schweizer Modells: Wer einmal drinsteht, kann nicht mit einem zweiten Konto bei einem anderen bewilligten Anbieter weitermachen. Freiwillige Sperren lassen sich erst nach drei Monaten aufheben, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbstgewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss angeboten werden.
Ein Punkt, der in der Diskussion gerne stark dargestellt wird: Die Kontrollen an den Verkaufsstellen sind nicht wasserdicht. Gespa-Testkäufe im Jahr 2025 ergaben, dass an Verkaufsstellen in 47.5 Prozent von 200 Fällen eine Sportwette an eine minderjährige Person verkauft wurde. Die Online-Schranke funktioniert also strenger als die Theke. Wer Kinder und Sportwetten im Kopf hat, sollte diese Zahl kennen, statt sich auf das eine oder das andere Bild zu verlassen.
Rechtslage: zwei Bewilligungen, ein geschlossener Katalog, keine dritte Option
Online-Sportwetten sind ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz (BGS, SR 935.51, in Kraft seit 1. Januar 2019, Art. 3 lit. c und e). Die Aufsicht führt die Gespa, die Interkantonale Geldspielaufsicht in Bern, auf Grundlage des Geldspielkonkordats, das seit dem 1. Januar 2021 in Kraft ist. Die Eidgenössische Spielbankenkommission ist dafür nicht zuständig, sie beaufsichtigt nur die Casinos. Für eine Bewilligung braucht es eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel, und sie gilt nach Art. 4 BGS nur in der Schweiz.

Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter von Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es sind Swisslos mit dem Produkt Sporttip und die Loterie Romande mit dem Produkt Jouez Sport. Swisslos ist in Basel domiziliert und veranstaltet gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; sein Vertragsgebiet umfasst die Kantone Aargau, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Bern, Basel-Landschaft, Basel-Stadt, Glarus, Graubünden, Luzern, Nidwalden, Obwalden, St. Gallen, Schaffhausen, Solothurn, Schwyz, Thurgau, Uri, Zug und Zürich sowie den Kanton Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende.
Weil es nur diese zwei gibt, existiert auch keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher. Die Gespa veröffentlicht lediglich die Sperrliste der ausländischen Domains, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019; Ende 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden laut Aufsicht innerhalb von Stunden ersetzt, ein Vorgang, den die Gespa als Domain-Hopping bezeichnet und bei dem sie Interwetten und Bet-at-Home nennt sowie bet365 als auf der Liste stehend. Was das für den Wettenden bedeutet, ist unspektakulär und unangenehm zugleich: Der Zugang zu einer gesperrten Adresse ist eine Frage von Stunden, die Zuverlässigkeit ist es nicht.
Ein Online-Konto setzt nach Art. 47 Abs. 3 VGS Wohnsitz in der Schweiz voraus, in der Praxis im Gebiet des jeweiligen Veranstalters. Bei Swisslos braucht es dafür mindestens 18 Jahre sowie Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet, es darf keine Spielsperre bestehen, und jede Person darf sich nur einmal registrieren. Die Daten werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adress-Datenbanken geprüft. Ein Konto pro Person mit verifizierter Identität ist gesetzlich vorgeschrieben.
Was den ausländischen Markt angeht, ist die Rechtslage eindeutig. Eine Bewilligung aus Curaçao, Malta, Deutschland oder einem anderen Land hat in der Schweiz keine Wirkung. Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung zu veranstalten ist eine Straftat — bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Für den Spieler bleibt es nach der Praxis des Bundesamts für Justiz straflos, aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden, und es gibt keinen Schutz und keine Fair-Play-Kontrolle. Ein ausländischer Anbieter nimmt ausserdem nicht am Schweizer Sperrregister teil, kennt also eine laufende Spielsperre nicht.
Ehrlich bleibt nur die Doppelaussage. Der ausländische Markt bedeutet: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und Gewinne sind nach kantonaler Praxis steuerbar. Der bewilligte Markt bedeutet: voller Schweizer Schutz, aber nur zwei Veranstalter, ein geschlossener Katalog von Sportarten und Märkten, eine Wohnsitzbedingung und eine Identitätsprüfung. Keine der beiden Seiten ist per se die sichere.
Werbung, Steuern und Auszahlung — drei Randbedingungen mit Kostenfolge
Werbung darf nicht aufdringlich oder irreführend sein und sich nicht an Minderjährige oder gesperrte Personen richten. Werbung für ein Geldspiel, das in der Schweiz nicht erlaubt ist, ist verboten und wird mit einer Busse von bis zu CHF 500’000 geahndet. Eine Sperrstunde für Werbung gibt es nicht. Das ist der Grund, warum diese Seite beschreibt und bewertet, aber niemanden zum Spielen auffordert.
Steuerlich ist die Lage für den typischen Wettenden entspannt und für den seltenen Grossgewinner nicht. Gewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn einkommensteuerfrei und erst darüber steuerbar. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000 (2025: CHF 1’070’400). Je nach Kanton gilt ein anderer Freibetrag. Oberhalb der Schwelle behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt wird. Ein typischer Tenniswetter gewinnt weit darunter: keine Einkommensteuer, keine Verrechnungssteuer. Eine Wettsteuer auf Einsätze gibt es in der Schweiz nicht. Gewinne bei ausländischen Anbietern unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, werden aber nach der kantonalen Praxis etwa des Kantons Thurgau als volles Einkommen behandelt, unabhängig von der Höhe. Wer das für sich klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Bei der Auszahlung gibt es eine Schranke, die in der Praxis mehr Wettende trifft als jede Steuerfrage: Gewinne und Guthaben werden nur auf ein Zahlungskonto lauten auf den Namen des Kontoinhabers ausbezahlt. Anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren im bewilligten Schweizer Wettgeschäft nicht, und eine Kreditgewährung an Spielende ist untersagt. Welche Zahlungsmarken ein Anbieter akzeptiert, steht in seinen eigenen Bedingungen. Ein Instrument gegen Zahlungen an unerlaubte Wettseiten gibt es in der Schweiz nicht — Banken und Kartennetzwerke blockieren solche Zahlungen nicht. Wer glaubt, sein Kartenaussteller schütze ihn, irrt.
Verantwortungsvolles Spielen: was eine Sperre wirklich bedeutet
Die Schweiz kennt keine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze. Das ist die wichtigste Einzelheit dieses Abschnitts, weil sie die Verantwortung dorthin verschiebt, wo die meisten Ratgeber sie nicht haben wollen: zum Spielenden selbst. Der Veranstalter muss von sich aus verlangen, dass Obergrenzen für Einsätze oder Verluste pro Tag, Woche oder Monat gesetzt werden. Was diese Obergrenze ist, entscheidet der Wettende, nicht das Gesetz.
Die Spielsperre ist ein Instrument mit Folgekosten. Wer sich sperrt, sperrt sich für die Dauer — bei einer befristeten Sperre gibt es keine Aufhebung vor Fristablauf. Bei einer unbefristeten Sperre steht der Name im schweizweiten Register und gilt für alle bewilligten Anbieter. Wer sich dort einträgt, verliert den Zugang zum gesamten bewilligten Markt, nicht nur zu einem Konto. Gesperrte oder minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne, die während der Sperre anfallen.
Diese Härte ist Absicht. Ein Sperrregister, das sich mit einem Anruf öffnen lässt, ist keines. Die Kehrseite ist genauso real: Weil ein ausländischer Anbieter am Register nicht teilnimmt, weiss er von einer laufenden Sperre nichts. Die Sperre schützt also genau das Angebot, das sie kennt — und das ist das bewilligte.
Für die eigene Praxis heisst das, das Konto zuerst und die Grenzen sofort zu setzen. Wer das nicht will, muss es trotzdem: Vor der ersten Wette sind die Limiten gesetzt, die Erhöhung wirkte ohnehin nicht sofort. Der Kalender, in dem der Schweizer Spielerschutz arbeitet, ist nicht der Kalender des Abends.
Livewetten und Cash-out: der Preis für die schnelle Entscheidung
Wie eine Livequote entsteht — und warum sie dem Ballwechsel folgt
Livewetten ändern die Quote mit jedem Spielverlauf. Das ist keine technische Feinheit, sondern der Kern des Angebots: Der Markt wird enger, je länger das Match dauert, weil immer weniger Ausgänge möglich sind. Wer im dritten Satz auf einen Spieler setzt, der zwei Sätze zurückliegt, kauft eine Quote, die es vor dem Match nicht gab — und er kauft sie nicht, weil der Markt ihn belohnt, sondern weil der Ausgang sich verengt hat. Der Preis für diese Gelegenheit ist, dass der Wettende auf den Verlauf reagiert.
Bei Sporttip gilt eine Livewette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten. Im Tennis sind das die Situationen, in denen es schnell geht: ein Break, ein Tie-Break, ein Punkt, der über den Satz entscheidet. Wer live setzt, muss damit rechnen, dass seine Wette im entscheidenden Moment die Quote 1.00 erhält und der Einsatz unverändert zurückkommt. Ein Gewinn bleibt aus.
Das ist ein echtes Risiko, und es ist in der Regel nicht Null. Es ist ein Teil des Preises, den Livewetten kosten.
Der Veranstalter legt ausserdem fest, bis wann eine Wette angenommen wird. Der Kunde hat darauf keinen Einfluss. Was als «Livewette» beworben wird, ist also ein Zugang zu einem Zeitfenster, dessen Grenzen der andere setzt — und das Fenster schliesst in der Sekunde des physischen Ergebnisses, nicht in der Sekunde des Server-Eingangs.
Cash-out: was der Ausstieg kostet
Cash-out bei Sporttip gibt es für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten, vor Spielbeginn und live, aber nur bei Online-Wetten und nur als vollständiges Cash-out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-out lässt sich nicht rückgängig machen, und eine Garantie für jeden Markt besteht nicht.
Der Betrag, den Sporttip für ein Cash-out anbietet, ist tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn. Er hängt vom Stand des Sportereignisses ab und kann von Swisslos jederzeit geändert werden. Swisslos muss Cash-out nicht für alle Wetten anbieten.
Diese drei Sätze sind der ganze Cash-out. Der Wert, den ein Cash-out anbietet, ist nicht der mögliche Gewinn, sondern der Barwert einer Wette, deren Ausgang noch offen ist — und der Buchmacher setzt ihn fest. Ein Wettender, der eine Wette mit möglichen CHF 300 Gewinn vorzeitig für CHF 150 schliesst, hat die Chance auf 300 gegen 150 getauscht, und der Preis dieses Tauschs wurde von der Gegenseite bestimmt. Das kann sinnvoll sein: Wer eine Position schliessen will, weil er sich das Match nicht mehr ansehen kann, kauft sich Ruhe. Es ist aber kein Werkzeug zum Gewinnen, sondern eines zur Begrenzung eines offenen Risikos.
Die vollständige Auszahlung ist ein weiteres Sicherheitsventil. Wer live auf einen Favoriten setzt und mitten im Match aussteigen will, kann nicht die Hälfte seiner Position liquidieren. Alles oder nichts.
Ohne Garantie bleibt auch das Grundmuster: Der Cash-out ist ein Produkt des Veranstalters, kein Recht des Wettenden. Wer ihn einplant, plant mit einem Betrag, den der andere schätzt.
Die Grenzen des Live-Angebots in der bewilligten Schweiz
Livewetten sind in der Schweiz grundsätzlich erlaubt, vor dem Match und live, soweit der Veranstalter eine Entscheidung dafür hat. Das BGS kennt keine gesetzliche Beschränkung auf bestimmte Live-Märkte. Was fehlt, ist die dritte Zutat, die ausländische Anbieter bewerben: Ein Live-Cash-out und eine Live-Übertragung sind kein Bestandteil des Schweizer Angebots im Sinne einer Zusage.
Und ein Punkt, den man beim Wettangebot von Sporttip beachten sollte: Voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung werden nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Im Tennis trifft das zum Beispiel die Kombination aus Satzsieger und Matchsieger desselben Spiels. Wer sie ohne die Funktion baut, baut sie auf Irrtum — und der Rückerstattungspfad kostet ihn den ganzen Gewinn, nicht nur einen Teil.
Die zehn Marken im Einzelnen
Swisslos Sporttip: das Angebot eines bewilligten Veranstalters mit den schärfsten Limiten
Swisslos ist die SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft mit Sitz in Basel. Sie trägt eine Veranstalterbewilligung und eine Spielbewilligung nach BGS unter Aufsicht der Gespa und ist eine der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in ihrem Gebiet offen — den 19 deutschschweizerischen Kantonen, dem Tessin und dem Fürstentum Liechtenstein. Wer in Genf wohnt, kommt hier nicht hinein; das ist keine Härte des Anbieters, sondern die Gebietslogik des Gesetzes.
Der Mindesteinsatz bei Sporttip beträgt für Einzel- und Kombinationswetten CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000 und für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, und eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Diese Zahl ist der wichtigste Kostenhebel im ganzen Schweizer Tennisangebot. Bei einem Mindesteinsatz von CHF 1 ist eine Wette auf ein ATP-Match in der zweiten Runde kein finanzielles Projekt, und der Betrag deckt genau den Fall ab, für den der Freizeitwetter sein Konto führt. Der Höchsteinsatz von CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette ist die andere Seite: Der Spieler, der seine Meinung stark findet, kann sie bei Sporttip nicht in einen grossen Einsatz übersetzen. Ob das ein Nachteil ist, hängt davon ab, was man sucht. Für jemanden, der sein Verhältnis zu Wetten offenhalten will, ist es der eingebaute Vorteil des bewilligten Angebots.
Dazu kommen die Preisbausteine für Kombinationen. Der Kombiboost gilt nur online und verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens 1.50 Quote; Bonus 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn, 100 Prozent bei fünfzehn. Die Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage, die Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettenden nur einmal nutzbar, in Einsatz und Erhöhung limitiert, und bei einem Cash-out verfällt der Boost. Wer den Boost nimmt und dann aussteigt, verliert ihn — diese Kopplung sollte man kennen, bevor man sich an den höheren Nettogewinn gewöhnt.
Swisslos hat 2025 aus Sportwetten CHF 109 Mio. an Reingewinn erzielt und davon CHF 506 Mio. in die kantonalen Fonds und CHF 56 Mio. an die Stiftung Sportförderung Schweiz geleitet. Der Betrag aus den Sportwetten ist gegenüber CHF 122 Mio. im Vorjahr gesunken.
Das Modell ist damit klar: ein begrenztes, kontrolliertes, gemeinnützig gebundenes Angebot mit tiefen Einsätzen und harten Grenzen nach oben. Wer ein grosses Budget in eine Tenniswette stecken will, wird hier nicht fündig.
Loterie Romande Jouez Sport: dasselbe Spiel in sechs Kantonen
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie trägt dieselbe Bewilligungsart — Veranstalterbewilligung und Spielbewilligung nach BGS unter Aufsicht der Gespa — und ist die zweite der beiden Veranstalterinnen, die das interkantonale Recht zulässt. Ein Online-Konto ist nur für Personen mit Wohnsitz in diesem Gebiet offen.
Der Vertrieb ist der auffälligste Unterschied zu Swisslos. Die Loterie Romande zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende. Das ist ein Präsenznetz, das es in der Deutschschweiz in dieser Dichte nicht gibt, und es prägt die Kultur des Spiels: Wetten werden hier stärker an der Theke abgeschlossen als am Bildschirm. Wer den schnellen Online-Zugang sucht, wird das weniger schätzen. Wer eine Anlaufstelle in der Nähe haben will, mehr.
Das Verhältnis zwischen den beiden Veranstaltern ist in dieser Liste kein Wettbewerb um Marktanteile. Sie treffen sich nicht an derselben Kundschaft, weil ihre Gebiete sich nicht überschneiden. Wer in Freiburg wohnt, hat Jouez Sport, wer in Zürich wohnt, Sporttip. Die Vergleichsfrage «welcher ist besser» stellt sich für einen einzelnen Spieler gar nicht: Er hat einen, nicht zwei.
Funbet: keine Schweizer Bewilligung
Funbet trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten. Eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen, und selbst wenn eine bestünde, hätte sie in der Schweiz nach Art. 4 BGS keine Wirkung.
Für den Spieler heisst das konkret: kein Zugang zum Schweizer Sperrregister, keine Schweizer Rechtsschutzmöglichkeit, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden, die Schweizer Telekommunikationsanbieter per DNS blockieren. Wer sich für ein Konto entscheidet, sollte in den eigenen Bedingungen prüfen, nach welchem Recht Zahlungen, Streitigkeiten und Guthaben abgewickelt werden — bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ist diese Frage nicht formal, sondern entscheidend. Wer sich für Funbet interessiert, findet dort ein ausländisches Wettangebot zu ausländischen Bedingungen. Die Schweizer Bewilligung fehlt.
Betify: keine Schweizer Bewilligung
Betify trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen, und eine ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Wirkung. Der Anbieter nimmt nicht am Schweizer Sperrregister teil, und Schweizer Rechtsschutz steht dem Spieler nicht zur Verfügung. Die Domain kann auf die Gespa-Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Was für einen Wettenden bei einem Anbieter dieser Gruppe zählt, ist nicht die Zahlungsart auf der Startseite, sondern die Frage, wohin er sich wendet, wenn eine Auszahlung blockiert oder ein Konto geschlossen wird. Diese Antwort kennt nur der Anbieter selbst. Wer sich dafür interessiert, liest seine Bedingungen. Ohne Schweizer Bewilligung fehlt der Schweizer Weg.
22Bet: keine Schweizer Bewilligung
22Bet trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht, und eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen. Eine solche hätte in der Schweiz ohnehin keine Wirkung. Der Anbieter ist nicht an das Schweizer Sperrregister angeschlossen, und Schweizer Rechtsschutz besteht nicht. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Bei einem Anbieter mit breitem internationalem Programm ist die Verlockung gross, das Wettangebot über Tennis hinaus als Vorteil zu lesen. Für einen Schweizer Spieler ist das eine Kostenfrage, keine Angebotsfrage: Er gewinnt Märkte, die der bewilligte Markt nicht führt, und bezahlt mit allem, was die Schweizer Bewilligung mitbringt — Sperrregister, Rechtsschutz, gemeinnützige Verwendung des Reingewinns. Beide Spalten der Rechnung sind real.
Betscore: keine Schweizer Bewilligung
Betscore trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Nur Swisslos und die Loterie Romande dürfen hier Sportwetten veranstalten. Eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen, und die ausländische Bewilligung hätte in der Schweiz keine Geltung.
Der Spieler riskiert hier also weniger einen Verstoss gegen eine Regel, die gegen ihn gerichtet wäre — er wird nach der Praxis des Bundesamts für Justiz nicht bestraft —, als vielmehr, dass Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen die Veranstalterin eingezogen werden können. Wer auf einem Konto bei Betscore eine offene Position hält, hält sie in einem Rechtsraum ohne Schweizer Rückgriff.
X3Bet: keine Schweizer Bewilligung, berichtete Bewilligung aus Kanada
X3Bet trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Als einzige Marke dieser Gruppe ist für X3Bet eine ausländische Bewilligung berichtet, und zwar von Drittquellen: Tobique in Kanada. Diese Bewilligung hat in der Schweiz keine Wirkung nach Art. 4 BGS.
Dass überhaupt eine Zuständigkeit benannt wird, ändert die Lage des Spielers nicht. Ein kanadischer Regulator beaufsichtigt ein kanadisches Geschäft; für ein Konto aus der Schweiz ist er nicht zuständig. Dieselben Folgen wie bei den übrigen Marken ohne Schweizer Bewilligung gelten hier: kein Anschluss an das Sperrregister, kein Schweizer Rechtsschutz, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden. Die berichtete Herkunft der Aufsicht ist keine Schweizer Aufsicht. Wer den Unterschied zweier Aufsichtsräume in einem Satz zusammenfasst: Der eine greift für ihn, der andere nicht.
Rabona: keine Schweizer Bewilligung
Rabona trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen. Der Anbieter nimmt nicht am Schweizer Sperrregister teil, Schweizer Rechtsschutz steht nicht zur Verfügung, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Ein Konto bei einem solchen Anbieter ist kein Schweizer Konto mit einem anderen Logo. Es ist ein Vertragsverhältnis nach fremdem Recht. Wer das nutzen will, sollte wenigstens wissen, wo sein Geld liegt und wer es im Streitfall freigibt. Diese Antwort steht nur in den Bedingungen des Anbieters.
Playzilla: keine Schweizer Bewilligung
Playzilla trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Nur die beiden bewilligten Schweizer Veranstalter dürfen Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Bewilligung hätte hier keine Wirkung. Ein Anschluss an das Schweizer Sperrregister besteht nicht, ebenso wenig Schweizer Rechtsschutz. Die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt werden.
Wer bei einer Marke dieser Gruppe setzt, verlässt den Bereich der Schweizer Fair-Play-Kontrolle. Das ist eine Entscheidung, die man treffen kann. Sie ist aber nicht dieselbe Entscheidung, die man bei einem bewilligten Veranstalter trifft, und sie sollte nicht so aussehen.
AmunRa: keine Schweizer Bewilligung
AmunRa trägt keine Bewilligung nach Schweizer Recht. Eine berichtete ausländische Bewilligung ist nicht ausgewiesen, und sie hätte in der Schweiz keine Geltung. Der Anbieter ist nicht am Schweizer Sperrregister beteiligt, Schweizer Rechtsschutz besteht nicht, und die Domain kann auf die Sperrliste gesetzt und per DNS blockiert werden.
Was für einen Spieler übrig bleibt, wenn die Bewilligung fehlt, ist der eigene Blick auf die Bedingungen: das Zahlungsverfahren, die Fristen für Auszahlungen, die Regeln bei Streit über einen Ausgang. Diese Punkte liest man bei einem ausländischen Anbieter nicht, weil man sie lesen möchte, sondern weil niemand sonst sie für einen prüft.
Häufige Fragen zu Tenniswetten in der Schweiz
Auf welche Tennisturniere darf in der Schweiz online gewettet werden?
Nur auf Wettbewerbe, die in der Gespa-Liste der erlaubten Sportarten, Wettbewerbe und Wettarten stehen. Die vier Grand-Slam-Turniere und die regulären Turniere der Touren lassen sich abdecken. Qualifikationsrunden und Frauenwettbewerbe nur, wenn sie ausdrücklich aufgeführt sind. Esport steht nicht darin.
Wie funktionieren Livewetten im Tennis, und was bedeutet Cash-out?
Die Quote ändert sich mit jedem Spielverlauf, die Wette gilt unabhängig von einer Übertragung. Bei Sporttip zählt eine nach dem tatsächlichen Ausgang platzierte Wette mit Quote 1.00, in spielentscheidenden Momenten kann Swisslos ebenso werten. Cash-out gibt es nur online, nur vollständig, und der Betrag liegt tiefer als der mögliche Gewinn.
Was bedeutet ein Match-Tie-Break anstelle des dritten Satzes für Wetten auf Satz und Match?
Ein Match-Tie-Break ersetzt häufig den dritten Satz und wird bis 10 Punkte mit zwei Punkten Vorsprung gespielt, alternativ bis 7 Punkte. Für Satzwetten ist er der Satz selbst: Wer auf den dritten Satz setzt, setzt auf diesen Kurzsatz. Für Matchwetten ändert er nichts daran, dass zwei Gewinnsätze entscheiden.
Wie hängen Quote, Marge und implizierte Wahrscheinlichkeit bei Tennisquoten zusammen?
Der Kehrwert der Quote ist die implizierte Wahrscheinlichkeit. Ein Markt mit zwei Ausgängen zu je 1.90 ergibt zusammen rund 1.0526, also eine Auszahlungsquote von rund 95 Prozent und eine Marge von rund 5 Prozent. Fallen die Quoten enger aus, steigt die Marge; die Bandbreite hängt von Markt und Wettbewerb ab.
Welche Verlustlimiten gelten vor der ersten Wette, und wie lange dauert es, bis eine Erhöhung wirkt?
Vor der ersten Teilnahme müssen bei Sporttip Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage gesetzt werden; die Oberlimite liegt bei CHF 9’999, für Personen unter 21 Jahren bei CHF 1’000. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Rechtlich verlangt der Rahmen bei einer Erhöhung 24 Stunden.
Tennis – eishockeytipps.com
Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
