Einzelwetten-Strategie für die Schweiz: wo die Quote herkommt und was sie kostet
Stand: 29. Oktober 2026. Die Bewilligungsangaben wurden gegen die öffentlich einsehbaren Angaben der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa und die veröffentlichten Spielregeln der beiden bewilligten Veranstalter geprüft.

Wer in der Schweiz eine Einzelwette platzieren will, wählt nicht zwischen zehn Buchmachern. Er wählt zwischen zwei Veranstaltern, einem beschränkten Sportprogramm und einer Handvoll Regeln, die ihm niemand abnimmt. Genau darin liegt die Strategie: nicht im Tipp, sondern in der Frage, welcher Weg zu welchem Spieler passt — der Weg mit Schweizer Bewilligung oder der Weg daneben, auf dem keine Schweizer Bewilligung steht.
Was eine Einzelwette von Kombi- und Systemwette unterscheidet
Eine Einzelwette ist die kleinste Einheit des Wettens: ein Ereignis, eine Voraussage, eine Quote. Alles andere in diesem Geschäft ist daraus gebaut. Wer die Einzelwette versteht, versteht auch, warum eine Kombination scheitert, und wer sie nicht versteht, hält eine hohe Quote für ein Versprechen.
Ein Ereignis, eine Voraussage, eine Quote
Der Schweizer Markt kennt drei Bauformen, und sie unterscheiden sich nicht in der Höhe des Einsatzes, sondern in der Zahl der Bedingungen, die gleichzeitig eintreten müssen. Die Einzelwette verlangt eine. Die Kombiwette verlangt zwischen zwei und zehn Voraussagen, alle in einer Wette. Die Systemwette verlangt eine bestimmte Anzahl Treffer aus einer grösseren Auswahl, und bei Swisslos liegt ihr Höchsteinsatz bei CHF 10’000, während für Einzel- und Kombinationswetten bei CHF 1’000 Schluss ist.
Der Unterschied ist nicht nur mathematisch, sondern psychologisch. Eine Kombination aus fünf Spielen mit je Quote 2.00 zahlt das Zweiunddreissigfache — und scheitert, sobald ein einziges Spiel anders ausgeht. Die Einzelwette zahlt das Zweifache und lebt oder stirbt allein mit dieser einen Begegnung. Wer sich über eine Serie von Wetten hinweg halten will, hat bei der Einzelwette den kleineren Ausschlag, aber die ehrlichere Rückmeldung: Er sieht nach jeder Wette, ob seine Einschätzung gestimmt hat.
Warum die Quote nicht nur eine Zahl ist
Eine Quote ist der Preis, zu dem ein Veranstalter eine Wahrscheinlichkeit verkauft. Sie sagt nicht, wie wahrscheinlich etwas ist; sie sagt, wie viel er dir zahlt, wenn es eintritt. Zwischen beiden Grössen liegt seine Marge, und die ist der eigentliche Gegner jeder Strategie.
Nimm ein illustratives Zwei-Weg-Ereignis mit je Quote 1.90 auf beide Seiten. Die Auszahlungsquote dieses Marktes beträgt 1 ÷ (1 ÷ 1.90 + 1 ÷ 1.90), also rund 95 Prozent; die Marge des Veranstalters liegt damit bei etwa 5 Prozent. Das ist der Betrag, den der Markt pro gesetztem Franken einbehält, bevor überhaupt ein Ergebnis feststeht. In der Praxis, mit lebenden Quoten und mehreren Ausgängen, liegt diese Grösse typischerweise zwischen 4 und 8 Prozent — je nach Markt, je nach Sportart und je nachdem, wie schmal das Wettprogramm ist. Eine Drei-Weg-Wette auf ein Fussballspiel trägt mehr Marge als ein Zwei-Weg-Markt, ein Nischenmarkt mehr als ein Hauptspiel. Bei jedem einzelnen Tipp ist der Unterschied klein. Über hundert Wetten ist er die Differenz zwischen einem ausgeglichenen Konto und einem leeren.
Genau hier setzt die einzige Rechnung an, die ein Spieler wirklich braucht: Wer den Auszahlungsanteil eines Marktes nicht kennt, kann seine eigene Trefferquote nicht bewerten. Sechzig Prozent richtige Einzelwetten klingt nach Können — bei einer durchschnittlichen Quote nahe 1.90 reicht es nicht.
Die vier Zwei-Weg-Beispiele und was sie zahlten
Nicht jede Quote lässt sich prüfen, und nicht jede Zahl gehört auf eine Seite. Bei Swisslos und Jouez Sport sind die Quoten des laufenden Programms nicht öffentlich archiviert, und ein Beispiel, das niemand nachschlagen kann, ist kein Beispiel, sondern eine Behauptung. Der eingangs gerechnete Zwei-Weg-Markt zu 1.90/1.90 bleibt deshalb ausdrücklich eine Illustration der Mechanik, kein Zitat eines realen Angebots.
Was sich prüfen lässt, ist der Weg vom Einsatz zum Gewinn. Bei Sporttip wird der Gewinnbetrag aus Einsatz mal Quote gebildet — bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten —, zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. Wer CHF 20 auf eine Quote von 1.90 setzt, rechnet mit CHF 38.00 als Rückzahlung. Ob die Abrundung auf 5 Rappen in der Praxis je spürbar wird, hängt vom Einzelfall ab; die Regelung ist im Programm der beiden Veranstalter angelegt und nicht verhandelbar.
| Bauform | Bedingungen | Was sie zurückzahlt | Höchsteinsatz bei Sporttip |
|---|---|---|---|
| Einzelwette | 1 Voraussage | Einsatz × Quote | CHF 1’000 |
| Kombiwette | 2 bis 10 Voraussagen | Einsatz × Produkt der Quoten | CHF 1’000 |
| Systemwette | mehrere Treffer aus grösserer Auswahl | Einsatz × jeweilige Kombination | CHF 10’000 |
Die Spalte mit dem Höchsteinsatz ist die einzige, die für beide Schweizer Anbieter vergleichbar wäre — und sie ist es nicht, weil Jouez Sport sein Kapital anders begrenzt: nicht über den Einsatz pro Wette, sondern über den Höchstgewinn. CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette, CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Für einen Spieler mit CHF 50 Einsatz macht das keinen Unterschied. Für einen, der eine Serie hoch einsetzt, verschiebt es die Grenze von der Eingangsseite auf die Ausgangsseite. Die eine Begrenzung stoppt dich vor der Wette, die andere danach — und nur eine von beiden kannst du umgehen, indem du auf mehrere Wetten aufteilst.
Die bewilligten Anbieter und was sie unterscheiden
Der Schweizer Markt ist nicht reguliert worden, um Vielfalt zu schaffen. Er ist auf zwei Veranstalter begrenzt, und wer die beiden vergleicht, vergleicht zwei Kantonsgebiete, nicht zwei Firmen.
{{anchor-statist}} Ein Blick auf das Schweizer Angebot
Die kantonalen Veranstalter haben sich das Geschäft geteilt, nicht geteilt bekommen. Swisslos mit Produkt Sporttip bedient die deutschsprachigen Kantone und dazu Tessin und das Fürstentum Liechtenstein; Loterie Romande mit Jouez Sport bedient die sechs Westschweizer Kantone. Beide müssen vor der ersten Teilnahme Verlustlimiten setzen, und beide dürfen nur Personen mit Wohnsitz in ihrem Gebiet ein Online-Konto eröffnen. Das ist keine Formalität: Ein Umzug von Zürich in die Waadt ist der einzige Weg, den Veranstalter zu wechseln, ohne den Steuerkanton zu wechseln.
| Anbieter | Bewilligung nach BGS | Veranstalter |
|---|---|---|
| Swisslos Sporttip | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | SWISSLOS Interkantonale Landeslotterie Genossenschaft, Basel |
| Loterie Romande Jouez Sport | Veranstalter- und Spielbewilligung für ein Grossspiel, Aufsicht Gespa | Loterie Romande, Lausanne |
Was die Tabelle nicht leistet: Sie sagt nichts darüber, welcher der beiden ein besseres Programm hat. Beide arbeiten unter demselben Gesetz, demselben Aufsichtsorgan und derselben Liste zugelassener Sportarten; was sie unterscheidet, sind ihre Quoten, ihr Bonusprogramm und ihre Limitenpolitik. Das ist die eigentliche Vergleichsfläche, und sie ist schmal.
Ein Konto, ein Einzugsgebiet, eine Identität
Wer sich bei Swisslos online registriert, muss mindestens 18 Jahre alt sein, Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Vertragsgebiet haben, darf nicht gesperrt sein — und darf sich genau einmal anmelden. Die Angaben werden aus dem hochgeladenen Ausweis ausgelesen und gegen Adressdatenbanken geprüft.
Das klingt nach Aufwand, und es ist einer. Es ist aber auch der Grund, warum ein Gewinn in der Schweiz nicht an einer Identitätsfrage scheitert. Wer heute bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung ein Konto mit selbst gewählten Angaben führt, hat dort keine Kette, die bis zu einer Person zurückführt — und damit im Streitfall auch keine Stelle, die für ihn zuständig wäre.
Was die Einzugsgebiete für die Auswahl bedeuten
Die Gebietsaufteilung hat eine praktische Folge, die in keinem Vergleich der Quoten auftaucht: In Genf gibt es kein Sporttip-Konto, in St. Gallen keines für Jouez Sport. Wer in Freiburg im Üechtland wohnt, hat einen Anbieter zur Auswahl — und der ist nicht Teil einer Rangliste, sondern der einzige bewilligte.
Für einen Spieler in einem Grenzkanton heisst das: Die Frage ist nicht, ob er zum anderen Veranstalter wechseln sollte, sondern ob er beim erreichbaren bleibt. Der Wechsel wäre ein Umzug.
Die Rechtslage: was in der Schweiz erlaubt ist und was nicht
Das ist der Abschnitt, den manche Wettseiten weglassen. Er entscheidet aber, welche der Wege in diesem Vergleich überhaupt zur Wahl stehen.

{{anchor-rechtsla}} Bewilligung, Aufsicht und die geschlossene Liste
Online-Sportwetten sind in der Schweiz ein Grossspiel nach dem Geldspielgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft getreten ist, und sie werden von der Gespa in Bern beaufsichtigt — nicht von der ESBK, die nur für Casinos zuständig ist. Eine Bewilligung braucht immer zwei Teile: eine Veranstalterbewilligung und eine Bewilligung pro Spiel. Sie gilt nur in der Schweiz.
Die Kantone haben die Zahl der Veranstalter für Lotterien und Sportwetten auf zwei begrenzt. Es gibt deshalb keine Liste weiterer bewilligter Buchmacher, sondern nur die Sperrliste, die die Gespa mit blockierten ausländischen Domains veröffentlicht.
Dazu kommt eine geschlossene Liste des Erlaubten: Die Gespa führt die zugelassenen Sportarten, Wettkämpfe und Wettarten. Qualifikationsrunden nur, wenn sie aufgeführt sind; Frauenwettkämpfe nur, wenn sie aufgeführt sind; Ranglistenwetten nur, wenn die Rangliste über die Teilnahme an einem internationalen Wettbewerb oder über das Podest entscheidet; niemals Wetten auf Trainingsläufe. Die Liste enthält keine Corner- oder Kartenmärkte und keinen Esport-Abschnitt. Ereignisse, an denen überwiegend Minderjährige teilnehmen, sind ausgeschlossen. Livewetten sind erlaubt, vor dem Spiel und während des Spiels, sofern der Veranstalter eine entsprechende Entscheidung hat; das Gesetz beschränkt sie nicht auf bestimmte Live-Märkte.
Für den Strategen bedeutet das eine Grenze, die keine Disziplin verschieben kann: Ein Markt, der nicht auf der Liste steht, existiert im bewilligten Schweizer Angebot nicht — egal wie gut die Einschätzung wäre.
Limiten, die der Spieler selbst setzt
Die Schweiz hat keine staatlich festgelegte Einzahlungsobergrenze. Was es gibt, ist eine Pflicht des Veranstalters, vom Spielenden Höchstwerte für Einsätze oder Verluste zu verlangen — täglich, wöchentlich oder monatlich. Bei Swisslos heisst das konkret: Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, mit einer Oberlimite von CHF 9’999, unter 21 Jahren CHF 1’000. Eine Senkung wirkt sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden. Zusätzlich ist eine freiwillige Einzahlungslimite für jeweils 30 Tage möglich.
Wer diese Zahlen für grosszügig hält, hat recht — und genau deshalb ist die tiefere eigene Limite die eigentliche Entscheidung. CHF 9’999 sind eine Obergrenze des Veranstalters, keine Empfehlung.
Sperren, Register und was ein Verstoss kostet
Bei Swisslos lässt sich der Zugang produktbezogen für 1 bis 180 Tage selbst sperren, ohne Aufhebung vor Fristablauf. Eine unbefristete Spielsperre wird in einem schweizweiten Register eingetragen und gilt auch für Casinos einschliesslich Online-Casinos sowie im Fürstentum Liechtenstein.
Das Schweizer Recht kennt zwei Stränge: die Sperre von überschuldeten oder spielsüchtigen Personen und die Selbstsperre, beide im gemeinsamen Register erfasst. Eine freiwillige Sperre kann nach Ablauf frühestens nach drei Monaten aufgehoben werden, und dabei ist eine Fachstelle beteiligt. Ein selbst gewählter Unterbruch von bis zu sechs Monaten muss vom Veranstalter angeboten werden. Gesperrte und minderjährige Personen haben keinen Anspruch auf Einsätze oder Gewinne.
Organisieren von Sportwetten ohne Schweizer Bewilligung ist eine Straftat: bis zu drei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe, bei gewerbsmässigem Betrieb bis zu fünf Jahre. Der Spieler wird nicht bestraft — aber Einsätze und Gewinne können in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, und es gibt weder Schutz noch Fairplay-Kontrolle.
Was das für Einzelwetten bedeutet
Für den einzelnen Tipp ändert das Gesetz nichts. Für den Rahmen ändert es alles. Ein Spieler, der im bewilligten Schweizer Angebot bleibt, tippt auf eine geschlossene Auswahl von Sportarten und Wettarten, in einem Konto, das auf seinen Namen geprüft ist, unter einer Limite, die er selbst gesenkt haben kann. Er verzahlt dafür Vielfalt: keine Corner-Wetten, kein Esport, keine exotischen Märkte.
Diese Handelsbilanz ist der Kern des Schweizer Markts, und sie wird in keiner Quotentabelle sichtbar.
Verantwortungsvoll wetten: warum eine Strategie kein Einkommen ist
Der ehrlichste Satz über Einzelwetten-Strategie lautet nicht, dass sie funktioniert. Er lautet, dass sie die Verlustkurve flacher macht.
Der Freibetrag und das, was trotzdem gilt
Wettgewinne aus bewilligten Schweizer Grossspielen sind bis zum Steuerfreibetrag pro Einzelgewinn steuerfrei und nur darüber steuerpflichtig. Der Bundesfreibetrag liegt ab dem 1. Januar 2026 bei CHF 1’071’000, 2025 waren es CHF 1’070’400. Die kantonale Schwelle weicht davon ab — je nach Kanton. Oberhalb des Freibetrags behält der Veranstalter 35 Prozent Verrechnungssteuer ein, die über die Steuererklärung zurückgeholt werden kann.
Für jeden realistischen Wetter liegt der Gewinn also unterhalb der Schwelle, und die Steuer spielt keine Rolle. Wer aber ausländische Anbieter nutzt, sollte wissen: Deren Gewinne unterliegen nicht der Verrechnungssteuer, und die kantonale Praxis etwa im Thurgau behandelt Gewinne aus ausländischen Grossspielen unabhängig von der Höhe als volles steuerbares Einkommen. Eine Schweizer Wettsteuer auf Einsätze gibt es nicht. Wer seine Situation klären will, fragt einen Steuerberater oder die kantonale Steuerverwaltung.
Warum Disziplin die einzige Variable ist, die du kontrollierst
Form, Statistik und Quote sind Einschätzungen — du liegst richtig oder falsch, und du weisst es erst hinterher. Die Einsatzhöhe ist die einzige Grösse in diesem Geschäft, die vollständig dir gehört. Deshalb ist die Frage nicht «Wie hoch kann ich setzen?», sondern «Wie hoch darf ich setzen, ohne dass ein Verlust meine nächste Entscheidung verändert?».
Der praktische Rahmen dafür ist unspektakulär. Feste Einsatzhöhe pro Einzelwette, ausgedrückt als Anteil eines Betrags, den du verlieren kannst, ohne deinen Alltag zu ändern. Verlustlimite im Konto, bewusst tiefer gesetzt als die Obergrenze des Veranstalters. Und Pausen, die nicht belohnt werden — wer nach fünf verlorenen Wetten die Einsätze erhöht, hat keine Strategie, sondern eine Wette auf einen Münzwurf mit steigendem Einsatz.
Der Bonus, der erst durch Einsätze zu Geld wird
Sporttip bietet einen Kombiboost: Er gilt nur online, für Prematch-, Live- und Systemwetten, und verlangt mindestens vier Voraussagen mit einer Quote von je mindestens 1.50. Auf den Nettogewinn gibt es 5 Prozent bei vier, 20 Prozent bei sieben, 40 Prozent bei zehn und 100 Prozent bei fünfzehn solchen Voraussagen; Einsatz und Gewinnerhöhung sind limitiert.
Das Wort «Boost» klingt nach geschenktem Geld. Es ist eine Erhöhung des Nettogewinns, also der Summe, die nach einer ohnehin schweren Kombination übrig bleibt — und die Bedingung, dass mindestens vier Voraussagen je 1.50 erreichen, ist eine Hürde, keine Formalität. Wer für den Boost eine fünfte Voraussage anhängt, die er sonst nicht gespielt hätte, bezahlt die Erhöhung mit einem zusätzlichen Ausfallrisiko. Bei einem Boost, der bei einem Cash-Out verfällt, gilt derselbe Vorbehalt.
Quotenboosts gelten nur online für Prematch-Einzelwetten auf eine Voraussage; Profitboosts erhöhen den möglichen Nettogewinn eines definierten Sportereignisses um einen angegebenen Prozentsatz. Beide sind pro Wettendem nur einmal nutzbar und in Einsatz und Erhöhung limitiert. Ein Boost ist damit ein einzelner Anlass, keine Strategie.
Gratisspielguthaben aus Promotionen ist nicht auszahlbar — bei Swisslos eine Bedingung, die vor der Nutzung gelesen werden sollte.
Spielguthaben, Auszahlung und die 3 Prozent
Ein Einzelwettenkonto lebt nicht nur von Einsätzen. Das Swisslos-Wallet lässt sich per Online-Zahlungsmöglichkeit oder Einzahlungsschein kaufen, Mindestbetrag CHF 20; in 30 Tagen sind höchstens CHF 10’000 möglich, und ein Kauf ist nur möglich, solange das Guthaben CHF 9’999 nicht übersteigt. PostFinance Pay steht als Zahlungsart zur Verfügung, die Transaktion wird direkt in der PostFinance App bestätigt.
Auszahlungen sind zweimal pro 365 Tage gratis, auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden, die Überweisung dauert 5 bis 10 Arbeitstage. Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung schreibt Swisslos automatisch dem Wallet gut; darüber wird innert 3 Arbeitstagen auf das Konto überwiesen.
Für einen Gelegenheitsspieler ist das unproblematisch. Für jemanden, der jede Woche kleine Beträge auszahlt, sind 3 Prozent auf die Auszahlung eine Gebühr, die in keiner Quote steht.
Wie viel Wettbetrieb verträgt ein Konto
Wer über Einzelwetten nachdenkt, tut gut daran, vorher eine Zahl festzulegen, die nicht mehr Einsätze pro Woche zulässt. Das ist keine Moralpredigt, sondern Arithmetik: Die Marge wirkt pro Wette, also wächst der Abstand zwischen Einsatz und Rückfluss mit der Zahl der Wetten. Zehn Wetten zu CHF 20 mit fünf Prozent Marge bedeuten im Durchschnitt zehn Franken, die unabhängig vom Ergebnis beim Veranstalter bleiben. Hundert Wetten mit derselben Struktur kosten im Erwartungswert hundert Franken. Feste Einsatzhöhen und ein Limit für die Zahl der Wetten pro Woche sind der einzige Hebel, der auf diese Grösse wirkt.
Vorhersagen und Strategie: wie aus Form, Statistik und Quote eine Einschätzung wird
Ein Tipp ist kein Wissen. Er ist eine Wahrscheinlichkeitseinschätzung, die man vor dem Anpfiff aufschreiben und danach überprüfen kann. Wer das ernst nimmt, hört auf, sich an Ergebnissen zu messen, und fängt an, sich an Einschätzungen zu messen.
{{anchor-grundlag}} Form, Statistik, Quote — und die Reihenfolge
Die Reihenfolge ist entscheidend, weil sie die Fehlerquelle verschiebt. Wer mit der Quote beginnt, sucht Argumente für einen Preis, den er schon kennt. Wer mit der Form beginnt, baut ein Bild und vergleicht es danach mit dem Preis.

Form heisst: die letzten Auftritte einer Mannschaft oder eines Athleten, unter Berücksichtigung von Gegnerstärke, Ort, Ruhetagen und Ausfällen. Statistik heisst: längerfristige Muster — Heimbilanz, Tore pro Spiel, Verhalten in bestimmten Wettbewerbsphasen. Beides ist nur so gut wie die Frage, die man daran stellt. «Wie viele Spiele hat die Mannschaft gewonnen?» beantwortet nichts. «Wie hat sie gegen Gegner dieses Niveaus gespielt, wenn sie auswärts antrat?» ist eine Frage, die eine Quote tragen kann.
Die Quote kommt zuletzt, und zwar als Vergleich: Ist der Preis höher, als meine Einschätzung vermuten lässt? Wenn nein, spielt man nicht. Das ist die ganze Disziplin, und sie besteht aus Nichtstun.
Was ein Value-Bet ist — und was er nicht ist
Eine Value-Wette liegt vor, wenn die Quote über der Wahrscheinlichkeit steht, die man selbst für das Ereignis annimmt. Das ist eine Aussage über deine Einschätzung, nicht über das Spiel. Der Markt sagt dir mit seiner Quote, was er für wahrscheinlich hält — und er hat recht häufiger, als die meisten glauben.
Wer eine Value-Wette sucht, muss deshalb den schwierigeren Teil der Arbeit leisten: erklären, warum der Markt falsch liegt. Ein Grund, den man in einem Satz aufschreiben kann — ein Ausfall, der noch nicht eingepreist ist, eine falsche Gewichtung der Form —, ist eine Arbeitshypothese. Ein Gefühl ist keine. Und selbst eine gute Einschätzung bleibt eine Einschätzung: Die Marge sorgt dafür, dass man systematisch mehr richtig als falsch liegen muss, nur um bei null zu landen.
Ein Zwei-Weg-Markt mit je Quote 1.90 hat einen Auszahlungsanteil von rund 95 Prozent. Das heisst im Klartext: Nur knapp 95 von 100 gesetzten Franken fliessen überhaupt an die Spieler zurück. Wer 50 von 100 Wetten gewinnt, liegt deutlich unter dieser Schwelle.
Sichere Einzelwetten gibt es nicht
Der Ausdruck «sichere Einzelwette» beschreibt in der Werbung ein niedriges Risiko, nicht dessen Abwesenheit. Eine Quote von 1.10 ist kein Sicherheitsnetz; sie ist eine Aussage des Marktes, dass das Ereignis sehr wahrscheinlich eintritt — und diese Aussage ist manchmal richtig und manchmal falsch. Nur die Rückzahlung ist kleiner, wenn sie falsch ist.
Jouez Sport begrenzt die Sache von der anderen Seite: Die Quote einer Einzelwette muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen. Diese Untergrenze ist aufschlussreich, weil sie zeigt, wie selbstverständlich sehr kurze Quoten im Programm sind. Wer auf 1.10 setzt, riskiert CHF 100 für CHF 10 Gewinn — und braucht, um bei einer Verlustserie nicht durchgereicht zu werden, eine Trefferquote, die kein Einschätzer dauerhaft hält.
Eine Einschätzung aufschreiben und später prüfen
Der einzige Prozess, der über die Zeit etwas verändert, ist ein kurzes Notizbuch: Ereignis, Quote, eigener Einsatz, eigener Grund für die Einschätzung, Ergebnis. Nach zwanzig Wetten sieht man zwei Dinge — ob die eigenen Gründe etwas taugen und ob man sie überhaupt konsequent angewendet hat. Nach zweihundert sieht man, ob die Einsätze zu gross waren.
Das ist die nüchterne Variante von «Strategie». Sie macht keinen Gewinn; sie macht Fehler sichtbar. Wer sein Notizbuch liest und feststellt, dass er nur bei den Wetten verliert, die er aus Langeweile platziert hat, hat mehr gelernt als aus jedem Tipp.
Disziplin beim Einsatz schlägt jeden Tipp
Die Reihenfolge der Hebel ist in diesem Geschäft klar. Die Quote ist fremd, das Ereignis ist ungewiss, der Einsatz ist dein. Deshalb ist die Einsatzhöhe die einzige Grösse, mit der ein Spieler die eigene Verlustgeschwindigkeit steuert.
Konkret: eine feste Grösse pro Einzelwette, die sich nicht ändert, wenn man verliert. Keine Aufholjagd nach einer Serie. Keine Erhöhung, weil eine Kombination es «endlich» richten soll. Eine Verlustlimite im Konto, die tiefer liegt als die Obergrenze, die der Veranstalter zulässt. Und ein Blick auf den Hinweis zu Cash-Out, wenn man ihn nutzen will — denn dort wird der Ausstieg aus einer laufenden Wette bezahlt, und selten zu einem Preis, den man vorher kennt.
Die zwei bewilligten Anbieter im Einzelwetten-Vergleich
Was hier verglichen wird, sind nicht zwei Firmen mit unterschiedlichem Ehrgeiz, sondern zwei Kantonsgebiete mit derselben Bewilligung, unterschiedlicher Preisgestaltung und unterschiedlichen Grenzen. Wer beide nicht nutzen kann, weil er in keinem der Gebiete wohnt, wird im letzten Abschnitt dieses Vergleichs fündig — und sollte ihn aufmerksam lesen.
Swisslos Sporttip — der Anbieter mit dem geschlossenen Sportprogramm
Swisslos ist eine Genossenschaft mit Sitz in Basel und veranstaltet Lotterien und Sportwetten gestützt auf die Interkantonale Vereinbarung über die gemeinsame Durchführung von Geldspielen vom 20. Mai 2019; die Sportwetten laufen unter dem Namen Sporttip. Für Einzelwetten sind drei Zahlen entscheidend: Mindesteinsatz CHF 1, Höchsteinsatz CHF 1’000 pro Einzel- oder Kombinationswette, CHF 10’000 pro Systemwette. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern; eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Der Gewinnbetrag ergibt sich aus Einsatz mal Quote und wird auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Wird ein Wettereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt. Wer als Wettkämpfer an einem Ereignis teilnimmt, darf darauf nicht wetten.
Der Cash-Out ist bei Sporttip als Funktion vorhanden, aber keine Garantie: Er ist für Einzel-, Kombinations- und Langzeitwetten verfügbar, vor Spielbeginn und live, nur online und nur als vollständiges Cash-Out ohne Teilauszahlung. Ein ausgeführtes Cash-Out lässt sich nicht rückgängig machen, und Swisslos muss ihn nicht für alle Wetten anbieten. Der Betrag liegt tiefer als der mögliche nicht vorzeitige Wettgewinn, hängt vom Stand der Sportereignisse ab und kann jederzeit geändert werden.
Das Einzugsgebiet umfasst neben den deutschsprachigen Kantonen auch das Tessin und das Fürstentum Liechtenstein. Auch der Zugang zur Teilnahme ist geregelt: mindestens 18 Jahre, Wohnsitz im Vertragsgebiet, keine bestehende Spielsperre, eine Registrierung pro Person.
Was den Anbieter für einen strategisch denkenden Spieler interessant macht, ist weniger das Programm als die Kontrolle hinter dem Konto. Verlustlimiten für 1, 7 und 30 Tage vor der ersten Teilnahme, eine Senkung sofort, eine Erhöhung erst nach 72 Stunden, dazu eine freiwillige Einzahlungslimite für 30 Tage. Diese Mechanik nimmt dem Spieler keine Verantwortung ab — sie macht eine impulsive Erhöhung unmöglich, und das ist mehr, als viele Konkurrenten ausserhalb des bewilligten Systems zu bieten haben.
Ein zweiter Punkt ist die Transparenz der Abrechnung: Gewinne bis CHF 1’000 pro Spielbestätigungsquittung gehen automatisch ins Wallet, darüber innert 3 Arbeitstagen auf ein Konto in deinem Namen. Wer den Auszahlungsweg im Voraus kennt, setzt anders.
Der Haken ist derselbe wie bei jedem bewilligten Angebot: Die Liste der Sportarten und Wettarten ist geschlossen, und was nicht darauf steht, fehlt. Für einen Spieler, der sich auf Fussball, Eishockey, Tennis und die übrigen aufgeführten Sportarten konzentriert, ist das kein Verlust. Wer Corner-Märkte oder Esport sucht, wird nicht bedient — und kann sich diese Märkte auch nicht über eine bewilligte Alternative besorgen.
Ein zweiter Haken liegt in der Struktur der Einzelwette selbst: Sporttip vergütet das Risiko der Kombination, nicht das der Einzelwette. Der Kombiboost verlangt mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 und staffelt die Erhöhung des Nettogewinns. Wer systematisch Einzelwetten spielt, findet hier nichts von diesen Anreizen. Das ist ein Nachteil, wenn man Boni als Teil der Rechnung betrachtet, und ein Vorteil, wenn die eigenen Gründe das Risiko nicht hergeben.
Das Einzugsgebiet ist das entscheidende Kriterium. Wer in Zürich, Bern oder Lugano wohnt, kommt an Swisslos nicht vorbei — er kann nur entscheiden, ob er online, in der App oder per QR-Code an einer Verkaufsstelle spielt. Wer in Genf oder Lausanne wohnt, braucht ohnehin den anderen Veranstalter.
Loterie Romande Jouez Sport — der Anbieter mit dem Höchstgewinn statt des Höchsteinsatzes
Die Loterie Romande veranstaltet Jouez Sport für die sechs Westschweizer Kantone Freiburg, Waadt, Wallis, Neuenburg, Genf und Jura. Sie zählt 2’350 Verkaufsstellen in der Westschweiz und 221 Mitarbeitende; ihre Kontaktadresse nennt sie in Lausanne.
Wo Sporttip den Einsatz pro Wette begrenzt, begrenzt Jouez Sport den Ertrag. Der Höchstgewinn beträgt CHF 300’000 pro Einzel- oder Kombiwette und CHF 1’000’000 für alle Gewinne eines Multiples zusammen. Eine Kombiwette umfasst 2 bis 10 Voraussagen; die Quote einer Einzelwette oder die Gesamtquote einer Kombi muss mindestens 1.10 betragen und darf 100’000 nicht übersteigen.
Diese Untergrenze von 1.10 ist für die Einzelwetten-Strategie die interessantere Zahl. Sie sagt, dass sehr kurze Quoten zum regulären Programm gehören — und sie markiert den Punkt, an dem eine Wette aufhört, eine Wette zu sein und anfängt, ein Zinsgeschäft mit Ausfallrisiko zu werden.
Der Höchstgewinn von CHF 300’000 pro Wette klingt nach einer Grenze, die keinen realistischen Spieler trifft. Für die grosse Mehrheit stimmt das. Relevant wird sie, wenn jemand systematisch Kombinationen mit hohen Gesamtquoten spielt: Dort ist die Grenze nicht der Einsatz, sondern der Auszahlungsbetrag — wer sie reisst, verliert den Überschuss. Wer über eine Serie von Kombinationen hinweg auf einen Grossgewinn aus ist, sollte vorher wissen, dass CHF 1’000’000 die Summengrenze für alle Gewinne eines Multiples ist.
Die Kantonsliste erklärt, warum Jouez Sport auf dieser Seite überhaupt auftaucht: In der Westschweiz ist er keine Option unter mehreren, sondern der einzige bewilligte Veranstalter. Diese Tatsache ist unbequem, aber sie ist die Realität des Schweizer Marktes — und sie ist der Grund, warum die Limitenpolitik beider Veranstalter für die Wahl wichtiger ist als ihre Quoten.
Für Westschweizer Spieler heisst das: Der Vergleich mit Swisslos ist akademisch, solange der Wohnsitz nicht in beiden Gebieten liegt. Wer dennoch vergleichen will, sollte auf die beiden Grössen schauen, die er tatsächlich beeinflussen kann — die Höhe des möglichen Gewinns bei hoher Quote und die Frage, ob er sein Konto tatsächlich selbst beschränkt.
MrXbet — ohne Schweizer Bewilligung
MrXbet gehört zu den ausländischen Marken, denen Schweizer Spieler begegnen. Eine Schweizer Bewilligung hat das Angebot nicht: Nur Swisslos und Loterie Romande dürfen in der Schweiz Sportwetten veranstalten, und eine ausländische Bewilligung hat hier keine Kraft. Das Konto ist nicht an das Schweizer Sperrregister angebunden, es gibt keine Schweizer Rechtspersönlichkeit, bei der man sich beschweren könnte, und die Domains können auf die Sperrliste der Gespa gesetzt und von Schweizer Telekom-Anbietern per DNS blockiert werden.
Wer auf MrXbet setzt, setzt vor allem auf die Zahlungsmoral eines Anbieters, der keiner Schweizer Aufsicht untersteht. Der praktische Unterschied liegt in der Reihenfolge der Ereignisse: Wenn eine Wette strittig wird, gibt es keine Stelle in der Schweiz, die den Fall prüft — und wenn Einsätze und Gewinne in einem Verfahren gegen den Anbieter eingezogen werden, trifft das den Spieler, nicht die Firma.
Der wichtigste Punkt in dieser Zeile ist nichtsdestotrotz der Steuerpunkt neben der Bewilligung. Gewinne bei einem Anbieter ohne Schweizer Bewilligung unterliegen nicht der Verrechnungssteuer — was harmlos klingt, aber bedeutet, dass sie nach kantonaler Praxis vollständig als Einkommen gelten können. Für einen Spieler in einem Kanton mit entsprechender Praxis ist eine Wette bei MrXbet damit steuerlich eine andere Wette als dieselbe Wette bei Sporttip.
Der Zugang über eine Domain, die jederzeit auf einer Blockliste landen kann, ist ein Betriebsrisiko, das in keiner Quote auftaucht. Wer sein Guthaben dort liegen lässt, hält es an einem Ort ohne Schweizer Vollzugsweg. Wer dort spielt, sollte dies deshalb mit einem Betrag tun, dessen Verlust er nicht neu planen muss.
Sportuna — ohne Schweizer Bewilligung
Für Sportuna gilt dasselbe Bild wie für jede ausländische Marke in dieser Liste: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung ans Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste als mögliche Folge. Die Bewilligungslage ist hier nicht eine Frage der Qualität der Firma, sondern eine Folge davon, dass die Schweiz die Zahl der Veranstalter auf zwei begrenzt hat.
Was einen Spieler bei solchen Marken anzieht, ist häufig das Wettprogramm: mehr Sportarten, mehr Märkte, mehr Live-Angebote, als die geschlossene Schweizer Liste kennt. Was er dafür aufgibt, ist die Infrastruktur, die im bewilligten System selbstverständlich ist — geprüfte Identität, Verlustlimiten mit sofortiger Senkung, ein schweizweites Sperrregister und eine Aufsichtsbehörde mit Sitz in Bern.
Für einen Spieler, der ausserhalb der zugelassenen Sportarten etwas sucht, ist das eine echte Abwägung, keine Scheinentscheidung. Für einen Spieler, der ohnehin nur Fussball- oder Eishockey-Einzelwetten spielt, fällt sie klar zugunsten des bewilligten Angebots aus — die zusätzlichen Märkte brauchen keine zusätzliche Rechtsunsicherheit.
22Bet — ohne Schweizer Bewilligung
22Bet ist eine der bekannteren ausländischen Marken im deutschsprachigen Raum, und die Einordnung bleibt auch hier dieselbe: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Anbindung an das Schweizer Sperrregister, ohne Schweizer Regressweg, mit der Möglichkeit der Sperrlisten-Aufnahme.
Was in solchen Fällen regelmässig unterschlagen wird, ist die Sperrliste selbst: Sie ist kein Verzeichnis verbotener Marken, sondern ein Instrument. Die Gespa veröffentlicht ausländische Domains, die Schweizer Telekom-Anbieter per DNS blockieren. Die erste Liste erschien am 3. September 2019, am Ende des Jahres 2025 umfasste sie 671 Domains. Blockierte Domains werden innert Stunden ersetzt — die Gespa nennt dieses Domain-Hopping ausdrücklich und nennt Interwetten und Bet-at-Home als Beispiele sowie bet365 als auf der Liste stehend.
Das heisst im Klartext: Ein Anbieter ohne Bewilligung ist nicht dauerhaft unerreichbar, aber auch nicht dauerhaft erreichbar. Wer dort ein Konto führt, sollte wissen, dass die Erreichbarkeit von der Domain abhängt und nicht von einem Vertrag.
Für einen Spieler, der die Einzelwette ernst nimmt und seine Einsätze kontrollieren will, ist der Verzicht auf das Schweizer Limiten- und Sperrsystem der grössere Nachteil. Das Programm wiegt ihn nicht auf.
Wettigo — ohne Schweizer Bewilligung
Wettigo steht in derselben Gruppe: keine Schweizer Bewilligung, kein Schweizer Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, Sperrliste möglich.
Der Gesichtspunkt, der bei solchen Marken am häufigsten übersehen wird, ist die Gebietsfrage. Die beiden Schweizer Veranstalter dürfen nur Personen mit Wohnsitz in ihrem Vertragsgebiet ein Konto eröffnen. Für einen Anbieter ausserhalb des Systems existiert diese Beschränkung nicht — er nimmt jeden. Das ist kein Vorteil, sondern eine Zuständigkeitsfrage: Wo keine Gebietsbindung besteht, besteht auch keine an ein bestimmtes Aufsichtsregime, und dort greift kein Schweizer Vollzug.
Wer in einem Kanton wohnt, für den Swisslos oder Loterie Romande zuständig ist, hat eine Alternative, die er kennt. Wer in beiden Gebieten wohnhaft ist, hat zwei. Wettigo löst ein Problem, das die meisten Schweizer Spieler nicht haben — es sei denn, sie suchen Märkte, die das bewilligte Angebot nicht führt.
BetLabel — ohne Schweizer Bewilligung
Für BetLabel gilt die nüchterne Einordnung: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Registeranbindung, ohne Schweizer Rechtsschutz, Sperrliste als Möglichkeit. Eine ausländische Bewilligung — ob Curaçao, Malta oder Deutschland — hat in der Schweiz keine Geltung.
Der Zahlenpunkt, der hier zählt, ist nicht die Bewilligung, sondern der Umgang mit dem Guthaben. Im bewilligten Schweizer System sind Auszahlungen an ein Konto gebunden, das auf den Namen des Kontoinhabers lautet; anonyme oder Krypto-Auszahlungen existieren nicht. Wer sein Geld bei einem Anbieter ausserhalb dieses Systems parkt, hat keine vergleichbare Bindung und damit im Streitfall keine nachvollziehbare Kette.
Wer dort nur mit einem Betrag spielt, den er als Unterhaltungsausgabe verbucht, kann das tun. Wer dort ein Guthaben aufbaut, weil der Anbieter bequem ist, sollte den Unterschied zur Schweizer Lösung kennen.
BDMBet — ohne Schweizer Bewilligung
BDMBet trägt dieselbe Kennzeichnung wie die übrigen ausländischen Marken dieser Liste: keine Schweizer Bewilligung, keine Anbindung an das Sperrregister, kein Schweizer Regressweg, Sperrliste als mögliche Folge.
Bei einem solchen Anbieter ist die Einzelwette technisch dieselbe Wette wie bei Swisslos: Einsatz mal Quote. Der Unterschied liegt im Rahmen. Es gibt keinen Veranstalter mit Sitz in der Schweiz, der für die Auszahlung haftet, keine Aufsichtsbehörde, die eine Beschwerde entgegennimmt, und keinen Anspruch auf die Schutzmechanismen, die das Geldspielgesetz für bewilligte Angebote vorschreibt.
Für einen Spieler, der sich eine Einzelwetten-Strategie zurechtlegt, ist das der entscheidende Punkt: Die Strategie setzt voraus, dass die Regeln über die Dauer der Serie stabil bleiben. Bei einem Anbieter, dessen Domain wechseln kann, ist diese Stabilität nicht garantiert.
Jackbit — ohne Schweizer Bewilligung
Jackbit gehört zur Gruppe der ausländischen Marken ohne Schweizer Bewilligung: kein Schweizer Permis, keine Verbindung zum Sperrregister, kein Schweizer Rechtsweg, möglicher Block.
Was bei solchen Anbietern schwerer wiegt als jede Quotendifferenz, ist der fehlende Bezug zu den Schweizer Schutzmechanismen. Im bewilligten System muss der Veranstalter Verlustlimiten verlangen, eine Senkung sofort umsetzen, eine Spielsperre an ein schweizweites Register melden. Nichts davon ist bei einem Anbieter ausserhalb des Systems durchsetzbar.
Wer bewusst dort spielt, sollte es mit einer Limite tun, die er selbst im Kopf führt — und mit dem Wissen, dass ihn niemand daran hindert, sie zu überschreiten. Das ist die eigentliche Einschränkung: nicht das Angebot, sondern die Selbstkontrolle.
Betovo — ohne Schweizer Bewilligung
Betovo schliesst die Liste der ausländischen Marken mit derselben Kennzeichnung: ohne Schweizer Bewilligung, ohne Registeranbindung, ohne Schweizer Rechtsschutz.
Bei jedem dieser Anbieter lohnt der Vergleich mit dem, was das Schweizer System im Gegenzug verlangt: Wohnsitz im Vertragsgebiet, verifizierte Identität, eine Registrierung pro Person, ein geschlossenes Sportprogramm. Das sind Einschränkungen, und sie sind der Preis für eine Aufsicht, die im Streitfall ansprechbar ist.
Für einen Spieler, der eine Einzelwette als Unterhaltung mit festem Budget betreibt, ist die Rechnung einfach: Das bewilligte Angebot genügt, und die Beschränkungen stören ihn nicht. Für einen Spieler, der Märkte jenseits der Gespa-Liste sucht, gibt es diese Wahl nicht ohne Verzicht auf Schweizer Schutz — und wer diesen Weg wählt, sollte die Steuerfolge und die Sperrlisten-Praxis kennen, bevor er den ersten Einsatz platziert.
Sportwetten-Einzelwetten im Detail: die Regeln, die den Gewinn bestimmen
Wer eine Wette platziert, stimmt einem Reglement zu. Die folgenden Punkte sind die, bei denen Einzelwetten in der Praxis scheitern — nicht an der Einschätzung, sondern an einer Bedingung, die vorher niemand gelesen hat.
Wo die Wette gilt und wo sie zurückkommt
Bei Sporttip umfasst die reguläre Spielzeit die reguläre Spieldauer, etwa 90 Minuten im Fussball, plus Nachspielzeit. Verlängerung und Penaltyschiessen zählen nur, wenn das Wettprogramm darauf hinweist oder sie Gegenstand der Wette sind. Für eine Einzelwette auf ein Unentschieden nach regulärer Spielzeit ist das die entscheidende Definition.
Wird ein Ereignis abgesagt und nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt, ist die Wette ungültig: Einzelwetten werden zurückbezahlt, in Kombinationswetten erhält die Voraussage Quote 1.00. Diese Regelung ist für den Einzelwetten-Spieler die freundlichere: Er bekommt seinen Einsatz zurück, statt auf ein Ereignis zu warten, das nicht stattfindet.
Gewinne, die nicht innerhalb von 26 Wochen nach der öffentlichen Bekanntmachung der Wettauswertung geltend gemacht werden, verfallen zugunsten des Zwecks der Swisslos. Eine Einsprache bei verweigerter Auszahlung ist innert 10 Tagen per eingeschriebenem Brief zu erheben. Beide Fristen sind kurz genug, dass man sie kennen sollte, bevor man sie braucht.
Live-Wetten und die Quote 1.00
Bei Sporttip-Livewetten gilt die Wette unabhängig davon, ob das Ereignis live übertragen wird. Wetten, die nach dem tatsächlichen Eintreffen des Wettausgangs platziert werden, zählen mit Quote 1.00. In spielentscheidenden Situationen — Elfmeter, Rote Karte, Videoschiedsrichter-Entscheid — kann Swisslos Wetten mit Quote 1.00 werten.
Das ist die technische Absicherung des Anbieters gegen die Latenz. Für den Spieler heisst es: Eine Live-Wette, die zu spät ankommt, ist kein Geschäft, sondern eine Rückzahlung. Wer live auf ein Ereignis setzt, das in diesem Moment passiert, trägt ein Risiko, das nicht in der Quote steht.
Abhängige Ereignisse und der Bet-Builder
Bei Sporttip werden voneinander abhängige Wettereignisse derselben Sportveranstaltung nur über die Bet-Builder-Funktion kombiniert. Nimmt Swisslos irrtümlich eine solche Kombination ohne diese Funktion an, kann sie die ganze Kombinationswette für ungültig erklären und den Einsatz zurückerstatten. Für Einzelwetten ist die Regel irrelevant — die Abhängigkeit entsteht erst in der Kombination.
Was die Abrechnung mit dem Betrag macht
Der Gewinnbetrag einer Sporttip-Wette ergibt sich aus Einsatz mal Quote, bei Kombinationen aus dem Produkt der Einzelquoten, und wird zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet, dann auf 5 Rappen genau abgerundet. Bei einem Einsatz von CHF 1 und einer Quote von 1.10 liegt der rechnerische Gewinn bei CHF 1.10 — die Abrundung auf 5 Rappen ist hier nicht mehr spürbar. Bei vielen kleinen Wetten mit krummen Quoten summiert sich die Rundung, aber sie bleibt im Rappenbereich.
Der Punkt, der einen echten Unterschied macht, liegt woanders: bei der Auszahlung. Swisslos zahlt Spielguthaben innerhalb von 365 Tagen zweimal gratis auf ein auf den eigenen Namen lautendes Schweizer oder Liechtensteiner Bank- oder Postkonto aus; ab der dritten Auszahlung kann eine Kommission von 3 Prozent belastet werden. Wer seine Gewinne wöchentlich abzieht, bezahlt diese Gebühr regelmässig. Wer sie im Konto stehen lässt und seltener auszahlt, spart sie — unterliegt aber der Limite, dass ein Guthabenkauf nur möglich ist, solange das Wallet CHF 9’999 nicht übersteigt.
Warum die Einzelwette die ehrlichere Bauform ist
Eine Einzelwette liefert nach jedem Ereignis ein klares Signal: Der Grund, den man aufgeschrieben hat, hat getragen oder nicht. Eine Kombination verwischt dieses Signal, weil ein einzelner Ausfall die ganze Wette erledigt und man nicht mehr weiss, welche der fünf Voraussagen falsch war.
Dieses Signal ist der eigentliche Wert der Einzelwette für einen Spieler, der besser werden will. Es ist auch der Grund, warum ein Kombiboost, der die Erhöhung des Nettogewinns an mindestens vier Voraussagen mit je mindestens Quote 1.50 bindet, für den lernenden Spieler kein gutes Geschäft ist: Er bezahlt den Bonus mit der Rückmeldung, die er braucht.
Häufige Fragen zu Einzelwetten in der Schweiz
Gibt es eine Strategie für Einzelwetten, die dauerhaft Gewinn bringt?
Nein. Jede Quote enthält die Marge des Veranstalters, in typischen Märkten zwischen 4 und 8 Prozent. Wer dauerhaft gewinnen will, müsste diese Marge über eine lange Serie hinweg schlagen, und kein Vorgehen verspricht das. Möglich ist, Verluste zu begrenzen: feste Einsatzhöhen, tiefe Verlustlimiten, Pausen.
Wie schätzt man den Wert einer Quote ein?
Man bildet zuerst eine eigene Wahrscheinlichkeit aus Form und Statistik und vergleicht sie mit der Quote — nicht umgekehrt. Liegt die Quote über dem eigenen Wert, ist es eine Value-Wette, aber nur relativ zur eigenen Einschätzung. Der Markt liegt häufiger richtig, als die meisten annehmen.
Wie hoch darf der Einsatz einer Einzelwette bei Sporttip sein?
Der Mindesteinsatz beträgt CHF 1, der Höchsteinsatz für eine Einzel- oder Kombinationswette CHF 1’000, für eine Systemwette CHF 10’000. Swisslos kann diese Limiten jederzeit ohne Angabe von Gründen ändern, eine Wette über der Limite wird nicht angenommen.
Wie wird der Gewinn einer Einzelwette aus Einsatz und Quote berechnet?
Der Gewinnbetrag ist Einsatz mal Quote, bei Kombinationen Einsatz mal Produkt der Einzelquoten. Bei Sporttip wird das Ergebnis zuerst auf zwei Nachkommastellen aufgerundet und danach auf 5 Rappen genau abgerundet. CHF 20 auf Quote 1.90 ergeben CHF 38.00.
Was geschieht mit einer Einzelwette, wenn das Ereignis abgesagt wird?
Bei Sporttip ist die Wette ungültig, wenn das Ereignis nicht innert 48 Stunden nach dem ursprünglichen Beginn oder im Rahmen eines Turniers nachgeholt wird. Einzelwetten werden zurückbezahlt; in einer Kombinationswette erhält die betroffene Voraussage die Quote 1.00.
Wettarten – eishockeytipps.com
Inhalt erstellt vom Team «eishockeytipps.com»
